Archiv für den Monat: Mai 2011

Der unfreiwillige „Godfather of Rap“ ist tot

Gil Scott-Heron und der Teufel der an ihm riss.

Der Künstler Scott-Heron hatte Probleme mit dem Rap, vor allem mit dem Mainstream Rap, sah er sich doch viel mehr in direkter Linie zum Jazz und Blues verbunden.
Wie wurde so einer dann zum Vorreiter des politisch sozialkritischen HipHops?
Indem er vor allem die Sprachmelodie in seiner Musik zutage treten ließ, denn schon der junge Scott-Heron war sowohl musikbegeistert als auch immer am Schreiben. Nachdem er einen Verlag für seinen ersten Roman gefunden hatte, für welches er sein Studium geschmissen hatte, suchte er den Produzenten Bob Thiele auf, der kurz zuvor seinen Chefsessel beim Jazzlabel Impulse! Records geräumt und sein eigenes neues Label Flying Dutchman Records etabliert hatte, auf. Scott-Heron stellte sich schlicht als Songwriter vor und ließ dem Produzenten ein Buch mit seinen Gedichten zukommen. Kurz darauf meinte Thiele: „Hör zu, ich habe momentan nicht genug Geld, um ein richtiges Musikalbum zu produzieren, aber ich würde gerne eine Platte mit gesprochener Poesie aufnehmen.”
Und so begann die musikalische Liebe zum Text! Er nahm das erste Album “Small Talk at 125th And Lenox” auf, das laut Allmusic-Kritiker John Bush “einem vulkanischen Ausbruch an Intellektualismus und Sozialkritik” gleichkam. Wobei “The Revolution Will Not Be Televised” der emblematischste und erfolgreichsten Songs von Gil Scott-Heron sein sollte.
Letzten Freitag verstarb der Musikerpoet im Alter von 62 Jahren.
Als Tribut der Song „Me and the Devil“ von seiner letzten Platte. In dieser Adaption greift Scott-Heron nicht nur das alte Bluesbild des Teufels neben einen auf, sondern zeigt auch, dass er nicht nur in der Musik diesen gut kannte.

Cover-Art auf Bookrix

Die Bilderstrecke „BookRix-Cover: Best of April 2011“ ist online!

Seit April gibt es auf BookRix in der Gruppe Kunst gleich zwei Coverwettbewerbe, bei denen man sich mit anderen Coverkünstlern messen kann. Die Bookrixerin Sundown veranstaltet zum einen den allgemeinen Coverwettbewerb, zum anderen aber auch den Fantasy-Coverwettbewerb, bei dem man seinen Hang zum Design von  fantastischen und mystischen Bildern voll ausleben kann. In der Bilderstrecke BookRix-Cover: Best of April 2011 sind alle Siegercover und noch ein paar weitere Cover, die vergangenen Monat besonders hervorstachen verewigt. Hier kannst Du Dir die ganze Bilderstrecke anschauen und auch gerne einen Kommentar hinterlassen.

Rezension zu „Seluaina Niusila“ von Bernd K.

Geheimnisse der Südsee.

Der Autor Bernd K., der sich „eylersrancher“ nennt, ist noch recht neu auf BookRix. Sein hiesiges Erstlingswerk „Seluaina Niusila“ entführt uns in den südpazifischen Raum und in die frühen 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Wir erhalten Einblick in die Bräuche und Lebensgewohnheiten eines nicht namentlich genannten Volkes, das dort eine Inselgruppe bewohnt.

Die Geschichte beginnt mit der Schilderung einer Hochzeit. Seluaina und Manase, glückliche Eltern der viermonatigen Tasila, werden von Faitua, der „magischen Mutter“, getraut. Ausführlich und in sehr detailreicher Sprache erfahren wir, wie die Zeremonie vonstatten geht und welche Eigenschaften der Brautleute für die Eheschließung von Bedeutung sind. Viel hängt davon ab, was für einen Eindruck Faitua von den beiden Glücklichen hat. Und genau dabei ist sich die „magische Mutter“ urplötzlich nicht ganz sicher. Obwohl sie spürt, dass Seluaina und Manase wie füreinander geschaffen sind, streift eine unbekannte Emotion ihre Wahrnehmung, die sie erst viel später korrekt deuten kann. Das soll aber an dieser Stelle nicht vorweg genommen werden.

Der Text besticht durch vielseitigen und wohlgestalteten Ausdruck. An manchen Stellen finden sich zwar Wortwiederholungen und auch die Kommasetzung lässt etwas zu wünschen übrig, aber es ist zweifellos festzustellen, dass Bernd K. das Erzählen im Blut liegt. Sein Schreibstil ist ausgewogen und exakt, hat sogar, wie ich finde, eine sehr beruhigende Wirkung; man kann das Geschriebene deutlich vor dem inneren Auge sehen und wird so gänzlich von der spannenden Handlung aufgesogen. So erfahren wir denn auch, was es mit Faituas Ahnung auf sich hat, und werden Zeugen einer wundersamen Begebenheit.

Die Erzählung ist in jedem Falle einen Blick wert, wobei ich davon ausgehe, dass jeder, der anfängt, den Text zu lesen, nicht mehr von ihm lassen kann. Viel Spaß also!

Gestern war internationaler Towel Day!

Don´t panic

Der 25. Mai steht ganz im Zeichen des verstorbenen Science Fiction Autors Douglas Adams und seinem Kultwerk „Per Anhalter durch die Galaxis“. Bereits zwei Wochen nach seinem Tode wurde der erste Welthandtuchtag ins Leben gerufen.

Per Anhalter durch die Galaxis – oder The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy wie es im Original heißt – ist ein Reiseführer für interplanetarische Abenteurer und beinhaltet den wohl unbestreitbar besten Ratschlag aller Zeiten:

„Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann.“

Die Fans von Douglas Adams halten sich an diese Devise und tragen an besagtem Tag ein Handtuch mit sich herum, um somit der Welt zu demonstrieren, dass sie für alles, was  ihnen das Universum möglicherweise entgegenschleudert, bereit sind.

1. Trage am 25. Mai deutlich sichtbar ein Handtuch den ganzen Tag über mit dir herum. Wähle dafür dein Lieblingshandtuch aus und vergewissere dich, dass es sauber ist – man will ja keinen schlechten Eindruck hinterlassen.

2. Antworte mit einem allwissenden Blick auf alle Fragen mit „42“. Und denk daran, manchmal bedeutet eine Antwort zu wissen, nicht dass du auch die Frage kennst.

3. Schnapp dir ein Buch von Douglas Adams und düse durch eine von seinen außergewöhnlichen Geschichten.

Oder Du liest Dir die Beiträge vom „Wettbewerb zum Towel Day“ durch, wie zum Beispiel die skurrile Story „Don´t Panic“ von Jacob Nomus. Es gibt auch noch weitere tolle Geschichten von anderen Wettbewerbsteilnehmern zu entdecken. Ob skurril, zum Weg lachen oder zum Schmunzeln – es ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei. Und wer weiß…vielleicht inspiriert Dich der Towel Day 2011 ja auch dazu, Deine Ideen in Buchform hier bei BookRix festzuhalten.

Also, nimm Dir heute einfach mal Zeit, um die Wunder des Universums in vollen Zügen auszukosten, richte den ein oder anderen Gedanken an eine immer noch gefährdete Spezies und vergiss nicht, immer ein Handtuch griffbereit zu haben…man weiß ja nie was kommt!

Das Leben geht weiter

Weltuntergang verschoben.

Nachdem der für letzten Samstag prophezeite Weltuntergang nun doch auf Oktober verschoben wurde, geht das Leben (zumindest vorerst) weiter. Auch in der BookRix-Community. Von Weltuntergangsstimmung kann hier angesichts der Vielzahl neu gegründeter Gruppen nun wirklich nicht die Rede sein. Auch wenn sich verdächtig viele der neuen Gruppen um eher düstere Themenbereiche drehen, als da wären: „Dunkle Zitate“, „Satanismus“, „Wicked Books“ und „Metal“ …um nur einige zu nennen.

Natürlich gibt es aber nicht nur neue Gruppen für Düsterheimer. In der Gruppe „Richtige Bücher“ wird (wie der Name schon verrät) hitzig über Bücher diskutiert, die bereits offiziell veröffentlicht worden sind. Eine spannende Gruppe mit jetzt schon über 50 Mitgliedern, wobei es 100%ig noch Diskussionen über den Namen geben wird. Denn der Beschreibungstext der Gruppe suggeriert, dass von BookRixern online veröffentlichte Werke keine „richtigen“ Bücher sind. So gesehen eine echte Frechheit ;)

Schau einfach regelmäßig in die Gruppenübersicht unter dem Navigationspunkt „Community“ und lass Dir die neuesten Gruppen anzeigen. Sonst entgehen Dir solche Gruppen-Perlen wie „Psychologie“ oder „Die Lesben von BookRix“. Besonders hervorheben möchte ich zum Abschluss die „BookRix-Ideenkiste“. In dieser Gruppe werden gemeinsam Ideen ausgetauscht, Charaktere weiterentwickelt und Geschichten gesponnen. Hier kannst Du Dir Inspiration von anderen Usern holen. In der “Ideenkiste” wird ein ganz wichtiger Aspekt von BookRix direkt ausgelebt, nämlich sich als Autor Input von anderen Usern zu holen und diese in den Entstehungsprozess der eigenen Werke miteinzubeziehen.

Und falls Du es noch nicht wusstest: natürlich kannst Du jederzeit eine eigene Gruppe zu einem beliebigen Thema gründen und gleichgesinnte User um Dich scharen. Aber beeil Dich! Am 21. Oktober geht nämlich die Welt unter.

Im Namen der Mafia

Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann!

Wer kennt sie nicht – Sätze wie „Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann“ oder „Frag mich niemals nach meinen Geschäften“. Die Rede ist natürlich von dem Mafia-Film schlechthin: „Der Pate“. Die Geschichte zählt zu den Höhepunkten der Trivialliteratur und natürlich gilt die Verfilmung mit Marlon Brando und Al Pacino als zeitloser Klassiker. Und das aus gutem Grund. Die berühmte Mafia Trilogie rangiert nicht nur regelmäßig ganz oben in den Kinobestenlisten, sondern bietet neben Zitaten mit Kultcharakter auch einige wichtige Lehrstunden fürs Leben. Mit den folgenden Weisheiten von Don Corleone und Co. wird es in Zukunft kein Problem mehr sein, sich den Tattaglias, Barzinis und Sollozzos dieser Welt zu stellen!

1. Aus Konkurrenz entsteht Motivation für neue Ideen!
2. Eine friedliche Coexistenz ist profitabler als Krieg…aber wenn es darauf ankommt, fürchte dich nicht davor „auf die Matratze zu gehen“!
3. Ein guter Anwalt kann dir aus allem raushelfen!
4. Halte deine Freunde nahe bei dir, aber deine Feinde noch näher!

Und das sind nur einige praktische Weisheiten aus dem Handbuch der Corleone-Familie. Vielleicht fällt euch eine spannende Geschichte rund um das Gangstermilieu ein, mit Figuren die ihre kriminellen Geschäfte nach ihren eigenen Regeln durchführen. Die ein oder andere interessante Erkenntnis für das alltägliche Leben ergibt sich da bestimmt auch. Eure Geschichten aus der Welt des Verbrechens und der Mafiosi eignen sich ideal, um sie beim Bookrix Wettbewerb „Im Namen der Mafia“ einzureichen. Die Teilnahme des Wettbewerbs ist vom 13.05-10.06.2011 möglich. Die Gewinner können sich auf tolle Preise freuen. Lasst euch die Gelegenheit nicht entgehen – der Don macht euch dieses Angebot bestimmt nicht noch ein zweites Mal!

Rezension zu „Stein und Sein“ von Angelika Röhrig

Das Sein in einem Stein.

Heute möchte ich Euch eine Kurzgeschichte vorstellen, auf die mich Monirapunzel aufmerksam gemacht hat. Vielen Dank dafür! „Stein und Sein“ heißt der Text der Autorin Angelika Röhrig, die sich auf BookRix „findevogel“ nennt.

In diesem Märchen findet eine Frau am Meeresstrand einen Stein und stellt fest, wie sehr er sie fasziniert. Sie hebt ihn auf und erfühlt seine Form und Oberfläche. Schließlich entfacht er in ihren Gedanken die Vorstellung einer mystischen Reise in das Innere des Steins. Dort wird ihr mehr und mehr bewusst, dass ihr eigenes Selbst ein Universum ist, das ihr alles gibt, was sie braucht.

Stilistisch ist der Text recht ordentlich. Die Autorin greift auf das Präsens als Erzählzeit zurück, wobei es selten mal zu Ausrutschern ins Präteritum kommt. Auch Wortwiederholungen sind erfreulich wenige zu finden. Insgesamt ist also kaum etwas am Schreibhandwerk auszusetzen.

Inhaltlich beschäftigt sich das Märchen mit der Fragestellung, was ein Sein ausmacht. Die Protagonistin nähert sich zunächst durch bloße, ganz unbedarfte Träumerei der umfassenden Erkenntnis, dass ihr Sein mehr ist als nur ein menschliches Wesen. Stattdessen ist es ein eigenständiger Kosmos. Hierdurch wird eine Verbindung zu den hermetischen Gesetzen und im Speziellen zum Prinzip der Entsprechung hergestellt, welches besagt, dass all das, was man im Großen findet, auch im Kleinen vorhanden ist. Das Kleine – hier das Individuum – beherbergt einen ganzen Weltenraum in sich. Gestärkt durch diese erfreuliche Entdeckung kann die Protagonistin ihr Leben in dem Wissen fortsetzen, dass sie in der Lage sein wird, alle Herausforderungen zu meistern.

Das Präsens erscheint hier gekonnt eingesetzt, wirkt es doch universeller, zeitloser als das gebeugte Präteritum. Auch die Symbolsprache, die die Autorin in form vieler Metaphern verwendet, macht die Geschichte zu einem eindrucksvollen Schauspiel weit schweifender Gedankengänge. Lasst Euch hiervon ruhig anstecken und inspirieren!

eBooks go mainstream

Schwappt die Welle von Amerika auch zu uns?

Kindle

Es ist offiziell. Der Verkaufsriese Amazon.com verkauft in USA mehr E-Books  als gedruckte Bücher und schreibt damit Geschichte.  Von der Kindle-Einführung in 2007 bis zum Durchbruch hat Amazon eine rekordverdächtige Entwicklung hingelegt, die an den Erfolg des Taschenbuchs erinnert.

Der Verkauf des vergünstigten Kindle in den Staaten (für 114 $) hat sicher seinen Teil beigetragen und den nicht mehr aufhaltbaren Einzug des Lesegeräts in amerikanische Haushalte zusätzlich beschleunigt.

E-Book ist vom Spielzeug für enthusiastische Freaks  zum Mainstream-Produkt in US geworden.

Ob es bald derartige Rekordzahlen auch bei Amazon.de geben wird? Im Moment greifen die deutschen Leser doch eher zum Printbuch. Statistisch gesehen nutzen aktuell nur 2 % E-Books, während 80 % der Leser weitgehend oder ausschließlich gedruckte Bücher kaufen.

Die Gründe dieser Entwicklung dürfen allerdings eher wirtschaftlicher als kultureller Natur sein. Mit ihrer unflexiblen Preispolitik und der teilweise verzögerten Veröffentlichung der E-Book-Ausgaben schaden die Verlage dem E-Book-Markt und lassen an sich das lukrative Business vorbeiziehen.

Neben dem Preis wird sicher auch das Angebot an lieferbaren E-Books in der Entwicklung vom E-Book-Markt hierzulande eine entscheidende Rolle spielen.

Während bei Amazon.com mittlerweile mehr als 900.000 Titel lieferbar sind, bekommt man im deutschen KindleStore erst knapp 30.000 Kindle-Books angeboten.

Der Kindle ist aber erst gerade vor ein paar Wochen eingeführt worden.

Die Zeit wird es zeigen…

Rezension zu „Der Realist“ von Vincent von Ableben

Ist es immer erstrebenswert die Wahrheit zu kennen?

Der Autor Vincent von Ableben gewährt und das literarische Vergnügen seiner Kurzgeschichte „Der Realist“, die er selbst als Fantasy einstuft. Tatsächlich ist sie aber weit mehr als das.

Althar, eine junger Mann aus der Stadt Rytten Uul, wächst mit einer besonderen Gabe auf. Er erkennt die Wahrheit hinter dem äußeren Schein seiner Mitmenschen, eine Gabe, die zwar erstrebendwert scheint, ihm aber eine Menge Ärger einbringt, als er sich eines Tages dazu hinreißen lässt, die Wahrheit allzu redselig auszuplaudern. Prompt wird er gefangen genommen und vor den König geführt. Dieser bietet ihm die Freiheit für eine Gegenleistung: Er soll einen Botschafter eines befeindeten Volkes durchleuchten und die Wahrheit kundgeben über die Machenschaften seiner Leute. Althar kommt diesem Wunsch nach und wird tatsächlich freigelassen. Nun begibt er sich auf die Suche nach seiner eigenen Wahrheit.

Was mich an diesem Text sehr beeindruckt, ist die Fähigkeit des Autors, verschiedene Handlungsstränge so aneinander zu reihen, dass sie sich perfekt ergänzen und die Spannung immer weiter ansteigen lassen. Dabei werden die einzelnen Szenen ausführlich beschrieben, ohne unnötigen Ballast zu enthalten. Die Darstellung wirkt gekonnt ausgearbeitet. Und was für die Handlung zutrifft, lässt sich auch bei Wortwahl und Ausdruck feststellen. Es gibt auch hier keinen Grund zur Klage. Hie und da schimmert sogar ein klein wenig satirischer Humor durch.

Das Ende. Welches ich nicht vorwegnehmen möchte, hat bei mir für ein gewisses Maß an Verwirrung gesorgt, da sich mir dort eine  abschließende Aussage nicht vollständig erschlossen hat. Vielleicht ist aber genau dies die Moral der Geschichte, wenn es um das Thema Wahrheit geht. Jedenfalls bin ich gespannt, wie andere Leser/innen den Schluss auffassen, und möchte daher das Buch all jenen ans Herz legen, die einen literaischen Hochgenuss zu schätzen wissen.

Warum das Urheberrecht dringt reformiert werden muss

„Wir sind das Urheberrecht!“

So hat Till Kreutzer seinen Vortrag auf der diesjährigen re:publica genannt. Und auch wenn es genügend Gründe gibt, warum der eine oder andere hin und her gerissen ist bei den Forderungen von Kreutzer, so denke ich doch, dass jeder folgende Aussage unterschreiben könnte:

„Früher war das Urheberrecht ein Recht für Profis, also für Autoren und Manager von Buch- und Plattenverlagen oder für die Filmindustrie. Heute kommen auch juristische Laien im Internet – etwa als Nutzer des Web 2.0 – fast jeden Tag mit Urheberrechtsfragen in Kontakt. Damit ist das Urheberrecht zu einem allgemeinen Verhaltensrecht für die Gesellschaft geworden. Doch dafür ist es viel zu komplex und wegen seiner veralteten Konzeption nur schwierig anzuwenden.“

Kreatives Schaffen hat sich verändert, die Rezeption auch, sie ist zu einer teilnehmenden Rezeption geworden. In der extremsten Deutung kann man fast jedes Verhalten im Netz als Kollaboration auffassen, also nicht mehr „one to many“, sondern „many to many“. Wer hier also „producer“ oder nur Rezipient ist weitaus schwieriger zu erfassen als es noch vor dem Internetzeitalter war.
Dass wir aber dringend eine Reformierung des Urheberrechts benötigen kann man schon nur Abmahnwellen sehen, wie sie immer wieder das Netz überrollen, wie hier geschildert.
Dass soll jetzt nicht heißen, dass Bx das Urheberrecht abschaffen will, aber ist es nicht längst fällig, dass auch jeder 15jährige Schüler weiß was er darf, dass er das nachvollziehen kann? Und ist es nicht Zeit, dass der Support, den dieser Schüler vornimmt, indem etwas verlinkt was er einfach nur großartig findet endlich auch als solcher angesehen wird und nicht als Diebstahl?

Der Vortrag zum Urheberrecht von Till Kreutzer auf der rp11: