Istanbul

Museum der Unschuld

Ein Haus voller gesammelter Erinnerungen

Allerdings sind diese Erinnerungen fiktiv, nicht real. Denn es sind die Erinnerungen der Romanfiguren aus Orhan Pamuks Roman „Istanbul“.

Der Literaturnobelpreisträger nennt das Museum „eine bescheidene Sammlung des täglichen Lebens in Istanbul“, dabei ist das Museum in jeder Hinsicht ein Spiegelbild des Bürgertums Istanbuls, welches sich an europäischen Werten orientiert, aber immer wieder in alte Traditionen zurückfällt.

Nachdem Kemal, die Hauptfigur von „Istanbul“ seine große Liebe durch einen Unfall verliert, versucht er die Liebe durch seine Erinnerungsstücke zu bewahren. In dem dreistöckigen Gebäude des Museums sind 4213 Zigaretten gepinnt. Es wird suggeriert, dass Kemal sie sammelte, denn sie alle wurden von der Geliebten geraucht.

Weit über ein Jahrzehnt sammelte Pamuk um das Haus mit den Erinnerungen Kemals auszustatten. Dabei füllte er mit seinen Helfern 83 Vitrinen. Jede steht für ein Kapitel des Buches. Doch die größte Vitrine ist das Haus selbst und die Umgebung in der es steht, schreibt die SZ.

Und somit schuf Pamuk nicht nur einen großen Roman, sondern ein weiteres Gesamtkunstwerk. Und wie er sagt, nicht nur etwas für die, die den Roman gelesen haben.

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