Kategorie-Archiv: Beachtenswert

Aufruf zum e-ditio Independent Publishing Award für ausgezeichnete Lektorate

Rechteck Logo+SpruchDas Berliner Jungunternehmen e-ditio, das Self-Publishern und Verlagen per Algorithmus qualifizierte Übersetzer, Lektoren und Korrektoren sowie Textgutachter vermittelt, schreibt zum zweiten Mal den “e-ditio Independent Publishing Award” (#eIPA16) für gut lektorierte eBooks von Self-Publishern aus.

Es tönt allerorts: Self-Publisher professionalisieren sich zusehends – und mit ihnen ihre Vermarktungsstrategie, ihre Vertriebswege und natürlich die Textarbeit.
Schon heute zeichnen sich einige selbstpublizierte Bücher durch ein sehr gutes Lektorat aus.

Dies möchte e-ditio honorieren und daher gut lektorierten E-Books von Self-Publishern wieder einmal den e-ditio Independent Publishing Award verleihen. Es geht dabei um die inhaltliche wie stilistische Qualität, den berühmten “roten Faden” sowie die Einheitlichkeit und Formalitäten, welche die aus Lektoren zusammengesetzte Jury bewerten wird.

Der Gewinnerin des letzten Jahres, Christine Jaeggi, ist es seither gut ergangen: Der Gewinnertitel „Fatale Schönheit“ kletterte in den Charts nach oben und ihr zweites Buch „Das Geheimnis der Muschelprinzessin“ ist bereits bei Ullstein erschienen.

Bis zum 6. Juni können Self-Publisher ihre Werke aus den Bereichen Frauenunterhaltung, Spannung und (populäres) Sachbuch einsenden; die Gewinner werden im Juli bekannt gegeben. Der Wettbewerb wird im nächsten Jahr mit anderen Schwerpunkten weitergeführt. Den Besten winkt das e-ditio Gütesiegel, das künftig von dem guten Lektorat und der Qualität zeugt und für Werbemaßnahmen genutzt werden kann, sowie Empfehlungen bei großen eBook-Onlineshops.

Voraussetzungen sind in diesem Jahr:
• Das Werk wurde in den letzten zwei Jahren oder wird in den nächsten drei Monaten publiziert.
• Die Einsendung liegt in deutscher Sprache in den Formaten EPUB oder MOBI vor.
• Es muss ein vollständiges Exemplar ohne DRM an info@e-ditio.eu gesendet werden.
• In diesem Jahr liegen die Genreschwerpunkte aufgrund der Spezialisierung der Jury in den Bereichen: Spannung, Sachbuch und Frauenunterhaltung
• Das Werk wird nicht exklusiv über einen Anbieter angeboten.

Die diesjährige Jury des #eIPA16 besteht aus:
• Dr. Gregor Ohlerich (Dozent und freier Lektor bei Obst & Ohlerich, u.a. für Random House)
• Louisa Pegel (Lektorin Midnight und Forever)
• Julia Wagner (Inhaberin von www.deintextdeinbuch.de und ehemalige Lektorin Ullstein Verlag)
• Tom Müller (Lektor Aufbau Verlag)

Das Kleingedruckte:
Teilnehmen kann jede(r) Autor/-in mit einem Werk, welches nicht in einem Verlag publiziert oder dessen Lektorat von einer Institution oder Organisation bezahlt wurde. Die Ausschreibung ist nicht gekoppelt an ein Lektorat vermittelt über e-ditio CTC UG (haftungsbeschränkt). Selbstverständlich wird das Urheberrecht gewahrt und das Werk oder andere Daten nicht an Dritte weitergegeben. Einsendeschluss ist der 06. Juni, die Gewinner werden schriftlich im Juli 2016 verständigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es sind keine Barerlöse möglich.

Young female is writing notes and planning her schedule.

Wie schreibe ich ein gutes Exposé?

„Bitte reichen Sie ein Exposé ein.“

Dieser Satz verursacht bei vielen Autoren regelmäßig Schweißausbrüche und kalte Füße.

Einen Tausend-Seiten-Roman schreiben? Kein Problem.

Aber bei 2-3 Seiten Exposé rauft sich so manch einer die Haare.

Schwierigkeiten und Stolpersteine gibt es beim Exposé genug: Wie balanciere ich auf dem schmalen Grat zwischen sachlich und werbend? Wie ausführlich darf/soll/kann die Zusammenfassung des Inhalts sein? Was soll ich denn überhaupt reinschreiben, was kann ich auslassen?

Vorneweg noch eine Sache: Es gibt kein Universalrezept für ein ideales Exposé, jeder Verlag, Agent oder Lektor hat seine eigene Vorstellung davon, wie das perfekte Exposé aussehen soll. Informiere dich auf der Verlags- oder Agenturseite, oftmals werden dort schon einige Hinweise und Besonderheiten zu den Anforderungen genannt.

Wozu ein Exposé?

Deine Eintrittskarte in die Verlagswelt ist ein gut durchdachtes, gehaltvolles und sinnvoll strukturiertes Exposé. Erfahrene Lektoren und Literaturagenten werden ein Manuskript gar nicht erst lesen, wenn das Exposé sie nicht überzeugt.

Doch auch, wenn du dein Werk keinem Verlag anbieten möchtest, empfiehlt es sich trotzdem, ein Exposé anzufertigen. Oftmals merkst du beim Versuch, dein Manuskript zusammenzufassen und einen Handlungsaufriss auszuarbeiten, welche Schwachstellen dein Werk noch hat. Du bekommst eine objektivere Sichtweise auf deine eigene Arbeit und stellst vielleicht erst beim Erstellen des Exposés erschrocken fest, dass deine Nebenhandlungen zu stark gewichtet sind oder verhältnismäßig unwichtigere Teile zu lang beschrieben werden. Fällt es dir schwer, den Hauptplot in einem klaren Spannungsbogen kurz und logisch nachvollziehbar unterzubringen? Dann solltest du vielleicht nochmal überprüfen, ob denn dein Manuskript überhaupt logisch und nachvollziehbar ist. Oftmals weisen Unverständlichkeiten im Exposé darauf hin, dass auch im Manuskript Unklarheiten zu finden sein werden.

Bei Facebook wurden Autoren dazu aufgefordert, die Handlung ihrer Werke in einem zusammenfassenden, prägnanten Satz zu beschreiben. Für viele Autoren ist schon diese – durchaus sinnvolle – Übung eine Königsdisziplin. Obwohl einige tolle, treffende Sätze dabei waren, konnte man zwei unterschiedliche Problematiken erkennen:

  • Einige Autoren verwechseln an dieser Stelle den Inhaltssatz mit einem Werbesatz. Konzentriere dich darauf, den Kern des Werkes darzulegen. Überlege dir, was der wichtigste Aspekt deines Manuskripts ist, und distanziere dich dabei emotional von deiner Arbeit.
  • Die zweite große Schwierigkeit zeigt sich darin, dass der Satz sich zwar auf den Inhalt bezieht, der Autor allerdings Probleme damit hat, zum eigentlichen Kern vorzustoßen. Diese Sätze sind oft ungenau und wirken unbestimmt und unschlüssig. Wenn du dir ernsthafte Gedanken darüber machst, was das Wesen deines Werkes ist, fällt es dir auch beim Schreiben leichter, die Handlung um diesen Hauptgedanken herum aufzubauen.

Wenn du ein Exposé anfertigst, legst du damit dein eigenes Werk unter die Lupe und stellst dir dabei nochmal die grundlegenden Fragen:

  • Was ist die Haupthandlung meines Werkes?
  • Was unterscheidet mein Manuskript von anderen Manuskripten des gleichen Genres oder sogar Themas?
  • Was will ich mit meinem Werk vermitteln? Was möchte ich beim Leser auslösen?
  • Liegt der Fokus bei meinem Manuskript auf der Handlung oder der emotionalen Ebene?
  • Hat mein Werk einen roten Faden? Ist es stimmig? Sind die Handlungen abgeschlossen und nachvollziehbar?

Natürlich solltest du dir schon Gedanken über diese Fragen gemacht haben, bevor du mit deinem Manuskript beginnst, aber nicht selten verschieben sich die Antworten während des Schreibprozesses unbemerkt.

Auch, wenn es anstrengend, nervig und zeitaufwendig ist – sinnvoll ist es dennoch, jeweils ein Exposé vor und eines nach der Arbeit am Manuskript anzufertigen.

Und wie schreibe ich denn nun ein Exposé?

Genug dazu, wozu ein Exposé geschrieben werden sollte – nun geht es ans Eingemachte.

Der kurze, einleitende Text sollte den Arbeitstitel sowie Informationen zu Genre und Thema enthalten und auf die Zielgruppe eingehen. Benenne das Genre ganz konkret und vermeide Aussagen wie: „Es ist zwar ein Thriller, aber auch mit Romantik und ein bisschen Fantasy“. Unentschlossenheit wirkt hier unprofessionell, also leg dich fest! Du kannst dein Manuskript auch mit ähnlichen Werken des gleichen Genres vergleichen, aber sei vorsichtig: ein Vergleich mit Jane Austen, Arthur Miller oder Tolkien wirkt unangebracht und überheblich – orientiere dich lieber an „kleineren“ Autoren.

Biographische Angaben gehören nur dann ins Exposé, wenn sie für den weiteren Inhalt wichtig sind oder besonders hervorstechen (große Literaturpreise, namhafte Tätigkeiten) und werden ansonsten separat in der Vita genannt.

Nun kommt wieder die Mein-Werk-in-einem-Satz-Übung zum Einsatz. Fasse noch vor der Inhaltsangabe dein Manuskript in einem Satz zusammen; zur Not auch in zwei oder (maximal!) drei Sätzen.

Jetzt folgt der entscheidende und längste Teil – die Inhaltsangabe.

Ein Exposé wird immer im Präsens geschrieben und sollte – wenn nicht ausdrücklich anders angegeben – nicht mehr als zwei bis drei DIN A4 Seiten umfassen, wobei die Inhaltsangabe den größten Teil davon einnimmt. Bleib sachlich; das Exposé ist kein Klappen- oder Werbetext. Sätze wie „Und dann geschieht Unglaubliches“ oder „Um das zu erfahren, müssen Sie mein Manuskript lesen“ gehören hier nicht hin! Wichtig ist vor allem, die Handlung knapp, verständlich und logisch nachvollziehbar aufzuzeigen. Wertungen oder Interpretationen deines eigenen Textes sind hierbei fehl am Platz. Dein Exposé ist auch keine Absichtserklärung, also verzichte darauf, dem Lektor oder Leser zu erläutern, was der tiefere Sinn deines Buches ist oder was für eine Botschaft es vermitteln soll. Entweder dein Werk schafft das von selbst – oder eben nicht.

Achte darauf, dass sich die Länge der Inhaltsangabe bei deinem Exposé zum einen an der Länge und Komplexität des Manuskripts orientiert und zum anderen daran, was du mit dem Exposé bezwecken willst. Bei einem halbseitigen, werbenden Exposé sollte sich die Inhaltsangabe auf die Haupthandlung und die wichtigsten Protagonisten beschränken. Bei einem Exposé, das einem Agenten, Lektor oder Verlag als Ausarbeitungsgrundlage dient, muss die Inhaltsangabe ausführlicher sein und alle Figuren und Nebenhandlungen einschließen.

Jetzt kommt der kniffelige Teil. Nachdem dir hier nun lang und breit erzählt wurde, dass die Inhaltsangabe kein Werbetext ist und möglichst sachlich und knapp abgehandelt werden sollte, folgt nun das große ABER.

ABER dein Exposé muss dennoch so gut geschrieben, packend und mitreißend sein, dass derjenige, der es in die Finger bekommt, auch tatsächlich Interesse daran hat, dein Manuskript zu lesen. Rück die Handlung ins rechte Licht, hebe die Besonderheiten deiner Arbeit geschickt hervor und lass deine Protagonisten lebendig und greifbar erscheinen. Du musst bei der Charakterisierung deiner Figuren nicht in die Tiefe gehen, aber deren Motivationen und Handlungen müssen klar und verständlich sein.

Ready to go?

Wahrscheinlich brennst du jetzt schon richtig darauf, dich an einem Exposé zu versuchen. Es ist immer hilfreich, das Exposé von Personen lesen zu lassen, die das Manuskript nicht kennen. Such dir zwei, drei Freunde, die dir ehrlich sagen, ob dein Exposé (besonders die Inhaltsangabe) verständlich und ansprechend ist. Falls es beim ersten Mal nicht gleich perfekt ist – nur nicht aufgeben!

Hochsp_Bookrix

Thriller oder Krimi?

Was unterscheidet die beiden Genres voneinander?

Thriller und Krimis gehören zu den beliebtesten Genres des Buchmarktes. Allerdings sind die Grenzen zwischen diesen beiden Kategorien oftmals fließend, was eine klare Zuordnung und Definition nahezu unmöglich macht. Subgenres, Mischformen und falsche Bezeichnungen erschweren die Unterscheidung zusätzlich.

Nichtsdestoweniger wollen wir hier den kurzen Versuch einer Abgrenzung unternehmen.

Der Krimi konzentriert sich für gewöhnlich in erster Linie auf die Aufklärung eines Verbrechens, die Rahmenhandlung wird durch die Ermittlungsarbeit vorgegeben. Es geht darum, eine Tat aufzuklären und nicht darum, sie zu verhindern. Das Verbrechen setzt hierbei den Startschuss für den Krimi, der Höhepunkt ist die Auflösung, die Erkenntnis. Der Leser grübelt gemeinsam mit dem Ermittler und hat dafür auch nur die Informationen, die diesem zur Verfügung stehen.

Das wichtigste Rezept für den Krimi: Der Detektiv darf niemals mehr

wissen als der Leser.”

(Agatha Christie)

Während der Detektiv im klassischen Kriminalroman eine eher unantastbare Person ist, baut der Thriller darauf auf, dass die ermittelnde Person selbst eine wichtige Rolle für die Handlung spielt und dass durch den erbitterten Gegenspieler Gefahr für Leib und Leben des Helden droht.

Im Thriller ist es nicht zwingend notwendig, dass der Held, der dem Täter auf der Spur ist, tatsächlich im kriminalistischen Bereich tätig ist. Oftmals gerät der unbescholtene Protagonist durch Zufall in eine Situation, die ihn dazu antreibt oder gar zwingt, Jagd auf den Gegenspieler zu machen. Der Held entwickelt sich weiter, lernt, quält sich und besteht undenkbare Herausforderungen. Dabei ist es durchaus möglich, dass dem Leser Informationen zur Verfügung stehen, die dem leidenden Helden vorenthalten bleiben. Nicht selten führt das zu Momenten, in denen der Lesende der zentralen Figur am liebsten „HALT! STOP! Tu das nicht!“ zurufen würde, weil er schon längst weiß, was sich hinter einer verschlossenen Tür oder dem Rücken der hübschen und scheinbar unschuldigen Helferin des Helden versteckt.

Wesentliches Element des Thrillers ist – wie der Name schon sagt – der Nervenkitzel, der thrill. Ein Krimiautor will für gewöhnlich den Kopf, das Gehirn des Lesers erreichen und anregen, dieser soll mitdenken, überlegen, kombinieren und spekulieren. Der Thriller hingegen zielt auf den Bauch, die Haut, das Herz und den Puls. Er soll das Kribbeln im Nacken, das Gefühl, beobachtet zu werden, den Drang, sich umzusehen und vor dem Schlafengehen die Türen abzuschließen, auslösen. Ein guter Thriller sorgt dafür, dass der Leser nachts wachliegt und die Story ihn vielleicht sogar in den Schlaf begleitet, während der Krimi-Leser über vollgekritzelten Notizblöcken mit Hinweisen brütet, um noch vor dem Ermittler herauszufinden, wer es denn nun getan hat.

Zentrales Thema im Krimi ist die Neugier, im Thriller dagegen die ANGST.

 

Rezension zu „Stunde der Drachen“ von Ewa Aukett

„Sie wird Feuer und Tod in diese Welt tragen und doch ist sie dem Leben gleich …“

Endlich! Ja, endlich ist es so weit und es gibt ein neues Buch von Ewa Aukett, der sympathischen Autorin, die mit ihrem Erstlingswerk „Crafael“ für Aufsehen gesorgt hat. Jetzt kommt ihr neuster Roman „Stunde der Drachen“, und als ob das nicht schon genug Anlass zur Freude wäre, stellt man beim Anlesen auch noch fest, dass es sich um eine Fortsetzung von „Crafael“ handelt, die man jedoch problemlos auch ohne Vorkenntnisse genießen kann. Was will man mehr?

Man kriegt sogar NOCH mehr, denn „Stunde der Drachen“ ist der Auftakt einer Trilogie. Aber der Reihe nach, nicht dass sich der begeisterte Rezensent vor Aufregung noch vertippt…

Crafael“ ist ja im Genre „Fantasy-Romance“ angesiedelt. Es beginnt mit klassischen Fantasy-Elementen, entwickelt sich dann aber nicht nur zu einer wundervollen Romanze, sondern auch zu einer komplexen Zeitreisegeschichte, die nicht zuletzt durch einen ausgezeichneten Schreibstil vollauf überzeugt. Dass Ewa Aukett ein Faible sowie ein ausgeprägtes Talent für gefühl- und niveauvolle Liebesgeschichten hat, konnte man in „Crafael“ bereits feststellen. Und auch ihre folgenden Werke gingen ja in diese Richtung. Mit „Stunde der Drachen“ hat sie nun ein Buch geschrieben, das sowohl die Fantasy- wie auch die Romantikfans begeistern wird.

Zu Beginn von „Stunde der Drachen“ lernen wir die Protagonistin Lee kennen. Sie ist sehr einsam und sieht keinen Sinn mehr in ihrem irdischen Dasein. In allergrößter Verzweiflung stürzt sie sich in einen reißenden Fluss, doch… tja… anstatt im Jenseits zu landen, findet sie sich unter einem Baum im eiskalten Schnee liegend wieder. Sie ist völlig verwirrt, da sie sich an kaum etwas erinnern kann. Glücklicherweise kommt ihr aber ein brummiger, doch gutmütiger Krieger zu Hilfe, der sie nach Callahan-Castle im Lande Sijrevan bringt. Dort trifft sie erstmals auf Royce McCallahan, den Anführer eines Clans von Highlandern. Obwohl ihr ihre Erinnerungen nach wie vor beharrlich den Dienst verweigern, spürt sie beinahe überdeutlich, dass Royce für sie kein Unbekannter zu sein scheint. Was steckt hinter diesen Gefühlen? Und wird sie sich in dieser mittelalterlichen Umgebung behaupten können? Ein spannendes Abenteuer beginnt.

Um es gleich vorwegzunehmen, „Stunde der Drachen“ wird sowohl die Fans von Liebesgeschichten wie auch die von Fantasy-Abenteuern in seinen Bann ziehen. Die Handlung beginnt zunächst ein wenig geheimnisvoll, da Lee sich erst mal an die ungewohnte Welt und Zeit (!) gewöhnen muss. Nach und nach entwickelt sich dann eine zarte Romanze, die von einigen Wirrungen begleitet wird, denn die Hauptfigur beschließt, sich zu ihrem Schutz als Mann auszugeben, was ein paar skurrile Situationen verursacht. Dann, ungefähr ab dem zweiten Drittel des Buches, setzen die Fantasy-Elemente ein, worauf sich die Spannung enorm ausdehnt. Erfreulicherweise ist der Roman recht umfangreich ausgefallen, weshalb die einzelnen Handlungsstränge genügend Raum zur Entfaltung haben. Dadurch ergeben sich zahllose detaillierte Szenenbeschreibungen, die das Lesen zu einem sagenhaften Ereignis werden lassen.

Ewa Aukett ist ja bereits für ihre qualitativ hochwertigen Bücher bekannt. Auch „Stunde der Drachen“ fügt sich in diese lobenswerte Tradition ein und gibt in puncto Rechtschreibung und Grammatik überhaupt keinen Anlass zur Kritik. Das Erzähltempo ist ebenfalls gut umgesetzt. Langatmige Stellen gibt es nicht und die Spannung kann sich immer weiter steigern, bis sich dann am Schluss die Ereignisse förmlich überschlagen. Man hat also stets das Gefühl, einen hochkarätigen und sehr durchdacht erarbeiteten Roman vor sich zu haben.

Inhaltlich bietet uns Ewa Aukett eine interessante Mischung von Romantik und Fantasy. Auch etwas „knackigere“ Szenen sind enthalten, was für das nötige Knistern sorgt, auch wenn, wie ich persönlich anmerken möchte, die Formulierungen ebendieser Szenen nicht so kreativ wirken wie das Buch an sich. Das wird aber nur sehr pedantischen Rezensenten auffallen, die Liebhaber feuriger Erotik werden es ohnehin genießen und voll auskosten.

Fazit: Als Nachfolger von „Crafael“, als erster Teil einer ereignisreichen Trilogie, als perfekt abgestimmte Synthese aus Liebe, Schwertkämpfen und geheimnisvoller Zeitreise zieht „Stunde der Drachen“ so ziemlich alle Register. Und das Tolle ist, dass es Ewa Aukett grandios gelingt, aus diesen Zutaten einen bombastischen Roman zu zaubern, der nicht nur aus einem Guss ist, sondern auch großartige Unterhaltung bietet, die den literarischen Anspruch nicht vermissen lässt. Mit „Stunde der Drachen“ kann man nichts falsch machen, weil einfach alles passt. Und dazu ist der Roman auch noch so umfangreich, dass man damit ein ausgedehntes Leseerlebnis haben wird. Man kann ihn übrigens auch ohne Kenntnisse zu „Crafael“ problemlos verstehen. „Stunde der Drachen“ ist also der heißeste Tipp, seit es Bücher von Ewa Aukett gibt.

Rezension zu „Jenseits“ von Fia-Lisa Espen

Von Dunkelheit und Licht …

Nach gar nicht allzu langer Zeit gibt es wieder eine neue Fortsetzung des Romans „Stationär“ von Fia-Lisa Espen, und zwar „Jenseits“. Es geht also weiter mit den vielschichtigen Charakteren Charlotte, Rebecca, Elias und Co. Da mir die beiden bisherigen Bücher dieser außergewöhnlichen Reihe schon extrem gut gefallen haben, ist es keine Frage, dass ich mir Teil 3 nun ebenfalls genauer angesehen habe.

Während Maja noch immer mit den Nachwirkungen zu kämpfen hat, die der „Zirkel“ in ihr hinterlassen hat, gibt es für Elias neue Herausforderungen. Er erhält eine Kiste von seiner verstorbenen Zwillingsschwester Laura, in der nicht nur Briefe stecken, sondern auch noch ganz andere Erinnerungsstücke, die Elias in einen Sog des Wiedererlebens reißen. Er geht auf Entdeckungsreise in die eigene Vergangenheit, in der es Licht, aber auch Dunkelheit gibt. Derweil plagen Mirjam ganz andere Sorgen. Wie lange kann sie noch verheimlichen, wer der Vater ihres Kindes ist? Während sich Rebecca wieder in der Klinik befindet, sucht Mirjam unerwartet Charlottes Nähe.

Wie schon angedeutet, sind in diesem Teil der Reihe Elias, Mirjam und Charlotte die Hauptfiguren, um die sich die Handlung vorrangig dreht. Maja und Rebecca kommen zum Teil vor, Julie und Fritzi hingegen nur ganz am Rande. Auch Elias‘ jüngere Schwester Mira tritt wieder auf und es gibt außerdem einige neue Gesichter wie etwa Ben, Elias‘ besten Freund aus Kindertagen. Obwohl man nach „Außerhalb“ zwar auf die Fortsetzung der Julie-Handlung gewartet hat, sind die in „Jenseits“ vorhandenen Stränge kein bisschen uninteressant, eher im Gegenteil, da sich gewisse neue Verflechtungen zwischen den Figuren ergeben, mit denen man so nicht unbedingt rechnen konnte. Man wird daher – wie bei den Vorgängern schon – von der Geschichte mitgerissen und kann kaum loslassen, was nicht zuletzt daran liegt, dass die einzelnen Charaktere in gewohnter Manier beschrieben werden.

Zur Ausarbeitung des Buches muss man kaum was sagen, wenn man weiß, wie gewissenhaft Fia-Lisa Espen darauf achtet. Stil, Rechtschreibung und Cover sind mal wieder perfekt. Hier gibt es absolut nichts zu meckern. Und der Inhalt der Geschichte spielt ohnehin in einer eigenen Liga. In „Jenseits“ werden neue Facetten zu Figuren hinzugefügt, die bereits sehr viele davon hatten, mehr als das in vielen anderen Romanen der Fall ist. Bei „Jenseits“ bekommt man eine Ahnung, was es bedeutet, einen Charakter wirklich zu kennen, seine Licht- und Schattenseiten zu entdecken, seine Hoffnungen und Ängste. Hier geht es um das reale Leben von Menschen, die mit ihren Problemen zurechtkommen müssen, auch wenn die Umstände widrig sind. Aber dennoch geben sie nicht auf, weil sie sich gegenseitig unterstützen und verstehen.

Jenseits“ überzeugt als Fortsetzung der beiden bisherigen Romane auf ganzer Linie. Nur gelegentlich stellt sich die Lektüre nicht ganz einfach dar, da etwas fachsprachlich-psychologisch, was hier jedoch nicht als Minuspunkt verstanden werden soll, denn der Markt hat schließlich schon genügend Bücher, die man, ohne viel nachzudenken, zwischendurch konsumieren kann. Bei „Jenseits“ hingegen sollte man sich Zeit nehmen, wird dafür aber belohnt mit einer aufregenden Handlung, einzigartigen Protagonisten und herausragendem Sprachgenuss.

Jenseits“ kann also fraglos empfohlen werden. Wer allerdings die beiden Vorgänger „Stationär“ und „Außerhalb“ noch nicht kennt, sollte erst diese lesen. Grandios sind sie alle drei und sollten daher gemeinsam sowieso in keiner Büchersammlung fehlen. Bleibt zu hoffen, dass die Geschichte auch noch eine vierte Episode bekommt, denn sie ist definitiv ein Gewinn für die Literatur. Unbedingt lesen!

Rezension zu „You & Me – Der Zauber am Ende des Tages“ von Any Cherubim

Schmetterlinge… nicht nur im Bauch …

Viele haben schon sehnsüchtig gewartet, nun ist er da, der zweite Teil der Reihe „You & Me“ von Any Cherubim. Er heißt „Der Zauber am Ende des Tages“ und verspricht romantisches Lesevergnügen, wie man es von der Autorin schon gewohnt ist. Nicht umsonst hat der erste Teil der Reihe die Charts gestürmt. Da ist natürlich die Neugier groß, was sie sich für die Fortsetzung der Reihe hat einfallen lassen.

Zunächst wollen wir uns erinnern: Matt Baldwin wollte ja eigentlich Hannah heiraten. Alles war schon bis ins kleinste Detail vorgeplant, doch dann tauchte der Escort-Man Roger Roon und brachte Hannah ganz durcheinander. Das Ende vom Lied war, dass die Hochzeit ausfiel. Dann sah man Matt in einer Bar sitzen, wo ihn alsbald eine merkwürdige Fremde ansprach.

Und genau an dieser Stelle geht der zweite Teil der Reihe los. Matt sitzt also in der Bar und die Fremde quatscht ihn an. Zuerst reagiert er verhalten, doch nach und nach taut das Eis und die beiden kommen sich näher. Sie heißt Lu, doch wie sich am anderen Morgen herausstellt, ist sie keine Fremde. Die beiden kennen sich nämlich schon aus der Schulzeit und da war ihr Verhältnis durch ein traumatisches Erlebnis für Lu sehr angespannt. Deshalb sucht sie schnell das Weite und möchte nichts mehr mit Matt zu tun haben. Doch ihr Vater hat in der Zwischenzeit schon andere Pläne für sie ausgearbeitet. Immerhin ist Lu die Tochter eines vermögenden Firmenbosses, der sich auf den Pfad der Tugend zurückführen möchte. Dummerweise soll ihm ausgerechnet Matt dabei behilflich sein. Das kann also heiter werden.

Es ist eine drollige Idee, den am Ende von Teil 1 einsam zurückgelassenen Matt in Teil 2 zu einer der (beiden) Hauptfiguren zu machen. In Lu findet er auch eine passende Gegenspielerin, sozusagen. Auch gibt es in Teil 2 wieder eine Art Thema. In Teil 1 war es die Lyrik, hier sind es Tiere und Tierschutz. Ich möchte allerdings an dieser Stelle noch nicht zu viel vorwegnehmen, denn die Art, wie dieses Thema in die Handlung eingeführt wird, ist äußerst humorvoll. Überhaupt gibt sich „Der Zauber am Ende des Tages“ origineller und heiterer als sein Vorgänger, über dem ja das dunkle Geheimnis der Vergangenheit schwebte. Zwar gibt es in „Der Zauber am Ende des Tages“ ebenfalls eine Menge Action, doch ist die Stimmung eindeutig lockerer.

Was die Ausarbeitung des Textes angeht, kann man auf keinen Fall meckern. Any Cherubim hat hier einen Roman abgeliefert, der frei von Fehlern daherkommt und nicht nur durch das wundervolle Cover glänzt, sondern auch durch eine kurzweilige Handlung und guten Stil. Romantische Liebesszenen kommen reichlich vor und für viel Humor ist auch gesorgt. Und was ich sehr gelungen finde, ist die Art, wie der Buchtitel am Schluss der Geschichte – quasi wirklich „am Ende des Tages“ – seinen Sinn erhält.

You & Me – Der Zauber am Ende des Tages“ ist ein mit viel Liebe und Hingabe geschriebener Roman, der die Herzen wärmt. Wer auf Romantik steht, kann hier nichts falsch machen. Auch als Geschenk unterm Weihnachtsbaum kann es nichts schaden. Auf jeden Fall kann es empfohlen werden.

Rezension zu „Ein Anwalt unterm Weihnachtsbaum“ von Marina Schuster

Wie ein Pfefferkuchen, nur noch süßer …

Die Autorin Marina Schuster hat uns bereits früher schon die Vorweihnachtszeit mit romantischer Literatur versüßt. Auch dieses Jahr gibt es von ihr ein ganz besonderes Leckerli, nämlich einen „Anwalt unterm Weihnachtsbaum“. Wer den wohl geschenkt bekommt?

Michelle, eine junge aufstrebende Anwältin, hat einen kniffligen Termin bei einem berüchtigten Berufskollegen. Doch ausgerechnet heute ist sie zu spät dran, und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, reißt die Pannenserie nicht ab. Ihr Wagen namens Hulk will nicht anspringen und auf der Suche nach einem Taxi wird sie von einem frechen Sportwagenfahrer reichlich mit Pfützenwasser besprüht. Doch der Übeltäter zeigt Reue und bietet Michelle an, sie zu entschädigen, indem er sie zu ihrem Termin fährt. Etwas widerwillig nimmt sie den angebotenen Chauffeurdienst. Sie kann ja nicht ahnen, dass das Ziel der Fahrt für ihn keinen Umweg darstellt.

Schon von außen macht das Buch durch das schöne Cover viel her. Und von innen kann es sich erst recht sehen lassen. Marina Schuster verfügt ja bekanntermaßen über eine sehr angenehme Art, sich auszudrücken, stilvoll, treffend und romantisch, die man auch in diesem Roman wieder bewundern kann. So wird die Geschichte auch mit einer gehörigen Portion Humor erzählt und wirkt dadurch entspannt und locker. Außerdem weihnachtet es im ganzen Buch nur so. Im Radio werden entsprechende Hits angespielt, auf den Bergen ist Schnee zu sehen und dann verlagert sich die Handlung auch noch in einen Ort namens Elkpoint. Und die Anzahl der Kapitel beträgt 24. Da kommt schon mal ein besinnliches Feeling auf.

Ansonsten gibt es keinen Grund zur Klage. Die Rechtschreibung glänzt wie ein geschmückter Tannenbaum und man hat daher eine Menge Freude an dem Buch.

Ein Anwalt unterm Weihnachtsbaum“ eignet sich daher perfekt für die vorweihnachtliche Lektüre. Auch anzuraten für ein ruhiges Wochenende zu zweit auf einer verschneiten Berghütte. Oder als Geschenk zu Weihnachten. Auf jeden Fall ist das Buch rundum zu empfehlen.

Rezension zu „Stern der Macht – Erwachen“ von Elvira Zeißler

 Aus wahrer, unveränderlicher, unendlicher Liebe zu allen Menschen …

Endlich ist der dritte Teil zu haben! Nachdem ich schon ganz begeistert die beiden ersten Bände der Trilogie „Stern der Macht“ gelesen habe, geht es nun daran zu erfahren, wie die Geschichte zu einem Abschluss kommt. „Erwachen“ nennt sich der letzte Teil der Reihe von Elvira Zeißler. Mal gucken, was man da lesen kann.

Nach „Herzensglut“ und „Salomons Fluch“ ist „Erwachen“ nun das große Finale. Nach den Ereignissen in Band 2 ist Erin mehr oder weniger auf sich gestellt. Doch das Leben muss auch ohne Daniel weitergehen, auch wenn es schwerfällt. Mit ihrer Freundin Mia bezieht Erin eine Studentenbude. Eines Tages steht Gareth, der walisische Barde, ganz unvermittelt vor der Tür. Er hat ein kleines Mitbringsel von seinem Großvater, dem Druiden, dabei, das Erin angeblich helfen soll. Noch ehe sie überhaupt eine Ahnung hat, wofür sie das Geschenk brauchen könnte, macht sie in einem Club eine unerwartete Entdeckung. Kennt sie den Mann an der Theke wirklich? Und was haben diese seltsamen Träume zu bedeuten, die sie seit einiger Zeit verfolgen? Derweil erlebt auch Enrico von Treibnitz, skrupelloser Anführer der „Suchenden“, so einige Überraschungen. Offenbar haben sich seine Widersacher, die Bruderschaft, neu organisiert und greifen wieder in das Geschehen ein. Und dann ist da ja auch noch Erhard, der Wächter des Sterns. Er geht mittlerweile eigene Wege, doch hat er nach wie vor ein Auge auf die Amulette. Auf welcher Seite steht er?

Erwachen“ hat als abschließender Band der Trilogie die schwere Bürde zu tragen, dass hier möglichst alle losen Handlungsstränge zu einem Ende geführt und die noch offenen Fragen größtenteils geklärt werden sollten. Das ist Elvira Zeißler hier wirklich gut gelungen. Und mehr noch: „Erwachen“ bietet jede Menge überraschende Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Spannung gibt’s dabei ohne Ende und man fragt sich stets aufs Neue, wie das Ganze wohl ausgehen mag, weil die Vorhersehbarkeit durch die vielen Ereignisse schon bald völlig abhandenkommt. Erfreulicherweise wirkt die Handlung dadurch sehr abwechslungsreich und bereitet beim Lesen ein Wechselbad der Gefühle. Sehr stimmungsvoll finde ich persönlich die wiederkehrenden Rückblenden in die Zeit der Entstehung des Sterns der Macht, nicht nur weil sie die Geschichte durch den Perspektivwechsel auflockern, sondern auch wegen der tieferen Bedeutung, die sie für das Ende haben.

Was ebenfalls wieder positiv auffällt, ist die qualitativ hochwertige Ausarbeitung des Buches. Elvira Zeißler zeigt einmal mehr, dass ihre Werke ausgereift und durchdacht sind. Vom Cover über die Rechtschreibung bis hin zur Ausschmückung der Seiten ist alles wie aus dem Ei gepellt. So ein Buch zu lesen, macht einfach Freude.

Alles in allem bildet „Erwachen“ einen würdigen Abschluss der Reihe „Stern der Macht“ und dabei außerdem ihren besten Teil. Elvira Zeißler hat wieder einmal ihr Talent fürs Romanschreiben unter Beweis gestellt und ein gleichermaßen spannendes wie auch romantisches Buch herausgebracht. Für all diejenigen, die die beiden ersten Bände schon gelesen haben, ist es natürlich Pflichtlektüre. Für alle anderen empfiehlt sich jetzt erst recht ein genauerer Blick in die Trilogie, um auf den Geschmack zu kommen. Es lohnt sich.

Rezension zu „Sahnestücke“ von Ewa Aukett

„Ich mag Vieles sein, nur nicht festgelegt.“

Mit dieser selbstbewussten Aussage deutet die Autorin Ewa Aukett im Vorwort zu ihren „Sahnestücke“ an, dass die Themenvielfalt ihrer hiermit vorliegenden Kurzgeschichtensammlung beträchtlich sein wird. Das hört der lesewütige Rezensent besonders gerne, da er ja bekanntlich die Abwechslung schätzt. Was liegt da näher als gleich reinzuschauen?

Der Sammelband „Sahnestücke“ wartet mit insgesamt 13 Kurgeschichten auf. Von diesen ist eine ein Gastbeitrag von Slakje Bult. Thematisch liegen die Texte bisweilen sehr weit auseinander, was schon mal für die versprochene Abwechslung sorgt. Kurzkrimis sind ebenso enthalten wie Humorvolles, Thriller und Vampire ebenso wie Dramen. Besonders eindringlich ist „Weg in die Freiheit“, das von der Flucht einer Frau erzählt und eine düstere, spannungsgeladene Atmosphäre erzeugt. Ein anderes, ganz spezielles Schmankerl bietet „Summer Heat“. Es handelt sich dabei nämlich um die Vorgeschichte zu Ewa Auketts bekanntem Roman „Outback“ und berichtet über die darin vorkommenden Figuren Tom und Henny. Wer das Liebesabenteuer in der australischen Wildnis schon in seinem Regal hat, sollte sich daher dessen Prequel nicht entgehen lassen.

Etwas außergewöhnlich ist „Dunkle Gedanken“, da es der erste autobiografische Text von Ewa Aukett ist, den wir zu lesen bekommen. Wir erfahren, wie die Autorin ihre ersten Werke veröffentlichte und was für Hürden sie dabei überwinden musste. Das bringt uns auch den Menschen hinter der Autorin näher; ein Name wird lebendig und zeigt uns einen Teil seiner sympathischen Seele.

Die Zugabe von Slakje Bult rundet die Anthologie dann mit ulkiger und sprachlich äußerst knackiger Realsatire aus dem Leben von Autoren ab.

Zu jeder der 13 Geschichten gibt es außerdem ein kleines Vorwort, das die Umstände der Entstehung des jeweiligen Textes schildert. Das ist insofern sehr interessant, weil es einen Einblick in das Schaffen und Sichweiterentwickeln einer Schriftstellerin gewährt. Dadurch wird das in „Dunkle Gedanken“ Gesagte passend ergänzt.

Was die Qualität des gesamten Buches angeht, kann ich nur eines sagen: Ewa Aukett! Wer ihre bisherigen Werke kennt, der weiß, dass auch die „Sahnestücke“ wieder astrein abgeliefert worden sind. Ausdruck, Grammatik, Rechtschreibung überzeugen auf ganzer Linie. Vor allem aber zeigt sich eine verblüffende stilistische Wandlungsfähigkeit, mit der sich die Autorin geschmeidig jedem Genre anpasst. Dadurch erweckt sie vielschichtige, eigenständige und stets sympathische Protagonisten zum Leben, die mit einem unverkennbaren Charisma durch ihre Geschichten gleiten.

Sahnestücke“ bietet also eine gehörige Menge Abwechslung in gewohnter und geschätzter Qualität. Als Sammelband mit Kurzgeschichten lässt sich die Lektüre auch praktisch und je nach Stimmungslage einteilen. Wer Ewa Aukett noch nicht kennen sollte, hat nicht nur was verpasst, sondern hiermit auch eine wunderbare Gelegenheit, in ihr vielseitiges Werk Einblick zu nehmen. Und wer sie schon kennt, wird ohnehin gleich zuschlagen. Wie auch immer, es ist schön zu wissen, dass sich nicht alle Autoren in starre Schubladen einsortieren lassen.

Verlosung zu “Außerhalb” von Fia-Lisa Espen

 Gewinne “Außerhalb” von Fia-Lisa Espen!

Zum wunderbar gefühlvollen ErfolgsromanAußerhalb” von Fia-Lisa Espen gibt es jetzt auch eine Verlosung. Bis zum 15.12.2014 hast Du die Möglichkeit mitzumachen. Verlost werden insgesamt fünf Exemplare.

Alles, was Du tun musst, ist, die Gewinnfrage richtig zu beantworten.

Und falls Du dieses außergewöhnliche Buch noch nicht kennen solltest, kannst Du hier eine ausführliche Rezension dazu lesen.

Viel Glück!