Chick-Lit: Abwertender Begriff oder geniales Genre?

Ansichten aus der „Chick-Lit Szene“

Diese Genrebezeichnung liest man in letzter Zeit ausgesprochen häufig: Chick-Lit. Der Begriff setzt sich zusammen aus dem englischen Wort „chick“ (umgangssprachlich: Frau) und „Lit“ (Abkürzung für Literatur), bezeichnet also Bücher, die hauptsächlich das weibliche Geschlecht ansprechen sollen und sich mit Themen wie Beziehung, Sex, Problemen im Job und der Suche nach der großen Liebe beschäftigen. Einigen Frauen stößt die Bezeichnung Chick-Lit im Zusammenhang mit Büchern dieser Art sauer auf. Sie fühlen sich einem unmodernen Frauenbild und Vorurteilen ausgesetzt, mit dem sie sich nicht identifizieren können. Der etwas abwertende Begriff  „chick“ (Tussi, Hühnchen) tut sein Übriges.

Trotzdem feiern Chick-Lit-Bücher große Erfolge. Und das zu Recht, wie ich finde. Sie bieten einem leichte Unterhaltung, die einen nicht mehr an Alltagsprobleme denken lässt.

Zwei, die im Chick-Lit Universum quasi zu Hause sind, sind BookRix-Autorin Daniela Felbermayr, die mit Chick-Lit-Romanen wie „Bis wir uns wiedersehen“ (siehe Cover)  schon große Erfolge feiern konnte und die Blogbetreiberin Nici, die auf ihrer Seite www.chicklit-romance.de vorrangig Bücher dieses Genres rezensiert. Ihnen haben wir einige Fragen gestellt:

Was macht für Dich ein Chick-Lit-Buch aus?

Daniela:

„Die typische Chick-Lit ist für mich ein leicht zu lesender, flüssiger Roman, der sich hauptsächlich mit einer Protagonistin auszeichnet, mit der man sich identifizieren kann. Üblicherweise eine liebenswerte, gar nicht perfekte Chaotin, oftmals gerade vor den Trümmern ihrer Beziehung/Job usw. , ist fast immer ebenso ein Erfolgsgarant. Ganz wichtig ist auch ein charmanter Herzensbrecher. (…) Ein Buch, das zu Herzen geht, aber einem nicht Kopfzerbrechen bereitet. Ein Buch, das man mit einem Lächeln auf den Lippen liest und das, ist es einmal zu Ende gelesen, sofort den Drang nach neuer Chick-Lit auslöst!“

Glaubst Du, manche Frauen könnten sich durch den Begriff „Chick-Lit“ abgewertet fühlen?

Nici:

„Würde man den Begriff “Chick-Lit” eindeutschen, ergibt das ja so grob Tussi-Literatur, Mädchen Literatur. Ob man sich dadurch abgewertet fühlt, ich weiß es ehrlich nicht, denke aber es wird durchaus Frauen geben, denen es so geht. Aber es werden auch genau die sein, denen dieses Genre zu platt, oberflächlich und einfach ist. Ich denke, die meisten stört es nicht, denn ich glaube tatsächlich, dass die Romane sich besonders gut verkaufen, weil sie eine breite Masse ansprechen. Chick-Lit Romane kann jede Frau lesen, von Teenager Jahren an bis hin zur Seniorin. Und idealerweise werden auch die Protagonisten im Chick-Lit in alle Altersstufen gesteckt. Ich denke, der Begriff wird sich einfach zu einem Synonym für “Frauenliteratur” entwickeln. Denn letztendlich sprechen die Romane nun mal in erster Linie Frauen an.“

Bist Du der Meinung, dass auch ein Mann Freude an einem Chick-Lit-Buch haben könnte?

Daniela:

„Wäre die Figur „Barney Stinson“ Aus „How I met your Mother“ real, so bin ich mir sicher, dass er Chick-Lit verschlingen würde. (…) Im Prinzip ist Chick-Lit doch ein Blick in unsere Herzen – Kerle, die Chick-Lit lesen, wissen, was wir Mädls wollen! 😉

Ganz abgesehen davon finde ich durchaus, dass auch ein Mann Chick-Lit-Leser sein kann. Die Stories sind witzig und romantisch, ehrlich und chaotisch – Dinge, die man an Männern doch mag, oder? Bislang habe ich persönlich zwar noch keinen Mann mit einem Chick-Lit-Buch vor der Nase entdeckt, dies ist aber definitiv ein Plädoyer für mehr Männer als Leser: Jungs, lest Chick-Lit! :)“

Nici:

„Vielleicht gibt es den einen oder anderen der es wagt ein solches Buch zu lesen, aber ich glaube wirklich begeistern können sie die meisten Männer nicht. Allenfalls die auch von Männern geschriebenen Bücher könnten den einen oder anderen Mann für sich gewinnen. Aber die fallen dann häufig eher unter Humor oder Satire und weniger unter Chick-Lit.“

Vielen Dank für euer Antworten, Daniela und Nici.

Was ist eure Meinung?

Wie stehst Du zu diesem Thema? Findest Du die Genrebezeichnung unglücklich gewählt? Liest Du selbst gerne Chick-Lit-Romane? Über eure Meinungen würde ich mich freuen.