ZwischenZeilen

Für Autor:innen, Leser:innen und jeden der Bücher liebt

Die Reise des Self-Publishing

BookRix ist im Mai 2008 an den Start gegangen – vor fast 13 Jahren! Damals sah sowohl BookRix als auch das Veröffentlichen von (digitalen) Büchern – nicht nur bei uns – noch ganz anders aus. Komm mit auf die Reise des Self-Publishing – was ist, wie war und was wird Self-Publishing vielleicht mal sein?

Vor langer, langer Zeit …

Die Notwendigkeit, „Self-Publishing“ zu erklären, war in den ersten Jahren viel größer als heute. Als die Idee zu BookRix entstand, gab es wenige Anlaufstellen für verlagslose Autor:innen – von semiprofessionell bis zum Hobby –, um ihre geschriebenen Werke zu veröffentlichen.

Der Gedanke, dass so viele Geschichten in Schubladen landen und kein Publikum finden, hat uns dazu bewegt, eine passende Plattform zu kreieren.

BookRix was born!

Eine Plattform für Geschichten

In den ersten Jahren hatte sich BookRix, mit einem eigenen Editor und digitalem buchähnlichen Format, besonders auf Schreibende ausgerichtet. Kombiniert mit der Möglichkeit der Interaktion und Kommunikation zu potenziellen Leser:innen funktionierte das gut, um Feedback und Aufmerksamkeit zu erlangen.

Damit waren die Geschichten im Netz veröffentlicht – und das ohne Verlag. In seiner einfachsten Form kann man hier von „Self-Publishing“ sprechen.

Vergleichbar zu einer Verlagsveröffentlichung war das aber noch lange nicht. Nach 2010 entstanden immer mehr Strukturen, die für das Self-Publishing, wie wir es heute kennen, notwendig waren:

  • eBook-Shops öffneten sich für Self-Publishing-Inhalte
  • Spezialisten für den digitalen Vertrieb kristallisierten sich heraus
  • eBooks etablierten sich zunehmend am deutschsprachigen Markt
  • EPUB als einheitliches Format

Sichtbarkeit und Erfolgsgeschichten

Lang hat es gedauert, dass Self-Publishing-Titel dieselbe Akzeptanz wie Verlagstitel erfahren haben und entsprechend ernst genommen wurden.
Da half es anfangs auch nicht, dass eBooks über BookRix im selben Format wie Verlagsveröffentlichungen – mit ISBN und allem Drum und Dran – erschienen.

Heute gibt es wenige, die Self-Publishing als Weg der Veröffentlichung nicht mehr ernst nehmen. Die Infrastruktur hat sich etabliert, die Professionalität der Titel (Coverdesign, Lektorat etc.) ist durchschnittlich deutlich gestiegen. Die Erfolgsgeschichten sprechen für sich.

Die Frage nach einem Ort zur Veröffentlichung, um eigene Texte und Geschichten mit anderen zu teilen, ist zunächst der Frage nach Vertriebsmöglichkeiten und Professionalisierung gewichen und schließlich vor allem der nach Sichtbarkeit und Verkaufserfolg.

Wenn man heute von Self-Publishing spricht, wird in den meisten Fällen davon ausgegangen, dass am Ende ein Buch (egal welchen Formats) in einem Shop verkauft wird. Auch die Erwartungen an die Professionalität von Self-Publishing-Content sind stillschweigend immer größer geworden. Einerseits ist es ein gutes Zeichen, wenn von einem Titel bestimmte Qualitätsstandards erwartet werden, ohne dass bewusst nach Self-Publisher oder Verlag unterschieden wird – es ist ein Signal für die Akzeptanz der Inhalte. Andererseits …

Und jetzt …?

Andererseits stellt sich aber die Frage, ob nicht damit alle Romane und Geschichten, die nicht mit dem Ziel, ein professionelles Produkt zu werden, veröffentlicht wurden, an Sichtbarkeit verlieren und somit spannende, originelle und wertvolle Inhalte wieder in der Schublade verschwinden – dieses Mal vielleicht in der digitalen. BookRix hat sich über die Jahre stark auf die Professionalisierung der Self-Publishing-Inhalte ausgerichtet – auch unser Geschäft muss sich schließlich tragen und finanzieren. Dennoch stellen wir uns in letzter Zeit vermehrt die Frage: Was passiert mit den Inhalten, die jetzt noch niemand sieht, weil sie nicht in die Form von (eBook-)Veröffentlichungen passen, die aktuell ihre größten Erfolge feiern.

Und damit kommen wir zu der Frage, was Self-Publishing sein kann und sein wird. Die Vergangenheit allein unseres Unternehmens zeigt, dass sich das Bild, die Erwartungen und Möglichkeiten des Self-Publishings immer wieder wandeln. Was kommt als Nächstes? Die Dominanz der Audiobücher? Noch mehr exklusive Titel (mittlerweile inflationär als „Originals“ bezeichnet)? Viele abgeschlossene Abo-Modelle mit eigenen Plattformen oder Apps (von KU bis Radish)? Mit dieser Frage wollen wir uns hier zukünftig beschäftigen, indem wir uns naheliegende und auch mal weniger naheliegende Ideen, Plattformen und Modelle ansehen.

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