Die Welt der Feen und Elfen:

Jurywertung, die Vierte

Huch, so schnell kann es gehen. Noch einmal ein kurzer Blick auf den aktuellen Stand…

Riedel“Das Königreich des Herbstes” 3
CosimettaDie Waldfee 3
Acardia“Kummerfäden” 3
Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”3
FullmoonElfenwald 2
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold
Moorhenne
“Abends” 0
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

…und weiter gehts!
Unser Junior Community Manager Dr. Andreas Fischer, auf der Plattform besser bekannt als Homo.nemetiensis, hatte einige schlaflose Nächte, ehe er seine endgültige Wertung abgeben konnte. Wie die nun aussieht? Schauen wir mal…

1. Calysta – Die Liebe eines Schöpfers

Orthographie und Grammatik

Der Beitrag ist beinahe fehlerlos. Die Versehen, die auftreten, sind derart selten, dass sie nicht auffallen. Nur auf Seite 23 sollte es „durchstieße“ statt „durchstöße“ heißen.

Kreativität und Gestaltung

Die Idee, dass die Elfen einen Schöpfer haben, der selbst alt und schwach ist und daher bald für eine Nachfolgerin sorgen muss, ist sehr kreativ. Ebenso neuartig ist der Einfall, dass genau diese Nachfolgerin emotionslos ist und ihre Werke daher allesamt absterben. Die Autorin hat hier einen einzigartigen Beitrag abgeliefert, der größtenteils frei von Klischees ist. Eine Ausnahme bilden die hier dargestellten Menschen, die die Elfen bedrohen. Doch diese Thematik wird auf eine recht intelligente Art in die Handlung eingeflochten.

Passend zu diesem außergewöhnlichen Szenario ist die Tatsache, dass wir nichts Näheres darüber erfahren, wer der Meister der Elfen ist und woher er kommt. Beiläufig wird erwähnt, dass auch er einen Meister hatte, sonst nichts. So gewährt der Text dem Leser einen gewissen Freiraum für die eigene Phantasie, die er ohnehin zum Erblühen bringt.

Das Wiederauftauchen des Kämpfers wirkt im ersten Moment vielleicht etwas abgedroschen, die Erklärung dafür aber umso geistreicher und auch tragischer.

Form und Stil

Der sprachliche Ausdruck ist durchweg sehr gut gelungen. Wortwiederholungen sind kaum vorhanden.

Zu Beginn hätten einige Sätze besser miteinander verbunden werden sollen, da sie auch syntaktisch zusammengehören.

Schön ist der Begriff „Tagesstern“ für „Sonne.“ Vortrefflich ist „Er durfte nicht kaputt gehen“ auf Seite 17 oben. Stilistisch exzellent in Szene gesetzt erscheinen auch die kurzen Absätze auf Seite 19, die den subjektiven Eindruck der Hauptfigur verdeutlichen. Unter ihnen überragt das eigenwillig zusammengesetzte Verb „nichtzerstören“.

Einzig die Szene auf Seite 24, in welcher die aufkeimenden Gefühle der Protagonisten rasant von Wut in Freude umschlagen, ist nicht ganz schlüssig und leitet die Aufmerksamkeit in eine falsche Bahn, da man vermuten kann, dass sich die Hauptfigur für das Pflücken der Pflanze rächen wird.

Der Schluss ist ebenfalls gelungen. Die Wiederholung der Anfangsszene, die aber zugleich in dieser Form zum letzten Mal geschieht, ist ein Sinnbild für den immerwährenden Kreislauf, der geschlossen worden ist.

Persönliches Fazit

Es sind die vielen, kleinen Details, die das Lesen dieses Beitrags so angenehm und kurzweilig machen. Und diese Details werden so stimmig und unbeschwert zu einem besonderen Ganzen zusammengefügt, das einen staunend zurücklässt. Hier werden phantastische, mystische und philosophische Gedanken perfekt miteinander verbunden. Die Symbolik ist ebenfalls stimmig. Auch ist hervorzuheben, dass es der Autorin wunderbar gelingt, sich in die emotionslose Perspektive der weiblichen Hauptfigur hineinzuversetzen. Die Beschreibung ihres Handelns und Nichtfühlens fällt deshalb sehr plausibel aus. Das macht den Beitrag zu einem vollendeten Werk.

2. Lisanne Surborg – Kummerfäden

Orthographie und Grammatik

Der Text ist nahezu fehlerfrei.

Kreativität und Gestaltung

Die Idee, das Feenwesen mit eher pejorativen Begriffen zu umschreiben, ist originell. Auf diese Weise schafft es die Autorin, eine unheimliche Atmosphäre und eine große Menge Spannung aufkommen zu lassen, da man sich nicht vorstellen kann, was das Geschöpf mit dem kleinen Jungen wohl vorhaben könnte, vor allem weil dann noch von „Hunger“ die Rede ist. Diese Herangehensweise an das Wettbewerbsthema ist außerordentlich kreativ.

Die Auflösung des anfänglichen Verwirrspiels ist ebenso gelungen. Der Einfall, die Fee den Kummer des Jungen aufessen zu lassen, ist geradezu grandios.

Ganz passend ist ebenfalls das Buchcover, auch wenn es nicht von der Autorin selbst stammt.

Form und Stil

Die Wortwahl ist sehr gut. Ein paar Wiederholungen – „Kreatur“, Geschöpf“, „Junge“ – trüben das Bild nur leicht.

Das Erzähltempo ist sehr angenehm. Außerdem passt das regnerische Wetter perfekt zur Handlung.

Persönliches Fazit

Der Text ist vielleicht etwas kurz geraten, aber alles Wesentliche wird geschildert und die Art, wie dies geschieht, zeugt von wahrem Talent und viel Einfühlungsvermögen. Die Vorstellung vom Kummer fressenden insektenähnlichen Geschöpf, das den Jungen durch einfache Nahrungsaufnahme von seinen Sorgen befreit, ist so einzigartig und genial, dass man beim Lesen mitgerissen wird und gänzlich in dieses triste, regengraue Szenario eintaucht, welches dann ein einfühlsames Ende nimmt.

3. Birgit Schulz – Die Fee der vergessenen Wünsche

Orthographie und Rechtschreibung

Der Text ist größtenteils frei von Fehlern. Nur ganz selten findet sich ein Versehen wie z.B. auf Seite 11 unten.

Kreativität und Gestaltung

Die Idee zur Protagonistin Sylvi ist äußerst originell. Eine hässliche Anti-Fee, die keine Traumschlösser bauen und Frösche in Prinzen (oder umgekehrt) verwandeln kann, macht einen völlig unverbrauchten Eindruck und eröffnet dadurch eine Fülle an Möglichkeiten bei der Konzeption der Handlung.

Sehr erheiternd wirken immer wieder kleine Einwürfe am Rande, wie etwa die Anmerkung, dass Nightwish nach Sylvis Dafürhalten „echte Feenmusik“ sei.

Kreativ wird es dann wahrhaftig bei der eigentlichen Wunscherfüllung, als wir konkret zwei „Begünstigte“ treffen und miterleben, wie Sylvi vorgeht. Man könnte annahmen, dass die Autorin Psychologin ist, denn die Herangehensweise ihrer Protagonistin ist äußerst geschickt und einfühlsam.

Form und Stil

Der sprachliche Ausdruck ist sehr variantenreich und ausgefeilt. Wortwiederholungen gibt es nur wenige, wie etwa „Gesamtbild“ auf Seite 9 oder „warten“ auf Seite 15 oben. Über den gesamten Text gesehen, kommt auch die Wortfamilie um das Verb „wünschen“ etwas zu oft vor.

Insgesamt wird das dargebotene Szenario ausführlich und unterhaltsam beschrieben. Einige Absätze bewegen sich zwischen satirischer und humoristischer Erzählung und treffen dabei stets den Kern der beabsichtigten Aussage. Dennoch geht der Text auch ernste Themen wie Benachteiligung und Überschätzung von Äußerlichkeiten an und wirkt dabei alles andere als komisch.

Zum eher satirischen Charakter passt auch die Vermischung von typisch märchenhaftem mit eher neuzeitlich technischem Vokabular. Ein Beispiel hierfür ist der Begriff „Wunsch-Navi“.

Sehr unterhaltsam ist die Verstrickung auf Seite 21, als Tinas eigentlicher Wunsch festgestellt wird. Die Auswirkungen auf Seite 22 sind filmreif.

Persönliches Fazit

Dieser Beitrag zeichnet sich dadurch aus, dass er sowohl fröhlich wie auch nachdenklich stimmt. Wir begegnen hier Menschen am Rande der Gesellschaft, denen das Glück zuteil wird, einen Wunsch erfüllt zu bekommen. Und dieser Vorgang wird einerseits sehr amüsant berichtet, andererseits bekommt man eine gewisse Vorstellung davon, wie verzwickt das Leben sein kann.

Die Autorin vermag all diese verschiedenen Facetten gekonnt in einem wohl formulierten Text zu vereinen, der sicherlich eine einzigartige Geschichte erzählt.

Womit wir nun bei folgender Punkteverteilung wären:

Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”6
Acardia“Kummerfäden” 5
Riedel
“Das Königreich des Herbstes” 3
CosimettaDie Waldfee 3
FullmoonElfenwald 2
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 1
Moorhenne
“Abends” 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

Doch keine Sorge! Noch stehen 3 Wertungen aus. Es bleibt spannend.

Wichtig: Dies ist nicht die finale Juryentscheidung, sondern nur die Wertung eines Jurymitglieds . Die weiteren Wertungen folgen bis morgen. Seid gespannt!

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