Die Welt der Feen und Elfen:

Jurywertung, die Sechste

Mit scheinbarer Lichtgeschwindigkeit nähern wir uns dem Ende. Wir zumindest können kaum mehr erwarten, euch die endgültigen Sieger zu präsentieren und auch ihr seid sicher schon ganz kribbelig.
Werfen wir erst einmal einen Blick auf den Stand nach der fünften Wertung, ehe wir uns mit Nummer sechs befassen:

Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”6
Acardia“Kummerfäden” 5
Riedel“Das Königreich des Herbstes” 5
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 4
CosimettaDie Waldfee 3
FullmoonElfenwald 2
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Moorhenne
“Abends” 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

Ein knappes Rennen, doch Vivian Tan (Head of Marketing) hat sich in ihrer Entscheidung nicht beirren lassen und kam somit zu folgendem Ergebnis:

Platz 1: Julina Marleen Weissdorn (fullmoon): Elfenwald

Die Autorin dieser Geschichte versteht es perfekt mit der Erwartungshaltung des Lesers zu arbeiten. Mit wenigen Sätzen befindet man sich mitten in der Handlung und mitten in einer feingezeichneten Highfantasywelt. Man erfährt von dem sozialen Gefüge, in dem die Elfen in und mit ihrer Umwelt leben und die scharfe Trennung zu den Menschen, die in den Augen der Elfen dämonengleich sind.

Besonders gelungen ist in Elfenwald die Handlung selbst, die den Leser auf diese Weise unerwartet trifft. Denn Weissdorn benutzt mehrere Stilmittel um den Leser quasi in Sicherheit, in die Irre zu führen. Der tragische Verrat und die Fehleinschätzung der Protagonistin trifft den Leser ebenso unerwartet wie die Heldin es selbst trifft. Das liegt zum einen daran, dass der Leser genau die gleichen Gedankengänge der freundlichen, aber noch recht naiven, weil behüteten Heldin durchläuft, die offensichtlich an das Gute in jedem Wesen glaubt; zum anderen assoziiert der Leser sich automatisch Arawn als zugehörig. Er ist ein sterblicher Mensch, wie der Leser es selbst ist, der zwar zu all den „bösen“ Taten fähig ist, die die Elfen in der Geschichte die Menschen allgemeinhin zuschreiben, aber als Leser nimmt man an, dass es eben nur eine Seite der Menschen ist. Dem ist sich der Leser nicht nur durch die eigene Erfahrung bewusst, sondern auch durch bekannte Fantasygeschichten tradiert.

Dabei hat aber Weissdorn durchaus genügend Anhaltspunkte gesät um eines Besseren belehrt zu sein und um sich nachher sagen zu können, dass man das Ende hätte erwarten können. Wie die Heldin hat man falsche Entscheidungen, Schlüsse gezogen, sodass das Ende in voller Tragik erfasst wird.

Diese schriftstellerischen Winkelzüge gepaart mit einer guten Ausdrucksweise, und „handwerklichem Können“ was Orthografie und Grammatik angeht und einer ansprechenden Gestaltung des gesamten Buches, lassen mich Elfenwald zum Sieger des Wettbewerbs wählen.

Platz 2: Calysta (Calysta): Die Liebe eines Schöpfers

In dem Wettbewerb nimmt die Geschichte Die Liebe eines Schöpfers eine besondere Stellung ein, denn obwohl Elfen und Feen in vielen der teilnehmenden Geschichten zwar als wichtiges Bindeglied einer funktionierenden Natur beschrieben wurden, wird diese Idee hier auf ganz eigene Art beschrieben.

Neben den feinen Wesen gibt es eine Gestalt dahinter, einen Schöpfer, der sich allerdings am Ende seiner Handlungsfähigkeit sieht und darum sich eine Nachfolgerin erschaffen hat. Seine größte Sorge ist allerdings, dass sie nicht der Liebe oder überhaupt irgendeiner Emotion fähig ist. Diese muss sie erst selbst erleben um schließlich Leben wirklich erschaffen zu können.

Die Geschichte hat einen schönen Bogen, ist gut und angemessen ausformuliert und auch die äußere Gestaltung ist ansprechend. Alles in allem ein würdiger zweiter Platz.

Platz 3: Birgit Schulz (miss.wunderlich): Die Fee der vergessenen Wünsche

Bei allen ätherisch und eleganten Elfen und Feen waren die Wesen von Schulz von ganz anderem Holz! Sie sind schlecht  drauf, haben eine Fluppe im Mundwinkel und ein Bier in der Hand während ein Fuß lethargisch zu Jimmy Hendrix mit wipp und eine Fee alles durcheinanderbringt, die fett wie eine Kröte ist, dazu Humor und eine Manowar-spielenden Harley hat. Was will man mehr für eine außergewöhnliche und vergnügliche Elfengeschichte?

Die Protagonistin ist eine handfeste Streetworkerin unter den Feen, die nicht darauf spitzbübisch wartet, dass die Leute vollkommen nutzlose Wünsche sich bei ihr einlösen, sondern sich bewusst werden, was sie wirklich benötigen und dazu benötigt diese Fee noch nicht mal Magie!

Das Cover verrät sofort, dass man keine übliche Feen-und-Elfengeschichte zu lesen bekommt, trotzdem wäre eine andere Gestaltung sicherlich aussagekräftiger, und würde dieser besonderen Feengeschichte sicherlich mehr Leser bescheren was sehr zu hoffen wäre, denn trotz versiffter Kneipenluft, der Duft von Blaubeermuffins sollte überall mal wehen. Vor allem, wenn dies in dieser flüssigen Sprache geschieht, die mit viel augenzwinkernden Humor und viel Charme daher kommt.

Womit wir nun bei folgender Punkteverteilung wären:

Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”8
Acardia“Kummerfäden” 5
Riedel“Das Königreich des Herbstes” 5
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 5
FullmoonElfenwald 5
CosimettaDie Waldfee 3
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Moorhenne
“Abends” 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

Nur noch eine Jury-Wertung bleibt übrig. Und doch könnte diese letzte Wertung alles durcheinander bringen. Der Countdown läuft!

Wichtig: Dies ist nicht die finale Juryentscheidung, sondern nur die Wertung eines Jurymitglieds . Die weiteren Wertungen folgen bis morgen. Seid gespannt!

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