Die Welt der Feen und Elfen

Das Urteil.

Es ist soweit. Endlich. Das Warten hat ein Ende, die Lösung des Rätsels ist ganz nah, verbirgt sich in den letzten Zeilen dieses Beitrages. Sehen wir uns erst einmal die Platzierung an, die vor dem letzten Urteil herrscht:

Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”8
Acardia- “Kummerfäden” 5
Riedel“Das Königreich des Herbstes” 5
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 5
Fullmoon- Elfenwald 5
Cosimetta- Die Waldfee 3
Mapa67- Die letzte Elfe des Lichts 2
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Moorhenne
- “Abends” 0
T.j.hudspeth- Feenherz und Elfenblut 0
Jenniferblackdeath- Ice geflüster 0
Monirapunzel- Griseldis 0
R.hoenatsch- Das Geheimnis von Petunia Goldherz 0
Diefeenkenner- Die wahren Feen von heute! 0

Und nun gibt unsere Piraten-Wettbewerbsgewinnerin Fianna, ihres Zeichens Fantasy-Expertin ihre Wertung ab, welche über alles entscheidet:

1. „Elfenwald“ von Julina Marleen Weißdorn

„Elfenwald“ zeigt schon durch Cover und innere Gestaltung, dass die Naturverbundenheit der Elfen eine wichtige Rolle spielt. Nur die zwei verschiedenen Schriftarten des Covers wirken etwas ungünstig.

Die Naturverbundenheit steht jedoch nicht im Zentrum der Geschichte, statt dessen wird sie  – wie auch in den anderen beiden Platzierungen – als Hintergrund für diverse innere und äußere Konflikte genutzt.

Die Autorin zeigt Mut zu einem negativen Ende, das den Leser überrascht. Gewaltsam prallen  Realität und die naive idealisierte Sicht der Hauptfigur Lindariel zusammen. Die abwechslungsreiche Sprache passt perfekt zu der Erzählerin; lediglich an ein oder zwei Stellen fallen Satzwiederholungen auf, die einen Gedanken unnötig stark verdeutlichen.

Lindariels jugendlicher Hochmut und ihre verwegenen Entscheidungen werden überzeugend vermittelt; auch die meisten anderen Figuren sind gut getroffen und ihre Motivationen schlüssig. Nur der Antagonist bleibt in der Endszene etwas blass; ein Grund für den Bedarf an Ressourcen aus dem Elfenwald hätte ihm die nötige Tiefe verliehen.

Als weiterer Höhepunkt neben dem ungewöhnlichen Ende fallen elfische Worte und Traditionen auf, die in ihrem zurückhaltenden Einsatz unaufdringlich die Illusion einer gewachsenen Welt erschaffen.

2. „Die Waldfee“ von Cosimetta

Auch „Die Waldfee“ stimmt mit atmosphärischen Bildern außen und innen auf die Geschichte ein. Die nüchterne Schriftart passt jedoch nicht ganz zu dem märchenhaften Charakter.

Kunstvoll verarbeitet die Autorin den Wunsch der Unsterblichen nach einem menschlichen Leben, wobei die Suche nach Liebe und einem menschlichen Seelenpartner im Mittelpunkt steht. Doch auch die Gleichförmigkeit der unsterblichen Idylle scheint eine Rolle bei der Entscheidung zu spielen.

Etwas irritierend ist die selbstverständliche Akzeptanz, die die Fee von zwei Menschen entgegen gebracht bekommt; doch die Autorin erzählt eng an der Hauptfigur, so dass die selektive Wahrnehmung der Waldfee eine schlüssige Erklärung bietet.

Die Nachteile und Gefahren des menschlichen Lebens, die der Protagonistin schließlich offenbart werden, bilden ein schönes Detail, das den wenig überraschenden Schluss aufwertet. Die Fee entscheidet sich trotz der Risiken für das ungewisse Abenteuer der Sterblichkeit.

Dies wird leider abgeschwächt durch eine Möglichkeit der Rückkehr in ihr Feen-Dasein. Auch wirft die Ankündigung der Mondfrau, nach einem Jahr die Fee zu besuchen und die Entscheidung zu hinterfragen, Fragen auf. Es bleibt unklar, in welcher Weise die Fee ihr neues Leben beginnen wird, denn eine Wiedergeburt ihres Geistes in Gestalt eines Babys ist damit ausgeschlossen.

Ohne Wiederholungen in den Beschreibungen führt Cosimetta in durchgängig poetischer Sprache die Handlung zielstrebig zu ihrem Ende. Sprachlich ist „Die Waldfee“ zweifellos eine der besten Geschichten des Wettbewerbes.

3. „Die Liebe eines Schöpfers“ von Calysta

„Die Liebe eines Schöpfers“ irritiert durch das nicht ganz zur Geschichte passende Coverbild. Innen erwartet den Leser jedoch eine der ungewöhnlichsten Ideen des Wettbewerbes, die unwillkürlich an Galatea erinnert.

Sprachlich ist die Geschichte, die einige grammatikalische Patzer aufweist, durchwachsen, und fällt deutlich hinter den beiden anderen Plätzen ab. Zwar variiert Calysta geschickt Satzanfänge und Aufbau, jedoch verwendet sie teilweise übermäßig kurze oder unvollständige Sätze, so dass Textstellen abgehackt oder gehetzt wirken. Gelegentlich stören umgangssprachliche Formulierungen, die nicht zu einem uralten Schöpfer passen, der ohne Menschenbezug lebt. Auch die Gespräche zwischen der Protagonistin und dem menschlichen Mann verlieren etwas durch seine ungelenken Wendungen.

Angedeutet wird, dass der Schöpfer seinerseits einem Meister nachfolgte; leider bleibt eine Erklärung oder Andeutung aus, warum der Schöpfer selbst keinen Nachfolger gefunden hat und seine Hoffnungen in ein unvollkommen geschaffenes Werk setzen muss.

Das Opfer der Feen ist etwas einseitig als selbstloses Geschenk dargestellt, dabei dürfte dieses – der Logik der Geschichte folgend – auch in reinem Selbsterhaltungstrieb gründen. Erst durch die Gesellschaft des Mannes kann die Protagonistin Gefühle empfinden und ihre Fähigkeit des Belebens nachkommen. Ohne das „Opfer“ wären die Feen somit allmählich ausgestorben und hätten ein Wesen zurückgelassen, dass die Natur nicht zu regenerieren vermag.

Die Stärke der Geschichte liegt eindeutig in der zugrunde liegenden Idee; im Gesamtbild aus Umsetzung des Feenthemas, Idee und Verarbeitung, Moral, Originalität, Charakteren, Handlungsverlauf und Stil war „Die Liebe eines Schöpfers“ von den verbliebenen 13 Geschichten mit zwei weiteren in meiner Endauswahl um den dritten Platz. Um einen Bekannten zu zitieren: es war eine Millimeter-Entscheidung.

Die meisten von euch werden schon selbst die Punkte addiert haben und auf folgendes Ergebnis kommen:

Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”9
Fullmoon- Elfenwald 8
Acardia- “Kummerfäden” 5
Riedel“Das Königreich des Herbstes” 5
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 5
Cosimetta- Die Waldfee 5
Mapa67- Die letzte Elfe des Lichts 2
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Moorhenne
- “Abends” 0
T.j.hudspeth- Feenherz und Elfenblut 0
Jenniferblackdeath- Ice geflüster 0
Monirapunzel- Griseldis 0
R.hoenatsch- Das Geheimnis von Petunia Goldherz 0
Diefeenkenner- Die wahren Feen von heute! 0

Damit steht fest: Calysta hat mit “Die Liebe eines Schöpfers” die Jury überzeugt und darf sich über ein nagelneues iPad2 freuen. Herzlichen Glückwunsch! Fullmoon wird für ihre Geschichte Elfenwald mit einem 200€ Amazongutschein belohnt. Doch wie ihr seht, konnte sich die Jury nicht darauf einigen, wer den 100€ Amazongutschein verdient hat. Acardia, Riedel, Miss.wunderlich und Cosimetta einigten sich deshalb darauf, den Gutschein fair zu teilen. Jeder von ihnen erhält also einen Gutschein im Wert von 25€.

Wir gratulieren den Siegern und nutzen die Chance, um uns bei der Jury und natürlich auch den Lesern zu bedanken.

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