„Durch überhöhte Preise erzieht man Verbraucher zum Klauen“

Juli Zeh fordert niedrigere Preise für eBooks

Festzulegen wieviel ein Buch Kosten soll, wenn es nach mühevoller Fertigstellung in den Verkauf geht, ist nicht leicht. Der Autor wünscht sich natürlich einen möglichst hohen Gewinn, möchte auf der anderen Seite aber auch, dass sich wirklich viele Menschen dazu entscheiden, das Buch zu kaufen. Einen angemessenen Preis einzuschätzen, ist nicht immer leicht.

Juli Zeh ist mit Büchern wie „Corpus Delicti“ oder „Adler und Engel“ eine der erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen und hat sich jetzt dafür ausgesprochen,  E-Books billiger zum Verkauf anzubieten. Den Grund dafür nannte sie der Zeitung „Die Zeit“:

„Ich glaube (…), dass man durch überhöhte Preise die Verbraucher zum Klauen erzieht. Sie sind nicht bereit, für ein E-Book mehr als 20 Euro auszugeben, also machen sie Raubkopien. Die kriminelle Energie entsteht erst durch das Gefühl, abgezockt zu werden, und deshalb wäre es schlau, eBooks billiger anzubieten.“

Sie ist der Meinung, dass den Lesern die elektronischen Bücher nicht so viel wert sind, wie die Verlage verlangen. Auch der Kopierschutz sei daran schuld, denn er mache auch das „Verleihen“ von Büchern an Freunde unmöglich. Auch auf die seit Monaten schwelende Debatte bezüglich des Urheberrechts nimmt sie Bezug und stellt sich in dieser Angelegenheit eher auf die Seite derer, die das Internet verteidigen – trotzdem spricht sie sich ganz klar gegen Raubkopierer aus.

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