eReader: Der Anfang vom Ende

Das Tablet ist dem eReader sein Tod.

Kindle Fire - Amazon TabletNoch bevor sich reine eReader als digitale Lesegeräte in der breiten Masse etablieren konnten, scheinen sie schon ein Auslaufmodell zu sein. Wofür braucht man einen eReader, wenn Tablets ebenso eBooks anzeigen und darüberhinaus noch viel mehr können: Spiele, Schreibprogramme, Videos, eMails, Internet… Es scheint nichts zu geben, was ein Tablet nicht kann. Der Trend geht ganz klar in die Richtung: „Alle Anwendungen in einem Gerät!“ Zusätzlich werden die flachen Computer immer leistungsfähiger, preisgünstiger, leichter und dabei dünner. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis falt- bzw. zusammenrollbare Displays kostengünstig genug produziert werden können, um flächendeckend eingesetzt zu werden.

Trotzdem können sich viele Menschen immer noch nicht vorstellen, zukünftig Texte jeglicher Art auf digitalen Lesegeräten zu konsumieren, egal ob Tablet oder eReader. Aber so war das doch schon immer, wenn technische Revolutionen im Alltag an die Tür klopften, z.B. beim Mobiltelefon: Noch vor 15 Jahren zweifelten die meisten Menschen daran, dass es sich durchsetzen würde, mit einem „riesengroßen Kasten“ durch die Gegend zu laufen, dessen Nutzung für den Durchschnittskonsumenten sowieso viel zu teuer sein würde. Und wer um Himmels Willen möchte schon rund um die Uhr erreichbar sein?

Aber zurück zum Thema: Amazon hat Apple jetzt auch in Sachen Tablets den Kampf angesagt. Das neue Kindle Fire ist deutlich billiger als das iPad, Amazon zahlt nach eigenen Angaben sogar 50 € pro Gerät drauf, denn der Konzern erwartet gesteigerte Einnahmen durch Content-Verkauf: Musik, Filme, Apps, eBooks, etc. Aber genau hier liegt nach wie vor die Probelmatik, so schön und billig das Kindle Fire auch sein mag. Man begibt sich mit dem Gerät quasi in eine Abhängigkeit durch die Bindung an das Kindle Format. Amazon verweigert sich weiterhin dem ePub-Standard und kocht sein eigenes Süppchen. Es bleibt also spannend im Kampf Kindle vs. Plattform-unabhängiges Format (ePub).

Zum Schluß noch eine interessante Zahl, die zum Diskutieren einlädt: Laut Amazon kaufen Kindle-Besitzer dreimal mehr Bücher als Leser ohne Kindle. Revolutioniert der neue eBook-Markt also auch das Verhalten der Leser? Lesen Menschen einfach mehr, wenn sie die Bücher auf ihrem mobilen Lesegerät mit sich tragen können? Oder sind die Menschen, die jetzt schon als „Early Adopter“ ein Kindle besitzen, einfach nur die richtigen „Heavy Leser“, diejenigen die ohnehin am meisten Bücher kaufen?

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3 Gedanken zu „eReader: Der Anfang vom Ende

  1. Lara Nick

    Ich finde die einfachen EReader immer noch zu teuer, unverschämt teuer. Daher weigere ich mich die auch zu kaufen, ich denke es dauert nicht mehr lang, da fallen die Preise wegen den Tablets eh und dann schlage ich zu.

    Ein Tablett brauche ich nicht, wozu? Ich habe einen Pc, damit kann ich alles machen und zum Lesen meiner Ebooks brauche ich nur einen einfacher Reader…;-)

  2. ai.hua

    Ja, die Verlage sind da sehr langsam. Aber es tut sich endlich etwas. Es kommen immer mehr Bücher in die eBookshops und hoffentlich wird sich auch bei den Preisen noch Einiges tun.

  3. drproof

    der eReader ist den Tablets weit überlegen!
    Der Markt für eReader blüht jetzt erst richtig auf, weil die Deutschen sich ja so lange dagegen abgesperrt haben.
    Dennoch… Man kann sich die Augen einfach abfucken mit einem TabletPC oder nen brauchbaren eReader kaufen… Die Technik ist dafür ausgelegt und funktioniert einfach 1000 mal besser… Dein Tablet bringt dir draußen gar nix… die Displays von allen Tablets spiegeln einfach viel zu stark und die Akkulaufzeit von 8 Stunden… darüber Lacht der Reader nur leise.. 🙂

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