Gedenktag:

„Tag der inhaftierten Schriftsteller“

Heute, am 15. November gedenken Menschen auf der ganzen Welt jener Schriftsteller, welche offen ihre Meinung sagten und deswegen verfolgt, inhaftiert und ermordet wurden.
„Ob ich lebe oder sterbe ist bedeutungslos. Es reicht die Gewissheit, dass es Menschen gibt, die ihre Zeit, ihr Geld und ihre Energie darauf verwenden, dieses eine Übel unter so vielen anderen auf der Welt zu bekämpfen. Wenn sie auch heute erfolglos bleiben, morgen werden sie ihr Ziel erreichen. Wir müssen uns darum bemühen, diese Welt zu einem besseren Ort für die gesamte Menschheit zu gestalten. Jeder trägt dazu seinen Teil bei, auf seine oder ihre eigene Weise.“
Der nigerianische Schriftsteller Ken Saro-Wiwa, aus dessen Briefen dieses Zitat stammt, wurde vom zu dieser Zeit herrschenden Abacha-Regime zum Tode verteilt und mit acht weiteren seiner Mitstreiter hingerichtet. Angeblich wegen einem Mord, doch in Wahrheit hatten sie die Welt auf die Umweltzerstörung im ölreichen Nigerdelta aufmerksam gemacht und den Kampf gegen das Militärregime von General Abacha und den Ölkonzern Shell aufgenommen.
Jedes Jahr gibt es eine Auszeichnung für „Journaliste en danger“, welche traditionell von der Schriftstellervereinigung PEN (poets essayists novelists ) und dem internationalen Writers-in-Prison-Komitee an fünf inhaftierte Schriftsteller verliehen wird, welche besonders in Lebensgefahr schweben. Auch wir sind in Gedanken bei allen zu Unrecht inhaftierten Autoren!

Ein Gedanke zu „Gedenktag:

  1. Wolfgang Endler

    Hallo, ich finde es sehr wichtig, dass Ihr an diesen Tag erinnert. Viele diktatorische Regimes zeigen mit der Verfolgung von Schreibenden, dass sie die Wirkung von Literatur fürchten (sofern diese nicht Kaisergeburtstage besingt). Kunst kann eine (unblutige) Waffe sein im Kampf um Menschenrechte. Für mich ist das ein Anstoss, neben Liebes- und Naturgedichten auch die alltäglichen Gebrechen & Verbrechen zu „beschreiben“ und zu „besingen“. Allen Inhaftierten wünsche ich weiter Mut & Kraft – und die „draußen“ bitte ich um Unterstützung für die „drinnen“. Gruß aus Berlin von Wolfgang

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