Im Bann der Piraten: Die Gewinner stehen fest!

Die Jury hat entschieden!

Nach wochenlanger Tagung hat die Jury des Wettbewerbs „Im Bann der Piraten“ nun endlich ihr Urteil gefällt. Es war keine leichte Entscheidung, aber wir denken wir haben die wohlverdienten Sieger nun ausgewählt.

Wie die Entscheidung getroffen wurde:

Einige Mitglieder des BookRix-Teams haben die zehn bestbewertetsten Beiträge aufmerksam gelesen und ein Ranking dazu angelegt. Der Beitrag, dem dem jeweiligen Mitglied am besten gefallen hat, bekam 3 Punkte, die subjektiv zweitbeste Geschichte erhielt 2 Punkte. Die Piratengeschichten, die im subjektiven Ranking den dritten Platz belegte, wurde 1 Punkt gutgeschrieben.

In der Summe kamen wir dann zu folgendem Ergebnis:

Sieger des 1.Platzes mit insgesamt 12 Punkten: Fianna mit „Entkommen…“

Sieger des 2.Platzes mit insgesamt 8 Punkten: R.Hoenatsch mit „Bartholomew“

Sieger des 3.Platzes mit insgesamt 6 Punkten: Philochen mit „Das Trugbild“

Den vierten Platz belegen mit jeweils 2 Punkten Renate.e mit „About Hijacking“ sowie Melodiederfinsternis mit „Keyria“.

Um die Entscheidung transparent zu machen, haben wir uns entscheiden zu den jeweiligen Siegerbüchern Kurzrezensionen anzufertigen, um darzulegen, warum uns die Geschichten überzeugt haben:

Jurywertung von Andreas Fischer, Dr. phil. (Linguistik)

1. Platz: Meara Finnegan mit „Entkommen…“

2. Platz: Robert Hönatsch mit „Bartholomew“

3. Platz: Sophie Halwas mit „Das Trugbild“

Zur Begründung: Die drei Beiträge befassen sich meiner Ansicht nach im intensivsten mit dem Thema „Piraten“ und sind auch am umfangreichsten. Sie sind stilistisch und grammatikalisch gut bis sehr gut.
Das erstplatzierte „Entkommen“ verfügt eindeutig über den besten Ausdruck, den komplexesten Handlungsablauf und die exakteste Recherche. Das zweitplatzierte „Bartholomew“ ist sprachlich nicht ganz so ausgereift. Das drittplatzierte „Das Trugbild“ fällt in Hinblick auf Ausdruck und Plot deutlich hinter den ersten beiden Werken zurück.
Alle anderen Beiträge zeigen dem hingegen deutliche Mängel entweder in Bezug auf Handlung oder Wortwahl. Rezensionen zu allen Werken folgen.

Kurzrezensionen zu den Siegerwerken:

1.Platz: Meara Finnegan mit “Entkommen…”

Die Figur auf dem Cover wirkt etwas künstlich. Mehr Negatives läßt sich über diesen Beitrag kaum sagen. Hier finden sich themenbezogene Recherche und grundsolides Schreibhandwerk zur Perfektion vereint in einer Geschichte, deren Handlung mit ihren völlig organischen Perspektivwechseln stets spannend und abwechslungsreich dargestellt wird. Sämtliche Szenen erscheinen hier in sich logisch und angemessen umgesetzt, sowie in adäquatem Erzähltempo. Der Plot ist intelligent arrangiert und kein bisschen unglaubwürdig. Die Mischung aus persönlichem Schicksal, politischem Einfluß und Abenteuer ist rund um gelungen. Das Vokabular offeriert eine erfreuliche Vielfalt an Fachtermini der Seefahrt. Wortwiederholungen sind so gut wie nicht vorhanden. Sogar der Seitenhintergrund paßt, erinnert er doch an ein Segeltuch.

2.Platz: Robert Hönatsch mit “Bartholomew”

Zum Ausdruck ist hier zu bemerken, daß versucht wird, viele piratenspezifische Vokabeln einzusetzen, was den Text recht stimmungsvoll macht. Dazu passen auch einige amüsante Darstellungen wie etwa der rumtrinkende Papagei. Dann und wann gibt es allerdings ein paar auffällige grammatikalische Fehler (z.B. „jenes“ ist kein Relativpronomen). Die Handlung ist unterhaltsam, wenn auch die Wendung zum Ende hin nicht allzu spektakulär ausgefallen ist. Die Aufmachung des Textes ist ebenfalls nicht spektakulär, aber durchaus passend.

3.Platz: Sophie Halwas mit “Das Trugbild”

Der Text erzeugt Spannung. Man vermutet ein „irgendwie grausames“ Ende und möchte daher bis zu Schluß weiterlesen. Anfangs ist die Wortwahl recht ausgefeilt, später, d.h. ab Seite 14, schleichen sich mehr und mehr Wortwiederholungen ein. Mir war auch die Naivität der Protagonistin (Piraten sind frei, Hans wird wieder gesund usw.) nicht immer so ganz einleuchtend. Auch hätte Hans etwas mehr Raum erhalten können. Das Ende ist stimmungsvoll. Das Cover hat Stil.

Jurywertung von Julia Lvova, M.A. (Linguistik, Germanistik)

1.Platz: Fianna mit „Entkommen…“

Eine fesselnde Geschichte über Schicksal, Ehre, Freiheit und Schmerz, die besonders durch die glaubwürdige Erzählweise überzeugt.

Die Handlung ist flüssig und spannend erzählt, zeichnet sich durch unerwartete Wendungen im Plot aus und hält ein überraschendes Ende bereit.

Ein Extra-Pluspunkt verdient die Autorin für die gründliche Recherche.

2.Platz: R.hoenatsch mit „Bartholomew“

Seemannsgarn vom Feinsten.

„Bartholomew“ ist in jeder Hinsicht gelungen: authentische, ausdrucksreiche & sehr lebendige Sprache, der Aufbau der Geschichte, Spannungsentwicklung.

Die Stimmung auf einem Piratenschiff ist herrlich eingefangen, man fühlt sich ganz nah am Geschehen. Die Charaktere der Protagonisten, besonders vom Kapitän Ortelgo, sind in sich stimmig und glaubwürdig entworfen & erzeugen beim Leser viel Sympathie.

3.Platz: Melodiederfinsternis mit „Keyria“

Die Legenden um die launische Meeresgöttin Keyria, die Seeleute im Schlaf ermordet, versetzen alle Piraten in Angst und Schrecken. Als der Neuling unter den Freibeutern Salotes eine junge Frau aus den Meeresfluten rettet, ahnt er noch nicht, welche Folgen diese Begegnung für sein Leben haben wird …

Der Autorin ist es gelungen, eine gefühlvolle Atmosphäre zu schaffen. Auch wenn die Auflösung der Geschichte an sich vorhersehbar ist, lässt die Spannung bis zum letzten Satz nicht nach.

Die Figuren wirken authentisch gezeichnet, an manchen Stellen vielleicht etwas zu flach.

Jurywertung von Lisa Kirmaier, Diplomsoziologin

1.Platz: „Entkommen…“ von Fianna

Der Beitrag ist sprachlich ausgefeilt, die Wortwahl ist sehr treffend. Dadurch dass die Autorin ihren Text mit Seefahrerfachjargon spickt wird ide Kurzgeschichte zu einem wahrem Lesegenuss. Durch die spannende Erzählung und dem überraschendem Ende ist in meiner Meinung nach die Geschichte von Fianna der beste Beitrag.

2.Platz: „Das Trugbild…“ von Philochen

Den zweiten Platz in meiner Wertung erhält Philochen mit ihrem Beitrag „Das Trugbild“. Die Idee als auch die spannende Erzählweise hat mich überzeugt. Zudem ist die Wortwahl treffend und das Ende sehr gut gelungen.

3.Platz: „Bartholomew“ von R.Hoenatsch

Bartholomew von R.Hoenatsch wähle ich auf den dritten Platz. Beim Lesen der Geschichte fühlt man sich als wäre man selbst an Bord eines Piratenschiffes. Durch die häufigen wörtlichen Reden sieht man die Protagonisten quasi vor Augen. Die Sprache ist sehr lebhaft und trotz dem tragischen Verlauf der Geschichte muss das eine oder andere Mal schmunzeln.

Jurywertung von Vivian Tan, M.A. (Kunstgeschichte, Germanistik)

1. Platz: Meara Finnegan (fianna): Entkommen…

Die Geschichte ist in jeder Hinsicht gut geschrieben. Neben Orthografie, Erzählbogen und Perspektivwechseln, hat die Autorin nicht nur durch ihre Schlussbemerkung ihre Grundrecherche zum Thema bewiesen, sondern auch durch die Handlung und Begriffe, die sie innerhalb der Geschichte Verwendung finden lässt. Dabei sind Plot und Hintergrundgeschichte gut miteinander verwoben, sodass keine Sequenz des Textes langweilig oder gar überflüssig wirkt.

Neben dem persönlichen Schicksal der weiblichen Hauptfigur, ist besonders hervorzuheben, dass im Text auf interessante Weise der Ehrenkodex der Piraten behandelt wird. Dadurch wird die häufig gewählte Perspektive auf die Freibeuter der Meere etwas verschoben und somit um eine Facette interessant bereichert.

Die äußere Gestaltung ist vor allem im Bereich des Seitenhintergrundes gelungen. Das Cover ist thematisch gut gewählt und verrät nicht zu viel und macht neugierig auf die Handlung. Hervorzuheben ist, dass erst nach dem Lesen das Cover für den Leser ganz entschlüsselt werden kann. Etwas negativ ist, dass die dargestellte Frau offenbar nicht gänzlich mit der Hauptfigur des Textes identifiziert werden kann.

2. Platz: Renate (renate.e): About Hijacking

Von den zehn bestbewerteten Texten ist es die einzige Geschichte, die in unserer heutigen Zeit spielt. Die Piraten in dieser Geschichte haben nichts mit dem romantisch verklärten „Freibeutern der Meere“ aus bekannten Abenteuergeschichten zu tun.

Glaubwürdig wird in dieser Kurzgeschichte persönliches Schicksal, und deshalb Motivation, der Hauptfigur in spannungsgeladener Erzählweise nähergebracht. Die Wechsel in der Erzählstruktur, in der auf der einen Seite der Protagonist Armando im Meer treibend um sein Überleben kämpft, und auf der anderen Seite die Rückblenden, in denen sich fieberwahnartig Armando an seine Vergangenheit erinnert, erklären wie er in seine gegenwärtige Situation gekommen ist, und machen die Geschichte so spannend zu lesen.

Leider führt aber gerade dieser Punkt auch dazu, dass die Geschichte etwas undurchsichtig wird. Wahrscheinlich hätte es der Geschichte besser angestanden, wenn sie mehr ausgearbeitet worden wäre. Die vielen Überblendungen in der dafür zu kurzen Geschichte verwirren den Leser, sodass das Ende schwer interpretierbar wird.

Die äußere Gestaltung des Buches ist schlicht, aber aussagekräftig. Auch hier wäre ein letzter Feinschliff wünschenswert. In seiner derzeitigen Gestalt sehe ich es auf dem zweiten Platz.

3. Platz: Sophie Halwas (philochen): Das Trugbild

Der Autorin ist es gelungen einen Erzählbogen zu spannen, der vor allem darin überzeugt, dass er zum Ende ein Bild wieder aufgreift, mit dem die Geschichte beginnt. Das brausende Meer ist für die Protagonistin ein Bild für ihr tragisches Schicksal, welchem sie versucht zu entrinnen, es sie aber schließlich einholt.

Für die Protagonistin bedeuten die Piraten Freiheit und eine bessere Zukunft, als es das Leben bisher für sie, aber auch für ihre Mutter bereithielt. Dabei ist schon ihre erste Tat um ihr Ziel zu erreichen der Schritt, der sie in das Schicksal ihrer Familie zurückwirft. Wie ihre Mutter wählt sie die Prostitution um sich und ihren Bruder zu ernähren.

Von Anfang an zeichnet sich das tragische Schicksal der Protagonistin ab, wobei die Naivität, die sie die ganze Zeit beibehält seltsam irritiert.

Neben den gut beschriebenen Bildnissen, Naturbeschreibungen, die die Gefühle der Figuren wiederspiegeln, bleiben doch die Figuren etwas leer.

Das Cover ist sehr gelungen und greift perfekt die Geschichte auf.

Jurywertung von Verena Jackstein (Marketing-Praktikantin)

1.Platz: Robert Hönatsch: Bartholomew

„Bartholomew“ ist eine Geschichte über Piraten, Seemänner und gefährliche Säbelkämpfe. Doch zugleich erzählt sie auch die Geschichte des verlorenen Jungen, der ohne es zu wissen, in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Die zahlreichen Piratenausdrücke verschönern die Geschichte und geben das Gefühl live dabei zu sein, wenn sich Bartholomew zum Piraten verwandelt und das Leben seiner Kammeraden über das eigene stellt. Gern möchte man mehr lesen, über den mutigen Jungen und sein Leben als Freibeuter! Denn die Schritt für Schritt aufgebaute Spannung, lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen!

2.Platz: Das Trugbild: Sophie Halwas

In Sophie Halwas Buch „Das Trugbild“ ist gänzlich alles vorhanden: Spannung, Erotik, Drama und Anspruch. Die Geschichte über das Mädchen Anna erzählt von der Sehnsucht zum Meer, der Piraterie und der unerschütterlichen Liebe zu ihrem Bruder. Mit viel Fantasie wird der harte Weg zum Piraten und das Leben auf dem Meer geschildert. Das schöne Buchcover sticht sofort ins Auge und passt perfekt zu dem gefühlvollen Roman der Jungautorin. Zauberhaft geschrieben und absolut empfehlenswert!

3.Platz: Jennifer Jäger: Keyria

„Keyria“ ist eine Liebesgeschichte zwischen einem Piraten und einer, wie sich am Ende herausstellt, Meeresgöttin. Der romantische Roman erzählt von einem Helden, dem seine Ritterlichkeit am Ende das Leben rettet und sogar die Unsterblichkeit verleiht. Für alle, die sich nach einer gefühlvollen Geschichte zwischen zwei Menschen sehnen, ist das Buch genau das richtige! Happy End garantiert!

Wir möchten darauf hinweisen, dass uns die Entscheidung nicht leicht viel, denn es waren auch einige sehr gute Beiträge dabei, die es leider nicht unter die besten 3 Beiträge geschafft haben, wenn ihr aber trotzem eine Kurzrezension von der Jury erhalten möchtet, meldet euch bitte bei dem Account „bookrix“. Wir werden sie euch dann zusenden, bzw. posten.

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