Interview

Marcel Feige beantwortet Fragen zu seiner Cobain Biografie


Der deutsche Autor Marcel Feige hat mit der radikalen Biografie „I don´t have a gun“ über den Sänger Kurt Cobain genau ins Schwarze getroffen. Das Buch gibt tiefe Einblicke in das Leben des Ausnahmekünstlers, der mit seiner Band Nirvana einer der einflussreichsten Musiker seiner Zeit war. Wir freuen uns ganz besonders, dass sich Marcel Feige zur Verfügung gestellt und die Fragen aus den Reihen unserer Community offen und ehrlich beantwortet hat. Für alle, die nun bereits darauf brennen, das Buch zu lesen, noch eine kleine Erinnerung: noch bis Freitag den 15.06.2012 habt ihr die Möglichkeit, an der Verlosung von fünf Hardcover-Exemplaren des Buches teilzunehmen. Viel Glück dabei!

Deine Biografie über Kurt Cobain verlangt sicher viel Recherchearbeit. Woher hast Du die Info bekommen? Bist Du Cobain nachgereist? Selber sprechen konntest Du ihn ja leider nicht, aber hast Du Angehörige und Freunde getroffen und wenn ja, welche?

Das Schreiben einer Biografie ist immer mit sehr viel Recherche verbunden: Ich rede mit Bekannten, Freunden, Weggefährten, Kollegen und häufig auch mit der betreffenden, zu biografierenden Person, zumindest wenn sie noch lebt. Für die Kurt Cobain-Biografie bin ich im Sommer 2010 in die USA geflogen und dort an der Westküste den Spuren des Musikers gefolgt. Von seinem Geburtsort Hoquiam über Aberdeen, wo er seine Kindheit und Jugend verbracht hat, und Los Angeles, wo er das Album „Nevermind“ aufgenommen hat, bis nach Seattle, wo er mit Ehefrau Courtney und Tochter Frances bis zu seinem Tod gelebt hat. Über meine Erlebnisse während drei dreiwöchigen Tour habe ich einen Reisebericht geschrieben, mit vielen Fotos, die einen interessanten Eindruck davon geben, wo und wie Kurt Cobain aufgewachsen ist: www.marcel-feige.de/kurtcobain

Ich habe auf Deiner Seite gelesen, dass Du nicht nur Biografien schreibst, sondern auch Romane im Thrillerbereich. Fällt Dir das eine oder andere leichter? Wo liegt der Unterschied beim Schreiben?

Der größte Unterschied ist wohl, dass ich mich bei einer Biografie an das reale Leben einer Person halten muss. Wie gesagt, es ist mit sehr viel Recherche verbunden. Ein Thriller dagegen entspringt in der Regel meiner Fantasie. Alles ist erlaubt. Offen gestanden: Einen Thriller schreiben empfinde ich als anstrengender, weil ich nicht nur das Leben einer einzigen Person, sondern vieler Figuren erfinden und diese darüber hinaus noch in eine spannende Geschichte einbetten muss. Aber damit wir uns nicht falschen verstehen: Thriller schreiben macht mir sehr viel mehr Spaß, denn es ist das, was ich immer schon machen wollte. Aber nach sieben oder acht Monaten, die ich für einen Thriller brauche, empfinde ich die Arbeit an einer Biografie als eine Abwechslung.

Wow, Du hast nicht nur eine sehr schöne eigene Seite und einen tollen Blog, sondern auch einen Wikipedia-Eintrag! Würdest Du sagen, dass Du letzteres auch hättest, wenn Du nicht auch selbst im Netz aktiv wärest?

Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Ich würde aber vermuten, dass ein Wikipedia-Eintrag weniger mit einer eigenen Website und einem Blog zu tun hat, mehr mit Leserinnen und Lesern, die meine Bücher mögen, ihre Begeisterung mit anderen teilen möchten und deshalb einen Wikipedia-Beitrag über mich verfassen.

Auf dem Klappentext von „I don’t have a Gun“ wird die magische Zahl 27 genannt. Ein Alter an dem Rockstars, wie Kurt Cobain, Janis Joplin und Jim Morrison gestorben sind. Glaubst Du an diesen Mythos und wenn ja wieso?

Nein, ich glaube nicht an diesen Mythos. Überhaupt bin ich kein großer Freund von Verschwörungstheorien oder anderen, vermeintlichen Geheimnissen dieser Welt. Außerdem handelt es sich bei dem Club 27 auch nur um sehr wenige, berühmte Musiker, die im Alter von 27 gestorben sind. Es gibt ungleich mehr Rockstars, die in einem anderen, späteren Alter verstorben sind. Insofern …

Die Biografie ist in einem Jugendverlag erschienen, hättest Du das Buch anders geschrieben, wenn es für Erwachsene gewesen wäre? Wo liegt womöglich der Unterschied?

Ich glaube nicht, dass ich  als Autor zwischen einer erwachsenen und einer jugendlichen Zielgruppe zu unterscheiden brauche. Wichtig ist: Als Autor muss ich meine Leser ernst nehmen. Ich bin überzeugt, dann sind sie bereit, mir auf allen Wegen zu folgen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Marcel Feige für die Zeit, die er sich für das Interview genommen hat und für die aufschlussreichen Antworten.

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