Jurywertung # 4: Die Entscheidung!

Verdacht auf Mord: Arlynn

Villa Freyheit von Melpomene

Eingepackt in ein mysteriöses, zur Geschichte passendes Layout und einen knackigen Klappentext, der alle Informationen beinhaltet, die der Leser anfangs benötigt, fesselt dieses Buch sofort.

„Villa Freyheit“ erzählt die Geschichte der Deutschlehrerin Vera, die sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Bruder Jan begibt. Ein Anhaltspunkt ist die „Villa Freyheit“, eine Pension, in der Jan übernachtet haben soll, um sich dann auf den Weg zu seinem Geliebten Antonio zu machen.

Die eingeschüchterte Estelle Freyheit mit den feuerroten Haaren leitet die alte Villa und wirft einige Rätsel auf. Schockierenderweise findet Vera dann auch noch Jans Rucksack im Wandschrank.

Durch tadellose Grammatik und Orthografie, einen charakternahen, ausgereiften Stil und kleine, gut positionierte Details schafft Melpomene es, ihre Figuren aufleben zu lassen. Jede von ihnen agiert absolut überzeugend und glaubwürdig. Humor an den richtigen Stellen lässt diese Geschichte zu einem absoluten Lesegenuss werden.

Einzelne Fäden werden geschickt verknotet – auch wenn sie manchmal völlig durcheinander wirken, um den Leser zu verwirren – und bilden am Ende ein logisches, lückenloses Gesamtkonzept mit einer schockierenden Auflösung.

„Villa Freyheit“ bietet das, was ein echter Krimiliebhaber fordert: Spannung, Nervenkitzel, rätselhafte Ereignisse und falsche Spuren für den Leser. Selbst mit einem schockierenden letzten Satz konnte die Autorin mich noch festhalten, sodass ich mich nicht recht traute, das Buch zu schließen.

Eqinsor von Jen June Equal

Dieser Fantasy-Krimi strotzt geradezu vor Kreativität. Ein selbst gestaltetes Cover, welches einen Jungen mit einem Flügel zeigt, macht schon neugierig und nach dem Lesen der Geschichte erscheint das Layout passend, gut gewählt und unterstreicht das ganze Flair des Buches.

Jen June Equal hat ihren Krimi in die fantastische Stadt Duodecim gesetzt, der es an Details nicht fehlt, sodass man das Gefühl bekommt, die Autorin selbst wäre dort aufgewachsen. Nachdem man sich mit den etwas vielen fremden Worten und Begriffen angefreundet hat, kann man nicht mehr vom Bildschirm aufschauen.

In Duodecims Akademie wird ein beliebter Professor erschlagen aufgefunden, sein überaus wichtiges Experiment ist allerdings verschwunden. Nun ist es die Aufgabe von Fawl Philisander, das Experiment und den Mörder zu finden. Dabei trifft er auf den geflügelten Eqinsor.

Equal schafft einen wunderbaren Spagat zwischen Fantasy und Krimi. Duodecims Welt erscheint als Metropole der Modernität und dennoch finden Elfen und Fyrr, Wesen, welche die Infrastruktur in Gang halten, ihren Platz.

Nebencharaktere kommen zwar ein wenig kurz, jedoch ist dafür die Ausgestaltung des Protagonisten Philisander umso überzeugender. Wie einem echten Holmes entgeht ihm kein Detail. Seine Coolness erlebt am Ende der Geschichte, bei Auflösung des Falles, seinen Höhepunkt.

Weil Equal es geschafft hat, eine eigene Welt, einen echten Kriminalfall und einen Sherlock Holmes mit fantastischer Sprache und tadelloser Orthografie bzw. Grammatik zu verschmelzen, verdient sie den zweiten Platz.

Die Tränensonate von L.Cocco

Auch dieses Werk macht mit einem besonders einladenden Cover auf sich aufmerksam, welches bereits eine wundervolle Einleitung für die Geschichte darstellt.

Der Detektiv Francis DuMont erhält den Auftrag von Mary Sterling, auf der baldigen Familienfeier ein Auge auf Sohn Richard zu haben, dem seit Kurzem seltsame Unfälle geschehen. Drei Geschwister könnten es auf das Erbe ihres ältesten Bruders abgesehen haben. Der Schatz soll in den Noten der Tränensonate versteckt sein, die der Vater einst kombiniert hat. Auf der Feier wird Richard schließlich vergiftet.

Besonders gefallen wird die Geschichte denjenigen, die Fans des typischen Krimis sind: Es geschieht ein Mord, mehrere Täter kommen in Frage und der Detektiv begibt sich auf die Suche nach den kleinsten Spuren und Hinweisen, bis er den Mörder schließlich überführen kann. Auf jener Suche kann sich auch der Leser als Detektiv versuchen.

L. Cocco schafft genau das! Er streut in sein Werk Hinweise, die vom Leser zuerst nur als „schöne Beschreibung“ ausgelegt werden und am Ende von elementarer Bedeutung für die Lösung des Falles sind. Wenige Merkwürdigkeiten fallen auch dem Laien auf, aber letztendlich kann nur Detektiv DuMont die Puzzleteile zusammensetzen.

So lässt allerdings die schöne, gehobene Sprache und die Liebe zum Detail, mit denen das Werk begann, etwas nach und auch einige orthografische Fehler sind zu finden, die Grammatik ist allerdings tadellos.

Beeindruckend an „Die Tränensonate“ ist der zum Schluss aufgelöste Tathergang, den sich so nur ein echter Krimifan ausdenken kann. Für den Leser ist es beinahe etwas fragwürdig, ob ein Mord tatsächlich so stattfinden könnte und das, obwohl der Autor alles glaubwürdig und plausibel geschildert hat. Das zeugt von wahrer Kreativität.

Die Gewinner:

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren fleißigen Juroren, die in diese Jurywertung viel Arbeit gesteckt haben. Und nun freuen wir euch, die glücklichen Gewinner mitteilen zu dürfen:

1. Platz:  Villa Freyheit von Melpomene (Gewinn: 130€ Amazongutschein)

2. Platz: Verdacht auf Mordnarrentod (Gewinn: 100€ Amazongutschein)

3. Platz: Akkurat verpackt- Mord im Cyberspace von royofinnigan (Gewinn: 80€ Amazongutschein)

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und vielen Dank an alle Teilnehmer für die wunderbaren Geschichten!


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