Literatur der anderen Art:

Silbenmilben und Kommaspinnen

Was man so alles entdeckt, wenn man lange genug in der BX-Bibliothek stöbert; da stößt man also auf ein Buch, das etwas von einer „Invasion der Silbenmilben und Kommaspinnen“ zu berichten weiß. Als Untertitel steht die Frage: „Überraschung gefällig?“ Und genau die ergibt sich, sobald man beginnt, den Text zu lesen. Der Autor Thomas Reubold alias lemmy1211 spielt hier mit Worten, wie es Virtuosen mit ihren Instrumenten tun; er schreibt nicht einfach eine Geschichte, sondern er komponiert Worte; es finden sich in diesem Text fast ausnahmslos Mehrfachkomposita, meistens aus mehr als zwei Morphemen (Wortbestandteilen), die nicht nur angestaubte Lesegewohnheiten durchkreuzen sondern auch verblüffend aussagekräftig und kreativ sind. Mein Favorit ist der „Maggifixschaschlikspiesser“, der ist nicht nur ulkig, er hat auch einen so originellen Sinn, daß man einfach nur staunen kann, was mit Sprache so alles ausdrückbar ist.

Demnach ist die „Invasion der Silbenmilben und Kommaspinnen“ empfehlenswert, weil es alle ausgetretenen Pfade verläßt und sprachliches und auch grammatikalisches Neuland betritt. Fazit: Keine Spinnenphobie bitte!

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