Nicht nur Mathenerds sollten diese Geschichte lesen

Rezension zu „Der koerzive Raum“ von Maximilian Isaac Rex

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Der Autor Maximilian Isaac Rex nennt sich auf BookRix „styxnawaiok“ und bietet uns mit „Der koerzive Raum“ eine originelle Kurzgeschichte, die ich Euch vorstellen möchte.

Offenkundig ist der Autor Mathematiker und hat koerzitive Funktionen zum Inhalt seiner Geschichte gemacht. Der Protagonist findet sich selbst am Rande des koerziven Raumes wieder und trifft auf seine Begleiterin Lambda, die mit ihm ein Stück des Weges geht, bis er schließlich in der Unendlichkeit aufgeht.

Zunächst ist anzumerken, dass der Ausdruck des Autors sehr ausgefeilt und ästhetisch ist. Die überdurchschnittlich vielfältige Wortwahl lässt keine Wünsche offen und überrascht oft durch originelle Formulierungen. Die Handlung als solche entfaltet vermutlich nur bei anderen Angehörigen seiner Fachrichtung die volle Geltung, aber auch ohne detaillierte Kenntnis der gewählten Symbolik erzielt der Text eine durchaus gehaltvolle Wirkung. Entscheidend ist die Erklärung Lambdas ganz am Schluss, wieso der Protagonist ausgerechnet in dieser sonderbaren Umgebung gelandet ist. Er sei nicht mehr in der Lage, über seinen Körper zu verfügen, sagt die Begleiterin unter Tränen. Dadurch wird die Geschichte auch für Nicht-Mathematiker mit Sinn erfüllt.

Die Idee, eine Funktionsgleichung in ein literarisches Werk zu verwandeln, ist recht originell. Die somit verklausulierte Sprache erinnert an die Kommunikation der Mitglieder geheimer Logen. Dennoch bereitet der wirklich sehr gelungene Schreibstil ein großes Vergnügen beim Lesen.

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