Rezension zu „Stern der Macht – Erwachen“ von Elvira Zeißler

 Aus wahrer, unveränderlicher, unendlicher Liebe zu allen Menschen …

Endlich ist der dritte Teil zu haben! Nachdem ich schon ganz begeistert die beiden ersten Bände der Trilogie „Stern der Macht“ gelesen habe, geht es nun daran zu erfahren, wie die Geschichte zu einem Abschluss kommt. „Erwachen“ nennt sich der letzte Teil der Reihe von Elvira Zeißler. Mal gucken, was man da lesen kann.

Nach „Herzensglut“ und „Salomons Fluch“ ist „Erwachen“ nun das große Finale. Nach den Ereignissen in Band 2 ist Erin mehr oder weniger auf sich gestellt. Doch das Leben muss auch ohne Daniel weitergehen, auch wenn es schwerfällt. Mit ihrer Freundin Mia bezieht Erin eine Studentenbude. Eines Tages steht Gareth, der walisische Barde, ganz unvermittelt vor der Tür. Er hat ein kleines Mitbringsel von seinem Großvater, dem Druiden, dabei, das Erin angeblich helfen soll. Noch ehe sie überhaupt eine Ahnung hat, wofür sie das Geschenk brauchen könnte, macht sie in einem Club eine unerwartete Entdeckung. Kennt sie den Mann an der Theke wirklich? Und was haben diese seltsamen Träume zu bedeuten, die sie seit einiger Zeit verfolgen? Derweil erlebt auch Enrico von Treibnitz, skrupelloser Anführer der „Suchenden“, so einige Überraschungen. Offenbar haben sich seine Widersacher, die Bruderschaft, neu organisiert und greifen wieder in das Geschehen ein. Und dann ist da ja auch noch Erhard, der Wächter des Sterns. Er geht mittlerweile eigene Wege, doch hat er nach wie vor ein Auge auf die Amulette. Auf welcher Seite steht er?

Erwachen“ hat als abschließender Band der Trilogie die schwere Bürde zu tragen, dass hier möglichst alle losen Handlungsstränge zu einem Ende geführt und die noch offenen Fragen größtenteils geklärt werden sollten. Das ist Elvira Zeißler hier wirklich gut gelungen. Und mehr noch: „Erwachen“ bietet jede Menge überraschende Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Spannung gibt’s dabei ohne Ende und man fragt sich stets aufs Neue, wie das Ganze wohl ausgehen mag, weil die Vorhersehbarkeit durch die vielen Ereignisse schon bald völlig abhandenkommt. Erfreulicherweise wirkt die Handlung dadurch sehr abwechslungsreich und bereitet beim Lesen ein Wechselbad der Gefühle. Sehr stimmungsvoll finde ich persönlich die wiederkehrenden Rückblenden in die Zeit der Entstehung des Sterns der Macht, nicht nur weil sie die Geschichte durch den Perspektivwechsel auflockern, sondern auch wegen der tieferen Bedeutung, die sie für das Ende haben.

Was ebenfalls wieder positiv auffällt, ist die qualitativ hochwertige Ausarbeitung des Buches. Elvira Zeißler zeigt einmal mehr, dass ihre Werke ausgereift und durchdacht sind. Vom Cover über die Rechtschreibung bis hin zur Ausschmückung der Seiten ist alles wie aus dem Ei gepellt. So ein Buch zu lesen, macht einfach Freude.

Alles in allem bildet „Erwachen“ einen würdigen Abschluss der Reihe „Stern der Macht“ und dabei außerdem ihren besten Teil. Elvira Zeißler hat wieder einmal ihr Talent fürs Romanschreiben unter Beweis gestellt und ein gleichermaßen spannendes wie auch romantisches Buch herausgebracht. Für all diejenigen, die die beiden ersten Bände schon gelesen haben, ist es natürlich Pflichtlektüre. Für alle anderen empfiehlt sich jetzt erst recht ein genauerer Blick in die Trilogie, um auf den Geschmack zu kommen. Es lohnt sich.

Rezension zu „Sahnestücke“ von Ewa Aukett

„Ich mag Vieles sein, nur nicht festgelegt.“

Mit dieser selbstbewussten Aussage deutet die Autorin Ewa Aukett im Vorwort zu ihren „Sahnestücke“ an, dass die Themenvielfalt ihrer hiermit vorliegenden Kurzgeschichtensammlung beträchtlich sein wird. Das hört der lesewütige Rezensent besonders gerne, da er ja bekanntlich die Abwechslung schätzt. Was liegt da näher als gleich reinzuschauen?

Der Sammelband „Sahnestücke“ wartet mit insgesamt 13 Kurgeschichten auf. Von diesen ist eine ein Gastbeitrag von Slakje Bult. Thematisch liegen die Texte bisweilen sehr weit auseinander, was schon mal für die versprochene Abwechslung sorgt. Kurzkrimis sind ebenso enthalten wie Humorvolles, Thriller und Vampire ebenso wie Dramen. Besonders eindringlich ist „Weg in die Freiheit“, das von der Flucht einer Frau erzählt und eine düstere, spannungsgeladene Atmosphäre erzeugt. Ein anderes, ganz spezielles Schmankerl bietet „Summer Heat“. Es handelt sich dabei nämlich um die Vorgeschichte zu Ewa Auketts bekanntem Roman „Outback“ und berichtet über die darin vorkommenden Figuren Tom und Henny. Wer das Liebesabenteuer in der australischen Wildnis schon in seinem Regal hat, sollte sich daher dessen Prequel nicht entgehen lassen.

Etwas außergewöhnlich ist „Dunkle Gedanken“, da es der erste autobiografische Text von Ewa Aukett ist, den wir zu lesen bekommen. Wir erfahren, wie die Autorin ihre ersten Werke veröffentlichte und was für Hürden sie dabei überwinden musste. Das bringt uns auch den Menschen hinter der Autorin näher; ein Name wird lebendig und zeigt uns einen Teil seiner sympathischen Seele.

Die Zugabe von Slakje Bult rundet die Anthologie dann mit ulkiger und sprachlich äußerst knackiger Realsatire aus dem Leben von Autoren ab.

Zu jeder der 13 Geschichten gibt es außerdem ein kleines Vorwort, das die Umstände der Entstehung des jeweiligen Textes schildert. Das ist insofern sehr interessant, weil es einen Einblick in das Schaffen und Sichweiterentwickeln einer Schriftstellerin gewährt. Dadurch wird das in „Dunkle Gedanken“ Gesagte passend ergänzt.

Was die Qualität des gesamten Buches angeht, kann ich nur eines sagen: Ewa Aukett! Wer ihre bisherigen Werke kennt, der weiß, dass auch die „Sahnestücke“ wieder astrein abgeliefert worden sind. Ausdruck, Grammatik, Rechtschreibung überzeugen auf ganzer Linie. Vor allem aber zeigt sich eine verblüffende stilistische Wandlungsfähigkeit, mit der sich die Autorin geschmeidig jedem Genre anpasst. Dadurch erweckt sie vielschichtige, eigenständige und stets sympathische Protagonisten zum Leben, die mit einem unverkennbaren Charisma durch ihre Geschichten gleiten.

Sahnestücke“ bietet also eine gehörige Menge Abwechslung in gewohnter und geschätzter Qualität. Als Sammelband mit Kurzgeschichten lässt sich die Lektüre auch praktisch und je nach Stimmungslage einteilen. Wer Ewa Aukett noch nicht kennen sollte, hat nicht nur was verpasst, sondern hiermit auch eine wunderbare Gelegenheit, in ihr vielseitiges Werk Einblick zu nehmen. Und wer sie schon kennt, wird ohnehin gleich zuschlagen. Wie auch immer, es ist schön zu wissen, dass sich nicht alle Autoren in starre Schubladen einsortieren lassen.

Verlosung zu “Außerhalb” von Fia-Lisa Espen

 Gewinne “Außerhalb” von Fia-Lisa Espen!

Zum wunderbar gefühlvollen ErfolgsromanAußerhalb” von Fia-Lisa Espen gibt es jetzt auch eine Verlosung. Bis zum 15.12.2014 hast Du die Möglichkeit mitzumachen. Verlost werden insgesamt fünf Exemplare.

Alles, was Du tun musst, ist, die Gewinnfrage richtig zu beantworten.

Und falls Du dieses außergewöhnliche Buch noch nicht kennen solltest, kannst Du hier eine ausführliche Rezension dazu lesen.

Viel Glück!

Rezension zu „Maeves Grab“ von Pia Recht

„Pat warf ihm einen Blick zu, bei dem Milch sauer geworden wäre …“

Irland, die grüne Insel, ist nicht ohne Grund bekannt für angenehme Musik und mystische Geschichten. So ist es auch zu einer Quelle der Inspiration geworden, aus der viele Autoren gerne schöpfen. Auch Pia Recht, die sich im Netz sinnigerweise „Dubliner Tinte“ nennt, hat ein ausgesprochenes Faible für dieses Land und sein ganz besonderes Flair. Da verwundert es kaum, dass ihr neuer Sammelband „Maeves Grab“ ebenfalls auf der Insel spielt.

Das Werk enthält drei vollständige Romane und somit eine ganze Menge Lesestoff. Die Hauptfigur ist Sorley O’Cearnaigh, ein ehemaliger IRA-Aktivist. Da er nicht mehr für diese Organisation tätig ist, verdingt er sich dann und wann für andere Auftraggeber, die kleinere und größere Probleme zu lösen haben. In „Maeves Grab“ sind es dann eher größere Angelegenheiten, die beileibe nicht ungefährlich sind. So muss Sorley einen Heckenschützen in London ausschalten, in einem abgelegenen Kaff in Irlands Westen eine Zielperson eliminieren, ohne zu wissen, wer der Auftraggeber überhaupt war, und schließlich verhindern, dass sich jemand am Grab einer Feenkönigin zu schaffen macht. Mit von der Partie ist stets Pat Fanning, mit der sich Sorley so gut verstehen könnte, wenn – ja wenn – die beiden nicht eine hingebungsvoll gepflegte Hassliebe verbinden würde.

Wer Irland mag, kommt natürlich von Beginn an auf den Geschmack dieser Geschichten, zeigen sie doch die gesamte Bandbreite irischer Eigenarten, und das ist eben nicht nur das Idyllische und Märchenhafte. Tatsächlich spielen der Nordirlandkonflikt und die durch ihn entstandenen Verletzungen eine bedeutende Rolle in den drei Romanen und somit werden auch die unerfreulichen Seiten der grünen Insel klar angesprochen. Daraus ergibt sich jedoch eine äußerst spannende Mischung, die beim Lesen nicht nur für reichlich Nervenkitzel sorgt, sondern den Geschichten eine unvermutete Tiefe verleiht, durch die man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Gleichzeit verfügt Pia Recht jedoch auch über einen feinen Sinn für Humor und Wortwitz, der immer wieder durchbricht. Man langweilt sich hier also absolut nicht.

Die Ausarbeitung des Werkes ist sehr gut. Sorley und Pat sind Figuren mit Ecken und Kanten und werden mit viel Liebe zum Detail vorgestellt, sodass man sie mag, auch wenn sie mal Mist bauen. Rechtschreibung und Grammatik bieten keinen Grund zur Klage und der Schreibstil der Autorin verfügt über eine deutlich ausgeprägte und sehr angenehme persönliche Note, durch die sich Pia Rechts Texte von der Masse abheben. Besonders eindrucksvoll ist die Genre-Mischung aus Thriller und Fanatsy-Elementen in der Episode „Maeves Grab“ ausgefallen. Hier werden keine ausgetretenen Pfade beschritten, vielmehr entsteht nach und nach eine ganz eigentümliche Stimmung, die man so bei kaum einem anderen Buch wahrnimmt.

Alles in allem ist „Maeves Grab“ eine sehr gute Wahl, wenn man spannende und mitreißende Lektüre sucht. Nicht nur die Fans der grünen Insel werden es genießen. Die drei Romane bieten durch gute Ausgestaltung und charismatische Protagonisten ein ganz besonderes Leseerlebnis. Unbedingt reinschauen!

Rezension zu „Außerhalb“ von Fia-Lisa Espen

„Geheimnisträger und Erinnerungsmaler, Fluchtdichter, Lichtzeichner und Wärmebewahrer …“

 

Es gibt Bücher, die etwas an sich haben, das kein anderes Buch auf diese Weise ausstrahlt; etwas, das nicht nur einfach die Kombination einer ausgeklügelten Handlung mit einem hervorragenden Ausdruck ist, sondern über die Teile des Ganzen hinausreicht, weil es den Leser bewegt und auf eine gedankliche Reise mitnimmt, die unvergleichlich ist. Und so ein Buch ist „Stationär“ von Fia-Lisa Espen, das bereits vor einer ganzen Weile erschienen ist und mich sehr beeindruckt hat. Nun liegt mit „Außerhalb“ – aus dem die Überschrift für diese Rezension stammt – endlich die ersehnte Fortsetzung vor. Da ist es keine Frage, dass ich sofort einen Blick hineingeworfen habe.

Zur Erinnerung: In „Stationär“ lernten wir zunächst Rebecca und Charlotte kennen. Die beiden Frauen begegnen sich in einer psychosomatischen Klinik. Ihre Probleme sind zwar verschieden, Rebecca leidet am Borderline-Syndrom, Charlotte ist magersüchtig, doch trotzdem kommen sie sich langsam näher und entwickeln eine liebevolle Beziehung zueinander. Zusammen mit weiteren Patienten, Fritzi, Julie, Maja, Bine und Elias, versuchen sie, den Klinikaufenthalt sowie die Schatten ihrer Vergangenheit zu bewältigen.

Außerhalb“ schließt sich nun direkt an „Stationär“ an. Die Protagonistinnen sind inzwischen alle aus der Klinik entlassen und müssen, so gut es geht, ihr Leben und den Alltag meistern. Rebecca und Charlotte wohnen zusammen, Julie ist bei ihrer Familie und bereitet sich auf das Abi vor und Maja ist in Rebeccas Stadt gezogen und trifft sich oft mit Elias. Doch die Probleme und Sorgen melden sich zurück. Während Julie nach wie vor mit ihrer Magersucht zu kämpfen hat, erkennt Maja, dass sie anscheinend Gedächtnislücken hat. Sie versucht herauszufinden, was sich in diesen verlorenen Momenten ereignet hat. Dabei stößt sie nach und nach auf ein dunkles Geheimnis in ihrem Innern, das immer bedrohlichere Züge annimmt. Kann ihr neuer Therapeut ihr helfen? Unterdessen möchte Julie zurück in die Klinik, doch es ergeben sie beinahe unüberwindbare Hindernisse, da es ihre Familie nicht schafft, ihre Krankheit zu akzeptieren. So steht Julie plötzlich ganz alleine da.

In „Außerhalb“ konzentriert sich die Handlung im Wesentlichen auf die Erlebnisse von Maja und Julie, doch auch die übrigen Bekannten aus „Stationär“ kommen reichlich vor, neben Rebecca und Charlotte auch Bine und Fritzi. Elias spielt bei der Maja-Geschichte eine besondere Rolle und Julie lernt in der Schule ein Mädchen namens Mira kennen, mit der sie sich auf einer Wellenlänge zu bewegen scheint. Trotz der verhältnismäßig zahlreichen Figuren entsteht beim Lesen keinerlei Verwirrung, die einzelnen Handlungsstränge sind klar strukturiert. Auch wenn der Schwerpunkt des Geschehens auf dem Umgang mit psychischen Problemen im Alltag besteht, entwickeln sich die Vorgänge trotzdem auf eine Weise, wie man es zunächst nicht vermuten würde. Eine fortwährende Spannung schwingt mit, die sich unbemerkt aus dem Hintergrund in die Mitte der Geschichte zieht.

Was Rechtschreibung und Grammatik angeht, zeigt sich das Buch in Bestform. Das Cover ist stilistisch an dasjenige des Vorgängerromans angelehnt und schafft damit Kontinuität. Was aber einer besonderen Erwähnung bedarf, ist Fia-Lisa Espens unverkennbarer Schreibstil. „Außerhalb“ ist – wie auch „Stationär“ schon – keine bloße Aneinanderreihung von Ereignissen. Es ist weit mehr als das. Die Schilderungen der einzelnen Szenen kommen Gemälden gleich, so wortgewandt sind sie; die Formulierungen überraschen durch immer neue Begriffskombinationen, sprühen lyrische Funken durch die lebhaft vermittelte Gedankenwelt, strahlen in ungekannten Farbtönen, die die Sensibilität der handelnden Figuren auf subtile, abstrakte, aber gleichzeitig bildhaft nachfühlbare und intuitive Weise verdeutlichen. Die einzelnen Charaktere bekommen dadurch eine verblüffende Tiefe. Man kann somit die Geschehnisse in einer emotionalen Nähe zu ihnen begleiten, wie es nur bei ganz wenigen Romanen überhaupt möglich ist. Man liest nicht einfach, man erlebt. Und man versteht.

Das Fazit dieser Rezension kann also nur lauten: Unbedingt lesen! Es gibt nur wenige Bücher, die so berühren und faszinieren. „Außerhalb“ – das auch „Außergewöhnlich“ heißen könnte – ist ein literarisches Juwel, das aus dem Einheitsbrei sich oftmals wiederholender Liebes- und Fantasy-Romane so überdeutlich hervorragt, dass man es nicht oft genug betonen kann. Fia-Lisa Espen hat hier etwas Besonderes geschaffen, das man gelesen haben muss, um zu begreifen, was mit dem Medium Sprache möglich ist. Fünf Sterne sind viel zu wenig, sieben wären passender.

Rezension zu „You & Me – Zwei Leben mit dir“ von Any Cherubim

Von der blauen Blume und der Vergangenheit eines Geflohenen …

Die Autorin Any Cherubim ist längst keine Unbekannte mehr, hat sie doch mit Titeln wie „Half Moon Bay“, „Der geheimnisvolle Cherubim“ und – vor allem – „Mea Suna“ die Aufmerksamkeit vieler Leser auf sich gezogen. Ein gewisses Faible fürs Romantische ist in all diesen Werken enthalten und so verwundert es auch nicht, dass das neue Buch namens „You & Me – Zwei Leben mit dir“ ebenfalls dem Genre „Liebe“ zuzuordnen ist.

Zum Inhalt: Hannah ist rundum zufrieden mit ihrem Leben. Sie ist verlobt mit einem reichen und netten Mann, ihre berufliche Zukunft als Angestellte in seiner Firma ist gesichert und mit Lisa hat sie eine „beste“ Freundin, die sich stets um sie sorgt. So ist sie immer bemüht, Hannah etwas Abwechslung und Spaß zu verschaffen. Eines schönen Abends nimmt sie sie daher zu ihrer Tante Nancy mit, die die Gastgeberin einer Vernissage ist. Auf der Ausstellung wird auch die Statue eines stattlichen Mannsbilds ausgestellt, doch damit passiert Hannah ein folgenschweres Unglück – das hier nicht näher beschrieben werden soll, um den Spaß beim Lesen der Szene nicht zu verderben. Als Hannah bereits das Schlimmste befürchtet, kommt ihr ein – ziemlich lebendiges – Mannsbild zu Hilfe, nimmt das Missgeschick kurzerhand auf die eigene Kappe und besänftigt so die Anwesenden.

Hannahs Retter ist Roger Roon, ein Escort-Man, und sie kann ihn aus unerfindlichen Gründen nicht richtig ausstehen. Doch durch seine Rettungstat steht sie in seiner Schuld. Da bittet er sie um einen Gefallen: Für einen Besuch in seiner alten Heimat braucht er eine Begleitung, damit seine Großmutter einen tollen und sorglosen achtzigsten Geburtstag feiern kann. Nach einigem Hin und Her willigt Hannah schließlich ein, zu diesem Anlass Rogers Freundin zu spielen. Doch allmählich stößt sie auf einen dunklen Fleck in der Vergangenheit des Escort-Mans, den er zu verbergen versucht. Was ist damals wirklich geschehen? Und je besser sie Roger kennenlernt, desto lauter wird eine kleine Stimme in ihr, die sich fragt, ob sie wirklich so zufrieden mit ihrem Leben ist.

You & Me – Zwei Leben mit dir“ gibt sich in sehr guter Qualität, was Rechtschreibung, Ausdruck und äußere Aufmachung anbetrifft. Auch die Handlung weiß zu gefallen, denn nach und nach werden die geheimnisvollen Ereignisse aus Rogers Vergangenheit aufgedeckt und das erzeugt eine fortwährende Spannung. Das romantische Element kommt selbstverständlich auch nicht zu kurz und die Einarbeitung klassischer Literatur verleiht der Geschichte noch eine künstlerische Note, wobei ich mich allerdings frage, ob die New Yorker tatsächlich Goethe und Novalis zitieren oder doch eher Shakespeare, aber das ist sicherlich ein ziemlich pedantischer Gedanke. Das Cover hat einen Bezug zu einem Aspekt der Handlung, passt also ideal zum Buch.

You & Me – Zwei Leben mit dir“ ist vor allem eines: romantische Unterhaltung, die ein kurzweiliges prickelndes Lesevergnügen bietet. Eine liebenswerte Handlung wird sensibel und einfühlsam erzählt. Sicher macht sie auch ein wenig nachdenklich, wie es denn mit der eigenen Zufriedenheit aussieht. Dadurch lassen sich Hannahs Gedankengänge nur noch besser nachempfinden.

Das Buch kann also bedenkenlos empfohlen werden und wird mit Sicherheit eine große Fangemeinde finden.

Rezension zu „Fuck the Police!“ von Guy Kiss

I kissed a cop …

Dann und wann stolpert ja der Rezensent beim Stöbern über so manchen ausgefallenen Buchtitel, gelegentlich kommt aber auch ein Buch zum Vorschein, das ein wenig – sagen wir mal – „reißerisch“ ausschaut. So auch hier: „Fuck the Police!“ heißt das Werk, das sich bei näherer Betrachtung als Anthologie herausstellt, die von den Mitgliedern einer BookRix-Gruppe zusammengestellt und herausgegeben worden ist. Da wird man neugierig und guckt mal hinein.

Das Buch besteht aus 14 Kurzgeschichten, vor denen jeweils eine knappe Inhaltsangabe zu finden ist, sodass man sich vorab schon grob orientieren kann, worum es im Folgenden geht. Dazu kommt noch ein Vorwort, das die Entstehungsgeschichte des Sammelbandes schildert. Darin erfahren wir, dass die 14 vertretenen Autorinnen allesamt Mitglieder der Gruppe „Gay Kiss“ auf BookRix sind und unter dem Pseudonym Guy Kiss diese Anthologie mit homoerotischen Texten veröffentlicht haben. Unter ihnen befinden sich solch wohlbekannte Namen wie Kooky Rooster oder Caro Sodar, von der auch das Cover stammt.

Inhaltlich dreht es sich stets um folgenschwere Begegnungen männlicher Protagonisten mit männlichen Polizeibeamten. Dabei geben sich die einzelnen Episoden recht unterschiedlich, mal gefühlvoll und leise, mal direkt und unverblümt. Besonders drollig finde ich den Text von Savannah Lichtenwald, in der es um Steffen, einen übermotivierten Ordnungshüter, geht, der schrecklich gerne Parksünder in seiner Nachbarschaft aufspürt. Praktischerweise wohnt seit Neusten schräg gegenüber ein Callboy, dessen motorisierte Kundschaft meistens im Parkverbot hält, ein Traum für Steffen. Doch die Dinge entwickeln sich dann nicht so, wie es gedacht war.

In eine ganz andere Richtung geht „Fuck the Demolition Master“ von Norma Banzi. Die Handlung spielt nämlich auf dem Bergbauplaneten Deidalus und hat außerdem Aliens als Protagonisten, was für einen homoerotischen Text doch ungewöhnlich wirkt. Aber auch die Außerirdischen haben Alltagssorgen und Liebeskummer. Auch der Alkohol darf bei ihnen nicht fehlen.

Insgesamt ist zu sagen, dass das Buch in einer sehr ordentlichen Form daherkommt. Fehler laufen einem beim Lesen fast nie über den Bildschirm und man wird überrascht sein, wie viel aus dem anfangs vielleicht etwas dürftig erscheinenden Leitmotiv herausgeholt werden kann. Das Zauberwort lautet hier „Vielfalt“. Die Autorinnen verfügen jeweils über eine unverwechselbare Handschrift, was Ausdruck und Handlung angeht. Dadurch wird das Lesen zu einem kurzweiligen Erlebnis.

Außerdem ist noch zu erwähnen, dass die Autorinnen den Erlös aus dem Verkauf des Sammelbandes an den Förderkreis Heartbreaker spenden möchten. Dieser Verein engagiert sich für AIDS-Projekte und einen tolerante(re)n Umgang mit Erkrankten. In Anbetracht dieses Umstandes sowie der guten Ausarbeitung des Buches hätte man gerne noch mehr dafür bezahlt.

Fuck the Police!“ ist eine Anthologie, die zeigt, was sich aus einem freundlichen und toleranten Miteinander entwickeln kann. Durch die 14 beteiligten Autorinnen wird das Buch abwechslungsreich und sehr kurzweilig. Nicht nur Polizisten werden es mögen und andere Berufsgruppen werden vermutlich schon jetzt auf eine weitere Ausgabe der Gay-Kiss-Gruppe warten, in der sie dann selber im Mittelpunkt stehen.

Gewinne ein eBook von Paula Roose!

Drachentau

Paula Roose, die Autorin der erfolgreichen Drachentau – Saga, lädt Euch herzlich ein, an der Leserunde zum ersten Band Drachentau teilzunehmen!

Passend zu diesem Event verlost Paula zusammen mit whatchareadin 10 Exemplare des tiefsinnigen Fantasyromans! Hier geht´s zum Gewinnspiel auf whatchareadin.

Nehmt bis zum 13. September an der Verlosung teil und besprecht Eure Eindrücke mit anderen Lesern und der Autorin in der Leserunde, die am 15. September startet!

Hier geht´s zur Leserunde.

Ihr kennt whatchareadin nicht?

Whatchareadin ist eine unabhängige Lese-Plattform, auf der sich Leser über Bücher, eBooks und Autoren informieren und austauschen können. Auch für Autoren ist diese Seite eine große Unterstützung und Hilfe. Nicht nur kann man hier Leserunden und Gewinnspiele veranstalten; whatchareadin  bietet zudem die Möglichkeit, sich durch Networking mit anderen Usern Fachwissen und Ratschläge rund ums schreiben zu holen und Autoren bei der Verwirklichung ihrer Werke zu helfen!

Wir können jedem unserer fleißigen Autoren wärmstens empfehlen, sich bei Whatchareadin anzumelden und dort selbst Gewinnspiele und Leserunden zu veranstalten.

Rezension zu „Mana Loa 2“ von Astrid Rose

Mystik und Romantik auf Hawaii …

Bereits vor einer Weile hat die Autorin Astrid Rose ihren Roman „Mana Loa – Familienbande“ vorgestellt, ein recht umfangreiches Werk voller Romantik und Geheimnis, das nicht zuletzt wegen der geradezu hingebungsvollen Ausschmückung der Handlung viele Fans gewonnen hat. Nun ist die ersehnte Fortsetzung erschienen, „Mana Loa 2 – Seelenbande“. Passend zu dieser mystischen Neuerscheinung verlost BookRix 5 Exemplare von „Mana Loa 2“. Einfach die Gewinnfrage beantworten und abtauchen in eine Welt voller Geheimnisse, Magie und Romantik!

Nina ist glücklich! Sie hat Ben geheiratet, die Liebe ihres Lebens! Doch schon bald zeigt Ben eine neue, unheimliche Seite und es ziehen dunkle Wolken am rosa Beziehungshimmel auf. Nina muss sich fragen, wie gut sie ihren Ehemann tatsächlich kennt. Auch ihr Mana wird von Tag zu Tag stärker und liefert ihr Visionen von einer eher bedrückenden Zukunft. Als wäre das nicht genug, taucht plötzlich auch noch Daniel auf und verfolgt Nina wie ein Schatten, sehr zum Missfallen ihres frischgebackenen Ehemanns. Es scheint, als hätte jeder von ihnen Geheimnisse, die er auf keinen Fall preisgeben will …

Was die Ausarbeitung des doch recht umfangreichen Stoffs betrifft, wird gleich zu Beginn des Buches eines ganz klar: Astrid Rose ist eine Autorin, die großen Wert auf Qualität legt! Wie auch in Band 1 stimmt hier einfach alles: Sprachlicher Ausdruck, Rechtschreibung und Grammatik, Erzähltempo, Charakterentwicklung, Spannungsbogen; alles zeigt sich hier in Perfektion. Auch die Verbindung der unterschiedlichen inhaltlichen Aspekte von Romantik und Mystik sind nahtlos gelungen, sodass das ganze Werk sehr organisch und lebendig erscheint. Durch die angenehme und flüssige Erzählweise hat Astrid Rose keinerlei Probleme damit, ihre Leser in ihren Bann und in die magische Welt von „Mana Loa“ zu ziehen; eine Welt, die so liebevoll und detailreich konstruiert ist, dass man gerne für ein paar Stunden darin abtaucht.

Mit „Mana Loa 2“ kann man nicht viel falsch machen, denn selten passten Liebe und Mystik zu perfekt zueinander. Wenn man allerdings Band 1 noch nicht kennt, sollte man erst mal damit beginnen, da die Fortsetzung sonst nicht verstanden werden kann. Angesichts der wirklich gewissenhaften Gestaltung dieser Buchreihe kann man ruhigen Gewissens gleich beide Bände kaufen.

Rezension zu „Stern der Macht – Salomons Fluch“ von Elvira Zeißler

Die Glut des Herzens ist entflammt.

Vor einer Weile hat Elvira Zeißler den ersten Teil ihrer Romantasy-Trilogie „Stern der Macht“ veröffentlicht, nämlich „Herzensglut“. Das Buch überzeugte nicht nur durch den gewohnt guten Schreibstil der Autorin, sondern hatte auch bei der rasanten Handlung Einiges zu bieten. Nun ist mit „Salomons Fluch“ der zweite Teil der Reihe erschienen.

Zur Erinnerung: Die 17-jährige Erin wird Zeugin eines schrecklichen Verkehrsunfalls. Das Opfer, eine alte Dame, drückt ihr mit letzter Kraft ein Amulett in die Hand, das sich bald als Bestandteil von Salomons Stern der Macht herausstellt. Erin gerät zwischen die verbitterten Fronten zweier Geheimbünde, die nach den insgesamt fünf Amuletten trachten. Und zu allem Überfluss tritt Daniel in ihr Leben, der durch sein Schicksal ebenfalls zwischen den beiden Organisationen steht. Der Konflikt eskaliert und Daniel ist gezwungen, seinen Eid gegenüber einem der beiden Bünde zu brechen, um Erin zu retten. Das allerdings hat fatale Folgen. Er wird sterben. Es gibt lediglich einen Ausweg: Erin und Daniel müssen ein weiteres der fünf Amulette finden, welches angeblich über Heilkräfte verfügt.

Das ist in Teil 1 geschehen. Nun, im zweiten Band „Salomons Fluch“ geht die Suche für Erin und Daniel los. Die beiden forschen nach den Spuren eines gewissen Erik Buchman, dem das verschollene Diamant-Amulett zuletzt gehört haben soll. Da dies aber mehr als 70 Jahre her ist, gestaltet sich das Unterfangen ziemlich schwierig. Allerdings können Erin und Daniel mit Hilfe ihrer eigenen Amulette seine Fährte aufnehmen.

Salomons Fluch“ bildet einen beinahe nahtlosen Übergang zum ersten Band, wobei zu Beginn dankenswerterweise ein paar Erklärungen zu beteiligten Personen und wichtigen Gegenständen erfolgen, um sich einige Fakten der Handlung wieder in Erinnerung zu rufen. Darauf setzt sich die Geschichte fort. Und das tut sie mit eiligem Tempo. Das Geschehen fliegt am Leser vorbei wie in einem grandios arrangierten Film. Weder ist es zu langatmig, noch zu überhastet. Eine Szene fügt sich elegant in die nächste und die Handlung wirkt plausibel. Die langwierige Suche nach dem Diamant-Amulett wird ausgeschmückt mit den zwischenmenschlichen Problemen, die Erin und Daniel beschäftigen. Die Nachforschungen werden glaubhaft erzählt und man hat nie den Eindruck, dass die Geschichte überstürzt oder unüberlegt dargestellt wird. Das ermöglicht beim Lesen intensives Mitfiebern.

Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung sind hier in bester Ordnung, wie man es auch von Teil 1 und generell von Elvira Zeißler schon gewohnt ist. Man merkt hieran deutlich, dass die Autorin großen Wert auf Qualität legt und nicht mal so eben ein halbgares Produkt auf den Markt werfen will.

Stern der Macht – Salomons Fluch“ kann also als gelungene Fortsetzung angesehen werden. Meiner Meinung nach ist dieser Teil sogar noch flüssiger und spannender ausgefallen als sein Vorgänger. Man kann sich prima in die Atmosphäre einer jeden Szene hineinfühlen und somit das Lesen ausgiebig genießen. Wer allerdings Teil 1 „Herzensglut“ noch nicht kennt, sollte zuerst dort anfangen, da „Salomons Fluch“, für sich alleine gelesen, eher wenig Sinn macht. Fazit: Unbedingt reinschauen!