Rezension:

Saphirtränen

Erst vor Kurzem erreichten uns zwei Rezensionen – Beide zum gleichen Buch.

Als erstes möchten wir euch die Rezension von Daniela Brose vorstellen. (Im Übrigen hat sie auch einen sehr lesenswerten Blog -> Hier entlang)


4 Schmuckstücke entstanden bei der Erschaffung der Welt. Jedes Volk der Ilyea besitzt eines davon: die Wald-Ilyea den Smaragdring, die Meer-Ilyea das Saphirdiadem, die Berg-Ilyea den Bernsteinarmreif und die Dämonen die Rubin-Halskette. Die Wald-Ilyea „Niamh“ kann sich zum einen nicht mit der Magie ihres Volkes identifizieren, und zum anderen hat sie statt grüner „saphirblaue“ Augen. Früh lernt sie, dass sie anders ist als die übrigen Wald-Ilyea und fühlt sich wie eine Ausgestoßene. Am Tag der Zeremonie, die Niamh ins Erwachsenendasein führen soll, wird die Gemeinschaft von Dämonen überrannt. Niamh und die Stammesführerin Alriel werden entführt, und das nur aus einem Grund: Die Dämonen wollen die 4 Schmuckstücke… welche in den falschen Händen zum Untergang der Welt führen…

Kennt ihr das Videospiel „Zelda“? Egal ob „Ocarina of Time“, „Wind Waker“ oder „Twilight Princess“, ich habe nach den ersten 25% gedacht, dass mich Jennifer Jäger in die wunderbare Welt des kleinen Kokirihelden „Link“ geführt hat. Eine zauberhaft ausgearbeitete Kulisse mit Wald, Wiesen und einem Hauch Magieschimmer. Die Autorin schafft es mühelos, mir das Volk der Wald-Ilyea mit ihren spitzen Ohren phantastisch vor Augen zu führen: Elfengleich und magisch.
Die traumhaft detaillierten Umgebungsbeschreibungen verleihen meiner Fantasie einen Lesegenuss, den ich seit langem nicht mehr so verspürt habe.
Mit jeder Seite lerne ich mehr von Niamh kennen, die äußerlich den Schein eines toughen und eigenwilligen Mädchens trägt, im Innerem jedoch einsam und enttäuscht ist. Sie fühlt sich von ihrer eigenen Familie abgelehnt, obwohl es nie jemand ausspricht. Man kann ihre Gedankengänge mitfühlen und merkt richtig, dass sie nie wirklich vorhat sich jemandem zu öffnen.
Der Halbdämon Edan gibt „Saphirtränen“ eine unerwartete Würze. Nein, nicht wie man erwarten würde, aufgrund einer Liebe die sich daraus entwickelt, sondern weil man das Gefühl hat: „Dieser Typ ist eine tickende Zeitbombe“.
Schnell bin ich durch diese 1. wunderbare Welt gereist und hätte mir aufgrund des offenen Endes wenigstens einen aufregenden Showdown gewünscht. Leider kann man nicht alles haben und so wurde ich wenigstens mit einer Leseprobe aus dem zweiten Teil, der gleich im Anschluss folgt, besänftigt.
Es ist nicht spannend oder aufregend, es ist einfach wunderschön in dieser fremden Welt. Ich kann dieses Buch wärmstens allen Fantasy-Liebhabern empfehlen und freue mich riesig auf die Fortsetzung. Eine tolle Leistung für eine junge Autorin, die diese Reihe bitte drucken lassen soll.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei diesem Buch stimmt überhaupt nicht. Viel zu zauberhaft entführt die Autorin den Leser in eine fremde Welt, die weit mehr wert ist als 1,49 €. Zwei tolle, klischeefreie Protagonisten, deren Reise leider ohne Showdown offen endet. Ein wahrer Lesegenuss.


Auch Monika von Süchtig nach Büchern (HIER geht es zum Blog) hat „Saphirtränen“ rezensiert. Wie ihre Meinung dazu ausfällt? Lest selbst:


Gestaltung:

Das Cover dieses ebooks gefällt mir sehr gut. Es ist verspielt und irgendwie magisch. Es sagt nicht zu viel aus, macht aber neugierig auf das Buch.

Sehr schön sind auch die Kapitelanfänge gestaltet, die jeweils mit einem kleinen Bild beginnen. So etwas wertet in meinen Augen das Buch noch auf und macht es zu etwas ganz Besonderem.

Story:

Klappentext:

„Die Tränen der Göttin regneten auf die Erde herab, brachen sich im Sonnenlicht und ließen einen schillernden Regenbogen entstehen. Als seine Farben den Erdboden berührten, formten sich vier Schmuckstücke, jedes von ihnen mit einem einzigartigen Edelstein versehen.

Die junge Ilyea Niamh lernt früh, dass sie anders ist als die anderen Wald-Ilyea. Sie ist eine Ausgestoßene, Verachtete, Verspottete. Doch wer hätte auch wissen sollen, dass das Mädchen mit den saphirblauen Augen einmal das Schicksal ihrer Welt auf den Schultern tragen würde… .“

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem die Geschichte der vier Schmuckstücke und deren Besitzer erzählt wird. Es klingt fast wie eine Legende, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Danach springt die Geschichte zu Niamh, der jungen Ilyea, die an diesem Tag in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werden soll. Doch dann kommt alles anders, denn die Dämonen stürmen diese Veranstaltung und entführen Niamh und die Dorfälteste Alriel. Sie wollen herausfinden, wo sich das Schmuckstück der Wald-Ilyea befindet und es in ihren Besitz bringen. Doch Niamh weiß nichts über den Aufenthaltsort. Trotzdem scheint sie eine Schlüsselrolle zu spielen, wenn es um die Schmuckstücke geht. Genau wie  Edan, den Niamh bei den Dämonen kennenlernt. Er ist halb Dämon, halb Berg-Ilyea und soll sich darum kümmern, dass Niamh ihre Aufgabe erfüllt. Doch Niamh denkt gar nicht daran, sich in ihr Schicksal zu ergeben, sie möchte fliehen und den Smaragdring auf eigene Faust suchen und vor den Dämonen bewahren. Dabei bekommt sie unerwartete Hilfe oder spielt ihr Helfer am Ende ein doppeltes Spiel?!

Charaktere:

Niamh gefiel mir von Anfang an total gut. Schon allein ihr Aussehen: grüne Haare, saphirblaue Augen und spitze Ohren, einfach klasse. Auch dass sie mit der Magie wenig anfangen konnte fand ich gut, denn sie hat nicht sofort Superkräfte und ist im ersten Moment auch richtig hilflos. Sie weiß nichts von den Schmuckstücken und auch nicht von ihrem besonderen Schicksal. Sie möchte einfach nur wieder nach Hause. Doch dieses Zuhause gibt es nicht mehr und sie sollte das Rätsel der Dorfältesten Alriel lösen und das Schmuckstück der Wald-Ilyea finden und vor den Dämonen bewahren. Dafür legt sie sich einen Plan im Kopf zurecht, den sie nie aus den Augen verliert, auch dann nicht, als Edan ihr den Kopf verdreht. Für meinen Geschmack verliebt sich Niamh ja etwas schnell in Edan, wobei ich das Gefühl hatte, dass es da anfangs mehr um sein Äußeres ging und hinterher ist sie ja zum Glück nicht so naiv ihm alles zu glauben. Ich finde die Protagonistin richtig sympathisch und hab mit ihr gelitten und gefühlt, wie der Mut in ihr wächst und der Wille, ihre Aufgabe als Wald-Ilyea zu erfüllen.

Bei Edan war ich mir überhaupt nicht sicher, was ich denken soll. Er hat wirklich zwei Seiten in sich: einmal der sanfte Berg-Ilyea und zum anderen der fiese Dämon. Und diese zwei Gesichter kommen auch immer wieder zum Vorschein. Deshalb konnte ich auch nicht nachvollziehen, warum Niamh ihm sofort vertraut. Ich an ihrer Stelle wäre sehr vorsichtig, denn obwohl ich das Gefühl hatte, Edan hätte sich in Niamh verliebt, muss ich doch sagen, dass ich auch das Gefühl nicht los wurde, er würde ein doppeltes Spiel spielen.

Die Nebendarsteller, wie z.B. die Dorfälteste Alriel oder der Dämon Deargh spielen wirklich nur eine Nebenrolle und kommen nur kurz vor, was ich persönlich etwas schade finde, da ich gerade die Dorfälteste sehr faszinierend fand und gerne noch mehr über sie erfahren hätte.

Schreibstil:

Der Schreibstil der Autorin hat mich wirklich total begeistert. Ich war ab der ersten Seite total verliebt in ihn. Der Prolog ist so magisch, so zauberhaft geschrieben, dass ich sofort in die Welt der Ilyea und Dämonen eingetaucht bin. Auch die Umgebung der Wald-Ilyea ist so schön beschrieben, dass ein richtiger Film in meinem Kopf ablief. Der Autorin, Jennifer Jäger, gelingt es mit einfachen Worten eine Welt zu zaubern, die mich fasziniert hat und in den Bann gezogen hat, die magisch und so ganz anders ist, als alles, was ich bis jetzt gelesen habe. Selten habe ich ein Buch gelesen, das so schön geschrieben war.

Toll fand ich auch die Idee der Ilyea und dass es verschiedene Arten davon gibt. Das ist einmal eine sehr originelle und tolle Idee. Und die Leseprobe zu Teil 2 am Ende des Buches scheint ja auch zu zeigen, dass man noch mehr über die verschiedenen Arten erfahren wird. Ich bin schon sehr gespannt darauf.

Etwas schade fand ich allerdings, dass das Buch so wenige Seiten hatte. Dadurch kommt die Entwicklung von Niamhs und Edans Geschichte etwas zu kurz. Sie verbringen jeden Tag von Niamhs Gefangenschaft zusammen und zwischen ihnen scheinen sich Gefühle zu entwickeln, die jedoch nicht wirklich ans Licht kommen. Da hätte ich mir noch mehr gewünscht: Was haben die beiden im Schloss von Deargh erlebt, worüber haben sie geredet, wie nah sind sie sich gekommen?

Für mich war das Buch leider viel zu schnell zu Ende und ich hoffe, dass Jennifer Jäger ganz schnell weiterschreibt, denn ich möchte unbedingt noch mehr erfahren von Niamh und Edan und den anderen Ilyea.

Fazit:

Selten habe ich ein Buch gelesen, das so schön geschrieben, dessen Welt so zauberhaft und magisch ist. Ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite geliebt und in einem Rutsch durchgelesen, da ich es nicht mehr weglegen konnte. Leider war es jedoch viel zu schnell zu Ende und jetzt warte ich sehnsüchtig auf Teil 2.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.