Rezension:

„The Legend of Gaya“ von Andrej Sorich.

Lucas gilt als verträumter Außenseiter. Er liebt Fantasy, ob als spannendes Buch oder Videospiel. Auf einem Flohmarkt kauft er eine alte Videospielkonsole. Zuhause funktioniert das Gerät aber nicht. Doch plötzlich verwandelt sich die Konsole und formt sich zu einem Tor. Lucas wird hinein gezerrt und verliert das Bewusstsein. Als er die Augen öffnet, findet er sich in einer fremden Welt wieder. Ängstlich, verwirrt und doch voller Neugier macht er sich auf die Suche nach Antworten. Er glaubt, in dem Videospiel gelandet zu sein, das er auf dem Flohmarkt gekauft hat. Doch bald muss Lucas feststellen, dass es mehr ist als nur ein Spiel.
Der Klappentext des Buches beschreibt den Inhalt des Buches sehr genau, doch was er nicht beschreiben kann, sind die Emotionen, die in der Geschichte selbst transportiert werden.
Die Gefühle von Lucas, der in der „wahren Welt“ keine wirklichen Freunde hat und plötzlich in eine fremde Welt gerät, werden glaubhaft beschrieben. Während den gesamten knapp 700 Seiten bekommt der Leser nicht das Gefühl, als würde eine der Figuren unglaubwürdig reagieren. Jeder einzelne Charakter ist sehr gut ausgearbeitet und jegliche Charakterentwicklungen sind nachvollziehbar.
Auch die Welt Gaya, sowie deren Götter werden bildhaft beschrieben. Der Leser kann sich direkt in eine fremde Welt fallen lassen, in der es interessante Landschaften, skurrile Personen und ausgeklügelte Erfindungen zu entdecken gibt.
Die Befürchtung, dass die Geschichte sich an einer Liebegeschichte aufhängt und so an Glaubwürdigkeit verliert, besteht zwar nach wenigen Seiten, wird aber glücklicherweise nicht bestätigt. Auch hier schafft der Autor gekonnt die Balance zwischen Liebe und Abenteuer zu halten: Von beiden gibt es genug, jedoch nicht zu viel, als dass man sich durch seitenlange Kampfbeschreibungen oder kitschige Liebesbekundungen wühlen müsste.
Obwohl es am Anfang so scheint, als würde Lucas alles Glück der Welt Gaya zufliegen, hat er am Ende des Buches eine Entscheidung zu treffen, die jeden Leser schockieren wird  – Aber hier soll ja nicht zu viel geraten werden.
Lobend herauszuheben sind zudem die zahlreichen Charaktere, wie die kleine Fee Sa’sa oder der Kobold Barnack. Vor allem die Fee wird jeder Leser schnell in sein Herz schließen: Intelligent, vorlaut und fürsorglich – Diese Worte beschreiben sie wohl am besten. Sie hat immer einen flotten Spruch parat und zaubert so das ein oder andere Lächeln auf die Lippen des Lesers.
Fünf Sterne und eine definitive Leseempfehlung für alle, die Fantasy lieben.