Rezension:

„Seelenband“ von Elvira Zeißler

Als Valerie in einem Café den geheimnisvollen, finsteren John kennen lernt, ist sie zwischen Angst und Faszination hin und her gerissen. Die tiefe Trauer, die ihn seit dem Tod seiner Frau wie ein undurchdringlicher Schleier umgibt, scheint nicht der einzige Abgrund seiner Seele zu sein. Und je besser Valerie ihn kennen lernt, desto mehr Fragen wirft John für sie auf.
Als sie schließlich sein Geheimnis erfährt, erschüttert es ihr gesamtes Weltbild. Und plötzlich findet sich Valerie Hals über Kopf auf der Flucht vor einem Feind wieder, vor dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Als sie John schließlich für immer zu verlieren droht, erkennt sie, dass sie ohne ihn nicht mehr leben möchte…

Nachdem ich „Feenkind“ bereits verschlungen hatte und nun sehnsüchtig auf die Fortsetzung warte, beschloss ich, die Wartezeit mit diesem Roman der Autorin zu überbrücken – und ich wurde nicht enttäuscht.
Obwohl ich zunächst skeptisch war, da ich eine abgedroschene Vampir-Liebesstory erwartete, las ich das Buch in wenigen Stunden.
Die Charaktere sind liebevoll und glaubenswürdig gezeichnet, ihre Gefühle so nachvollziehbar, dass ich sogar einige kleine Tränen verloren habe. Die Autorin versteht es, den Leser die Verzweiflung der Protagonisten selbst spüren zu lassen.
Valerie selbst ist eine sehr angenehme Protagonistin, die nicht den üblichen Klischees folgt oder die Offenbarung Johns einfach so hinnimmt.  Das Geheimnis um John wird von Elvira Zeißler gekonnt bis zum richtigen Augenblick gehütet.
Die Geschichte punktete bei mir vor allem dank ihrer Originalität (garantiert vampirfrei!), ihrem schönen Schreibstil und den glaubwürdigen Gefühlsbeschreibungen. Wer eine seichte Liebesgeschichte mit dem typischen „Liebe auf den ersten Blick“-Mythos erwartet, ist hier falsch – „Seelenband“ beschreibt eine tragisch-traurige Geschichte von einer Liebe, die unmöglich scheint.

HIER geht’s zum Buch.

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