Rezension zu „Baikal, kaltes Auge“ von Cecilia Troncho

„Mondartige Einsamkeit“ und „konturlose Kälte“

Buchcover Cecilia Troncho "Baikal, kaltes Auge"Mal wieder ist es an der Zeit, einen Schatz zu bergen. Genau genommen, wird dieser aus dem Baikalsee gefischt, handelt es sich dabei doch um ein Abenteuer, das sich auf diesem riesigen Gewässer abspielt.

In „Baikal, kaltes Auge“ von Cecilia Troncho erleben wir, wie Fernfahrer Sergej Iwanowitsch eine Tour erledigt. Da die Ladung dringend benötigt ist und auf den Straßen rund um den See das winterliche Chaos vorherrscht, beschließt er, quer über das zugefrorene Wasser zu fahren. Er hat das schon einmal gemacht und weiß, welche Richtung er halten muss, um rechtzeitig zum anderen Ufer zu gelangen. Doch diesmal hat er eine Begleiterin mit an Bord. Marie, die er erst seinem knapp einem Jahr kennt, hat für reichlich Proviant gesorgt. Doch schon zu Beginn der Überfahrt ergreift die eisige Umgebung von ihren Herzen besitz.

Der Text ist stilistisch tadellos. Die Autorin beherrscht alle Facetten des Schreibhandwerks perfekt, sodass man beim Lesen ebenso wie die Figuren in diese triste, kalte Leere gesogen wird. Hier entspinnen sich dann die Gedanken und die Sorgen auf eine ganz eigentümliche Weise, die Cecilia Troncho wunderbar in Worte fasst. Dazu passen dann auch der Seitenhintergrund und die hellblaue Schrift, die den Eindruck frostiger Einsamkeit verstärken.

Baikal, kaltes Auge“ ist eine Geschichte, die nicht nur eine sonderbare Situation schildert. Sie vermittelt auch die zugehörige Atmosphäre auf eine Art, die fasziniert. Insofern handelt es sich hierbei um einen ganz außergewöhnlichen Schatz, der viele Leserinnen und Leser in seinen Bann ziehen wird.