Rezension zu „Das Dunkle“ von Rita Bittner

Kurzgeschichten „von zart bis hart“

Die Autorin Rita Bittner ist auf BookRix als „Mondkatz“ bekannt. Sie hat nun 13 ihrer Kurzgeschichten zu einem Sammelband namens „Das Dunkle“ vereint. Thematisch dreht sich dieser um die Konfrontation mit dem Bösen, weshalb er unter Stichworten wie „Horror“ und „Grusel“ läuft. Ich habe ihn mir also einmal zu Gemüte geführt.

Buchcover Rita Bittner "Das Dunkle"Das Buch besteht aus 13 Geschichten zuzüglich eines Vor- und eines Nachwortes. Die einzelnen Texte sind voneinander unabhängig, sodass sie in beliebiger Reihenfolge gelesen werden können. Sie alle sind auf ihre Art ungewöhnlich. In „Nachtschatten“ zum Beispiel macht die Protagonistin Mirjam in einer verlassenen Hütte in Norwegens Süden eine sonderbare Entdeckung. In eine ähnliche Richtung geht „Das verwunschene Haus“. Mein Favorit ist aber eindeutig „Die Wahrsagerin“. Hier begegnen wir Silke, einer erfolgreichen Frau im besten Alter, unabhängig und wohlhabend, aber auch ein wenig überheblich. Eines Tages bekommt sie von ihrer besten Freundin einen Gutschein für eine Sitzung bei der Wahrsagerin Madame Sylvia. Obwohl Silke dies für esoterischen Hokuspokus hält, löst sie das Geschenk doch ein. Dazu muss sie allerdings in ein anderes Viertel ihrer Stadt fahren, wo diejenigen wohnen, die weniger Glück im Leben haben als sie. Der Aufenthalt in dieser Gegend ist ihr sofort unangenehm, noch schlimmer wird es im Hochhaus und dem Appartement der hellsichtigen Dame. Silke kann ihre Abscheu nur mit Mühe verbergen. Nach der Sitzung kehrt sie wieder nach Hause zurück. Doch am nächsten Morgen ist nichts mehr so, wie es bisher gewesen ist. Zwar ist sie immer noch Silke, aber ihr Leben ist ein völlig anderes. Sie muss nun am eigenen Leibe erfahren, wie es ist, vom Schicksal gebeutelt zu sein. „Die Wahrsagerin“ beeindruckt dabei vor allem durch die äußerst gelungene Kombination aus Gruselgeschichte und Gesellschaftskritik, eine nicht ganz alltägliche, erfreulich kreative Mischung. Überhaupt bewegen sich die Texte auf einem angenehmen Niveau und sind frei von den üblichen Klischees aus dem Bereich der Horrorliteratur.

Stilistisch und orthographisch gesehen, ist das Buch weitestgehend in Ordnung. Ein paar Wortwiederholungen hier, sonstige Flüchtigkeitsfehler da, jedoch nichts, was den Lesefluss behindern würde. Im Nachwort entschuldigt sich die Autorin obendrein für die vorhandenen Versehen, was mich zum Schmunzeln gebracht hat.

Für 2,99€ bekommt man 254 BX-Seiten geboten, was ein ausgewogenes Preisleistungsverhältnis ergibt. Die 13 Geschichten sind allesamt flüssig und spannend geschrieben, sodass „Das Dunkle“ ein heißer Tipp für alle diejenigen ist, die dringend Lesestoff zum Gruseln suchen, dabei aber auch nicht unterfordert werden wollen. Die thematische Vielfalt der Texte spricht ebenfalls für das Buch. Man kann hier also kaum etwas falsch machen.

ISBN: 978-3-7309-0868-6

Be Sociable, Share!