Rezension zu „Der Mäusesprecher“ von Fyona A. Hallé

„Käse… Käse! Käsekäsekäse!“

 

Buchcover Fyona A. Hallé "Der Mäusesprecher"In dieser Rezensionsreihe haben wir bereits Geschichten über heldenhafte Nudeln und abenteuerlustige Äpfel entdeckt. Nun wenden wir uns mutigen, kleinen Vierbeinern zu. „Der Mäusesprecher“ von Fyona A. Hallé – Benutzername „fahalle“ – steht heute auf dem Programm.

Wir begleiten hier die Maus Aischa auf einem Zug in eine Käserei. Dazu sind mehrere der flinken Nager aufgebrochen und Aischa vertritt ihren Bruder. Der hungrige Trupp hat einen Wagen im Schlepptau, in welchen ein Käselaib verladen werden soll. Auf dem Gefährt sitzt ein Mäusesprecher, der seine Artgenossen unterwegs mit allerlei Durchhalteparolen bei Laune hält. Natürlich stellt das größte Problem bei der Käsebeschaffung eine andere vierbeinige Spezies dar, und während sich Aischa noch fragt, warum nur Mäuse mit von der Partie sind, die schlechter riechen können als sie, steigt ihr auf einmal ein suspekter Duft in die Nase.

Die Fabel um den Mäusesprecher wird auf angenehmem sprachlichen Niveau erzählt. Ein paar Flüchtigkeitsfehler haben sich zwar eingeschlichen, gehen aber vor lauter Spannung unter. Die Tatsache, dass Aischa das erste Mal an einem solchen Beutezug teilnimmt, macht das Ganze sogar noch aufregender, da wir gemeinsam mit ihr völlig unbekanntes Terrain betreten, das nicht nur verheißungsvolle Nahrungsreserven, sondern auch so manche lauernde Gefahr in sich birgt. Aber Aischa soll noch mehr ergründen. Das Geheimnis des Mäusesprechers ist es, das sie schließlich am meisten interessiert.

Die Fabel ist ein recht ungewöhnlicher Text, da hier zwar Mäuse versuchen, an ihre Leibspeise zu gelangen, dafür aber ganz eigensinnige Mittel einsetzen. Die Autorin nutzt hier auch Motive einer erst kürzlich gestürzten Diktatur. Somit ist „Der Mäusesprecher“ also nicht nur Käseliebhabern zu empfehlen, sondern regt zum Nachdenken an.