Rezension zu „Die Farben der Tauben“ von Melanie Odenthal

Willst Du ein Geheimnis erfahren?

Die noch recht junge Autorin Melanie Odenthal nennt sich auf BookRix „ajanamyth“. Ihre Kurzgeschichte „Die Farben der Tauben“, Untertitel „Welches Geheimnis verbergen sie?“ möchte ich als Märchen bezeichnen, das nicht ganz alltäglich ist.
Wir begegnen zunächst einer alten Dame, die Tauben füttert. Passanten schauen dabei zwar kurz zu ihr hin, können aber nicht ahnen, dass sie etwas über diese Vögel weiß, was Anderen verborgen bleibt. Hinter dieses Geheimnis ist sie bereits in jungen Jahren gekommen. Daher entführt uns die Autorin im Verlauf der Geschichte in die Kindheit der Protagonisten, die ein recht tristes Leben führt. Als sie eines Tages einer schwachen Taube hilft, erfährt sie deren Dankbarkeit und das Wissen darum, was Menschen und Tauben wirklich verbindet.
Die Handlung wird in angenehmem Tempo erzählt und weckt so die Neugier, was am Schluss wohl geschehen wird. Schreibstil und Wortwahl könnten stellenweise etwas abwechslungsreicher und präziser sein. Was mir aber besonders gefällt, ist neben der Grundidee zu der Art von Symbiose, in der Menschen und Tauben hier existieren, vor allem die Ausgestaltung der Charaktere, die in der Geschichte erscheinen. So ist beispielsweise die alte Dame, in deren Kindheit wir Einblick erhalten, eine Antiheldin, die nicht besonders mutig ist. Mut ist eben weniger wichtig als das gute Herz.
Ich möchte „Die Farbe der Tauben“ all denjenigen empfehlen, die gerne ein Märchen lesen, dem eine besondere Idee zugrunde liegt.

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