Rezension zu „Du fehlst mir so sehr“ von Enya K.

„Deinen Namen werden die Wellen auslöschen, du aber bist mir eingebrannt.“

 

Buchcover Enya K. "Du fehlst mir so sehr"Es gibt Texte, die sind mehr als eine bloße Aneinanderreihung schöner Worte. Einen solchen Text möchte ich Euch heute vorstellen. Er heißt „Du fehlst mir so sehr“ und stammt von Enya K.

Das Buch ist in die Kategorie „Biographie“ eingeordnet und schildert eine wahre Begebenheit. Es handelt vom endgültigen Abschied, der durch eine Krankheit herbeigeführt wird. Eine Ich-Erzählerin berichtet von ihren Eindrücken in der Zeit vor dem Tode eines ihr sehr wichtigen Menschen, vom letzten gemeinsamen Urlaub und auch von der Unfähigkeit, über die aufziehenden Schatten zu sprechen. Der Text ist dabei aus mehreren Abschnitten zusammengestellt, die an Tagebucheinträge erinnern.

Stilistisch ist nichts zu beanstanden. Hier begegnen sich ausgezeichnete Wortwahl und hochgradig emotionaler Ausdruck, um eine Stimmung zu erzeugen, die das Erlebte beim Lesen fühlbar werden lässt. Man nimmt Schwere wahr und Sprachlosigkeit. Geradezu verblüffend ist dabei, wie Enya K. es schafft, die Abwesenheit von Worten mit Worten zu umschreiben. Aber auch die Intensität des Gefühlten ist überwältigend. Die Transformation von Empfindungen in Geschriebenes ist gelungen.

Auffällig sind die Wiederholungen des Titels im Text, die zwischen den einzelnen Abschnitten auftauchen. Bei diesen wird stets das letzte Wort ausgelassen, sodass sie mit jeder Wiederholung kürzer werden, bis schließlich nur noch das „Du“ übrig bleibt und zugleich das letzte Wort des Buches bildet. Dies verdeutlicht die Erinnerung an den geliebten Menschen, das Bleiben und Nicht-Verblassen des Du.

„Du fehlst mir so sehr“ ist ein Text, der in vielerlei Hinsicht beeindruckt. Das bloße Aneinanderreihen von Worten lässt er weit hinter sich.