Rezension zu „Du sollst wissen“ von Gisela Mach

Vorahnungen.

In ihrem Werk „Du sollst wissen“ beschreibt die Gisela Mach, die sich auf BookRix die „besucherin“ nennt, wie eine Vorahnung der Ich-Erzählerin endlich zur handfesten Realität wird, einer Realität, die ihr ganzes Leben völlig verändern wird.

Die Autorin schildert nacheinander einige Szenen aus dem Leben der Protagonistin, die für das Entstehen und die Entwicklung der Vorahnung relevant sind. Ausgehend von der Gegenwart, in welcher sie sich gerade eben erfüllt hat, erleben wir in Rückblenden das erstmalige Aufflammen der Phantasie bis hin zur Vollendung des Handlungsbogens, d.h. derjenigen Augenblicke kurz vor der Erfüllung. Dabei lassen weder die erzeugte Spannung noch der eindrucksvoll wohlklingende Ausdruck in irgendeiner Form zu wünschen übrig. Gisela Mach nutzt das Medium Sprache auf eine ästhetische und zugleich zielbewusste Art, die das lesende Publikum an ihren Text bindet.

Besonders verblüffend fällt dann die Beschreibung der Verwundung der Protagonistin aus. Die hier dargestellten Eindrücke des Ausblendens der äußeren Welt sind frei von jeglichem Klischee.

Gelegentlich, vor allem am Anfang, empfinde ich die Trennung von Gegenwart und Rückblende nicht völlig sauber. Das wäre vielleicht durch das Beschränken des Präsens einzig auf die Schilderung der Hier und Jetzt optimierbar. Jedoch hat der gesamtheitliche Einsatz des Präsens’ durchaus auch seinen Reiz.

Zusammenfassend bleibt also zu sagen, dass „Du sollst wissen“ ein weiterer geborgener Schatz ist, der näheres Hinschauen verdient.

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