Rezension zu „Elfenballade“ von Amalaswintha

„Durch die Waldnacht’s wie Flüstern.“

Die Autorin Elisabeth Schwaha alias Amalaswintha hat schon eine beträchtliche Zahl an Büchern auf BookRix veröffentlicht. Hiervon hat es mir die „Elfenballade“ aber ganz besonders angetan. Es handelt sich dabei um ein Gedicht, das von der Begegnung einer Elfe mit einem fremden Ritter berichtet. Allerdings verläuft dieses Treffen für beide recht unterschiedlich. Während die Elfe fasziniert den Neuankömmling aus sicherer Entfernung mustert, widerfährt diesem ein peinlicher Reitunfall. Sein Ross ist offenbar nicht an Elfen gewöhnt, wirft den Recken ab und macht sich sogleich aus dem Staube, weshalb sich der Ritter zu Fuß auf den Rückweg begeben muss.

Das Gedicht umfasst 37 vierzeilige Strophen, welche alle einem trochäischen Versmaß und einem festen Reimschema folgen. Die beiden ersten Zeilen haben jeweils acht Silben, die beiden letzten haben nur drei und schließen daher mit einer betonten Silbe. Allen Zeilen liegt ein paarweiser Endreim zugrunde. Hervorzuheben ist dabei, dass sowohl Versmaß wie auch Reimschema stets eingehalten werden. Das Gedicht liest sich deshalb sehr angenehm und kann als formvollendet bezeichnet werden.

Zu dieser perfektionierten äußeren Gestalt gesellt sich aber noch ein überaus abwechslungsreicher Inhalt. Die Autorin beschreibt zunächst ein Stelldichein der Elfen, welches jedoch durch das plötzliche Herannahen des Ritters jäh unterbrochen wird. Es gelingt Elisabeth Schwaha sehr gut, die verschiedenen Stimmungen in Worte zu fassen. Wirkt die Beschreibung zunächst sehr anmutig und zart – großartig: „mondgeküsste Wangen“ -, verschiebt sich dies hin zu einem verschmitzten, humorvollen Augenzwinkern, mit welchem der kleine Ausrutscher des Ritters erzählt wird. Es kommt also kein bisschen Langeweile beim Lesen auf.

Die „Elfenballade“ ist ein Meisterstück.

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