Rezension zu „Elisabeth“ von Chili

Ein Gesicht verschwindet.

Die Autorin Chili alias chilimonster ist schon eine ganze Weile auf BookRix. Ihre neuste Kurzgeschichte „Elisabeth“ habe ich mir etwas genauer angesehen.

Uns begegnet darin die Schriftstellerin Iris, die sich kürzlich in ein abgeschiedenes Haus zurückgezogen hat, um sich vom Kitsch ihrer eigenen Abenteuerromane um die Heldin Allegra zu erholen und Ruhe zu tanken. Leider wird dieses Unterfangen ständig gestört, sei es durch aufdringliche Handwerker und Lieferantinnen oder durch ihre Agentin Gitta, die gerne noch mehr Episoden mit Allegra vermarkten würde. Und als ob dies nicht schon genügend Nerven kosten würde, fürchtet sich Iris auch noch vor dem Dachboden ihres neuen Domizils. Dort oben hinter dem Fenster scheint nämlich etwas zu stehen, das ihr zuwinkt. Oder ist es eine Person?

Chili schreibt sehr kurzweilig. Ihr Ausdruck ist nicht nur unterhaltsam und originell, sondern ebenso präzise und ausgewogen. Ihr gelingt eine wunderbare Mischung aus satirischem Humor und stilvollem Erzählen. Die Handlung wird ebenso in sehr angenehmem Tempo und auf lebhafte Weise geschildert, sodass insgesamt nichts bleibt, was zu beanstanden wäre.

Besonders amüsant ist die Art von Zwiegespräch, das Iris – eher schüchtern – mit ihrer Heldin Allegra – eher spontan – führt. Die Handlung nimmt am Ende eine Wendung, die man vielleicht erahnen kann. Jedoch gelingt es Chili dabei, die Geschehnisse gefühlvoll und intensiv darzustellen.

Ich habe „Elisabeth“ in einem Rutsch gelesen und möchte den Text gerne empfehlen.

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