Rezension zu „Für alle Zeiten“ von Bert Rieser

Das letzte Stück

  

Buchcover Bert Rieser "Für alle Zeiten"Bert Rieser alias garlin ist ein Urgestein. Bereits seit 2008 ist er in unserer Bookunity unterwegs und erfreut sein Publikum mit anspruchsvollen Texten. Aus diesen habe ich mir „Für alle Zeiten“ ausgesucht, eine Kurzgeschichte über einen Schreiner mit einer recht anspruchsvollen Kundin, für die er ein besonderes Stück anfertigt.

Meister Gropius kennt Frau von Sättingen schon viele Jahre. Die Dame hat einen gewissen Spleen: Die Dinge, die sie benutzt, sollen möglichst lange, optimalerweise aber für immer, halten. Erfüllt ein Gegenstand diesen hohen Anspruch nicht, wird er konsequent aussortiert und ersetzt. Einen familiären Anhang hat sie sich aus demselben Grund gleich gar nicht zugelegt, da diesem der fortwährende und schwer zu unterbindende Alterungsprozess ja buchstäblich ins Gesicht geschrieben stünde. Nun ist Meister Gropius bemüht, einen weiteren Auftrag seiner Kundin gewissenhaft und ganz in ihrem Sinne auszuführen. Fraglich ist nur, ob sie noch die Möglichkeit hat, das finale Meisterwerk zu kontrollieren.

Bert Riesers Schreibstil bietet kaum Anlass zur Kritik. Gelegentlich kommen Wortwiederholungen im Text vor, die aber oftmals schwer zu vermeiden sind. Ansonsten ist der Ausdruck recht ansprechend, was auch auf das Erzähltempo zutrifft. Außerdem verfügt die Geschichte über ein ziemlich humorvolles, wenn auch tragisches Ende, aber das lest bitte selbst nach, ich will nichts vorwegnehmen.

Wer Bert Riesers Werke noch nicht angelesen hat, sollte dies schleunigst tun. Es wird sich in jedem Falle lohnen.