Rezension zu „Geborgte Zeit“ von Ursula Strätling

Eine Welle, die gegen das Entsetzen anrollt

Buchcover Ursula Strätling "Geborgte Zeit"Die Autorin Ursula Strätling ist erst kürzlich unserer Community beigetreten, hat aber schon eine ganze Menge Bücher eingestellt. Von diesen möchte ich Euch heute „Geborgte Zeit“ vorstellen, eine Kurzgeschichte, die der Kategorie „Verbrechen“ zugeordnet worden ist.

Die Schilderungen setzen mit einer rasanten Folge von Bildern und Gefühlseindrücken ein. Bald schon wird klar, dass sich Marie auf der Flucht befindet. Sie hört eine Stimme. Ein nicht näher bestimmter Er wird erwähnt. Was hat er ihr angetan?

Ursula Strätling schreibt sehr präzise und variantenreich. Wortwiederholungen kommen so gut wie gar nicht vor. Das Erzähltempo ist äußerst flott, was aber perfekt zur beschriebenen Handlung passt. Rückblenden in die Vergangenheit der Protagonistin werden immer wieder eingestreut, um das Geheimnis nach und nach zu lüften. Dabei vermag es die Autorin, ihr Publikum auch mal geschickt auf eine falsche Fährte zu locken, wodurch die Spannung nur noch weiter ansteigt. Die Darstellung von Maries Gefühlen ist bewegend und plastisch. Man wird unweigerlich mitgerissen von der Welle, die in ihr anzurollen beginnt.

„Geborgte Zeit“ ist ein stürmisches Wirrwarr leidvoller Emotionen, das sich erst ganz am Ende entspinnt. Bis dahin lässt es sein Publikum nicht los.