Rezension zu „Meine 7 Leben“ von Simone Plaschke

„ImKopfRumspukGedanken“

Ein außergewöhnliches Buch möchte ich Euch jetzt ans Herz legen. Es trägt den Titel „Meine 7 Leben“ und erzählt in autobiographischer Form, wie Autorin Simone Plaschke mit ihrer Krankheit Multiple Sklerose auskommen muss. Was das Besondere an diesem Werk ist, erfahrt Ihr hier.

Buchcover Simon Plaschke - "Meine 7 Leben"Zunächst jedoch etwas Hintergrundinformation: Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine Autoimmunerkrankung, durch die die eigenen Abwehrzellen die Nervenbahnen angreifen. Sie beschädigen dabei deren äußere Schutzhülle, weshalb die Nerven in ihrer Reizleitfähigkeit beeinträchtigt werden, was letztlich auch zu Läsionen im Gehirn führt. Für den Betroffenen äußert sich das praktisch in Schmerzen, Lähmungen, Taubheitsgefühl oder übermäßiger Erschöpfung, je nach Grad und Region der Beeinträchtigung. Eine Heilung für Multiple Sklerose gibt es bisher nicht.

In 50 Kapiteln erzählt die Autorin aus ihrem Leben und ihren Gedanken. Sie berichtet davon, wie die ersten Anzeichen der Krankheit aufgetreten sind, welche Schwierigkeiten es bei der langwierigen Diagnose gegeben hat, wie ihr Alltag abläuft und worüber sie sich den Kopf zerbricht. Elf Jahre hat die Krankheit schon angedauert, ehe die tatsächlich zutreffende Diagnose MS erstellt worden ist. Das Buch beschreibt das erste Jahr nach dem Erhalt des Befunds. Dabei hat es zunächst als Blog-Projekt begonnen und ist erst später zu einem ausgewachsenen eBook geworden. Dieser Umstand erklärt den tagebuchartigen Stil, mit dem Simone Plaschke uns einen Einblick in ihre Gedankenwelt gewährt.

Und eben dieser Einblick fördert Interessantes zutage. Die Autorin beschäftigt sich mit kleinen und großen Problemen, wie auch philosophischen Fragestellungen, die ihr in diesem einen Jahr der Gewissheit in den Sinn gekommen sind. Besonders verblüfft hat mich das Kapitel über das Sterben, denn hier spannt sie einen gedanklichen Bogen von den letzten Stunden eines Menschen über das Thema Selbstbestimmung bis hin zu der Art, wie das Umfeld von Patienten mit deren Krankheit umgeht. Dabei bleibt das oftmals zu beobachtende Phänomen der übereifrigen Ratschläge nicht unerwähnt. Manche Zeitgenossen werden nämlich urplötzlich zu Medizinern und kennen die neusten Heilverfahren, so nach dem Motto: „Meine Freundin war neulich in Moskau und hat das und das machen lassen.“ Das ist nicht wirklich hilfreich, nicht wirklich Hilfe, auch wenn es vielleicht so gemeint gewesen ist.

Meine 7 Leben“ ist ein Sammelsurium an Weisheiten, die den eigenen Horizont beträchtlich erweitern, wenn man es ihnen denn  gestattet. „Interesse ist der erste Schritt für Veränderungen“, schreibt Simone Plaschke. Während man ihr Buch liest, wird einem bewusst, wie essenziell Interesse und Neugier für das Leben sind.

3,99€ beträgt der Preis für den Download dieses Buches. Das erscheint mir eine geradezu lächerliche Summe, denn „Meine 7 Leben“ gelesen zu haben, ist eine wahrhaft bereichernde Erfahrung. Wer hier andauerndes Lamentieren erwartet haben sollte, sieht sich getäuscht, das Werk steckt voller Aufgeschlossenheit. Es tut gut, dass es solche Bücher gibt. Unbedingt reinschauen!