Rezension zu „Stein und Sein“ von Angelika Röhrig

Das Sein in einem Stein.

Heute möchte ich Euch eine Kurzgeschichte vorstellen, auf die mich Monirapunzel aufmerksam gemacht hat. Vielen Dank dafür! „Stein und Sein“ heißt der Text der Autorin Angelika Röhrig, die sich auf BookRix „findevogel“ nennt.

In diesem Märchen findet eine Frau am Meeresstrand einen Stein und stellt fest, wie sehr er sie fasziniert. Sie hebt ihn auf und erfühlt seine Form und Oberfläche. Schließlich entfacht er in ihren Gedanken die Vorstellung einer mystischen Reise in das Innere des Steins. Dort wird ihr mehr und mehr bewusst, dass ihr eigenes Selbst ein Universum ist, das ihr alles gibt, was sie braucht.

Stilistisch ist der Text recht ordentlich. Die Autorin greift auf das Präsens als Erzählzeit zurück, wobei es selten mal zu Ausrutschern ins Präteritum kommt. Auch Wortwiederholungen sind erfreulich wenige zu finden. Insgesamt ist also kaum etwas am Schreibhandwerk auszusetzen.

Inhaltlich beschäftigt sich das Märchen mit der Fragestellung, was ein Sein ausmacht. Die Protagonistin nähert sich zunächst durch bloße, ganz unbedarfte Träumerei der umfassenden Erkenntnis, dass ihr Sein mehr ist als nur ein menschliches Wesen. Stattdessen ist es ein eigenständiger Kosmos. Hierdurch wird eine Verbindung zu den hermetischen Gesetzen und im Speziellen zum Prinzip der Entsprechung hergestellt, welches besagt, dass all das, was man im Großen findet, auch im Kleinen vorhanden ist. Das Kleine – hier das Individuum – beherbergt einen ganzen Weltenraum in sich. Gestärkt durch diese erfreuliche Entdeckung kann die Protagonistin ihr Leben in dem Wissen fortsetzen, dass sie in der Lage sein wird, alle Herausforderungen zu meistern.

Das Präsens erscheint hier gekonnt eingesetzt, wirkt es doch universeller, zeitloser als das gebeugte Präteritum. Auch die Symbolsprache, die die Autorin in form vieler Metaphern verwendet, macht die Geschichte zu einem eindrucksvollen Schauspiel weit schweifender Gedankengänge. Lasst Euch hiervon ruhig anstecken und inspirieren!

3 Gedanken zu „Rezension zu „Stein und Sein“ von Angelika Röhrig

  1. Pingback: Darüber habe ich mich gefreut! « Findevogels Flickwerk

  2. Findevogel

    Auch hier möchte ich mich herzlich für die treffende Rezension meines Buches bedanken. Das hat mich sehr gefreut.
    Es grüßt der Findevogel

  3. ai.hua

    Aber gerne doch! Schließlich wollen wir, dass tolle Geschichten auch Leser finden.

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