Rezension zu „Wartezimmer in den Tod“ von Werner Alexander

„Die Schafe kamen in Scharen, um sich scheren zu lassen.“

Buchcover Werner Alexander "Wartezimmer in den Tod"Heute wird’s im Blog mal wieder kriminell. „Wartezimmer in den Tod“ nennt sich ein Buch von Werner Alexander, bei dessen Titel ich einfach nicht widerstehen konnte. Das 58-seitige Werk macht nach außen hin zwar einen unscheinbaren Eindruck, aber die Lektüre seines Inhalts hat es wahrlich in sich.

Der Krimi beginnt auf recht ungewöhnliche Weise, nämlich auf einer Pressekonferenz der Kripo. Dem Abteilungsleiter werden von der ungeduldigen Journalistenschar ein paar bohrende Fragen zu einem grausigen Fund in einer ehemaligen Arztpraxis gestellt, die er jedoch mangels Erkenntnissen unbeantwortet lassen muss. Im Keller des Hauses waren Ermittler auf Knochen von mehreren Leichen gestoßen. Was dort genau vorgefallen war, blieb unklar. Ebenso war der Arzt selbst seit Wochen abgetaucht und möglicherweise ins Ausland geflohen. Auch die Einrichtung der Praxis mutete unheimlich an, befand sich darin doch eine Verbrennungsanlage. Um dem Geheimnis des mutmaßlichen Dr. Gellers auf der Grund zu gehen, betraut der Abteilungsleiter zwei erfahrene Beamte mit dem Fall, dessen Aufklärung alles andere als einfach wird.

Werner Alexanders Schreibstil ist solide und präzise, stellenweise aber etwas eigenwillig. Das Erzähltempo wirkt gut getroffen, die Handlung rauscht vor dem inneren Auge dahin, als würde man einen Kriminalfilm schauen. Ein wenig bemängeln muss ich jedoch die Rechtschreibung, die insgesamt noch verbessert werden könnte. Der aufkommenden Spannung tut dieser Umstand allerdings keinen Abbruch, denn diese steigert sich kontinuierlich vom Anfang bis zum Ende. Logikfehler sind mir nicht untergekommen.

Das eBook hat 58 BX-Seiten. 3,99€ mögen dafür zwar etwas teuer erscheinen, doch Krimifans werden das bei der gebotenen Dramatik verschmerzen. Das Buch ist für Leser ab 16 Jahren freigegeben, was damit zu begründen ist, dass der Fall einige ziemlich makabere Züge an sich hat. So ist „Wartezimmer in den Tod“ keine seichte Unterhaltung, sondern sorgt für reichlich Gänsehaut beim Lesen. Für die Liebhaber handfester Kriminalgeschichten ist es also, abgesehen von der optimierbaren Rechtschreibung, ein guter Tipp für die Lektüre zur Geisterstunde.

ISBN: 978-3-7309-0820-4

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