Rezension zu „Was weiß(t) Duden(n)“ von Cornelia und Franz von Soisses

„Genitiv ins Wasser, weil es Dativ ist.“

 

Buchcover Cornelia von Soisses und Franz von Soisses "Was weiß(t) Duden(n)"Heute wenden wir uns einem kaufbaren eBook zu, das in die Kategorie „Literaturkritik“ eingeordnet worden ist. Es trägt den auffallend kreativen Titel „Was weiß(t) Duden(n)“. Verfasst ist es von Cornelia und Franz von Soisses, die unter dem gemeinsamen Nutzernamen „soisses“ auf BookRix registriert sind. Die Überschrift zu dieser Rezension habe ich ebenfalls dem Werk entnommen.

Das Buch kommt mit stolzen 90 Seiten daher und ist in mehrere Kapitel untergliedert. Dem Klappentext kann man entnehmen, dass es sich mit „Zitaten und Bedeutung für den alltäglichen Gebrauch“ beschäftigt. So beginnt der Text denn auch damit, die Deutung von Aussprüchen und Wendungen zu hinterfragen. Hierbei ist bereits ein gewisser Hang zu einfallsreichen und manchmal sehr satirisch angehauchten Wortspielen erkennbar. So erhalten einige Beispielsätze durch absichtlich eingebaute Schreibfehler eine völlig neue Bedeutung, wobei es verblüfft, was alleine durch Variation von Groß- und Kleinschreibung alles möglich wird. Dann vollzieht der Text eine Hinwendung zum aktuellen Zeitgeschehen und durchleuchtet Aussagen bekannter Politiker. Nach und nach werden Themen wie Religionsfreiheit, Rente und Sozialstaat und Rollenverhalten der Geschlechter aufgegriffen und ausführlich besprochen.

Stilistisch ist das Buch auf sehr hohem Niveau angesiedelt. Selbst Flüchtigkeitsfehler sind äußerst rar. Zielsichere Formulierungen und treffliche Analysen zeichnen den Ausdruck des Autorenduos aus. Die beiden bringen auf den Punkt, was oftmals verworren oder unnötig verschlüsselt erscheint, kontern den Ernst so mancher Aussage mit satirischem Geschick aus.

Allerdings ist festzustellen, dass vor allem die hinteren Kapitel wie etwa „Rente 2012“ oder „Gender“ nicht mehr viel mit dem vorgegebenen Themenschwerpunkt „Zitate und Bedeutung für den alltäglichen Gebrauch“ zu tun haben, da dort kaum ein Zitat erörtert wird, sondern vielmehr eine allgemein gehaltene Auseinandersetzung mit aktueller Politik und Gesellschaft, sowie dem Rollenverhalten der Geschlechter stattfindet. Von daher ist die Einordnung des Buches in die Kategorie „Literaturkritik“ nicht für all seine Kapitel gelungen.

Natürlich ändert dieser Kritikpunkt nichts am eigentlichen Inhalt des Buches, der sich meiner Meinung nach sehen lassen kann. Der Preis von 5,99 € scheint mir dennoch ein wenig hoch angesetzt.

 

ISBN: 978-3-95500-106-3