Rezension zu „Traumwelten“ von Karsten Eckert

Über eine Reise ins eigene ICH.

Der Autor Karsten Eckert, auf BookRix als „ecki77“ angemeldet, schickt in seinem Buch „Traumwelten“ eine recht schüchterne graue Maus auf eine ganz und gar nicht graue Reise durch eine verworrene Mischung aus Gedanken und Tagträumen. Da der Text bisher noch nicht sonderlich beachtet worden ist, möchte ich ihn hier vorstellen.

Julia Sanderkamp, die Protagonistin, stellt eine typische Antiheldin dar, schüchtern, kaum auffallend, nicht besonders wohlhabend und dann auch noch Dauer-Single, tritt einen zweiwöchigen Urlaub an, ohne genau zu wissen, was sie mit der ganzen freien Zeit überhaupt anfangen soll. Zu ritualisiert verläuft ihr Alltag, als dass sie mit der plötzlichen Störung des altbekannten Trottes richtig klarkäme. Planlos beschließt sie, sich einen Kinofilm anzusehen. Auf dem Weg zum Filmpalast nimmt dann die Reise ihren Anfang. Zufällig trifft sie mit ihr völlig Fremden zusammen, die ihr so sehr in Erinnerung bleiben, dass sie ausgedehnte Tagträume entspinnt und sich darin mit dem Leben dieser völlig unterschiedlichen Personen auseinandersetzt. Sie erfährt so, was diese Menschen beschäftigt und antreibt, erhält aber auch Impulse für ihr eigenes Selbst und die Einstellung zur Außenwelt.

Karsten Eckert schreibt recht solide. Dann und wann erscheinen Wortwiederholungen, die allerdings nicht zu störend wirken. Selten verfällt er in eine etwas zu lässige Ausdrucksweise, aber auch dies trübt den Gesamteindruck nur wenig. Insgesamt schafft er es sehr eindrucksvoll und durchaus unterhaltsam, die verschiedenen Charaktere und ihre Gedanken glaubhaft und äußerst lebendig darzustellen. Bei der Schilderung der einzelnen Figuren variiert er den sprachlichen Ausdruck so, dass dadurch die Eigenschaften des jeweiligen Menschen noch klarer hervortreten. Der Autor kann dabei sowohl tiefgründig und nachdenklich, wie auch satirisch und humorvoll berichten.

Alles in allem ist „Traumwelten“ ein vielseitiger und kurzweiliger Text, der zum Nachdenken anregt, ohne dabei in irgendeiner Form abgehoben zu wirken. Ich kann das Buch daher nur empfehlen.

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