Rezension zum Selfpublishing-eBook „Fay – Das Vermächtnis des Blutes“ von T.J.Hudspeth

„Die Träne wird euch den Weg weisen.“

Die Indie-Autorin T.J.Hudspeth hat auf der Selfpublishing-Plattform BookRix bereits mehrere Romane veröffentlicht und eine beträchtliche Anzahl treuer Fans gewonnen. Bisher waren vornehmlich Vampire ihr bevorzugtes Thema. Mit „Fay – Das Vermächtnis des Blutes“ betritt sie nun jedoch neue Pfade, denn hier wird es märchenhaft.

Buchcover T.J.Hudspeth - "Fay - Vermächtnis des Blutes"Dalila, ein recht gewöhnlicher weiblicher Teenager, wacht eines Tages aus dem Koma auf. Das Klinikpersonal verhält sich ihr gegenüber irgendwie seltsam und schon bald erfährt sie den Grund dafür: Ihre Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie selbst kann sich zunächst an nichts erinnern, doch schon bald plagen sie heftige Schuldgefühle, weil sie befürchtet, die Eltern während der gemeinsamen Fahrt abgelenkt und das tragische Unglück somit verschuldet zu haben. Nun aber kommen weitere sonderbare Ereignisse hinzu: Die Eltern haben einen Abschiedsbrief hinterlassen. Dalila soll so schnell wie möglich zu ihrer Großmutter Daphne ziehen, welche sie bisher jedoch noch nie gesehen hat. Sie wohnt an einem Ort namens Fairywicket. Ebenso skurril wie diese Bezeichnung verläuft auch die Reise dorthin. Und als ob das nicht schon genug wäre, ist die Frau, die sich ihr als Daphne vorstellt, völlig anders, als sie es erwartet hat. Doch wenigstens kann ihr die Großmutter alle absonderlichen Vorkommnisse erklären und sie außerdem auf ihre wahre Bestimmung vorbereiten. Dalila erfährt von ihr, dass die Wesen, die man für gewöhnlich nur aus Märchen kennt, tatsächlich existieren und sie selbst auch noch dazugehört. Auch der schöne Jo, ein guter Freund von Daphne, verkompliziert Dalilas Leben ungemein.

T.J.Hudspeth verzaubert ihre treuen Fans mit einem wundervollen Roman, der viel zu bieten hat und sich außerdem deutlich von ihren bisherigen Werken unterscheidet. Das trifft sowohl auf den Inhalt, wie auch auf den Schreibstil zu. Vor allem von Letzterem bin ich recht angetan, da er individuell und unverwechselbar wirkt. Die Autorin drückt sich vielseitig und präzise aus, stellenweise vielleicht ein wenig zu wissenschaftlich für eine fiktive Fantasy-Geschichte, was aber nur zu Beginn des Textes zu beobachten ist. Orthographisch ist alles im grünen Bereich.

Was mir aber am meisten gefällt, ist das entspannte und ausführliche Erzähltempo. Oftmals leiden Fantasy-Romane ja daran, zu schnell auf den Punkt zu kommen, indem die Hauptfiguren urplötzlich ungeahnte Fähigkeiten besitzen und dadurch übermächtige Gegner ohne Weiteres bezwingen können. Nicht so hier; zwar erfährt Dalila, dass sie dem feenhaften Volk der Fay – zumindest zur Hälfte – angehört, doch macht sie das nicht zum Übermenschen, der auf einmal alles kann. Sie bleibt angreifbar, was ein deutlicher Gewinn für die Geschichte ist. So bleibt die Spannung auf einem hohen Level erhalten und die Handlung wirkt plausibel.

Fay – Das Vermächtnis des Blutes“ ist ein faszinierendes und angenehm erzähltes Fantasy-Abenteuer, das mit einem Preis von 1,49€ auch noch unverschämt günstig zu haben ist. Es wird durch seinen sehr guten sprachlichen Ausdruck und die einfühlsame und nachvollziehbare Erzählweise nicht nur die angestammten Fantasy-Fans hinreißen wird, sondern auch solche Leser, die nicht schon auf der ersten Seite wissen wollen, wie die Geschichte ausgeht. „Fay – Das Vermächtnis des Blutes“ überzeugt gleichermaßen durch Spannung und Gefühl.

Nachtrag: Das wundervolle Cover ist übrigens vom Bruder der Autorin gezeichnet worden.

Be Sociable, Share!