Rezension zum Selfpublishing-eBook „Rock me, Baby“ von C. Griethe

Romeo und … Noah!

Heute wenden wir uns der Gay-Romance zu, ein Genre, das bekanntlich reichlich Gefühl zu bieten hat. So ist „Rock me, Baby“ der Indie-Autorin C. Griethe denn auch ein Roman, der eine gleichgeschlechtliche Beziehung zum Thema hat, die sich in Musikerkreisen abspielt.

Buchcover C. Griethe "Rock me, Baby"Noah Mills ist der Sänger einer erst kürzlich entdeckten Band. Zusammen mit seinen drei Kollegen, von denen der eine, Jason, sein Stiefbruder ist, steht er am Anfang einer Bilderbuchkarriere in der Welt der Musik. Der äußere Schein ist also blendend, doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Von einer Internetseite hat Noah nämlich erfahren, dass er vor Kurzem eine Affäre mit einem weiblichen Fan gehabt hat. Selber weiß er davon allerdings nichts. Obwohl die Story also offenkundig frei erfunden ist, distanziert sich Jason merklich von ihm, was ihm schwer zu schaffen macht, da sein Stiefbruder ihm stets Halt gegeben hat. In einer Art Kurzschlussreaktion möchte sich Noah mit einem Callboy ablenken. Er kann nicht ahnen, welche ausufernden Verwicklungen er damit auslöst.

Außer ein paar Flüchtigkeitsversehen gibt es nichts Gravierendes festzustellen. Nur die Kommasetzung ist gelegentlich nicht ganz stimmig, da öfters mal keine Trennung zwischen Haupt- und Nebensatz erfolgt. Davon abgesehen, ist der Text stilistisch recht gut ausgefallen. Der Ausdruck ist eine gelungene Mischung aus angenehmer Schrift- und eher salopper, aber nie niveauloser Umgangssprache, was man sich durchaus für Unterhaltungen zwischen Bandmitgliedern vorstellen kann. Die Nutzung des Präsens’ in der gesamten Geschichte lässt die Handlung aufgelockert dahinschwirren. Man muss allerdings sagen, dass diese gelegentlich etwas vorhersehbar erscheint, weshalb sich die Spannung ein wenig in Grenzen hält. Romantisch ist sie allerdings trotzdem.

Der Preis für den kompletten Download beträgt 3,99€. Da der Text stilistisch in Ordnung ist und der sprachliche Ausdruck perfekt zum Setting passt, ist das angemessen. „Rock me, Baby“ ist gute Unterhaltung für sinnliche Momente, weniger ist es für Leser geeignet, die sehr Tiefsinniges oder Philosophisches erwarten. Stattdessen spricht es in erster Linie das Herz an und das tut es recht sympathisch.

Schreibe einen Kommentar