Sand im Zeitmaschinengetriebe

Die Gewinner?

Lange haben wir euch auf die Folter gespannt und das Warten hat noch immer kein Ende. Ganz langsam wollen wir euch die Gewinner offenbaren, also haben wir uns dazu entschlossen, die einzelnen Jury-Wertungen nacheinander zu veröffentlichen.
Den Anfang macht die Wertung der BookRix-Mitarbeiterin Jennifer Jäger, die auf BookRix auch als „melodiederfinsternis“ bekannt ist. Sie hat sich bei der Wertung, wie alle anderen Jurymitglieder auch extrem schwer getan, letztendlich kam sie aber zu  folgendem Ergebnis:

Die Sanduhr der Schattenstreicher

Sowohl Titel, als auch Cover laden definitiv ein, dieses Buch zu lesen. Der kurze, aber prägnante Klappentext passt zur Geschichte, verrät allerdings das Ende, was ein wenig Schade ist.

Auch die Innengestaltung ist sehr gut gelungen und passt zum Gesamtwerk. Die Story selbst liest sich sehr flüssig, und auch wenn man das Ende wegen des Klappentextes schon kennt, fiebert man mit. Man möchte nicht glauben, dass Saphiria das drohende Unglück und den Tod ihres geliebten Vaters nicht verhindern kann.
Als der Augenblick gekommen ist, breitet sich Ernüchterung aus und man versteht, dass nichts die Vergangenheit ändern kann. Ein wenig erinnerte mich das Grundgerüst an Harry Potter, denn Saphiria konnte nur überleben, da sie sich selbst die Anweisung gab, in die Berge zu fliehen.
Trotz dieser Parallele und dem verratenen Ende im Klappentext reißt die Geschichte den Leser mit. Fehlerfrei geschrieben, schön gestaltet und mit einer kleinen Anekdote, die zum Nachdenken anregt. Die Vergangenheit lässt sich nicht verändern, denn sie ist schon geschehen.
Das Zeitreise-Paradoxon wurde gut eingearbeitet und ich könnte mir auch eine weiterführende Geschichte um die Sanduhr der Schattenstreicher vorstellen.
Insgesamt ein verdienter erster Platz.

Der dreizehnte Schädel

Der Titel ist sehr passend gewählt und Cover, sowie Klappentext bereiten den Leser auf das vor, was sich zwischen den Buchseiten befindet.
Eine Geschichte, wie sie dieses Jahr hoffentlich passieren wird, wenn der Weltuntergang wirklich vor der Tür steht, denn die Welt wird von einer jungen Frau gerettet, wird dies aber leider niemals erfahren. Hierdurch kam mir unweigerlich der Gedanke, ob der nette Nachbar von nebenan vielleicht auch ein Held im Verborgenen ist und uns schon einmal alle gerettet hat.
Die Grundidee ist sehr schön und lässt die Menschen in der Umgebung des Lesers in einem anderen Licht erscheinen. Die Geschichte selbst ist spannend geschrieben, allerdings würde ich mich freuen, wenn sie nach dem Wettbewerb weiter ausgearbeitet wird, da die Seitenbegrenzung den Handlungsrahmen doch sehr eingrenzen und wichtige Szenen teilweise in wenigen Sätzen abgehandelt werden, um das Seitenmaximum nicht zu sprengen. Das ist sehr schade und verleiht den Kristallschädeln einen kleinen Riss in der glatten Oberfläche.
Da die Innengestaltung leider nicht so liebevoll ausgearbeitet wurde und größtenteils Absätze fehlen, was das Lesen erschwert, landet die Geschichte auf Platz Zwei.

Diamanten der Zeit

Dieses Buch besticht nicht nur mit einer schönen Außen- sondern auch Innengestaltung. Mit viel Witz und Charme treibt Vivian die Geschichte voran und jeder Leser, der kleine Geschwister hat, wird nickend und lächelnd vor ihrem Buch sitzen und sich selbst in Laurie wiedererkennen.
Besonders gut gefallen hat mir an diesem Werk, dass die Zeitreise nicht vollkommen im Mittelpunkt steht, sondern einem bestimmten Zweck dient: Laurie erkennt, wie viel ihr Bruder ihr wirklich bedeutet, obwohl er sie manchmal auf die Palme treibt.
Hiermit hebt sich das Werk von vielen anderen Wettbewerbsbeiträgen ab, bei denen die Zeitreise eine zentrale Rolle spielt und die Geschichte vollkommen auf diese ausgelegt ist.
Da ich bei diesem Werk durchgehend schmunzeln musste, manchmal Tränen in den Augen hatte und nun meine kleine Schwester ganz anders betrachte, landet es in meinen Augen verdient auf Platz drei.