Tag des freien Buches

„Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“ (Heinrich Heine 1820)

Der 10.05 ist ein schwarzer Tag in der deutschen Geschichte und das vor allem für Autoren, Intellektuelle und Buchliebhaber. Denn 1933 wurden an diesem Datum in Berlin tausende Bücher bedeutender Schriftsteller, die der damaligen NS-Regierung zuwider waren, verbrannt.

In Deutschland war zu Beginn des Krieges die „Aktion wider den undeutschen Geist“ gestartet worden. Bücher mit Inhalten, die von der NSDAP nicht geduldet wurden, wurden auf eine gefürchtete „schwarze Liste“ gesetzt und verschiedene Intellektuelle mussten mit Zensuren und Verfolgungen kämpfen.

Am 10.05.1933 schließlich gipfelte diese Aktion in einer öffentlichen Bücherverbrennung. Ein Exempel sollte statuiert werden und im Zuge dessen wurden 25000 Bücher im Zentrum Berlins unter den Augen von 70000 Schaulustigen verbrannt. Dabei wurden bedeutende Werke von mehr als 200 Autoren, unter anderem Franz Kafka, Thomas und Heinrich Mann, Sigmund Freud und Erich Kästner „den Flammen übergeben“. Da es ein regnerischer Tag war, musste dabei sogar mit Benzin nachgeholfen werden. Es folgte eine Welle der Vertreibung vieler Intellektueller aus Deutschland und zahlreiche der damals zerstörten Werke wurden auch nach dem Krieg nicht mehr neu verlegt. Ein wahrer Verlust für die Literaturwelt.

Seit 1983 feiert man nun am 10. Mai jährlich den Tag des freien Buches. Wir sollten uns gerade heute also vergegenwärtigen, dass das Recht, den Inhalt eines Buches frei und selbstständig zu bestimmen, keine Selbstverständlichkeit ist. Außerdem erinnern wir uns heute dieser sinnlosen Zerstörung und der Schriftsteller, die unter dem damaligen Regime zu leiden hatten.