Schlagwort-Archive: 19. Jahrhundert

Rezension zu „Das Geheimnis von Rosewood“ von Ester D. Jones

Rosen, Rätsel und Romantik

 

Heute ist ein historischer Liebesroman das Thema hier im Blog. Er nennt sich „Das Geheimnis von Rosewood“ und stammt aus der Feder von Ester D. Jones, die unter ihrem Nutzernamen „bettykay“ auch die Krimireihe „Mystic Wings“ veröffentlicht hat.

Buchcover Ester D. Jones "Das Geheimnis von Rosewood"Zugegebenermaßen bin ich ja kein Fan von Liebesromanen. Dass ich „Das Geheimnis von Rosewood“ dennoch mit großer Begeisterung gelesen habe, hat mehrere Gründe. So ist das Cover sehr ansprechend und der Klappentext verheißt eine interessante Vielfalt an Handlungssträngen. Die Geschichte trägt sich im Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu, also kurz nach dem Ende des Sezessionskrieges. Die Sklaverei ist abgeschafft. Dennoch gibt es Farmen, auf denen die Arbeiter schlecht behandelt werden. Das trifft auch auf das Anwesen „Rosewood“ zu, dessen bisheriger Pächter aber gefeuert wird. Nun soll George John Letham als neuer Pächter die Dinge wieder ins Lot bringen. Zusammen mit seinem Freund Xaver übernimmt er diese Aufgabe. Doch als er Rosewood betritt, muss er feststellen, dass die Probleme dort viel schlimmer als erwartet sind. Durch die schlechten Erfahrungen mit seinem Vorgänger begegnen die Arbeiter George mit deutlichem Misstrauen. Ihre Behausungen sind völlig heruntergekommen und auch das Haupthaus ist verwüstet worden. Die meisten der Rosenstöcke sind verkümmert. Außerdem wird berichtet, dass es auf der Farm spuke. Ein Gespenst soll sich dort umtreiben und sogar einen Mord begangen haben. Und als ob das alles nichts schon schlimm genug wäre, macht George eines Nachts die Bekanntschaft einer sonderbaren Frau, die ihn vom ersten Moment an fasziniert. Wird ihm seine unkonventionelle Art helfen, das Geheimnis von Rosewood zu lösen?

Das Buch ist erfreulich arm an Fehlern. Nur äußerst selten trifft man einen solchen an, zumeist bei der Kommasetzung, und deshalb liest es sich äußerst flüssig und angenehm. Stilistisch ist es ebenfalls sehr gelungen. Der Zeitgeist wird gut getroffen, vor allem beim Verhalten der einzelnen Figuren. Das Ende des amerikanischen Bürgerkrieges bedeutet zwar auch die Freiheit für alle Sklaven, doch das gegenseitige Misstrauen der vormals unterschiedlichen Stände ist immer noch vorhanden und sorgt in dieser Geschichte für den nötigen Zündstoff. Im Verlauf der Geschehnisse erleben wir die ein oder andere faustdicke Überraschung. Der Roman ist also kurzweilig. Obwohl er zur Kategorie „Liebe“ zählt, steht dieses Thema nicht ganz im Mittelpunkt. Vielmehr geht es um den Umgang der Stände miteinander, die neuen Möglichkeiten, an die sich viele Menschen jener Zeit erst noch gewöhnen müssen, was manchen schwer fällt.

Das Buch ist ab 12 Jahren freigegeben. Die ein oder andere Szene hätte für mein Empfinden eine etwas schärfere Reglementierung nahegelegt, z.B. ab 16, aber das ist sicherlich Ansichtssache. Insgesamt bietet „Das Geheimnis von Rosewood“ stilvollen, abwechslungsreichen, romantischen, abenteuerlichen und stets sympathischen Lesegenuss. Was will man mehr?

 

ISBN: 978-3-7309-0751-1