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Rezension zu „Drachenstaub“ von Paula Roose

Drachenblut und Sternenstaub …

Vor einer Weile hat uns Paula Roose schon mit ihrem wundervollen Roman „Drachentau“ in das beschauliche Bärendorf Mühlenau entführt und mit Rosa bekannt gemacht. Die schöne Bärin wird vom gierigen Drachen Tumaros geraubt und in dessen Höhle verschleppt. Die gefühlvolle, außergewöhnliche Geschichte um Rosas Leben und Flucht hat „Drachentau“ zu einem ganz besonderen literarischen Schatz werden lassen und nebenbei auch einen Riesenerfolg ermöglicht. Die Fans und Bewunderer von Paula Roose können sich nun freuen, denn mit „Drachenstaub“ liegt eine Fortsetzung der Saga vor, die genau wie der erste Band sowohl von innen wie auch von außen begeistern wird.

Viele Jahre sind vergangen, seit Rosa aus den Fängen des Ungeheuers Tumaros entkommen ist. Nun lebt sie zusammen mit ihren Nachfahren wieder in Mühlenau. Ihre Enkelin Patrizia macht eines Tages beim Pilzesammeln eine schauderhafte Entdeckung. Beim Auskundschaften eines Tunnels unweit des Drachenberges wird sie beinahe von gespenstischen Händen in den Erdboden gezogen. Eine unvorstellbare Kälte umgibt sie dabei. Doch Bernhard, ihr Vater und Rosas Sohn, kann sie retten. Was geht da vor sich? Kurz darauf bekommt Bernhard unerwarteten Besuch. Keine Geringere als Eschagunde, die königliche Waldfee, erscheint und erzählt ihm, was es mit dem Angriff auf Patrizia auf sich hat. Tumaros, der Drache von einst, ist zwar schon längst besiegt, doch hat er im Inneren des Berges ein noch viel bedrohlicheres Unheil eingesperrt, das nun mit aller Macht versucht, sich zu befreien. Eschagunde hat zwar einen Plan, was dagegen unternommen werden kann, aber leicht wird dieses Vorhaben nicht gerade.

Wir erleben dann eine gefährliche Reise in das Menschenland sowie durch einen toten Wald, aus dem noch nie jemand wieder herausgefunden hat.

So wie bei Band 1 der „Drachentau-Saga“ lädt auch hier bei „Drachenstaub“ das Cover zum Reinschnuppern ein. Und der Inhalt des Buches ist dann alles Andere als enttäuschend. Eine märchenhafte Geschichte entfaltet sich bildgewaltig, die weder an Gefühlen noch an Dramatik spart. Spannend ist es von Anfang an und einige geschickt eingestreute Perspektivwechsel lockern die Handlung gezielt auf. Bei einem kontinuierlich flüssigen Erzähltempo fühlt man sich wunderbar unterhalten.

Stilistisch und orthographisch gibt es fast nichts zu kritisieren. Nur gelegentlich stolpert man über die dann zu häufig benutzten Verben „sagen“ und „antworten“, aber bei dem durchweg gehobenen sprachlichen Niveau stolpern da bloß Pedanten wie ich. Jedenfalls gibt es nur wenige Bücher, die Sprache auf so eine angenehme und wohltuende Weise gebrauchen, wie es hier der Fall ist. Man kann die Wortwahl am besten als „bezaubernd“ bezeichnen.

Die Handlung enthält reichlich Motive aus dem Bereich der Märchen, geht aber darüber hinaus. Besonders gelungen finde ich, dass am Ende der gefährlichen Reise nicht gleichzeitig auch das Ende des Buches erreicht ist, sondern die Geschichte noch weiterläuft und etliche Aspekte wieder aufgreift und zusammenführt, die zuvor schon angesprochen worden sind. Man hat dadurch am Schluss den Eindruck, etwas Abgerundetes und sorgsam Konzipiertes gelesen zu haben.

Mit „Drachenstaub“ setzt Paula Roose ihre Saga über die sympathischen Bären aus dem Dorf Mühlenau ebenso fort, wie sie sie schon begonnen hat, nämlich spannend, romantisch, mitreißend und sprachlich perfekt. Fans von Fantasy-Abenteuern werden sich hier genauso wohlfühlen wie diejenigen Leser, die eine nicht alltägliche und gehobene Lektüre bevorzugen. Die Mischung aus liebevoll geschilderter Handlung und literarischer Eleganz ist bei „Drachenstaub“ mehr als geglückt. Unbedingt kaufen und lesen!

Rezension zu „Toran der Jäger“ von Philipp Tholey

Jäger, Schwerter, Edelsteine …

Nach wie vor ist die Fantasy sehr beliebt bei vielen Lesern. Daher ist sie heute wieder das Thema hier im Blog. „Toran der Jäger“ heißt ein eBook von Indie-Autor Philipp Tholey, das den ersten Teil seiner „Khesin-Saga“ darstellt. Von dieser sind bereits mehrere Bände auf der Selfpublishing-Plattform BookRix erschienen, ein Grund mehr, ausführlich reinzulesen.

Buchcover Philipp Tholey - "Toran der Jäger"Wie der Titel des Romans unschwer vermuten lässt, ist die Hauptfigur der Jäger Toran. Er lebt auf der Insel Khesin, die einen eigenständigen Staat bildet und von König Thar regiert wird. Der gutmütige Herrscher ist Torans Freund. Daher bittet er ihn gelegentlich um Hilfe, wenn ein brisanter Auftrag ansteht, den er in vertrauenswürdigen Händen wissen will. So auch jetzt: Toran soll sich im Palast des Monarchen einfinden. Auf dem Weg dorthin hat er jedoch einen Unfall im Gebirge, wird aber von zwei Heilerinnen gerettet. Als er dann endlich am Königshof eintrifft, erklärt ihm der Herrscher, dass er auf dem Festland nach einem wertvollen Zepter suchen soll, das womöglich in falsche Hände geraten könnte. Toran macht sich also auf die beschwerliche Überfahrt ins Land Goor. Begleitet wird er von Tarax, dem er kurz vor der Abreise das Leben gerettet hat. Die beiden haben so manches gefährliche Abenteuer zu bestehen.

Toran der Jäger“ ist in einer mittelalterlich anmutenden Welt angesiedelt, in der allerhand Schwertkämpfe bestritten werden. Dementsprechend ist auch die Wortwahl des Romans ausgefallen. Die Ausdrucksweise ist gehoben, altertümlich und abwechslungsreich. Ab und an gibt es ein paar Wortwiederholungen und vor allem zu Beginn des Romans hat man den Eindruck, dass der eine oder andere Absatz ein wenig mit Adjektiven überladen ist. Das gibt sich im Verlaufe der Geschichte jedoch. Die Handlung wird mit viel Liebe zum Detail geschildert, manchmal für meinen Geschmack ein bisschen zu ausufernd. Insgesamt kann aber ein positives Fazit gezogen werden, zu dem auch die tadellose Rechtschreibung beiträgt.

Ein wenig gewundert habe ich mich über den Prolog, der den kompletten Inhalt des Bandes vorwegnimmt. Zwar möchte man ihn wegen des feinen sprachlichen Niveaus trotzdem selber lesen, doch nimmt es der Handlung etwas von der notwendigen Spannung.

Mit 1,99€ ist das eBook außerordentlich preiswert. Man erhält einen soliden Fantasy-Roman, der diesem Genre mehr als gerecht wird, auch wenn er wenig zu bieten hat, was darüber hinausreicht. Ab und an ist der Stoff jedoch ein wenig blutrünstig. Allzu zart besaitete Gemüter sollten sich also vorsehen. Zu empfehlen ist das Buch also in erster Linie für die Anhänger der Fantasy. Sie werden ihn lieben. Und eine Fortsetzung ist ja bereits vorhanden.

Rezension zu „Crafael“ von Ewa Aukett

„Wenn ich falle in diesem Krieg, der nie der meine war, wirst du um mich weinen?“

Die Indie-Autorin Ewa Aukett ist schon seit einer Weile Mitglied auf BookRix und hat bereits viele Leser mit ihren Werken begeistert. So hat beispielsweise ihr „Commissario Andretti“ im Newbie-Schreibwettbewerb den Sieg davongetragen. Deshalb habe ich mir für den heutigen Beitrag zu dieser Rezensionsreihe einen längeren Text von ihr erwählt, um ihn hier vorzustellen. „Crafael“ nennt sich ihr Fantasy-Roman, der zu den Büchern zählt, die ich ohne Abstriche als „literarische Schätze“ bezeichnen möchte. Warum das so ist, lest ihr nun.

Buchcover Ewa Aukett - "Crafael"Die Geschichte nimmt ihren Anfang in den schottischen Highlands. Wir befinden uns in einer tausend Jahre zurückliegenden Vergangenheit. Eine dunkle Macht bedroht den Clan der McCallahans. Leandra, die Schwester des Clanführers, erhält jedoch überraschend Hilfe. Ein uralter Drache wird zu ihrem Begleiter und unterstützt sie auch im Kampf. Eines Tages werden die beiden an der Grenze des Landes der Dunkelalben überfallen und von den Soldaten des Crafael Ledoux gerettet. Zunächst ist Leandra von dem Fürsten der Dunkelalben nicht eben begeistert, obwohl er sich ihr gegenüber neutral verhält, doch nach und nach ergibt sich für die beiden ein gemeinsames Leben.

Was Leandra jedoch nicht weiß, ist, dass Crafael als Dunkelalb über Fähigkeiten verfügt, die ihr fremd sind. So kann er seine Seele vom Körper trennen und mit dieser durch die Zeit reisen. Als Leandra eines Tages auf dem Schlachtfeld aus dem Leben gerissen wird, beschließt Crafael, ihrer Seele durch die Zeiten zu folgen.

An diesem Werk gibt es fast nichts zu bemängeln. Ab und zu begegnet einem ein Flüchtigkeitsfehler, den man aber kaum bemerken wird, da die Handlung einen völlig in ihren Bann zieht. Diese ist recht komplex, aber dennoch stets nachvollziehbar und verständlich geschildert. Anfangs verwirren die vielen mitwirkenden Figuren zwar ein wenig, aber das legt sich nach ein paar Seiten wieder. Außer Leandra und Crafael betreten nämlich noch weitere Charaktere die Bühne, aber nach und nach wird klar, was sie miteinander verbindet. Man befindet sich beim Lesen dieses Romans also auf einer faszinierenden und äußerst spannenden Entdeckungsreise, auf welcher man immer wieder mit überraschenden Wendungen und Fügungen belohnt wird.

Zu Beginn des Textes erscheinen zwar solche Begriffe wie „Drachenkriegerin“, „Highlander“ oder „Alben“, die gewisse Assoziationen bezüglich des Buchinhaltes wachrufen. Davon sollte man sich jedoch keinesfalls beirren lassen, denn die Handlung geht weit über das hinaus, was man für gewöhnlich in Fantasy-Romanen vorfindet. Die Geschichte ist romantisch und gefühlvoll, doch ebenso mysteriös und tragisch. Keine dieser Emotionen erscheint dabei gekünstelt oder konstruiert. Sie wirken stattdessen stets organisch und lebendig und reißen einen mit.

Ewa Aukett verfügt über einen überzeugenden, prägnanten Schreibstil, der keinerlei Wünsche offen lässt. Ihr Ausdruck passt perfekt zum jeweiligen Szenario und bewegt sich weit abseits ausgetretener Pfade. Wer einen gepflegten und versierten Umgang mit dem Medium Sprache zu schätzen weiß, wird sich hier sofort wohl fühlen.

Die 0,99€ für den Download halte ich eindeutig für zu wenig, denn „Crafael“ hat so viel an hervorragend ausgestaltetem Inhalt zu bieten, dass man dafür gerne mehr bezahlt. Das aufmerksame Lektorat tut sein Übriges zum rundum positiven Eindruck. Man hat hier das Gefühl, etwas Ganzes, Vollwertiges zu bekommen. „Crafael“ steckt voller Überraschungen, weshalb hier nicht nur die Fans der Fantasy unbedingt zugreifen sollten, sondern auch diejenigen Leser, die hochwertige Literatur lieben. Selten war eine so formvollendete Geschichte so günstig zu haben wie hier.

Rezension zu „Bota Ëndërr 2“ von Michael J. Unge

Der Traum geht weiter. Oder ist es die Wirklichkeit?

Vor nicht allzu langer Zeit ist hier im Blog der heitere Fantasy-Roman „Bota Ëndërr“ von Indie-Autor Michael J. Unge vorgestellt worden. Da mir dieser außerordentlich gut gefallen hat, ist es eine Freude, dass es nun eine Fortsetzung dazu gibt. Diese soll nun besprochen werden.

Zur Erinnerung: Benjamin findet sich plötzlich an einem unheimlichen Ort wieder, wo verschiedene Gefahren auf ihn lauern. Zum Glück hat er einen Schutzengel namens Sam, der ihn nach Bota Ëndërr bringt, dem Traumland, das von seiner Großmutter erschaffen worden ist. Dort lernt er verschiedene Geschöpfe kennen, wie etwa Knox, ein kleines, blaues Kerlchen, und Tefan, den Banditen. Doch Benjamin möchte wieder in die Realität zurückkehren, was ihm am Ende auch gelingt. Zu seiner Verblüffung befindet er sich in einem Krankenhaus und ist soeben aus dem Koma erwacht. Und noch eine Überraschung gibt es: Sam ist auch anwesend, allerdings nicht als Sam, sondern als Zad, einem Krankenpfleger, der dem Engel jedoch wie ein Zwilling gleicht.

Buchcover Michael J. Unge - "Bota Ëndërr 2"Zwei Jahre – und ein eBook – später: Benjamin lebt inzwischen glücklich mit Zad zusammen, als dieser eines Abends spurlos verschwindet. Zusammen mit seiner besten Freundin Lara begibt sich der Protagonist auf die Suche nach ihm, doch da geschieht das Unglaubliche: Die beiden werden Bota Ëndërr versetzt, so wie der Gesuchte bereits vor ihnen. Doch das Traumland ist nicht mehr so, wie Benjamin es in Teil 1 verlassen hat. Von Knox erfährt er, dass die Träumerin in einen tiefen Schlaf versunken ist. Außerdem treibt der düstere Seelenjäger jetzt sein Unwesen, eine Kreatur, die dem „Wald der süßen Träume“ entwichen ist, einem Ort, den wir bereits aus dem ersten Teil kennen. Benjamin und seine Gefährten müssen sich aufmachen, das bunte Land vor dem finsteren Geschöpf zu bewahren. Ein rasantes Abenteuer nimmt seinen Lauf, in dem eine Armee von Nussknackern, sprechende Bäume mit Sinn für Humor und eine ziemlich verzettelte Fee mit von der Partie sind.

Wie schon Teil 1 bezaubert auch „Bota Ëndërr 2“ durch eine Vielzahl sehr origineller Einfälle, wobei ich die Bäume am sympathischsten finde. Insgesamt erscheint die Handlung hier aber dramatischer und spannender, ist außerdem mehr aus einem Guss. Zu bemängeln gibt es nur wenig, vor allem aber Fehler bei der Kommasetzung. Ansonsten sprudelt der Text nur so vor Wortwitz und Situationskomik. Das sprachliche Niveau kommt dabei nicht zu kurz, ein recht erfreulicher Umstand.

Mit 3,99€ ist die Fortsetzung etwas billiger als der vorangehende Teil. Liebens- und lobenswerte Lektüre ist sie ebenfalls, da man hier eine Geschichte geboten bekommt, die sich abseits ausgetretener Pfade bewegt und dabei auch noch prima unterhält. „Bota Ëndërr 2“ ist ein kurzweiliges Lesevergnügen und fasziniert sicherlich nicht nur Fantasy-Fans, sondern auch Leser, die Geschichten mit reichlich Humor mögen.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Goldhort“ von Susanne Scharnbeck

„Und ich arbeite weiter daran, eines Tages die vollkommene und perfekte Bratkartoffel herzustellen.“

Diese hehre Absicht hegt der Nachbar von Kira, der Hauptfigur des Mystery-ThrillersGoldhort“. Das ist zugegebenermaßen eine unkonventionelle Überschrift für die Rezension zu einem literarischen Werk, doch man muss zu auffallenden Mitteln greifen, wenn man ein Buch vorstellen möchte, das von einer Aura des Außergewöhnlichen umgeben ist. Seine Autorin heißt Susanne Scharnbeck und ist erst seit Kurzen auf BookRix vertreten. Ihr hiesiges Erstlingswerk ist ein wahrer Schatz, und das nicht nur wegen seines Titels. Deshalb findet derzeit auch eine Verlosung zu diesem Roman statt. Den Link dazu findet Ihr direkt beim Buch.

Buchcover Susanne Scharnbeck - "Goldhort"Doch zunächst zurück zu Kira, der Heldin der Geschichte: Sie ist gerade damit beschäftigt, ihre kleine Wohnung im Obergeschoss eines Mietshauses zu renovieren. Bei den diversen Ausbesserungsarbeiten stößt sie immer wieder auf leicht merkwürdige Vorkommnisse. So entdeckt sie im Mauerwerk eine alte Puppe, die sie auffälligerweise an einen lebenden Bekannten erinnert. Außerdem bilden sich dunkle Flecke an einer frisch gestrichenen Wand. Und schließlich lernt sie ihren Nachbarn Klaus kennen, der ihr eine traurige Geschichte über seine vermisste Lebensgefährtin erzählt. Kira überfordert diese Häufung von Absonderlichkeiten, sodass sie bei ihrer besten Freundin Christine Rat sucht. Sie muss nun ein äußerst rätselhaftes Puzzle von Ereignissen zusammensetzen.

Der Schreibstil der Autorin kommt sehr erfrischend rüber, ist abwechslungsreich und der jeweiligen Situation gut angepasst, mal heiter bis satirisch, dann wieder nachdenklich mit viel Sinn für das erzählerische Detail, jedoch stets kurzweilig, ohne zu unterfordern. Fehler sind nur äußerst selten zu entdecken und wenn, dann der Flüchtigkeit geschuldet.

Besonders gefallen haben mir die zahlreichen Perspektivwechsel, die manchmal sehr überraschend erfolgen, aber stets deutlich als solche gekennzeichnet sind, wofür teilweise sogar die Kategorie Tempus ganz raffiniert eingesetzt wird. Die unterschiedlichen Handlungsstränge verbinden sich erst nach und nach zu einem größeren Ganzen, was für wohlige und anhaltende Spannung beim Lesen sorgt. „Überraschend“ ist dabei ein gutes Stichwort, denn vorhersehbar ist hier so gut wie nichts. Gerade wenn man zu ahnen glaubt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt, geschieht wieder etwas völlig Unerwartetes. Von all dem möchte ich hier nicht zu viel verraten, aber man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass man einen „Mystery-Thriller“ liest. Diesem Anspruch wird das Buch in jedem Falle gerecht.

Goldhort“ beweist, dass man fesselnde Geschichten abseits ausgetretener Pfade schreiben kann. Für den Download des gesamten eBooks 3,99€ zu verlangen, kann man daher durchaus als „selbstlos“ bezeichnen, denn das Doppelte wäre sicher mehr als angemessen. Wer einen Roman sucht, von welchem er fortwährend in Atem gehalten wird, sollte nicht zögern und „Goldhort“ lesen. Das Buch wird sicherlich auch jenen besonders zusagen, die gepflegten Ausdruck und wohldurchdachte Handlungsabläufe bevorzugen. Aber auch die Fans von Krimis, Gruselgeschichten und Fantasy werden es lieben. Bleibt zu hoffen, dass Susanne Scharnbeck möglichst bald noch mehr ihrer Werke auf der Selfpublishing-Plattform BookRix veröffentlicht.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Bota Ëndërr“ von Michael J. Unge

„Wo bin ich hier nur reingeraten?“

Genau dies fragt sich Benjamin, Protagonist des Romans „Bota Ëndërr“ von Indie-Autor Michael J. Unge, der als „mick76“ auf unserer Selfpublishing-Plattform BookRix angemeldet ist. Sein  hier vorgestelltes eBook fasziniert bereits von außen durch ein künstlerisch recht anspruchsvolles Cover. Also habe ich mir vorgenommen, es auch mal von innen zu untersuchen. Dass ich dabei nicht enttäuscht worden bin, kann ich jetzt schon verraten.

Buchcover Michael J. Unge "Bota Ëndërr"Der Text ist dem Genre Fantasy zugehörig. Tatsächlich erfahren wir, wie sich Benjamin, die Hauptfigur, unerwartet an einem sonderbaren Ort wiederfindet. Um ihn herum ist alles finster, doch schon bald stellt er fest, dass er beobachtet wird. Die Situation ist ihm nicht geheuer. Er versucht zu fliehen, wird bald von einem riesigen Wolf verfolgt und entkommt nur knapp mit einem Aufzug. Aber dort, wo er diesen wieder verlässt, sieht’s nicht eben viel besser aus, denn eine Horde seiner eigenen Spiegelbilder hat es plötzlich auf ihn abgesehen. Glücklicherweise bekommt er Hilfe. Ein Mann namens Sam weist ihm den Weg zu einem Ausgang und bringt ihn so nach Bota Ëndërr, einer ziemlich bunten Welt, in der scheinbar nichts so ist, wie es Benjamin gewohnt ist. Um etwas Klarheit über seine Situation zu bekommen, schlägt Sam ihm vor, die Träumerin aufzusuchen, eine Seherin. Als sie in ihrem Schloss eintreffen, muss Benjamin erstaunt feststellen, dass diese Träumerin für ihn keine Unbekannte ist. Auch trägt sie ihre Bezeichnung nicht ohne Grund.

Wer sich fragt, was der Titel des Buches wohl bedeuten könnte, dem sei verraten, dass es sich um die Übersetzung von „Traumwelt“ ins Albanische handelt. Der Autor liebt also nicht nur das Spiel mit Gedankenbildern, sondern auch mit Worten und Sprachlauten. Die Handlung bietet eine rasante, unterhaltsame Abfolge verschiedenster Szenen, in welchen Traum und Wirklichkeit ineinander übergehen. Dies geschieht jedoch nicht grundlos, sondern hat einen tieferen Sinn, der sich beim Lesen nach und nach erschließt und deshalb hier nicht vorweggenommen werden soll. Stilistisch überzeugt der Text ebenso. Allerdings finden sich eine Reihe von Flüchtigkeitsversehen, die jedoch zu verzeihen sind, da die Geschichte äußerst kreativ und ansprechend ausgeschmückt ist. Dazu zählen auch sehr viele humoristische Einlagen, die wirklich gelungen sind.

Für den Download verlangt der Autor 4,99€. Das halte ich für angemessen, da „Bota Ëndërr“ eine Geschichte ist, mit der man sich auch nach dem Lesen noch lange gedanklich beschäftigt. Da ist aber noch mehr: Der Text verursacht eine optimistische, sehr angenehme Stimmung, ist also wahrlich ein literarischer Genuss, sowohl stilistisch wie inhaltlich. Er ist mehr als Fantasy, man muss ihn gelesen haben, um das nachvollziehen zu können.

Übrigens läuft derzeit auch eine Verlosung zu diesem eBook.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Time Dynasty“ von Jane Montgomery

„Die Nacht breitete sich vor ihr aus und verweigerte jegliche Stellungnahme zu den Vorkommnissen.“

Die 13-jährige Amanda hat ein ziemlich großes Problem: Ihr Körper verselbstständigt sich nämlich eines Nachts und verlässt gegen ihren Willen ihr Zimmer. Draußen läuft er einfach weiter, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen kann. So skurril beginnt der Roman „Time Dynasty“ von Indie-Autorin Jane Montgomery, der seit Kurzem auf der Selfpublishing-Plattform BookRix zu bewundern ist. Ein im wahrsten Sinne „eigenwilliger“ Anfang, der mich sofort neugierig gemacht hat.

Buchcover Jane Montgomery "Time Dynasty"Amanda stellt bald darauf fest, dass sie von zwei Männern telepathisch kontaktiert wird, die ihr etwas Erstaunliches mitteilen möchten. Sie halten sie für eine Auserwählte, die auf eine Zeitreise ins Mittelalter gehen soll. Dort ist nämlich einer ihrer Vorfahren bedroht und Amanda soll ihn unterstützen. Ein unglaubliches Abenteuer beginnt für sie, bei dem jedoch nicht alles so läuft, wie es geplant worden ist. Da sie nämlich nicht im vorgesehenen Jahr eintrifft, wird kurzerhand ihr kleiner Bruder Ian hinterhergeschickt, um sie zu suchen.

Die Geschichte ist komplex und die einzelnen Handlungsstränge werden durch mehrere Perspektivwechsel miteinander verflochten. Das sorgt für jede Menge Spannung und auch der Unterhaltungswert ist hoch, da der Schreibstil der Autorin neben einem exquisiten, distinguierten Ausdruck auch noch über reichlich Humor verfügt. Weiterhin fließt historisches und biologisches Wissen in den Text ein. Fehler sind hier äußerst rar und wohl nur der Flüchtigkeit geschuldet. Insgesamt fällt das Fazit also positiv aus. Hilfreich beim Lesen ist außerdem die konsequente Kursivschreibung der Stimmen, die sich lediglich in Amandas Gedanken melden, sowie der telepathischen Unterhaltungen der übrigen Figuren untereinander.

3,99€ kostet der Download des kompletten Romans. Das Preisleistungsverhältnis stimmt auf jeden Fall, denn der Text gibt sich sprachlich ausgereift und inhaltlich spannend und originell. Jane Montgomery zeigt uns, wie perfekt eine Mischung aus gepflegtem Ausdruck und abwechslungsreicher Unterhaltung gelingen kann. „Time Dynasty“ sollte man sich daher nicht entgehen lassen, auch dann nicht, wenn man das Genre Fantasy für gewöhnlich eher meidet, denn dieses Werk dürfte mit seinem besonderen Charme sicherlich so Manchen auf den Geschmack bringen. Es ist zwar als Kinder- und Jugendbuch eingestuft, fasziniert aber problemlos auch volljähriges Publikum. Na, neugierig? Dann lies schnell rein!

Rezension zu „Das Siegel des Olymps“ von Romana R. K.

Gewitterstürme, Feuerrosse und das Schicksal einer Einzelnen

Die heutige Buchbesprechung führt uns in die Vergangenheit, genauer gesagt, in das antike Griechenland, wo die Götterwelt des Altertums noch allgegenwärtig ist. „Das Siegel des Olymps“ heißt ein Abenteuerroman der Autorin Romana R. K., der die Mythen um Zeus und Athene wieder zu neuem Leben erweckt.

Romana R. K. "Das Siegel des Olymps"Zunächst befinden wir uns in Athen und erfahren, dass die Stadt seit einer ganzen Weile schon von einem Dieb unsicher gemacht wird. Dieser bestielt Händler und wohlhabende Bürger und schafft es, danach stets im Gewühl eines Marktes abzutauchen. Die Wachen versuchen vergeblich, ihn dingfest zu machen. Tatsächlich heißt dieser Dieb Serena und ist eine junge Frau, die ihre Beute mit den Ärmsten der Stadt teilt, für die sie sich verantwortlich fühlt.

Eine gewisse Zeit geht das Versteckspiel gut, doch eines Tages ist die Übermacht der Wachen zu groß, Serena wird umzingelt und stürzt auf ihrer Flucht von einem Dach. Doch dieser Unfall ist nicht ihr unabwendbares Ende, sondern vielmehr der Anfang eines neuen Lebensabschnittes. Was sie nämlich nicht weiß, ist, dass ein bestimmter Bewohner des Olymps ein berechtigtes Interesse daran hat, dass es Serena gut geht. Diese Ereignisse bilden jedoch lediglich den Anfang für ein ganz besonderes Abenteuer, das sie nun bestehen muss. Im Olymp ist nämlich auch nicht alles Gold, was glänzt.

Rechtschreibung und Grammatik sind größtenteils in Ordnung. Ab und an kommt es jedoch zu auffälligen Flüchtigkeitsfehlern. Der Ausdruck kann, von vereinzelten Wortwiederholungen abgesehen, gelobt werden, zeigt er sich doch abwechslungsreich und angenehm flüssig. Allerdings kommen vereinzelt Vokabeln vor, die, weil zu modern, nicht so recht in das alte Griechenland passen wollen, so etwa „Neandertaler“ oder „Adrenalinkick“. Insgesamt überwiegt aber ein sehr positiver Eindruck. Vor allem das Erzähltempo ist gut umgesetzt. Die einzelnen Szenen werden ausführlich geschildert, ohne langatmig zu wirken. Stets herrscht eine gewisse Spannung vor und man möchte unbedingt wissen, was als Nächstes geschieht.

Der Preis für den Download des kompletten Buches beträgt 3,99€. Das ist durchaus angemessen, allein schon wegen der bloßen Menge spannenden Lesestoffes, der sich hier bietet. Von den bereits erwähnten Flüchtigkeitsfehlern abgesehen, überzeugt „Das Siegel des Olymps“ durch guten Stil und mitreißende Handlung. Für Fantasy-Fans ist es genau richtig, aber auch die Freunde anspruchsvollerer Lektüre werden sich daran erfreuen. Und wer ein Faible für Zeus und Athene hat, sollte sofort zuschlagen.

Rezension zu „Das Hadesrennen“ von Martin Sollert

Dschungelcamp vom anderen Stern

Die Science Fiction ist ein eher seltener Gast in dieser Vorstellungsreihe. Heute jedoch rückt ein ganz besonderer Vertreter dieses Genres in den Fokus. „Das Hadesrennen“ ist ein außergewöhnlicher Roman aus der Feder von Martin Sollert, der hier nicht fehlen darf.

Buchcover Martin Sollert "Das Hadesrennen"Mit sage und schreibe 1226 Seiten ist „Das Hadesrennen“ ein echter Wälzer. Darin geht es um den im Buchtitel genannten Wettstreit. Der hat seinen Namen dem Planeten Hades zu verdanken, wo er alle sieben Jahre stattfindet. Sieben Teilnehmer kämpfen um den Sieg und nur einer von ihnen wird Hades am Ende lebend verlassen, denn die anderen sechs Mitstreiter verlieren dort zwangsläufig ihr Leben. Das Spannendste am Hadesrennen ist jedoch, dass die gesamte menschliche Bevölkerung dem Ereignis – aus sicherer Entfernung – auf eine Weise beiwohnen kann, als wäre sie selber daran beteiligt. Zahllose Sensoren übermitteln Bilder und Geräusche, sogar Gerüche und physische Empfindungen der sieben Hadesfighter. Jeder Zuschauer kann sich somit in einen der Wettkämpfer „einloggen“ und genau das wahrnehmen, was dieser gerade durchmacht. Man könnte es also als die Umsetzung des Konzepts „Dschungelcamp“ in der Zukunft betrachten, nur dass diese Veranstaltung um ein Vielfaches dramatischer und realistischer ist.

Besonders interessant ist der Aufbau des Buches. Es ist in mehrere Kapitel untergliedert und setzt mit einer Zusammenfassung des Reglements für das Rennen ein. Danach wechseln sich zwei Arten von Kapiteln ab. Die einen enthalten Rückblenden auf einzelne Hadesrennen vergangener Tage, die anderen, die untereinander durchnummeriert sind, eine persönliche Lebensgeschichte eines ehemaligen Hadesfighters namens Lej. Wir erfahren dabei, wie er auf dem Planeten Bueeye aufwächst und durch widrige Umstände selbst zum Hadesfighter wird. In der Folge berichtet er von diesem, seinem allergrößten Abenteuer. Er durchlebt Höhen und Tiefen und so manche Überraschung wartet auf ihn.

Stilistisch gibt es außer sehr seltenen Wortwiederholungen nichts zu beanstanden. Nicht zuletzt wegen des kapitelweisen Wechselns der Erzählperspektiven entspinnt der Autor zahlreiche, zum Teil verschachtelte Handlungsstränge, die sich um das Hadesrennen herum ausdehnen, kleine Geschichten und Anekdoten aus dem Universum dieses Werkes. Den roten Faden verliert man dabei nie. Der Ausdruck ist stets ebenso vielseitig wie der muntere Reigen der Begebenheiten. Auch was Rechtschreibung und Grammatik betrifft, kann man – bis auf einen wiederkehrenden Kommafehler bei der wörtlichen Rede, sowie sporadische Vertipper – nicht meckern. Das gesamte Buch zeigt sich erfreulich aufmerksam ausgearbeitet.

Mit seinen 1226 Seiten hat dieser Roman einiges an Unterhaltung zu bieten. Für den Download muss man 4,99€ investieren, was beinahe zu wenig erscheint, denn die durchgehend hohe Qualität des Textes spricht für sich. Jetzt mag sich vielleicht so mach eine Leserin oder ein Leser dieser Rezension fragen, ob man wirklich so viele Seiten mit ein und demselben Thema füllen kann, ohne dass es langweilig wird. Die Antwort lautet: Ma(rti)n (Sollert) kann! Das Buch fasziniert vom ersten Moment an und die vielen immer wieder neuen Handlungsstränge machen es abwechslungsreich und lebendig. Das Buch ist nicht nur für Fans der Science Fiction interessant, sondern auch für diejenigen Leser, die gerne in eine perfekt ausgestaltete Phantasiewelt eintauchen wollen. Man wird hier mit wahrhaft spektakulärer Unterhaltung versorgt. „Das Hadesrennen“ muss man gelesen und dadurch quasi selbst mitgemacht haben!

ISBN: 978-3-86479-676-0

Rezension zu „Das Rätsel der geheimen Insel“ von Roland Schilling

„Ein Geheimnis, das die Welt nie erfahren sollte.“

Buchcover Roland Schilling "Das Rätsel der geheimen Insel"Die Überschrift stammt aus einem Klappentext eines Buches von Roland Schilling. Bei so viel Geheimhaltung geschieht es beinahe zwangsläufig, dass ein unbedarfter Rezensent einen verstohlenen Blick in die betreffende Geschichte wirft.

Das Rätsel der geheimen Insel“ beginnt dann auch mysteriös. Ein namenloser Ich-Erzähler betritt einen ihm unbekannten Strand. Das Eiland scheint menschenleer und so begibt er sich in den Dschungel, um kurz darauf einige ebenfalls verlassene Gebäude vorzufinden. Er schaut im Inneren nach, erforscht unterirdische Gänge und Räume, schafft es schließlich, ein Computersystem hochzufahren, bis er nach einigen kniffligen Aufgaben erfährt, was es mit diesem merkwürdigen Ort auf sich hat.

Zunächst mag man sich etwas wundern, warum die Handlung so abrupt einsetzt. Ohne dem Ende vorgreifen zu wollen, kann ich aber sagen, dass dieser Umstand seinen Sinn hat, denn am Schluss erlebt man eine interessante und unerwartete Überraschung.

Was die literarische Umsetzung angeht, ist zu sagen, dass die Wortwahl ziemlich detailliert ausgefallen ist. Man hat stets eine bildhafte Vorstellung von dem, was der Ich-Erzähler bei seiner Entdeckungsreise vorfindet. Dann und wann stößt man auf eine Wortwiederholung und Zeitenfolge und Rechtschreibung sind nicht immer ganz stimmig. Spannend ist der Text aber in jedem Falle und das Ende gibt wirklich zu denken.

Mit 38 Seiten ist „Das Rätsel der geheimen Insel“ ein guter Tipp für die Lektüre zwischendurch. Der Preis von 1,49€ ist daher angemessen. Die Geschichte punktet vor allem durch die reichlich erzeugte Spannung, sowie das verblüffende Ende.

ISBN: 978-3-7309-0853-2