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Minitipp:Abwechslung

Schreibblockaden überwinden

Auch im neuen Jahr versorgt uns der professionelle Autor und Lektor Philipp Bobrowski wieder mit seinen wertvollen Minitipps. Heute geht es dabei um die nötige Abwechslung, die man im Entstehungsprozess eines Buches einfach von Zeit zu Zeit braucht.

So mancher Autor kennt dieses Problem nur zu gut: man hat eine tolle Idee für sein neues Buch, steckt sehr viel Herzblut und Liebe in die ersten Seiten und hat einen richtigen Lauf beim Schreiben. Und dann -ganz plötzlich-  dreht man sich nur noch im Kreis und es will einem einfach nichts bahnbrechendes mehr einfallen, um die Geschichte am Laufen zu halten. Man ist ausgebrannt und einem kommen nur noch Ideen in den Sinn, die so gar nicht zu dem geplanten Werk passen wollen. Was dann zu tun ist? Philipp Bobrowski empfiehlt uns in seinem aktuellen Minitipp folgendes:



„Schreiben bringt kreative Abwechslung. Besonders vom Schreiben“


Der ein oder andere wird sich jetzt vielleicht denken: was soll das denn bitteschön bedeuten? Zugegeben, der Satz scheint auf den ersten Blick, als wäre er ein Widerspruch in sich. Doch bei näherer Betrachtung ist er durchaus sinnig. Braucht man nämlich ein wenig Abstand von seiner Geschichte, ist es oftmals das Beste, sich einfach mal eine Zeit lang schriftstellerisch auf etwas komplett anderes zu konzentrieren. So bekommt man oft den Kopf wieder am besten frei und kann sich danach wieder mit voller Konzentration seiner eigentlichen Geschichte widmen.

Happy Birthday Bram Stoker

Urvater der Vampirgeschichten

Heute sagen wir mal wieder „Happy Birthday„.  Am 08. November 1847, also genau heute vor 165. Jahren, kam nämlich Bram Stoker auf die Welt. Der Autor ist quasi der Urvater der Vampirgeschichten, denn aus seiner Feder stammt das weltberühmte und unerreichte Werk „Drakula“.

Wer kennt ihn nicht, den Grafen, der in seinem Schloss in Transsilvanien haust und dort sein Unwesen treibt? Die charakteristischen Eigenschaften eines Vampirs wie die blasse Haut, die spitzen Zähne und die Gier nach Blut, die Stoker seiner Figur auf den Leib schneiderte, sind auch heute noch Attribute, die untrennbar mit der „Gattung Vampir“ verknüpft sind. Das gruselige dabei ist:

Angeblich basiert die Figur des Grafen auf einer tatsächlichen Person. 1890 traf Stoker den ungarischen Professor Arminius Vámbéry, der ihm von der Legende des rumänischen Fürsten Vlad III. Drăculea (Drakula) erzählte. Inspiriert von dieser Figur entwickelte Stroker den blutsaugenden Grafen Drakula.

Bis heute hat sich nichts an der Tatsache geändert, dass wir von Geschichten rund um die blutsaugenden Untoten sehr fasziniert zu sein scheinen. Auch auf BookRix spiegelt sich dieser Trend wieder. In diesem Zusammenhang möchten wir euch besonders die Bücher unserer BookRix-Autorin T.J. Hudspeth ans Herz legen, die mit ihren Vampirromanen schon Hunderte von Lesern begeisterte und zu einer unserer Top-Autorinnen gehört.

Hier ein kleiner Überblick, was es aus dem Hause Hudspeth schon so alles gibt:

Viel Spaß beim Lesen und ja nicht beissen lassen 🙂

Wikipedia mal anders

Autorenprofile in der wohl bekanntesten freien Enzyklopädie

Während man früher noch mühselig dicke Lexika wälzen musste, um irgendwelche geschichtlichen Daten nachzuvollziehen oder Fremdworte definiert zu bekommen, geht das heute mit nur wenigen Mouseclicks – dank Wikipedia. Man weiß was nicht? Erst mal bei Wiki nachschauen… Im Zweifel bekommt man immer eine Antwort auf seine Fragen.

So kann man beispielsweise auch mal nachsehen, wer sich hinter diversen Autoren so versteckt, Informationen über deren Werdegang abgreifen oder einen Überblick über veröffentlichte Bücher bekommen. Nicht nur die ganz Großen wie Simon Beckett oder J.R.R.Tolkien sind dort aufgeführt – auch eine BookRix-Userin hat sich ein Profil dort angelegt – Christina Bäumerich aka cassia.sparks hat sich ihr Plätzchen dort gesichert, was wohl gar nicht so einfach ist.

Also ran an die Tastatur, wenn ihr euch dort verewigen wollt und Daumen drücken, dass euer Beitrag veröffentlicht bleibt – wir freuen uns jedenfalls, dass es einer unserer Userinnen gelungen ist!

Friedenspreis an Liao Yiwu

„Schreiben ist ein Weg, nach Freiheit zu streben“ (Liao Yiwu)

Sich unerschrocken für eine gute Sache einzusetzen, sich nicht von Repressionen verunsichern zu lassen und auch sein privates Schicksal hinten anzustellen – das alles macht den chinesischen Schriftsteller Liao Yiwu zu einer bedeutenden und bewundernswerten Figur in Chinas schwieriger Medienlandschaft. Vieles wird totgeschwiegen im „Land des Lächelns“ und nur manche wenige trauen sich, Augen und Mund nicht davor zu verschließen. Liao Yiwus ist einer von ihnen. Schon seit Jahren ist es ihm ein Anliegen,  gegen die politische Unterdrückung und die Entrechtung in seinem Land aufzubegehren. Bekannt wurde er hauptsächlich durch sein Gedicht „Massaker“, das er wenige Stunden vor dem Blutbad am Platz des Himmlischen Friedens veröffentlichte. Dieses brachte es mit seinem fast schon prophetisch anscheinendem Inhalt zu großer Popularität. Im Jahre 1990 wurde er schließlich wegen dieser „kontrarevolutionärer Schriften“ für vier Jahre ins Gefängnis gesteckt und war danach gezwungen, sein Leben als Straßenmusiker zu fristen. Während dieser Zeit lernte er viele Menschen kennen, die wie er selbst zu einem Leben am Rande der Gesellschaft gezwungen waren. Diese inspirierten ihn zu einem Buch. Natürlich war auch dieses der chinesischen Regierung ein Dorn im Auge, doch er schaffte es, ihnen ein Schnippchen zu schlagen und es außerhalb des Landes zu veröffentlichen. Die große Gefahr, die ihm seither in seinem Heimatland droht, zwang den besonderen Autoren 2010 dazu, dieser den Rücken zu kehren und nach Deutschland ins Exil zu gehen.

Gestern wurde ihm nun eine große Ehre zugesprochen: Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels wurde ihm verliehen. Bei der Verleihung wurde der Preisträger wie folgt beschrieben:

„Liao Yiwu setzt in seinen Büchern und Gedichten den Menschen am Rand der chinesischen Gesellschaft ein aufrüttelndes literarisches Denkmal. Der Autor, der am eigenen Leib erfahren hat, was Gefängnis, Folter und Repression bedeuten, legt als unbeirrbarer Chronist und Beobachter Zeugnis ab für die Verstoßenen des modernen China.“

In diesem Zusammenhang möchten wir – da es passender kaum geht- nun noch einmal auf unsere Charity-Video-Aktion hinweisen. Sie trägt den bezeichnenden Titel „gegen gefangene Worte“ und für jedes eingesendete Video spendet BookRix 5 Euro an die Organisation P.E.N., die sich aktiv für unterdrückte und gefangene Schriftsteller einsetzt. Diese Aktion liegt uns sehr am Herzen und darum hoffen wir auf eine rege Unterstützung eurerseits. Weitere Infos findet ihr hier.

Interview

Marcel Feige beantwortet Fragen zu seiner Cobain Biografie


Der deutsche Autor Marcel Feige hat mit der radikalen Biografie „I don´t have a gun“ über den Sänger Kurt Cobain genau ins Schwarze getroffen. Das Buch gibt tiefe Einblicke in das Leben des Ausnahmekünstlers, der mit seiner Band Nirvana einer der einflussreichsten Musiker seiner Zeit war. Wir freuen uns ganz besonders, dass sich Marcel Feige zur Verfügung gestellt und die Fragen aus den Reihen unserer Community offen und ehrlich beantwortet hat. Für alle, die nun bereits darauf brennen, das Buch zu lesen, noch eine kleine Erinnerung: noch bis Freitag den 15.06.2012 habt ihr die Möglichkeit, an der Verlosung von fünf Hardcover-Exemplaren des Buches teilzunehmen. Viel Glück dabei!

Deine Biografie über Kurt Cobain verlangt sicher viel Recherchearbeit. Woher hast Du die Info bekommen? Bist Du Cobain nachgereist? Selber sprechen konntest Du ihn ja leider nicht, aber hast Du Angehörige und Freunde getroffen und wenn ja, welche?

Das Schreiben einer Biografie ist immer mit sehr viel Recherche verbunden: Ich rede mit Bekannten, Freunden, Weggefährten, Kollegen und häufig auch mit der betreffenden, zu biografierenden Person, zumindest wenn sie noch lebt. Für die Kurt Cobain-Biografie bin ich im Sommer 2010 in die USA geflogen und dort an der Westküste den Spuren des Musikers gefolgt. Von seinem Geburtsort Hoquiam über Aberdeen, wo er seine Kindheit und Jugend verbracht hat, und Los Angeles, wo er das Album „Nevermind“ aufgenommen hat, bis nach Seattle, wo er mit Ehefrau Courtney und Tochter Frances bis zu seinem Tod gelebt hat. Über meine Erlebnisse während drei dreiwöchigen Tour habe ich einen Reisebericht geschrieben, mit vielen Fotos, die einen interessanten Eindruck davon geben, wo und wie Kurt Cobain aufgewachsen ist: www.marcel-feige.de/kurtcobain

Ich habe auf Deiner Seite gelesen, dass Du nicht nur Biografien schreibst, sondern auch Romane im Thrillerbereich. Fällt Dir das eine oder andere leichter? Wo liegt der Unterschied beim Schreiben?

Der größte Unterschied ist wohl, dass ich mich bei einer Biografie an das reale Leben einer Person halten muss. Wie gesagt, es ist mit sehr viel Recherche verbunden. Ein Thriller dagegen entspringt in der Regel meiner Fantasie. Alles ist erlaubt. Offen gestanden: Einen Thriller schreiben empfinde ich als anstrengender, weil ich nicht nur das Leben einer einzigen Person, sondern vieler Figuren erfinden und diese darüber hinaus noch in eine spannende Geschichte einbetten muss. Aber damit wir uns nicht falschen verstehen: Thriller schreiben macht mir sehr viel mehr Spaß, denn es ist das, was ich immer schon machen wollte. Aber nach sieben oder acht Monaten, die ich für einen Thriller brauche, empfinde ich die Arbeit an einer Biografie als eine Abwechslung.

Wow, Du hast nicht nur eine sehr schöne eigene Seite und einen tollen Blog, sondern auch einen Wikipedia-Eintrag! Würdest Du sagen, dass Du letzteres auch hättest, wenn Du nicht auch selbst im Netz aktiv wärest?

Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Ich würde aber vermuten, dass ein Wikipedia-Eintrag weniger mit einer eigenen Website und einem Blog zu tun hat, mehr mit Leserinnen und Lesern, die meine Bücher mögen, ihre Begeisterung mit anderen teilen möchten und deshalb einen Wikipedia-Beitrag über mich verfassen.

Auf dem Klappentext von „I don’t have a Gun“ wird die magische Zahl 27 genannt. Ein Alter an dem Rockstars, wie Kurt Cobain, Janis Joplin und Jim Morrison gestorben sind. Glaubst Du an diesen Mythos und wenn ja wieso?

Nein, ich glaube nicht an diesen Mythos. Überhaupt bin ich kein großer Freund von Verschwörungstheorien oder anderen, vermeintlichen Geheimnissen dieser Welt. Außerdem handelt es sich bei dem Club 27 auch nur um sehr wenige, berühmte Musiker, die im Alter von 27 gestorben sind. Es gibt ungleich mehr Rockstars, die in einem anderen, späteren Alter verstorben sind. Insofern …

Die Biografie ist in einem Jugendverlag erschienen, hättest Du das Buch anders geschrieben, wenn es für Erwachsene gewesen wäre? Wo liegt womöglich der Unterschied?

Ich glaube nicht, dass ich  als Autor zwischen einer erwachsenen und einer jugendlichen Zielgruppe zu unterscheiden brauche. Wichtig ist: Als Autor muss ich meine Leser ernst nehmen. Ich bin überzeugt, dann sind sie bereit, mir auf allen Wegen zu folgen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Marcel Feige für die Zeit, die er sich für das Interview genommen hat und für die aufschlussreichen Antworten.

„Durch überhöhte Preise erzieht man Verbraucher zum Klauen“

Juli Zeh fordert niedrigere Preise für eBooks

Festzulegen wieviel ein Buch Kosten soll, wenn es nach mühevoller Fertigstellung in den Verkauf geht, ist nicht leicht. Der Autor wünscht sich natürlich einen möglichst hohen Gewinn, möchte auf der anderen Seite aber auch, dass sich wirklich viele Menschen dazu entscheiden, das Buch zu kaufen. Einen angemessenen Preis einzuschätzen, ist nicht immer leicht.

Juli Zeh ist mit Büchern wie „Corpus Delicti“ oder „Adler und Engel“ eine der erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen und hat sich jetzt dafür ausgesprochen,  E-Books billiger zum Verkauf anzubieten. Den Grund dafür nannte sie der Zeitung „Die Zeit“:

„Ich glaube (…), dass man durch überhöhte Preise die Verbraucher zum Klauen erzieht. Sie sind nicht bereit, für ein E-Book mehr als 20 Euro auszugeben, also machen sie Raubkopien. Die kriminelle Energie entsteht erst durch das Gefühl, abgezockt zu werden, und deshalb wäre es schlau, eBooks billiger anzubieten.“

Sie ist der Meinung, dass den Lesern die elektronischen Bücher nicht so viel wert sind, wie die Verlage verlangen. Auch der Kopierschutz sei daran schuld, denn er mache auch das „Verleihen“ von Büchern an Freunde unmöglich. Auch auf die seit Monaten schwelende Debatte bezüglich des Urheberrechts nimmt sie Bezug und stellt sich in dieser Angelegenheit eher auf die Seite derer, die das Internet verteidigen – trotzdem spricht sie sich ganz klar gegen Raubkopierer aus.

Nicht nur Mathenerds sollten diese Geschichte lesen

Rezension zu „Der koerzive Raum“ von Maximilian Isaac Rex

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Der Autor Maximilian Isaac Rex nennt sich auf BookRix „styxnawaiok“ und bietet uns mit „Der koerzive Raum“ eine originelle Kurzgeschichte, die ich Euch vorstellen möchte.

Offenkundig ist der Autor Mathematiker und hat koerzitive Funktionen zum Inhalt seiner Geschichte gemacht. Der Protagonist findet sich selbst am Rande des koerziven Raumes wieder und trifft auf seine Begleiterin Lambda, die mit ihm ein Stück des Weges geht, bis er schließlich in der Unendlichkeit aufgeht.

Zunächst ist anzumerken, dass der Ausdruck des Autors sehr ausgefeilt und ästhetisch ist. Die überdurchschnittlich vielfältige Wortwahl lässt keine Wünsche offen und überrascht oft durch originelle Formulierungen. Die Handlung als solche entfaltet vermutlich nur bei anderen Angehörigen seiner Fachrichtung die volle Geltung, aber auch ohne detaillierte Kenntnis der gewählten Symbolik erzielt der Text eine durchaus gehaltvolle Wirkung. Entscheidend ist die Erklärung Lambdas ganz am Schluss, wieso der Protagonist ausgerechnet in dieser sonderbaren Umgebung gelandet ist. Er sei nicht mehr in der Lage, über seinen Körper zu verfügen, sagt die Begleiterin unter Tränen. Dadurch wird die Geschichte auch für Nicht-Mathematiker mit Sinn erfüllt.

Die Idee, eine Funktionsgleichung in ein literarisches Werk zu verwandeln, ist recht originell. Die somit verklausulierte Sprache erinnert an die Kommunikation der Mitglieder geheimer Logen. Dennoch bereitet der wirklich sehr gelungene Schreibstil ein großes Vergnügen beim Lesen.

BookRix-Rezension

„Wendungen des Lebens“ von Benno Korte.

Heute gibt es mal wieder etwas Lyrisches zu bewundern. Das Gedicht „Wendungen des Lebens“ von Autor Benno Korte, der sich „ribenko“ nennt, trägt den Untertitel „Ein Traum und seine Folgen“. Es handelt vom Bestreben, etwas aus dem Leben machen zu wollen, geht das Thema aber auf eine recht originelle Weise an.
Die Hauptfigur ist kein Mensch, sondern ein einzelnes Buchenblatt, das zunächst gut gelaunt an seinem Ast hängt. Mit der Zeit möchte es aber mehr entdecken als die vertraute Umgebung und wünscht sich den Herbstwind herbei, der es fortwehen möge. Als die Tage dann allmählich kürzer werden, geschieht etwas Sonderbares: Das Blatt wird nicht vom Sturm abgerissen. Der Baum will es wohl noch bei sich behalten. Zwar ist es darüber sehr betrübt, da seine Nachbarn alle schon wild durch die Lüfte tollen. Doch stellt es schließlich fest, dass es durch die Beharrlichkeit des weisen Baumes einem schlimmen Schicksal entgeht.
Durch die originelle Wahl eines pflanzlichen Protagonisten wirkt das Gedicht recht eigenständig und unterhaltsam. Dann und wann finde ich den Reim etwas erdrückend und die ein oder andere Wortform entspricht nicht dem Regelwerk der Grammatik. Jedoch überragt die Idee, die hinter dem Text steht, und die Moral der Geschichte hat auch etwas Tröstliches.
Benno Kortes Gedicht ist auf jeden Fall einen Blick wert.

Rezension zu „Vom Tod und meinem Engel“ von Zeki Yilmaz

Was kommt nach dem Tod?

Der Autor Zeki Yilmaz, auf BookRix unter dem Namen „durion“ registriert, stellt in seinem Text „Vom Tod und meinem Engel“ eine ganze Menge Fragen, die ihm im Kopf herumgeistern. Immer geht es dabei um ein Thema: Was passiert, wenn der Tod an die Tür klopft und die Lebenszeit abgelaufen ist?

Das Werk verfügt über einen wohlgestalteten, präzisen Ausdruck und vermittelt so die Gedankengänge des Autors in klarer und nachvollziehbarer Art. Die Interpunktion ist bisweilen ein wenig freizügig, den Lesefluss stört dies aber kaum.

Besonders hat mir gefallen, dass der Autor trotz seines intensiven Nachgrübelns nicht zu einem allgemeingültigen Schluss gelangt. Er betont stattdessen eine eher neutrale Sichtweise der Dinge, das Grau zwischen dem Schwarz und dem Weiß. Eben dieses Grau kann gut oder böse sein, nur kann man nicht von vornherein davon ausgehen, dass das Leben von Extremen bestimmt wird. Was für den einen Menschen schön wirkt, findet ein anderer vielleicht nicht so schön.

Ich denke zwar, dass der Autor noch ein wenig zu jung ist, um sich mit der Frage zu befassen, wann und wie er umkommt, aber letztlich kommt man nach dem Lesen seines Textes zwangsläufig zu dem Ergebnis, dass es überall passieren kann. Vorher sollte man „Vom Tod und meinem Engel“ aber noch gelesen haben.

Der Gedichtband „Weiter“:

Mehr als nur Gedichte!

Heute möchte ich Euch wieder Lyrik vorstellen. Der Gedichtband „Weiter“ von Patricia Radda alias trisha.books verdient in jedem Falle Eure geschätzte Aufmerksamkeit. Das liegt nicht nur an den darin enthaltenen Texten. Auch die komplette Gestaltung des Buches besticht durch ihre erfrischende Kreativität, da die Autorin einige selbstgemalte Bilder eingefügt hat, die die Worte perfekt ergänzen.

Die insgesamt elf Gedichte sind in vier verschiedene Kapitel gegliedert, denen jeweils ein Thema zugrundeliegt. Manche Texte wirken sehr nachdenklich und philosophisch, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Andere wiederum lassen den Leser durch ihre konkrete Botschaft beinahe erschaudern, so vor allem „Gewalt“, das seine Wirkung langsam und eindringlich aufbaut, um dann in der letzten Zeile in einem echten Schock zu gipfeln, den man in der Form gar nicht mehr erwartet hat. Das ist grandios!

Generell kann festgestellt werden, daß die Autorin über einen wortreichen und vielseitigen Ausdruck verfügt. Ihre Aussagen werden stets zielsicher formuliert. Bei denjenigen Gedichten, die einen Reim beinhalten, wirkt dieser niemals zu stringent, um die teils doch sehr berührenden Inhalte einzuschnüren.

Man hätte sich zwar am Ende ein paar mehr Texte der Kategorie „Humor“ gewünscht, aber das soll dem Gesamtwerk keinen Abbruch tun, das ich  für in höchstem Maße empfehlenswert halte. Besondere Highlights aus dem Inhalt bilden neben dem schon erwähnten „Gewalt“ auch „Klippe“ und „Erleuchtend“. Das Fazit kann nur lauten: „Weiter so!“