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Readfy. Eine Option für Autoren? Schau ma mal.

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Zeit wurde es, dass nun endlich auch eine unabhängige Plattform in Deutschland mit einem Abo-Flat-Rate-Modell an den Start gehen will. Bisher gab es mehr oder weniger nur Skoobe und die Onleihe, die aber aber auch nicht alles abdecken. Siehe Beitrag “ebook-flatrates im Vergleich” auf Lesen.net

Abo-Flat-Rate-Dienste finde ich als User natürlich sympathisch und in gewisser Weise auch zukunftsweisend, halte aber den Vergleich mit Spotify für keinen sehr glücklichen Einstieg. Es gibt wenige Portale, die so viele negative Assoziationen bei Urhebern und Musikern auslösen wie Spotify. (siehe z.B. Beiträge mächtig rote Zahlen, oder Musiker klagen über niedrige Erlöse, oder werden von namhaften Musikern boykottiert oder Musiker wehren sich usw.)

Mich als Bookrix-ler interessiert im Zusammenhang mit Readfy natürlich besonders die Frage, wie die Abrechnung genau funktioniert und wie viel bei den Autoren hängenbleibt. Denn die Autoren sind schließlich diejenigen, die den Content überhaupt erst erschaffen, mit dem readfy Geld verdienen will. Daher wäre eine Spotify-Variante, die auf dem Rücken der Autoren realisiert wird, aus meiner Sicht keine Option. Bei ca. 0,4 cent pro Abruf eines Songs bei Spotify bekommt der Rechteinhaber (Musiker/Künstler, Produzent, Label) also ganze 4 Euro, wenn sein Song 1000 Mal abgerufen wird. Oder 400 Euro, wenn er 100.000 Mal abgerufen wurde. Und 100.000 Aufrufe sind eine stolze Zahl, die nicht so leicht zu erreichen ist! Nicht zu vergessen: diese 400 Euro müssen natürlich noch zwischen den Rechteinhabern aufgeilt werden. Da ist es also besser, gleich Hartz4 zu beantragen.

Daher hoffe ich, dass Readfy trotz des Namens nicht zu sehr auf Spotify schielt, sondern sich vielleicht zu etwas ähnlichem wie Oyster oder Scribd entwickelt. Die haben zum Beispiel ein Modell gefunden, was trotz eines relativ moderaten, monatlichen Abo-Preises zwischen 9-10 Dollar sowohl die Content-Lieferanten (also Autoren und Verlage) als auch die Leser zufriedenstellt. Kein Wunder, dass Smashwords als der größte unabhängige Selfpublisher in den Staaten bereits einen Deal mit beiden abgeschlossen hat. Auch wir werden früher oder später mit beiden Plattformen ins Geschäft kommen wollen, um die Reichweite für unsere Autoren auszubauen.

Bei Oyster bekommt z.B. ein Smashwords-Autor 60% des Listenpreises, also mehr oder weniger fast die gleiche Summe, die er auch beim Verkauf seines Ebooks erhalten hätte. Mark Coker (Gründer von Smashwords) “Ein smashwords Autor oder Herausgeber bekommt 60% ​​des Buchhandel-Listenpreises, wenn ein Oyster-Leser mehr als 10% seines Buches liest, beginnend am Anfang des Buches. Es ist ein Autoren-freundliches Modell.“  Mehr hierzu unter “Smashwords Illuminates Authors on Oyster eBook Royalties” auf goodereader.com

Bei Scribd ist es ähnlich. Trip Adler , der CEO von Scribd : ” Wenn jemand bei uns ein Buch liest, bezahlen wir den Verlag, als ob er das Buch verkauft hätte. Die Höhe der Ausschüttung errechnet sich am Digitallistenpreis. Wir haben ein ziemlich kompliziertes System, um festzustellen, ob ein Verbraucher tatsächlich das Buch gelesen hat.“   Siehe Beitrag “Examining the business model of ebook subscription services” auf blog.smahswords.com

In der Tat ist das Scribd-System komplizierter als das Oyster-System, aber beide Systeme funktionieren im Prinzip so, dass sobald ein Leser mehr als 10% des Buches gelesen hat, der vereinbarte Prozentsatz des Listenpreises fällig wird.  Die ersten 10% sind also die freie Leseprobe und danach geht es cäsh in die Täsch für die Autoren.

Selbst klassische Verlage, die grundsätzlich sehr vorsichtig und konservativ sind, was solche Flat-Rate-Angebote betrifft, beginnen sich mit diesen Szenarien nun zu beschäftigen. HarperCollins, einer der Big 5 in den Staaten, hat Ende letzten Jahres mit Scribd einen Vertrag geschlossen.  Brian Murray, der CEO von Harpercollins erwähnte explizit , „dass sie und ihre Autoren sich freuen würden, wenn dieser Weg im Buchgeschäft sich so weiterentwickeln würde, da er das genaue Gegenteil der Abo-Modelle der Musikindustrie darstellt und für ihre Autoren gut ist.“   Siehe Artikel “scribd moves beyond document sharing with $8.99 month ebook subscription service” auf Gigaom.com

Zurück zu Readfy. Laut Frank Großklaus, einem der Gründer von Readfy wollen sie Verlage und Autoren pro gelesener Seite auszahlen. Wie viel genau bezahlt wird, lässt er offen. Vielleicht weiß er es selbst auch noch nicht, denn sie sind ja noch in der Betaphase. Im Gegensatz zu Spotify allerdings, die eine Art Gewichtung nach Marktbekanntheit vornehmen, sollen bei readfy alle die gleichen Konditionen bekommen. Hinzu kommen angeblich noch die Erlöse aus den Werbeeinnahmen, die sie zum größten Teil auch an die Verlage ausschütten wollen. Die Betaphase soll aber auch hierfür Erkenntnisse liefern.

Readfy-Gründer Bauchspiess sagt: „Der Verlag wird für jede gelesene Normseite bezahlt; durch diese Einnahmen, denken wir, lassen sich die Einbrüche der physischen Verkaufszahlen zumindest teilweise kompensieren.“  Siehe  ”wir wollen die disruptive Kraft sein” auf buchreport.de 

Konkreter wird es leider derzeit nicht, zumindest habe ich trotz einiger Recherche nichts gefunden. Vielleicht weiß jemand mehr? Was readfy also für Autoren bedeutet, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich abschätzen. Schauen wir also mal, welchen Weg sie einschlagen.

 

 

 

BookRix Selected – Das Ende des Self-Publishings?

Interview mit Gunnar Siewert

München, 23. September 2013 – Die Self-Publishing-Plattform BookRix überrascht die Buchbranche aktuell mit der Aussage, ab sofort ein Vorschussmodell für besonders erfolgreiche Indie-Autoren anbieten zu wollen. Geld erhalten schon vor dem Verkaufsstart? Angebote dieser Art kannten Autoren bisher nur von traditionellen Verlagen. Möchte BookRix dem Self-Publishing-Geschäft den Rücken zuwenden? Gunnar Siewert, CEO von BookRix, erklärt im Interview, was es mit dieser Idee auf sich hat.

Worum geht es in dem BookRix-Selected Programm und was sind die Konditionen?

BookRix Selected ist im Self-Publishing-Markt eine einzigartige Neuerung. Ausgewählte Autoren erhalten im Zuge dessen eine garantierte Vorschusszahlung für ihr nächstes – über BookRix veröffentlichtes – Buch. Mit dieser finanziellen Unterstützung liefern wir den Autoren sozusagen einen Vertrauensvorschuss und die Sicherheit sich auf das nächste Projekt konzentrieren zu können.

Um den Autor optimal aufzubauen, begleitet ihn das BookRix-Team im gesamten Bucherstellungsprozess und steht ihm mit Rat und Tat zur Seite. Individuelle, auf die Einzelpersonen zugeschnittene Lösungen runden unser Angebot ab. Eine erfolgreiche und langfristige Zusammenarbeit mit den Autoren ist dabei unser ausgesprochenes Ziel.

Self-Publishing steht in erster Linie für freie Entscheidungen der Autoren. Werden diese durch ein Vorschussmodell eingeschränkt?

Nein. BookRix steht nach wie vor für die Grundsätze des Self-Publishings, wie die Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit all unserer Autoren. Folglich gibt es auch keine Restriktionen unsererseits, wie es bei traditionellen Verlagen oft der Fall ist. Bei allen wichtigen Entscheidungen rund um das Buch sprechen unsere Autoren das letzte Wort. Aber natürlich wird unser BookRix-Team die Autoren nach vollsten Kräften unterstützen, um zusammen optimale Ergebnisse zu erzielen.

Planen Sie aus BookRix langfristig einen traditionellen Verlag zu machen?

Mit BookRix Selected haben wir das nächste Level des Self-Publishings erreicht. Während die Buchbranche immer noch auf der Ebene Self-Publishing vs. klassischer Verlag diskutiert, verbinden wir einfach das Beste aus beiden Welten – zum Vorteil der Autoren.

BookRix soll kein traditioneller Verlag werden. Wir möchten vielmehr fließende Grenzen schaffen und uns mit diesem Programm in der Mitte des Marktes positionieren. Das bedeutet für die ausgewählten Autoren künstlerische Freiheit kombiniert mit finanziellen Garantien. In diesem Ansatz sehen wir das Verlagsmodell der Zukunft, das das Beste aus traditionellem und neuem Publishing verbindet.

Verletzt die Zahlung von Vorschüssen nicht das Grundmodell des Self-Publishings, einen demokratisierten, offenen Zugang zum Buchmarkt?

BookRix ist und bleibt ein kostenloser Dienstleister für alle Autoren. Jeder kann über BookRix sein eBook veröffentlichen und zum Verkauf anbieten – vorausgesetzt er bewegt sich innerhalb der Regeln und Gesetze. Der offene Zugang ist also auch weiterhin gewährleistet. Der Autor hat es selbst in der Hand, den Leser von seinem Werk zu überzeugen und muss nicht vor der Veröffentlichung an einem Gatekeeper in Form eines Verlages vorbei.

Besonders die angesprochene Demokratisierung spielt in unserem Selected Programm eine sehr große Rolle. Bei der Wahl unserer Selected Autoren beziehen wir uns  ganz klar auf das Stimmungsbild und das Gespür der Leser. Sie allein entscheiden, welche Autoren und Bücher auf dem freien Markt von Erfolg gekrönt sind. An dieser natürlichen Selektion orientieren wir uns natürlich.

Wie wird sich dieses System auf den Self-Publishing-Markt insgesamt auswirken?

Der Self-Publishing-Markt trägt bei vielen Menschen leider noch immer das Vorurteil minderwertiger Qualität. Mit unserem Programm möchten wir beweisen, dass diese Ansicht nicht zeitgemäß ist. Längst haben äußerst talentierte Autoren die Chancen erkannt, die nur das Konzept des Self-Publishings ihnen bieten kann. Wir möchten in besonderem Maße diejenigen Autoren fördern, die sich mit Professionalität und Können dem Urteil der Öffentlichkeit gestellt haben und für gut befunden wurden. Dadurch können wir dazu beitragen, dem hohen Qualitätsanspruch der Leser gerecht zu werden und den Markt insgesamt zu festigen.

Selektion nach Erfolg? Da werden sich Indie-Autoren, die noch am Anfang stehen doch zu Recht benachteiligt fühlen?

Jeder Indie-Autor hat die gleiche Chance, sich für dieses Programm zu qualifizieren, denn sie alle stehen vor derselben Ausgangssituation. Der Erfolg macht schließlich den Unterschied. Professionalität ist dabei ein ganz entscheidender Faktor. Eine spannende Geschichte, ein lektorierter Text, ein anschaulich gestaltetes Cover, der Kontakt zu den Lesern – all das gehört dazu, wenn man im eBook-Markt erfolgreich sein möchte. Ein Autor, der noch am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere steht, hat einen anderen Anspruch an uns, als jemand, der sich auf dem Markt bereits etabliert hat. Wir möchten beiden Gruppen optimal gerecht werden und natürlich den Jungautoren auch einen Ansporn geben, sich besonders ins Zeug zu legen.

Lokibo: Deine Seite für individuelle Buch-Empfehlungen

Ganz nach Deinem Geschmack

Wir haben eine tolle Seite entdeckt, die wir euch unter keinen Umständen vorenthalten möchten. Die Webseite “Lokibo” ging vor Kurzem online. Dort kannst Du Dir Leseempfehlungen ganz nach Deinem Geschmack anzeigen lassen.

Die Seite wurde von drei jungen Menschen ins Leben gerufen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, euch die passenden Buchempfehlungen für euren Geschmack frei Haus zu liefern. Sucht ihr also beispielsweise Romane, die von “Freundschaft” und einer “Reise” handeln und die gleichzeitig “tiefgründig” und “lustig” sind, erhaltet ihr den passenden Buchvorschlag und werdet mit Sicherheit fündig werden. Schaut doch einfach mal auf Lokibo vorbei. Die Seite hält Empfehlungen zu vielen verschiedenen Themen für euch bereit.

Außerdem kannst Du auf der Seite Bücher bewerten und sie so zu einem Teil der Empfehlungsdatenbank werden lassen. Einige BookRix-Bücher haben schon Bewertungen erhalten. Warum gibst nicht auch Du eine ab? Einfach den Titel eingeben und mit einigen Häkchen bewerten.

Das Lokibo-Team freut sich auf euren Besuch!

Social Media Marketing für Self Publisher – Teil 1

Setze Deine Ziele fest!

Social Media kann für Indie-Autoren ein mächtiges Marketingtool sein, wenn man weiß, wie man damit umzugehen hat. Um euch ein wenig Starthilfe zu geben, haben wir Social Media Expertin Frauke Bitomsky darum gebeten, uns einige Tipps zu diesem Thema mit auf den Weg zu geben. Heute, im ersten Teil, beschreibt Frauke, was man bedenken sollte, bevor der Spaß beginnt.

Die Grundlagen

Social Media ist seit langem in aller Munde und nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Indie Autoren interessant, denn es ist ein mächtiges Werkzeug, um die Bekanntheit eines Autors und seiner Bücher zu steigern. Wer einige Grundlagen beachtet und bereit ist, ein wenig Zeit und Geduld zu investieren, kann sich im Internet ein starkes Netzwerk aufbauen und so die eigenen Bücher besser vermarkten. In diesem Artikel will ich diese Grundlagen ansprechen und Tipps geben, damit der Weg ins Social Media erfolgreich wird.

Eines vorweg: Social Media funktioniert nicht über Nacht, sondern setzt Geduld und Ausdauer voraus. Ein Netzwerk aus Fans und Followern, die aktiv kommunizieren und das Netzwerk mitgestalten, ist unbezahlbar, aber es muss erst wachsen. Wer bereits nach drei Wochen bahnbrechende Erfolge erwartet, wird wohl eine Enttäuschung erleben.

“Social Media setzt Geduld und Ausdauer voraus “

Was will ich eigentlich?

Ehe man sich voller Eifer in die Social Media Aktivität stürzt, sollte man sich ein paar Minuten Zeit nehmen und festlegen, was und wen man eigentlich erreichen möchte. Nur wer weiß, was er eigentlich will, hat auch ein Ziel, dass er erreichen kann. Diese Fragen kommen noch vor der Entscheidung, welche Netzwerke man später nutzen möchte.

Aus der Frage, was genau man erreichen möchte – Bekanntheit steigern und mehr Bücher verkaufen, andere Autoren kennen lernen, neue Ideen finden, Kontakte zu Verlagen knüpfen – entsteht die Frage nach der Zielgruppe, die man ansprechen möchte. Social Media „für alle“ funktioniert kaum, da man am Ende jeden ein bisschen, aber niemanden wirklich anspricht. Eine kleine Zielgruppe, deren Geschmack man trifft, ist besser als eine große graue Masse, für die man höchstens mäßig interessant ist.

Welche Ziele habe ich und wie viel Zeit kann ich aufwenden?

Auch die Frage, wie viel Zeit man auf lange Sicht regelmäßig in die Social Media Aktivität investieren kann sollte beantwortet werden, denn ein Aktivitätsschub alle sechs Monate, dem wieder eine lange Durststrecke folgt, wird kaum zu Erfolgen führen. Die Zeit, die man investieren kann, ist auch maßgeblich an der Entscheidung des Netzwerkes beteiligt, das man für sich nutzen sollte. Wer keine Zeit hat Blogartikel zu schreiben, sollte kein Blog aufsetzen; wer nur am Wochenende Zeit hat, ist mit einem Blog wahrscheinlich besser bedient als mit einem Twitter Account, der täglich gepflegt werden sollte. Wer feststellt, dass er alleine nicht die Zeit aufbringen kann, Social Media Präsenzen zu pflegen, kann überlegen, ob er sich mit ein paar anderen Autoren zusammentut.

Erst, wenn all diese Fragen geklärt sind, wird die Entscheidung gefällt, in welchen Netzwerken man sich präsentieren möchte. Aus den Antworten dieser Fragen wird die Strategie entwickelt, die später hilft, den roten Faden nicht zu verlieren. Sie kann (und sollte) immer wieder überprüft und angepasst werden, wenn sich z.B. die Zielgruppe oder die verfügbare Zeit für Social Media ändert. Aber sie verhindert, dass man sich verrennt und Zeit und Energie verschwendet, ohne etwas zu bewirken.

Wichtig: Bloß keine Werbung in eigener Sache

Dies mag paradox klingen, ist aber tatsächlich sinnvoll und wichtig. Wer als Indie-Autor die Bekanntheit seiner Bücher mithilfe von Social Media steigern will, sollte bloß nicht beginnen, diese offensiv zu bewerben. Kein potentieller Leser hat Interesse an der Selbstbeweihräucherung eines Autors, der nur immer wieder verkündet, dass er ein Buch geschrieben hat. Es ist wie mit Werbebroschüren und Spammails: Sie werden ungelesen weggeworfen und gelöscht.

Klassische Werbung, die den Empfänger drängt etwas Bestimmtes zu kaufen (Push-Strategie), funktioniert in den sozialen Netzwerken nicht. Social Media bedeutet nicht nur Austausch und Kommunikation in alle Richtungen, sondern setzt auch eine andere Werbestrategie voraus: Die Nutzer wollen von einer Seite oder einem Anbieter angelockt werden (Pull-Strategie). Um dies zu bewerkstelligen, muss ein Social Media Auftritt dem Leser einen Mehrwert in Form von Inhalten bieten, die für die Leser Relevanz haben und ihn interessieren.

Im Falle eines Indie-Autors könnten dies Schreibtipps, Kurzgeschichten, eigene Gedanken zu verschiedenen Schreibansätzen, Empfehlungen für Schreibratgeber, Links zu interessanten Artikeln in thematisch passenden Blogs und ähnliches sein. Hilfreich ist ein Redaktionsplan, in dem Ideen für zukünftige Beiträge gesammelt und geordnet werden.

Social Media ist eine gute Möglichkeit, sich der Leserschaft vorzustellen und zu zeigen, dass man ein Experte auf dem eigenen Gebiet ist und mehr zu bieten hat als nur ein Buch.

Wichtig: nicht nur eine Rowling und ein King sind Experten. Auch „kleine“ Autoren, die keinen Verlag haben, haben Erfahrungen über das Schreiben gesammelt und können diese teilen. Das heißt nicht, dass man „fertig“ gelernt hat und alles über das Schreiben weiß, aber man sollte sein Licht auch nicht unter den Scheffel stellen.

Heißt das, dass man gar nicht auf das eigene Buch hinweisen soll? Doch, natürlich. Aber nicht zu offensiv. In einem Blog kann eine Unterseite für eigene Bücher eingerichtet werden, während der Blog selbst mit Artikeln rund um das Thema Schreiben gefüllt wird.

Wer öfter auf sein Buch hinweisen, aber auch nicht plakativ Werbung machen will, kann seine Erfahrungen aus dem eigenen Schreibprozess teilen. Wie wurde das Buch geplant, woher stammten die Ideen, wie wurden Schreibblockaden besiegt? All das interessiert die Leser und bietet gleichzeitig mehr Inhalt als die bloße Aussage „Ich habe ein Buch geschrieben, bitte kauft es!“.

Worum es nächste Woche geht:

Welches Netzwerk ist das Richtige für mich?

Was Dich auch noch interessieren könnte:

Frauke´s Homepage: B2N Social Media Services

Blogbeitrag: Bloggen leicht gemacht

Blogbeitrag: Wie die Crowd dem Selfpublisher Beine macht

HOLT EUCH JETZT KOSTENLOSEN LESESTOFF!

BookRix-Autoren geben gratis eBooks in die Shops!

Du brauchst noch Lesestoff für´s Wochenende? Kein Problem! Einige unserer BookRix-Autoren haben tolle Bücher, die in den Shops zum kostenlosen Download bereitstehen.
Für jeden Geschmack ist was dabei: von Chick-Lit, Fantasy, Thriller, Science Fiction, Erotik bis zu Lyrik. Viele der Bücher haben schon große Erfolge gefeiert und sind bis ganz nach oben in den Amazon-Rankings gelandet.
Hier bieten wir euch eine kleine Auswahl an Büchern, die ihr kostenlos downloaden könnt. Wenn ihr auf das Cover klickt, werdet ihr direkt auf die Amazon-Seite des Buches verlinkt. Ihr könnt sie natürlich aber auch auf Thalia, Apple, Buch.de, Kobo, Pageplace und vielen weiteren Shops downloaden.

Wie Du als Leser den Autoren helfen kannst?

Sich die Freebooks eurer BookRix-Kollegen herunterzuladen ist sozusagen eine „Win-Win-Aktion“. Das bedeutet, beide Seiten haben etwas davon. Du bekommst ein gratis Buch und der Autor steigt vielleicht um einen Platz in den Shop Rankings und wird so auch für andere Leser besser sichtbar. Zeig ein wenig „Community-Gefühl“ und unterstütze unsere BookRix-Selfpublishing-Autoren. Sie haben es verdient! Wenn Dir das Buch gefällt, ist es natürlich super, wenn Du auch gleich noch eine kurze Rezension dazu veröffentlichst. Das kostet Dich nicht viel Zeit und hilft dem Autoren ungemein!

Auch Du möchtest Dein Buch gratis in die Shops bringen?

Falls auch Du Interesse daran hast, Dein Buch gratis zu Marketingzwecken in die Shops zu bringen, melde Dich doch einfach bei unserem BookRix-Team. Wir sind Dir dabei gerne behilflich.

Indie-Autoren aufgepasst: Diese tollen Aktionen erwarten euch derzeit auf BookRix

Gewinnchancen und der gute Zweck

Unser Selfpublishing-Portal BookRix ist Zuhause vieler ausgesprochen begabter Indie-Autoren, die auch gerne einmal ein wenig gefordert werden. Auch Du gehörst dazu? Dann schau Dir doch einmal ganz genau an, was derzeit so auf BookRix los ist.

  • Gewinne mit Deinem Buch 5.000€

Mit unserer größten derzeitigen Aktion feiern wir unseren 5. Geburtstag und suchen den BookRix-Bestseller. Bis zum 15.07.2013 Buch einstellen, als erster bis zum 30.09.2013 10.000 Exemplare verkaufen und zusätzlich zum Autorengehalt 5.000€ einstreichen. Hier findet ihr alle Infos zur genialen Aktion für Selfpublisher.

  • Schreibe für den guten Zweck

Die Bilder der Hochwasserkatastrophe erschüttern uns derzeit täglich aufs Neue. In Anbetracht der schrecklichen Situation hat sich unser langjähriges Mitglied gittarina eine tolle Charity-Aktion einfallen lassen. Wir schreiben gegen die Not! Das Thema: WASSER. Ob Geschichten, Gedichte, Drabbles oder Fotos, alles ist erlaubt.

Für jedes Buch legt gittarina (einen) Euro auf den Grundbetrag ihrer Spende von 100 €. BookRix wird die Aktion ebenfalls mit einem Euro pro Buch unterstützen. Das Spendengeld geht nach Abschluss der Aktion an die “Aktion Deutschland Hilft e.V.” In der Gruppe “Hilfe für Hochwassergeschädigte” könnt ihr euren Beitrag einstellen. Wir hoffen auf zahlreiche Teilnehmer.

  • Fanfiction-Wettbewerb zu „Saphirtränen“

Werde Teil der Saphirtränen-Welt. Schreibe bis zum 16.06.2013 eine FanFiction und nutze so die Chance auf einen einzigartigenPreis!  Egal ob Du Dich der Charaktere oder der Welt bedienst: Solange ein Bezug zu “Saphirtränen” erkennbar ist, kannst Du teilnehmen. Auch die Länge der Geschichte ist egal. Erstelle aus Deinem Werk ein BookRix-Buch und verlinke dieses hier in der Gruppe. Eine unparteiische Jury wird die fünf Siegergeschichten wählen. Alle Infos, die Du zur Teilnahme brauchst, findets Du in der Gruppe Fanfiction-Wettbewerb-Saphirtränen

  • Science Fiction Wettbewerb

Für alle Science-Fiction Fans gibt es zur Zeit ebenfalls einen tollen Wettbewerb, bei dem ihr tolle Preise gewinnen könnt. Dazu müsst ihr eine Geschichte schreiben, die einen kompromisslosen Ausblick in die Zukunft verspricht. Alle weiteren Infos zum Sciencefiction-Wettbewerb, der von „lilaquadrat.de“ durchgeführt wird, findet ihr hier.

Was Selfpublisher vom eBook-Verkauf in Großbritannien lernen können

Jedes zehnte eBook von einem Indie-Autor

Der Buchreport berichtete heute von einer Studie, die in Großbritannien durchgeführt wurde.  Diese besagt, dass jedes zehnte eBook, das dort gekauft wird, aus der Feder eines Selfpublishing-Autors stammt. Einige interessante Trends, die sich aus der Studie ziehen lassen, haben wir hier noch einmal für euch zusammengefasst:

Welche Genres verkaufen sich bei eBooks besonders gut?

Besonders Krimis und Romane von Selfpublishern sind bei den Lesern beliebt. Auch Bücher aus den Genres Erotik, Science Fiction und Fantasy fanden zahlreiche Leser. Etwas weniger Verkäufe hatten dagegen Kochbücher und Graphik Novels.

Lest auch ihr am liebsten einen spannenden Krimi? Oder sind Romane eure erste Wahl? Wir haben jeweils ein brandneues Beispiel für die zwei beliebtesten Genres der Engländer. Klickt einfach auf die Cover der Bücher und gelangt so zur kostenlosen Leseprobe.

Wie wurden die Leser auf die Bücher aufmerksam?

  1. Auch diese Erkenntnisse sind für Selfpublisher äußerst interessant, denn sie zeigen, wie die Leser hauptsächlich auf die Selfpublishing-Werke aufmerksam wurden. Man kann aus der Studie erkennen, dass viele Leser Bücher von Autoren gekauft haben, von denen sie vorher schon etwas gelesen haben. Auch einige BookRix-Autoren konnten bereits ihre Bücher zu Marketingzwecken kostenlos in den Verkauf bringen. Leider ist es uns technisch noch nicht möglich, all unseren Autoren automatisch diese Möglichkeit zu geben. Allerdings können sich alle, die daran interessiert sind, ein Buch gratis in den Verkauf zu bringen, gerne bei uns melden. Außerdem könnt ihr natürlich auch auf BookRix eure Bücher gratis einer großen Leserschaft zur Verfügung stellen. Wenn ihr die Leser mit eurem gratis Werk überzeugen könnt, werde sie vielleicht auch eines eurer Bücher kaufen.
  2. Sich einen Namen im Internet machen – etwa über einen eigenen Autorenblog (Beispiel von BX-Autorin Tanja Rauch) oder eine Facebook-Fanseite (Beispiel von BX-Autorin T.J. Hudspeth)-- ist für Selfpublishing-Autoren wirklich ganz besonders wichtig. Auch das zeigt die Studie, denn viele eBooks wurden nach einer zufälligen Entdeckung im Internet gekauft.
  3. Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Preis der Selfpublishing eBooks. Viele Leser gaben an, vom in der Regel vergleichsweise niedrigen Preis zum Kauf der Bücher animiert worden zu sein.

Für Autoren:

Minitipp zum Bücherschreiben

Der Autor und Lektor Philipp Bobrowski kann auf jahrelange Erfahrung in Sachen Bücherschreiben zurückblicken. Das Wissen, das er sich in dieser Zeit angesammelt hat, teilt er jeden Monat “Häppchenweise” mit uns in Form eines praktischen Minitipps für Autoren.

Heute geht es in dieser Rubrik um das Exposé:

Wer das Schreiben eines Exposés einfach als das Verfassen einer Inhaltsangabe ansieht, schreibt vermutlich am roten Faden vorbei.

Wir danke Philipp für seine wertvollen Tipps. Wenn ihr mögt, schaut doch auch mal auf seiner Homepage vorbei.

sonate

Jurywertung # 4: Die Entscheidung!

Verdacht auf Mord: Arlynn

Villa Freyheit von Melpomene

Eingepackt in ein mysteriöses, zur Geschichte passendes Layout und einen knackigen Klappentext, der alle Informationen beinhaltet, die der Leser anfangs benötigt, fesselt dieses Buch sofort.

„Villa Freyheit“ erzählt die Geschichte der Deutschlehrerin Vera, die sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Bruder Jan begibt. Ein Anhaltspunkt ist die „Villa Freyheit“, eine Pension, in der Jan übernachtet haben soll, um sich dann auf den Weg zu seinem Geliebten Antonio zu machen.

Die eingeschüchterte Estelle Freyheit mit den feuerroten Haaren leitet die alte Villa und wirft einige Rätsel auf. Schockierenderweise findet Vera dann auch noch Jans Rucksack im Wandschrank.

Durch tadellose Grammatik und Orthografie, einen charakternahen, ausgereiften Stil und kleine, gut positionierte Details schafft Melpomene es, ihre Figuren aufleben zu lassen. Jede von ihnen agiert absolut überzeugend und glaubwürdig. Humor an den richtigen Stellen lässt diese Geschichte zu einem absoluten Lesegenuss werden.

Einzelne Fäden werden geschickt verknotet – auch wenn sie manchmal völlig durcheinander wirken, um den Leser zu verwirren – und bilden am Ende ein logisches, lückenloses Gesamtkonzept mit einer schockierenden Auflösung.

„Villa Freyheit“ bietet das, was ein echter Krimiliebhaber fordert: Spannung, Nervenkitzel, rätselhafte Ereignisse und falsche Spuren für den Leser. Selbst mit einem schockierenden letzten Satz konnte die Autorin mich noch festhalten, sodass ich mich nicht recht traute, das Buch zu schließen.

Eqinsor von Jen June Equal

Dieser Fantasy-Krimi strotzt geradezu vor Kreativität. Ein selbst gestaltetes Cover, welches einen Jungen mit einem Flügel zeigt, macht schon neugierig und nach dem Lesen der Geschichte erscheint das Layout passend, gut gewählt und unterstreicht das ganze Flair des Buches.

Jen June Equal hat ihren Krimi in die fantastische Stadt Duodecim gesetzt, der es an Details nicht fehlt, sodass man das Gefühl bekommt, die Autorin selbst wäre dort aufgewachsen. Nachdem man sich mit den etwas vielen fremden Worten und Begriffen angefreundet hat, kann man nicht mehr vom Bildschirm aufschauen.

In Duodecims Akademie wird ein beliebter Professor erschlagen aufgefunden, sein überaus wichtiges Experiment ist allerdings verschwunden. Nun ist es die Aufgabe von Fawl Philisander, das Experiment und den Mörder zu finden. Dabei trifft er auf den geflügelten Eqinsor.

Equal schafft einen wunderbaren Spagat zwischen Fantasy und Krimi. Duodecims Welt erscheint als Metropole der Modernität und dennoch finden Elfen und Fyrr, Wesen, welche die Infrastruktur in Gang halten, ihren Platz.

Nebencharaktere kommen zwar ein wenig kurz, jedoch ist dafür die Ausgestaltung des Protagonisten Philisander umso überzeugender. Wie einem echten Holmes entgeht ihm kein Detail. Seine Coolness erlebt am Ende der Geschichte, bei Auflösung des Falles, seinen Höhepunkt.

Weil Equal es geschafft hat, eine eigene Welt, einen echten Kriminalfall und einen Sherlock Holmes mit fantastischer Sprache und tadelloser Orthografie bzw. Grammatik zu verschmelzen, verdient sie den zweiten Platz.

Die Tränensonate von L.Cocco

Auch dieses Werk macht mit einem besonders einladenden Cover auf sich aufmerksam, welches bereits eine wundervolle Einleitung für die Geschichte darstellt.

Der Detektiv Francis DuMont erhält den Auftrag von Mary Sterling, auf der baldigen Familienfeier ein Auge auf Sohn Richard zu haben, dem seit Kurzem seltsame Unfälle geschehen. Drei Geschwister könnten es auf das Erbe ihres ältesten Bruders abgesehen haben. Der Schatz soll in den Noten der Tränensonate versteckt sein, die der Vater einst kombiniert hat. Auf der Feier wird Richard schließlich vergiftet.

Besonders gefallen wird die Geschichte denjenigen, die Fans des typischen Krimis sind: Es geschieht ein Mord, mehrere Täter kommen in Frage und der Detektiv begibt sich auf die Suche nach den kleinsten Spuren und Hinweisen, bis er den Mörder schließlich überführen kann. Auf jener Suche kann sich auch der Leser als Detektiv versuchen.

L. Cocco schafft genau das! Er streut in sein Werk Hinweise, die vom Leser zuerst nur als „schöne Beschreibung“ ausgelegt werden und am Ende von elementarer Bedeutung für die Lösung des Falles sind. Wenige Merkwürdigkeiten fallen auch dem Laien auf, aber letztendlich kann nur Detektiv DuMont die Puzzleteile zusammensetzen.

So lässt allerdings die schöne, gehobene Sprache und die Liebe zum Detail, mit denen das Werk begann, etwas nach und auch einige orthografische Fehler sind zu finden, die Grammatik ist allerdings tadellos.

Beeindruckend an „Die Tränensonate“ ist der zum Schluss aufgelöste Tathergang, den sich so nur ein echter Krimifan ausdenken kann. Für den Leser ist es beinahe etwas fragwürdig, ob ein Mord tatsächlich so stattfinden könnte und das, obwohl der Autor alles glaubwürdig und plausibel geschildert hat. Das zeugt von wahrer Kreativität.

Die Gewinner:

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren fleißigen Juroren, die in diese Jurywertung viel Arbeit gesteckt haben. Und nun freuen wir euch, die glücklichen Gewinner mitteilen zu dürfen:

1. Platz:  Villa Freyheit von Melpomene (Gewinn: 130€ Amazongutschein)

2. Platz: Verdacht auf Mordnarrentod (Gewinn: 100€ Amazongutschein)

3. Platz: Akkurat verpackt- Mord im Cyberspace von royofinnigan (Gewinn: 80€ Amazongutschein)

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und vielen Dank an alle Teilnehmer für die wunderbaren Geschichten!


point

Jurywertung # 3

Andreas aus dem BookRix-Team

Auch unser BookRix-Kollege Dr. Andreas Fischer – auch bekannt als homo.nemetiensis-  hat sich wieder an die Arbeit gemacht und seine Wertung für den Wettbewerb “Verdacht auf Mord” abgegeben. Hier seht ihr seine Beurteilung:

Villa Freyheit von Melpomene

(Seitenangaben beziehen sich auf die Version im epub-Format.)

Orthographie und Grammatik

Der Beitrag macht in dieser Disziplin einen hervorragenden Eindruck. Es gibt so gut wie keine Fehler. Auf Seite 9 fehlt einmalig ein Gänsefüßchen.

Form und Stil

Der sprachliche Ausdruck ist erfreulich vielseitig. Wiederholungen finden sich nur selten („wild“ auf Seite 4, „spät“ Seite 5 oder „Vibrieren“ Seite 6). Ansonsten gibt es nicht zu bemängeln.

Gelungen ist auch, Veras Bericht von ihrem ersten Besuch in der Villa Freyheit einzuschieben, anstatt ihn nachzuerzählen. So wirkt er lebendig und anschaulich. Überhaupt wirkt der gesamte Text ausgesprochen kurzweilig und flüssig geschildert. Man hat den Eindruck, wesentlich mehr gelesen zu haben als die ausgewiesenen 16 Seiten (im epub-Format).

Idee und Kreativität

Die Konzeption der Handlung und des Mordes an Jan ist wohldurchdacht und komplex. Der Leser wird zunächst gekonnt in die Irre geführt und hält die Geschichte mit der verstorbenen Mutter für zutreffend. Dann schließlich erfolgt die überraschende Auflösung, bei welcher dann auch die kleinsten Details, die zuvor noch für Verwunderung gesorgt haben, in einen stimmigen Gesamtzusammenhang gebracht werden.

Auch wenn dieses Konzept zweifelsohne äußerst kompetent umgesetzt worden ist, stellt die Idee als solche einen Krimiplot in Reinkultur dar.

Persönliches Fazit

Stilistisch und handwerklich gibt es an diesem Beitrag so gut wie nichts auszusetzen, außer vielleicht, dass es auf Seite 13 fast ein wenig zu schnell mit der Offenbarung der Geschehnisse durch Antonio geht. Ansonsten überzeugt der Text vor allem durch einen angenehmen Ausdruck und eine absolut plausible Handlung, die spannend geschildert wird. Die eingeengte, bedrohliche Szenerie, die sich dann auch in der wohl fiktiven Geschichte der unbekannten Frau mit der verstorbenen Mutter widerspiegelt, wie auch durch die ausgestopften, d.h. erstarrt erscheinenden Tiere zeigt, erzeugt eine düstere Stimmung, die der Angst Veras um den vermissten Bruder eine passende Umgebung liefert. Überhaupt enthält die Geschichte eine verblüffend umfassende Symbolik. Der Titel mag zuerst wie ein Wortspiel erscheinen, doch geht es hier tatsächlich auch um die Freiheit. Jan möchte wegen seiner sexuellen Ausrichtung vor den gesellschaftlichen Zwängen davonlaufen, doch diese, hier in Gestalt der Berge, engen ihn nach wie vor ein. Auch Estelle, der „Stern“, wäre lieber frei, statt Tag für Tag in der Pension festzusitzen. Als sie das Geld entdeckt, greift sie buchstäblich „nach den Sternen“, auch wenn das Unterfangen am Ende scheitert. Vera, die „Wahre“, sucht die Wahrheit, hat sogar einen „Lügendetektor“. Dass dieser bei Antonio versagt, verwundert nicht, denn dieser stellt den nach außen aufrechterhaltenen Schein dar. Er ist ein Blender, der sogar so weit geht, das, was sich nicht in die Ordnung fügt, zu töten, zu einer leblosen Marionette zu machen, weshalb auch die Wildkatze bereits ihre natürliche Unabhängigkeit eingebüßt hat.

Dieser Beitrag erreicht Platz 1, da er eine ausgezeichnete Kriminalgeschichte darstellt. Er verfügt über ein absolut stimmiges Konzept, eine spannende Erzählweise und eine unverkennbare, düstere Atmosphäre. Auch was die literarische Ausarbeitung betrifft, kann hier die Bestnote vergeben werden. Kein anderer Beitrag ist so perfekt geraten wie die „Villa Freyheit“.

Verzeih mir von Susanne Wolters

(Seitenangaben beziehen sich auf die Version im epub-Format.)

Orthographie und Grammatik

Der Beitrag ist recht ordentlich ausgefallen. Nur die Zeichensetzung, vor allem bei der wörtlichen Rede, und die Zusammenschreibung von Verbalkomposita sind nicht ganz korrekt. So stehen etwa auf Seite 3 „herum wälze“ und „heraus zu finden“, was aber in beiden Fällen in einem Wort geschrieben werden müsste.

Form und Stil

Grundsätzlich macht der sprachliche Ausdruck dieser Geschichte einen erfreulichen Eindruck. Er ist abwechslungsreich und präzise. Wiederholungen sind eher selten. Auf Seite 11 findet sich eine solche mit „Zimmer“. Außerdem hätte der Begriff „Kassette“ ab und zu durch ein anderes Substantiv ersetzt werden können.

Das Erzähltempo wirkt angenehm, weshalb sich die Handlung ideal entfalten kann. Am Ende hat man den Eindruck, einen wesentlich längeren Text gelesen zu haben.

Idee und Kreativität

Die grundlegende Idee, die Protagonistin auf eine Reise in ihre Vergangenheit zu schicken und selber die Umstände der Trennung von ihrer leiblichen Mutter ermitteln zu lassen, bietet reichlich Potential für eine spannende Handlung, das hier auch prompt tüchtig ausgeschöpft worden ist. Auch die Einarbeitung des Traums, der in Wirklichkeit eine Erinnerung ist, erzeugt beim Lesen Interesse.

Ein wenig schlicht ist Ingrids zweimalige Ohnmacht, mit der ihre Besuche in Amt und Heim abrupt beendet werden. Das spart natürlich Platz für wichtigere Aspekte, wirkt aber etwas einfallslos.

Gelungen ist dann wieder die Einbindung des Titels, der erst ganz am Ende seinen eigentlichen Sinn offenbart und sich dann als sehr passend herausstellt.

Persönliches Fazit

Dieser Beitrag überzeugt vor allem durch seine sensibel erzählte Geschichte, in der eine verschüttete Vergangenheit nach und nach ans Tageslicht gebracht wird. Auch die Tatsache, dass der Mord erst auf den letzten Seiten explizit erwähnt wird, sorgt dafür, dass die Spannung bis zuletzt auf hohem Niveau gehalten wird. Man vermutet zwar, dass das Mädchen bei der Schaukel irgendwie verschwunden ist, aber dieser Aspekt wird durch Ingrids Suche nach ihrer leiblichen Mutter zunächst überlagert.

Nicht so ganz klar ist mir, warum Christa ausgerechnet diese schriftlichen Erinnerungen hinterlassen hat und nicht noch weitere. Sie hat ja zum Zeitpunkt des Beginns ihrer Aufzeichnungen nicht wissen können, wie sich die Dinge entwickeln.

Die kurze Episode auf Seite 11, in der Ingrid die Kassette vermisst, steigert die Spannung noch weiter.

Nur am Rande bemerkt soll noch sein, dass man in Berlin wegen des hervorragend ausgebauten ÖPNVs nicht ständig auf das Taxi angewiesen ist. Dieser Umstand hat aber keinen Einfluss auf die Bewertung des Beitrages.

Dieser Beitrag erreicht Platz 2, da er sehr spannend ausgefallen ist, ebenso emotional tiefsinnig, tragisch und einfallsreich. Getrübt wird der ansonsten sehr positive Eindruck durch die doch häufigen Kommafehler. Die Handlung ist dagegen exzellent erzählt. Die Grundidee, die sich fern von allem Klischeehaften bewegt, ist hervorragend umgesetzt worden.

Point of no Return von Marina Milotti

(Seitenangaben beziehen sich auf die Version im epub-Format.)

Orthographie und Grammatik

Der Beitrag macht einen guten Eindruck, wobei allerdings ein paar kleine Mängel festzustellen sind. Die Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede ist öfters nicht richtig. Gelegentlich laufen die Erzählzeiten und die Modi ein bisschen durcheinander, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die Geschichte in Umgangssprache geschildert wird. Diesem Umstand ist es wohl auch zu verdanken, dass die Präposition „wegen“ mehrmals mit dem Dativ steht, siehe die Seiten 14 und folgende. Ab und an gibt es auch bei der Satzstellung gewisse Mängel.

Form und Stil

Der Text ist bis zum Epilog in Umgangssprache gehalten und schildert die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven. Dadurch wirkt der Schreibstil stellenweise etwas ungenau, was aber keinen Nachteil darstellt, denn durch die Offenbarung der Gedanken und Erinnerungen der einzelnen Charaktere kann die Geschichte überhaupt erst zu einer solchen Auflösung kommen, wie sie hier vorliegt. Abgesehen davon, ist der Ausdruck durchaus abwechslungsreich. Wiederholungen kommen eher selten vor, z.B. auf Seite 16 mit „Fluss“ und „Himmel“.

Idee und Kreativität

Die Konzeption dieses Beitrags ist äußerst interessant. Wir erleben die Ereignisse, die zum Tod von Hannah und Leander geführt haben, durch die Erinnerungen und Gedanken verschiedener Personen und erfahren so Details, die ansonsten wohl unausgesprochen geblieben wären. Auf diese Weise setzt sich nach und nach ein recht komplexes Puzzle zusammen, was zu enormer Spannung führt.

Weiterhin fließen auch Mystery- und Fantasy-Elemente mit ein. Dies geschieht auf eine sehr geschickte Weise, fast wie beiläufig. So wird man bei der zweiten Erwähnung der Flöte auf Seite 5 unten schon hellhörig. Und auf Seite 6 wird es dann durch die prophezeite Heirat in der Zukunft richtig unheimlich. Das Ende mit den Vögeln und ihrem Wunsch nach Musik ist sehr liebenswert.

Aber da ist noch mehr: Der Unfall – am Anfang erscheint er ja als solcher, ist in Wirklichkeit gar keiner. Ganze drei Täter offenbaren im Laufe der Geschichte ihre Anschlagspläne. Das ist eine ungewöhnliche wie auch clevere Idee. Dass der dritte Täter gar nicht geschnappt wird, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Insgesamt bietet dieser Beitrag also eine verblüffend reichhaltige Sammlung erstaunlicher Einfälle und ist somit ein kreativer Glücksgriff.

Persönliches Fazit

Inhaltlich bin ich äußerst angetan von dieser Geschichte. Sie ist extrem spannend, ausgeklügelt, manchmal sehr unheimlich und am Ende wunderschön. Dagegen hadere ich ein bisschen mit der nicht immer ganz korrekten Ausarbeitung. Ein Lektorat im Vorfeld hätte da nicht geschadet.

Der Beitrag erreicht Platz 3, da er von allen Teilnehmern die komplexeste Handlung bietet. Drei vermeintliche Mörder, drei Motive, drei Mordpläne und am Schluss ist doch alles völlig anders. Der Text glänzt durch ein maximales Ausmaß an Kreativität und ist auch noch enorm spannend. Wären die Versäumnisse bei Rechtschreibung und Grammatik nicht gewesen, hätte es für Platz 1 gereicht.

Unser neuer Zwischenstand:

Verdacht auf Mord– 4 Punkte

Villa Freyheit – 3 Punkte

Akkurat verpackt – 3 Punkte

Verzeih mir – 2 Punkte

Verlorene Seelen – 2 Punkte

Blind Date -  2 Punkte

Point of no return – 1 Punkt

Tatort Disco – 1 Punkt