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Bevor der Osterhase kommt, meldet sich nochmal der Weihnachtsmann zu Wort

Fremde Weihnacht: Die Gewinner stehen fest

Fremde Weihnacht

Lange hat es gedauert, doch nun stehen die Gewinner des Wettbewerbs „Fremde Weihnacht“ endgültig fest.Folgende Texte werden lektoriert und sowohl als Text, als auch als Hörbuch bei Birkenbihl-Sprachen als Deutschsprachkurs in Form einer CD-Rom gegen Ende des Jahres 2011 veröffentlicht. Die Autoren der Kurzgeschichten erhalten außerdem einen professionellen Autorenvertrag und werden am Verkaufserlös beteiligt. Zudem erhalten die ersten drei Gewinner von BookRix noch zusätzliche Preise.

Die unangefochtene Siegerin des 1.Platzes ist Sundown mit der Geschichte „Dem Leben dankbar“. Neben der Veröffentlichung erhält die Autorin einen Amazongutschein im Wert von 250€.

Über den zweiten Platz kann sich Viktoria89 freuen, die mit ihrem Beitrag „Das verlorene Kind“ die Jury begeisterte. BookRix möchte sich zusätzlich mit einem Amazongutschein im Wert von 150€ für die Teilnahme bei ihr bedanken.

Die dritte Siegerin des Wettbewerbs ist Makosch mit dem Märchen „Väterchen Frost“. Die Autorin erhält außer der Veröffentlichung in dem Deutschsprachkurs einen Amazongutschein im Wert von 100€.

Den vierten Platz und somit einen Autorenvertrag und eine Beteiligung am Verkaufserlös erhalten folgende sieben BookRixer:
Ichbinina „Feste der Winterzeit“
Lernclub „Fremde Weihnacht“
Martina89 „Herr Weltfremd entdeckt Weihnachten“
Cosimetta „Wo ist der Weihnachtsbaum“
Dernachtleser „Das Weihnachstwunder“
Summertimez „La Cava-a Christmas Story“
moonlook „Fremde Weihnacht“

Kurzrezensionen und ein knappes Urteil, warum diese Bücher die Gewinner darstellen, wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

1.Perdita Klimeck – Dem Leben dankbar

Handlung:

Den „wahren Sinn des Christfestes“ bringt uns die Autorin in dieser Geschichte näher, eine Geschichte einer Flüchtlingsfamilie, die an Weihnachten von gütigen Menschen aufgenommen wird und so dem möglichen Kältetod entgeht. Fortan feiert sie den Heiligen Abend ganz genau so, wie es ihre Retter taten. Als Nachfahrin der Flüchtlinge muss die Ich-Erzählerin irgendwann feststellen, dass sich diese Tradition ihrer Familie bedeutsam von modernen Weihnachtsbräuchen unterscheidet. Bei ihrer ersten Weihnacht außerhalb des Elternhauses ist sie daher recht irritiert. Somit gelingt der Autorin die Einbettung der Handlung in die Zielsetzung des Wettbewerbs.

Technik:
Der Erzählstil der Autorin ist nicht weit vom Optimum entfernt. Wortwiederholungen sind selten, Flüchtigkeitsfehler unauffindbar und der Wortschatz ist außerordentlich variantenreich. Die Schilderungen sind plastisch und nahe gehend, ohne dass irgendwelche Klischees bedient werden. Es gibt kaum einen Grund zur Klage.

Fazit:

Als Sprachbeispiel für einen Kurs ist dieser Text sehr gut geeignet. Dafür sorgen der durchweg gute Stil und die grammatikalische Perfektion. Und auch die rührende Handlung macht die Geschichte sehr mitreißend und leicht zu verstehen.

2. Viktoria89 – Das verlorene Kind

Handlung:
Herr Muster, ein Antiheld, zu klein, zu dick, arm, der sich nicht mal gegen die seine Wohnung übernehmenden Kakerlaken wehren kann, liest eine sonderbare Anzeige und beschließt, sich auf die darin ausgeschriebene Stelle zu bewerben. Diese Entscheidung führt ihn jedoch in eine äußerst magische Welt, in welcher er zum ersten Mal im Leben dem Weihnachtsmann begegnet. Im weiteren Verlauf wird das Fest auf eine humorvolle aber auch emotionale Weise gekonnt beschrieben. Man kann förmlich das Kribbeln und die Vorfreude spüren, während Herrn Muster sein neuer Arbeitsplatz vorgeführt wird. Doch die Autorin vermag es, diesem gelungenen Szenario noch die Krone aufzusetzen, indem sie den Fokus auf Herrn Musters Kindheit und Familie verlegt. Die Geschichte kommt dadurch zu einem sehr gefühlsbetonten Ende. Gerade dadurch wirkt die Beschreibung von Weihnachten jedoch völlig authentisch und der Sinn des Festes wird völlig transparent.

Technik:
Es finden sich zwar recht viele Verstöße gegen die Orthographieregeln, die wie Flüchtigkeitsfehler wirken, Wortwiederholungen sind hingegen selten und der Text überrascht bisweilen mit humorvollen, pfiffigen Passagen, die das Lesen zu einer wahren Freude machen. Die Handlung wird flüssig und abwechslungsreich beschrieben und das verwendete Vokabular ist ausgesprochen variantenreich.

Fazit:

Trotz der Rechtschreibfehler ist der Text sehr geeignet für einen Sprachkurs, denn der Ausdruck ist vielseitig, es kommen häufig idiomatische Bildungen vor, deren Kenntnis für das Verständnis einer Fremdsprache unerlässlich ist. Diese werden im Text auf eine plastische, geradezu spielerisch leichte Art eingesetzt, sodass sie einfach aufgenommen und verinnerlicht werden können.

3.Makosch – Väterchen Frost


Handlung:

Die kleine Mascha muss nach dem Tod ihrer Eltern zusammen mit dem Großvater bei ihrer verärgerten Tante wohnen. Zu Weihnachten wird Mascha von dieser auf eine gefährliche Reise geschickt, die sie ohne die Hilfe kluger Tiere, ihres Großvaters und schließlich der Himmlischen nicht bewältigen kann. Am Ende werden aus Großvater und Enkelin die russischen Weihnachtsboten Väterchen Frost und Schneeflöckchen, die sich seit der Revolution in Russland etabliert haben.

Technik:
Der Text weist märchenhafte Züge auf. Es kommt allerdings dann und wann zu auffälligen Wortwiederholungen. Bisweilen wird auf das Substantiv „Mädchen“ abwechselnd mit femininen, dann wieder mit neutralen Personal- und Possessivpronomen referiert, was ein wenig verwirrend ist. Einige Aspekte der Handlung wirken etwas zu gehastet erzählt, was aber zu verschmerzen ist. Lobend zu erwähnen ist außerdem die Illustration auf dem Cover, die die Autorin selbst erstellt hat. Verwundert hat mich nur die Namensform „Schneegurotschka“, da ich die Figur als „Snegurotschka“ kenne.

Fazit:
Die Geburt von Väterchen Frost und Schneeflöckchen zu schildern, ist eine nette Idee, die von der Autorin in ein kurzes Märchen gefasst wird. Für einen Sprachkurs ist die angesprochene Verwirrung beim Genus einiger Pronomina sicherlich hinderlich, da der Text aber recht bildhaft geschildert wird, besteht eine grundsätzliche Eignung für diesen Zweck.

Ina Stumpf- Feste der Winterzeit

Handlung:
Oma Marie erinnert sich an ihr erstes Jolka-Fest in der russischen Heimat und durchlebt ihre erste Begegnung mit dem Christkind. Dabei lässt uns die Autorin an der freudigen Zusammenkunft teilhaben und erzählt in bildhafter Sprache, wie Marie die Erlebnisse in sich aufnahm.

Technik:
Die Wortwahl ist recht gut gelungen. Stilistisch kommt es zwar zu einigen Mängeln wie der Vermischung der Erzählzeiten Präsens und Präteritum und Unregelmäßigkeiten bei der Groß- und Kleinschreibung, diese scheinen aber Flüchtigkeitsfehler zu sein. Die Handlung wird jedoch unabhängig hiervon auf lebendige und geradezu liebenswerte Weise umgesetzt.

Fazit:
Trotz der angesprochenen Mängel ist die Eignung des Textes als Teil eines Sprachkurses durch den aufgeweckten Erzählstil gewährleistet. So kann man die Erinnerungen der Großmutter wie in einem bunten Film miterleben, was bei der Vermittlung einer Fremdsprache immer vorteilhaft wirkt.

Doris Salam – Fremde Weihnacht

Handlung:
Der Maschinentechniker Karim, ein Moslem, kommt zur Weihnachtszeit nach Deutschland, um ein dienstliches Treffen zu absolvieren. Mit Tanja, die sich um ihn kümmert, verbringt er einige angenehme Momente, wobei es anfänglich zu einem kleinen interkulturellen Missverständnis kommt, das aber keine ernsten Folgen hat. Tanja und Karim tauschen sich ein wenig über Bräuche in ihrer jeweiligen Heimat aus, bis Karim wieder davonfliegt.

Technik:
Der Erzählstil ist durchaus zufrieden stellend. Hin und wieder fallen Flüchtigkeitsfehler auf, die aber zu verschmerzen sind. Der sprachliche Ausdruck ist vielleicht nicht überwältigend, vermag aber zu gefallen.

Fazit:

Grundsätzlich ist die Geschichte für einen Sprachlernkurs geeignet, da der Protagonist selbst kein Muttersprachler des Deutschen ist, sodass er quasi als „Leidensgenosse“ aufgefasst werden kann. Allerdings zeigt der Text gewisse Schwächen bei der Handlung, da hier kulturelle Eigenheiten nur angerissen werden, ohne sie wirklich ausführlich zu erläutern. So wird beispielsweise der Brauch des Küssens nach dem Verzehr einer weißen Traube nicht weiter beschrieben.


Martina Grgic – Herr Weltfremd entdeckt Weihnachten

Handlung:
Die kleine Luisa trifft an Heiligabend auf Herrn Weltfremd und wird vom ihm gebeten, ihm Weihnachten zu erklären. Es entspinnt sich somit ein munterer Dialog über Herkunft und Sinn des Festes, der allerdings etliche Fragen unbeantwortet lässt, da sich Luisa selbst nicht auf alle Bräuche einen Reim machen kann. Oftmals lautet die Antwort auch „Das ist halt so.“ Und dieser Mangel an Erläuterung steht für mich im Widerspruch zur Idee hinter der Geschichte, einem Menschen Weihnachten zu erklären, der es nicht kennt.
Zwar geht Luisa schließlich von der grauen Theorie zur handfesten Praxis über, indem sie Herrn Weltfremd kurzerhand zu sich nach Hause mitnimmt, aber die Eindrücke, die dieser dann empfinden, werden nicht ausführlich genug geschildert, um den zuvor aufgekommenen Mangel an Erläuterungen auszugleichen.

Technik:
Es kommt zwar zu einer Reihe von Wortwiederholungen (z.B. „ruhte ruhig“, „behandschuhte Hände“, „zugedeckt mit einer Decke“ etc.), bildet der Text mit dem fortlaufenden Dialog eine gute Basis für einen Teil eines Sprachlernkurses. Die Schilderungen der Aspekte des Weihnachtsfestes sind anschaulich ausgefallen.

Fazit:

Die Idee ist recht nett, auch wenn nicht alle Facetten des Christfestes erläutert werden. Stilistisch ist der Text, abgesehen von den angesprochenen Wiederholungen, ordentlich.

Cosimetta – Wo ist der Weihnachtsbaum?

Handlung:
Die Familie Herzog begibt sich von Stuttgart aus in den Winterurlaub auf die Insel Teneriffa. Da es in ihrem Ferienhaus keinen Weihnachtsbaum gibt, wird von der Mutter kurzerhand eine Juccapalme zweckentfremdet und allerhand Actionfiguren dienen als Beigabe der Krippe.

Technik:

Es fällt auf, dass die Autorin bemüht ist, die Ereignisse auf eine humorvolle Weise zu schildern. Die Dialoge der Familienmitglieder wirken erfrischend. Ein paar kleine technische Mängel trüben das Bild ein wenig. So werden die Figuren meist nur mit ihrem Namen genannt, d.h. die Mutter ist stets „Silvia“ und nicht „die Mutter“ und die Begleitsätze zur direkten Rede folgen dieser in fast allen Fällen. Beides ist zwar nicht wirklich störend, macht aber den Unterschied zu den höher platzierten Texten deutlich. Da die wörtliche Rede den größten Teil des Textes bildet, wirkt die Geschichte sehr umgangssprachlich und als Sprachbeispiel sehr anschaulich.

Fazit:

Die Geschichte geht recht kreativ mit der Thematik des Wettbewerbs um, auch wenn sie stilistisch nicht wie aus dem Ei gepellt wirkt. Ihre klaren syntaktischen Strukturen machen sie aber für einen Fremdsprachenkurs nutzbar.

Der Nachtleser – Ein Weihnachtswunder

Handlung:
Der sechsjährige Sam nimmt sich vor, Santa Claus nachts bei der Anlieferung der Geschenke abzupassen. Tatsächlich gelingt es dem Kleinen, zur passenden Uhrzeit aufzuwachen und den erleuchteten Schlitten zu sichten. Als er sich daraufhin voller Neugier aus dem Elternhaus schleicht und im Schnee zu erfrieren droht, entdeckt ihn der Weihnachtsmann und lässt ihn eine Runde auf seinem Gefährt über die Stadt fliegen.

Technik:
Der Text wirkt originell. Man fühlt sich an die eigene Kinderzeit erinnert, als die Nacht noch etwas ganz Außergewöhnliches war. Dieser Eindruck wird hier gut transportiert. Stilistisch gibt es einige Kritikpunkte. So finden sich vermehrt recht auffällige Wortwiederholungen (z.B. „leise“ auf den Seiten 5 und 6, „… so wie zu dem Zeitpunkt, als es Zeit geworden war, …“, „Aufs Neue neugierig geworden …“, „Man hörte Sams Mutter nach Sam rufen, …“) und generell wird Sam zu häufig mit seinem Namen genannt.

Fazit:
Der Text bietet eine neue Perspektive auf die Heilige Nacht. Wann hat man sie schon mal von oben und auf einem Schlitten erlebt? Zwar bleiben die Wortwiederholungen störend in Erinnerung, aber die Schilderungen des nächtlichen Ausfluges sind gelungen und erlauben den Einsatz im Rahmen eines Sprachlernkurses.

M. Pohl – La Cava ….A Christmas Lovestory


Handlung:

Raphael gewinnt eine Reise nach Buenos Aires und diese soll zur Weihnachtszeit stattfinden. Obwohl ihm das nicht so ganz recht ist und er auch keine Begleitung hat, nimmt er den Preis an und begibt sich auf die Südhalbkugel. Dort lernt er nach einigen Wirrungen Ayashe kennen, ein Mädchen aus dem Ghetto. Bevor dies geschieht, gewährt uns die Autorin einen kurzen Einblick in die religiöse Vielfalt der argentinischen Metropole, so dass wir etwas über jüdische und islamische Feste erfahren können, die ebenfalls am 24. Dezember begangen werden. Am Ende der Handlung driftet die Geschichte ein wenig ab, aber die Autorin gibt dieser Wendung einen Sinn, indem sie das Näherkommen zwischen Raphael und Ayashe mit der Predigt des Pfarrers verbindet.

Technik:

Der sprachliche Ausdruck ist solide und auch die Rechtschreibung wird beherrscht. Die Schilderung der Handlung ist vielleicht ein wenig zu knapp gehalten, aber die außergewöhnliche Perspektive auf Weihnachten wirkt sich hier positiv aus.

Fazit:

Der Text ist flüssig und größtenteils fehlerfrei geschrieben. Die Idee, den Protagonisten in Buenos Aires mit Vertreter/inne/n anderer Religionsgemeinschaften zusammentreffen zu lassen, kommt der Zielsetzung des Wettbewerbs recht nahe. Es wäre möglicherweise vorteilhafter gewesen, wenn dieser Aspekt mehr Raum bekommen hätte. So wirken sowohl die Beschreibungen der außerchristlichen Feste wie auch die Liebesgeschichte der Hauptfiguren etwas zu knapp und gedrängt.

Moon(whisper)look – fremde Weihnacht

Handlung:
Mirija und Jonas lernen sich am Heiligen Abend im Zug kennen, als abrupt die Fahrt unterbrochen werden muss, da der heftige Schneefall die Strecke versperrt. Also finden sich die Reisenden wohl oder über in einer Bar nahe der Strecke ein und verbringen Weihnachten gemeinsam. Dabei spielt eine ältere Dame mit silbernen Zöpfen eine wichtige Rolle. Auch der Barkeeper scheint in irgendeiner Weise von Bedeutung zu sein. Was genau aber vor sich geht, erfahren wir nicht. So verwandelt sich beispielsweise die Inneneinrichtung der Bar, während sich Mirija und Jonas kurz draußen die Füße vertreten. Und der Barkeeper ist am nächsten Morgen plötzlich der Zugschaffner. Mirija und Jonas kommen sich näher, alle anderen Reisenden bleiben namenlos.

Technik:
Gelegentlich kommt es zu ein paar grammatikalischen Ungenauigkeiten (z.B. „aufsaugte“ statt „aufsog“ etc.) und auch Wortwiederholungen finden sich (z.B. „eine kleine, armselige Tanne mit kleinen Kugeln“, „Jetzt standen sie staunend davor und staunten“, „Kleinigkeiten wie kleine Parfümflakons“). Ansonsten ist der Erzählstil nicht schlecht und der Wortschatz bietet reichhaltige Abwechslung. Das Ende bleibt hier bewusst offen, um dem eigenen Nachdenken genügend Raum zu geben. Dadurch wird der Text dem Wettbewerbsmotto voll gerecht.

Fazit:
Das Szenario, nämlich die Insassen eines Regionalzuges am Heiligen Abend ungewollt in einer Bar stranden zu lassen, hat Potential. Dies wird im Verlaufe der Geschichte allerdings nicht optimal genutzt. Die Protagonisten und Handlungsstränge wirken bisweilen etwas planlos zusammengewürfelt und ungenügend erläutert. Jedoch verfolgt der Text das Ziel, den Blick auf Weihnachten in eine andere Richtung zu lenken; es wird Besinnlichkeit erzeugt, indem sich das lesende Publikum selbst Gedanken über das Fest machen kann. Allein dieser Aspekt führt zu einer geglückten Umsetzung des Wettbewerbsthemas.

Wir gratulieren allen Autorengewinnern herzlich!