Schlagwort-Archive: Briefe

Tatü-tata die Post ist da…

Heute ist Weltposttag

Wie kommen eigentlich unsere Briefe in den Kasten? Wer bringt uns morgens, bevor wir aufstehen, die Zeitung? Und wie gelangen Päckchen an die richtige Adresse? Um all das kümmert sich die Post. Damit wir mal an die denken, die schon arbeiten während wir noch in den Federn liegen, wird heute der Welt-Posttag gefeiert.  Dieser wurde zum Gedenken an den Gründungstag des Weltpostvereins am 09. Oktober 1874 eingeführt.

Wenn man heutzutage in den Briefkasten schaut, kommt einem oftmals nicht gerade angenehmes entgegen. Rechnungen, Werbung, ein blauer Brief aus der Schule, ab und an mal ein schönes Blitzer-Foto oder der tausendste Flyer des Pizzadienstes um die Ecke. Nur ganz selten ist auch etwas im Briefkasten, das uns Freude bereitet. Eine Postkarte aus dem Urlaub, ein Bild von der kleinen Nichte gemalt oder ein Brief von der besten Freundin, die sich mal wieder die Mühe gemacht hat, ein paar Zeilen per Hand zu schreiben.

Doch manchmal können Briefe auch schreckliche Geheimnisse oder die Lösung eines Kriminalfalls in sich tragen. So auch im fünften Teil der Daniel Briester Reihe  „Kaltblütig“ von Angelika Friedemann, in dem ein Brief für so manche Verwirrung sorgt:

Ein Mordfall und ein verschwundenes Baby sorgen bei Hauptkommissar Daniel Briester und seinen Männern für Aufregung.
Daniel erfährt, dass Sandra Larsen gestorben ist und ein Brief an ihn bringt daneben neuen Ärger, aber löst Entsetzen bei ihm aus. Nun können nach sieben Jahren die alten Akten von dem Mord an Mia Gallert und Volker Larsen geschlossen werden, denkt er.
Dann wird Jana, seine Frau entführt. Der mutmaßliche Täter wird bei einem Einsatz von einem Beamten des Sondereinsatzkommandos erschossen. Nun beginnt die fieberhafte Suche nach der verschwundenen Frau. Mit jedem Tag, der vergeht, schwindet die Möglichkeit, sie lebend zu finden…

Spannender Lesegenuss, den ihr hier erstehen könnt.

Rezension zu „Wie Sonne und Meer“ von Alea-Louise Mai

„Seit jenem Tag wurde Weiß mein Schwarz“

 

Buchcover Alea-Louise Mai "Wie Sonne und Meer"Smaragdscherben“ nennt sich Alea-Louise Mai auf BookRix. Die junge Autorin hat eine beachtliche Sammlung eigener Kurzgeschichten auf unserer Plattform veröffentlicht, von denen ich mir – fürs Erste – „Wie Sonne und Meer“ ausgesucht habe.

Die Ich-Erzählerin beschreibt hier Erinnerungen an eine Freundin, die sie einst verloren hat. Sie ist nicht nur fortgezogen, sondern schließlich auch verstorben. Vicky sind seither nur Briefe von ihr geblieben, welche sie über die Jahre bekommen hat. Allerdings hat sie diese in ein Versteck verbannt, damit der Schmerz sie nicht heimsuchen kann. Doch heute ist wieder so ein Tag, an welchem die Gedanken unaufhaltsam in die Vergangenheit entfliehen, und sie holt die Schachtel mit Annas Post wieder hervor. In zahlreichen Rückblenden schildert der Text darauf wichtige Szenen aus Vickys Leben, die mit ihrer Freundin in Verbindung stehen.

Was die Umsetzung dieses schwierigen Stoffes angeht, möchte ich die Autorin selbst zitieren: „Ihr Ausdruck war fantastisch, ihr Stil fabelhaft, ihre Interpunktion fehlerlos. Aber am Schönsten waren dennoch die Geschichten, die sie zu erzählen hatte.“ Diese Beschreibung kann man auch für sie selbst so gelten lassen. Nur ab und zu findet sich mal eine nicht ganz stimmige syntaktische Konstruktion, z.B. der Verbkomplex auf Seite 7 oben. Wortwiederholungen sind äußerst selten. Bedenkt man, dass die Autorin erst 18 ist, erscheinen die wenigen Fehler mehr als nebensächlich und man kann nur zu dem Schluss kommen, dass sie reichlich Talent für das Schreibhandwerk besitzt.

Alea-Louise Mai setzt konsequent verschiedene Zeitstufen und Formatierungen ein, um die Rückblenden deutlich von der Gegenwart abzugrenzen. Dadurch wird der Text gut lesbar. Die Emotionen der Ich-Erzählerin, die sich mit ihrem stetig zunehmenden Alter immer wieder verändern, sind anschaulich beschrieben. Man wird beinahe Zeuge ihrer Entwicklung vom Schulkind bis hin zur Erwachsenen und dennoch benötigt die Geschichte nicht den Raum eines Romans, da sie die relevanten Eindrücke schildert. Gezielt arbeitet die Autorin auch mit der Symbolik der Farben, die wiederum einen Bezug zum Titel herstellt. Somit ist hier nichts dem Zufall überlassen.

Wie Sonne und Meer“ zeigt eine rasante Fahrt durch einen Schwall von Erinnerungen. Es ist ein gelungener Text, der empfohlen werden kann.