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Tipps für eine gelungene Rezension

Tipps für eine gelungene Rezension

Rezensionen sind sehr wichtig für Autoren und Leser. Sie liefern dem Autor Feedback und für die Leser dienen sie als Orientierungshilfe, ob das besprochene Buch die passende Lektüre für sie ist oder nicht. Autoren und Leser profitieren also von Rezensionen.

Wie aber geht man vor, wenn man eine Rezension schreiben möchte? Hier sind ein paar nützliche Tipps, die den Einstieg in die Thematik ein wenig erleichtern sollen. Sie sind als Orientierungshilfe, nicht als Muss gedacht.

1. Gib Deiner Rezension eine übersichtliche Struktur

Eine möglichst klare Gliederung hilft beim Lesen einer Rezension. Schreibe eine kurze Einleitung, dann erkläre kurz, wovon das Buch handelt, dann lass Deine Bewertung folgen und am Ende setze ein Fazit. Vermeide es, zwischen diesen thematischen Blöcken mehrmals hin- und herzuspringen.

2. Verrate nicht zu viel vom Inhalt

Am besten ist es, nur den Anfang der Handlung zu beschreiben. Vor allem überraschende Wendungen der Geschichte oder Entwicklungen der Charaktere sollten noch nicht preisgegeben werden. Das möchte der Leser ja selber entdecken. Das Ende zu verraten, ist ein absolutes No-Go. Dennoch braucht der Leser einen Vorgeschmack auf das, worauf er sich bei dem Buch einlässt. Deute also an, wohin die Reise geht.

3. Zeige, dass Du das Buch gelesen hast

Das geht gleich in den nächsten Tipp über. Schildere den Eindruck, den das Buch bei Dir hinterlassen hat. Hat Dich die Handlung überrascht? Stimmt es Dich nachdenklich? Inspiriert es Dich? Der Autor erfährt dadurch, ob sein Werk die gewünschte Wirkung bei Dir erzielt hat.

4. Schwächen nicht verschweigen

Falls es etwas gibt, das verbessert werden könnte, solltest Du das nicht verschweigen. Nichts ist ärgerlicher für einen Leser, wenn er ein Buch wegen Deiner positiven Rezension kauft, dann aber feststellen muss, dass es lauter Rechtschreibfehler enthält, die Du nicht angemerkt hast, weil Dir die Handlung so gut gefallen hat. Bleibe aber stets sachlich und fair.

5. Bewerte ehrlich, aber umfassend

Bewerte das Buch so umfassend wie möglich. Versuche, auf möglichst viele Aspekte einzugehen. Wie gelungen ist die Handlung? Ist die Idee etwas Neues, oder kommt sie Dir bekannt vor? Wie glaubwürdig wirken die Figuren? Ist die Geschichte spannend oder langatmig? Wie steht es um Rechtschreibung und Grammatik? Ist die Wortwahl abwechslungsreich, oder wiederholt sich andauernd etwas?

6. Bewerte das Buch, nicht den Autor

Vermeide es, über den Autor und seine Fähigkeiten oder Ansichten zu spekulieren. Beurteile nur den Text, denn nur der interessiert den Leser Deiner Rezension wirklich.

7. Bette Deine Kritik in Dein Lob ein

Es gibt einen kleinen Trick, womit man eine mögliche Verärgerung des Autors wegen eines Kritikpunktes sehr einfach vermindern kann. Schreibe zuerst über etwas, das Dir am Buch gefallen hat, dann bring Deine Kritik an und am Ende erwähne wiederum etwas Lobenswertes. Oder anders ausgedrückt: Schiebe Kritik zwischen Lob.

8. Finde das Einzigartige an dem Buch

Jede Geschichte hat etwas, wodurch sie aus der Masse hervorragt, zumindest sollte sie das. Versuche bei Deiner Rezension darauf hinzuweisen, was Du als das Besondere bei dem Buch ansiehst.

9. Geize nicht mit Sternen

Wenn Du zu Deiner Rezension auch Sterne vergeben kannst, dann sei nicht geizig. Manche Rezensenten denken, fünf Sterne wären nur nobelpreisverdächtigen Werken vorbehalten, und vergeben deshalb nur drei, selbst wenn das entsprechende Buch recht gelungen ist. Das ist nicht unbedingt ein sinnvoller Ansatz, denn man muss sich fragen, wie viele nobelpreisverdächtige Werke es tatsächlich gibt. Es macht wenig Sinn, einen modernen Roman mit einem Text von Droste-Hülshoff oder Goethe zu vergleichen.

So, das wärs. Jetzt bist Du dran! Schreibe doch gleich eine ausführliche Rezension zu einem Buch Deiner Wahl!