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BookRix und Bastei Lübbe starten strategische Partnerschaft

Wie es vielleicht einige Schnelle von euch bereits aus den Medien erfahren haben, wurde heute eine strategische Partnerschaft zwischen BookRix und Bastei Lübbe, einem der digitalen Vorreiter der deutschen Verlagsbranche, besiegelt und verkündet.

Viele von euch fragen sich nun bestimmt was das bedeutet und was sich dadurch ändert. Macht euch keine Sorgen. Denn ändern wird sich an BookRix selbst und speziell für euch User nämlich gar nichts – weder an der Community, unserer Webseite, noch an BookRix als unabhängigem Self-Publishing-Anbieter.

Positive Auswirkungen wird es aber mit Sicherheit geben: denn die Autoren unter euch werden von dieser engen Partnerschaft profitieren. Wir sind uns sicher, dass sich durch die Zusammenarbeit mit Bastei Lübbe  neue Chancen eröffnen werden, zum einen eure eBooks einer noch breiteren Leserschaft zugänglich zu machen und zum anderen unseren Self-Publishing-Service weiter zu verbessern und noch mehr nach euren Bedürfnissen zu gestalten.

BookRix Selected – Das Ende des Self-Publishings?

Interview mit Gunnar Siewert

München, 23. September 2013 – Die Self-Publishing-Plattform BookRix überrascht die Buchbranche aktuell mit der Aussage, ab sofort ein Vorschussmodell für besonders erfolgreiche Indie-Autoren anbieten zu wollen. Geld erhalten schon vor dem Verkaufsstart? Angebote dieser Art kannten Autoren bisher nur von traditionellen Verlagen. Möchte BookRix dem Self-Publishing-Geschäft den Rücken zuwenden? Gunnar Siewert, CEO von BookRix, erklärt im Interview, was es mit dieser Idee auf sich hat.

Worum geht es in dem BookRix-Selected Programm und was sind die Konditionen?

BookRix Selected ist im Self-Publishing-Markt eine einzigartige Neuerung. Ausgewählte Autoren erhalten im Zuge dessen eine garantierte Vorschusszahlung für ihr nächstes – über BookRix veröffentlichtes – Buch. Mit dieser finanziellen Unterstützung liefern wir den Autoren sozusagen einen Vertrauensvorschuss und die Sicherheit sich auf das nächste Projekt konzentrieren zu können.

Um den Autor optimal aufzubauen, begleitet ihn das BookRix-Team im gesamten Bucherstellungsprozess und steht ihm mit Rat und Tat zur Seite. Individuelle, auf die Einzelpersonen zugeschnittene Lösungen runden unser Angebot ab. Eine erfolgreiche und langfristige Zusammenarbeit mit den Autoren ist dabei unser ausgesprochenes Ziel.

Self-Publishing steht in erster Linie für freie Entscheidungen der Autoren. Werden diese durch ein Vorschussmodell eingeschränkt?

Nein. BookRix steht nach wie vor für die Grundsätze des Self-Publishings, wie die Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit all unserer Autoren. Folglich gibt es auch keine Restriktionen unsererseits, wie es bei traditionellen Verlagen oft der Fall ist. Bei allen wichtigen Entscheidungen rund um das Buch sprechen unsere Autoren das letzte Wort. Aber natürlich wird unser BookRix-Team die Autoren nach vollsten Kräften unterstützen, um zusammen optimale Ergebnisse zu erzielen.

Planen Sie aus BookRix langfristig einen traditionellen Verlag zu machen?

Mit BookRix Selected haben wir das nächste Level des Self-Publishings erreicht. Während die Buchbranche immer noch auf der Ebene Self-Publishing vs. klassischer Verlag diskutiert, verbinden wir einfach das Beste aus beiden Welten – zum Vorteil der Autoren.

BookRix soll kein traditioneller Verlag werden. Wir möchten vielmehr fließende Grenzen schaffen und uns mit diesem Programm in der Mitte des Marktes positionieren. Das bedeutet für die ausgewählten Autoren künstlerische Freiheit kombiniert mit finanziellen Garantien. In diesem Ansatz sehen wir das Verlagsmodell der Zukunft, das das Beste aus traditionellem und neuem Publishing verbindet.

Verletzt die Zahlung von Vorschüssen nicht das Grundmodell des Self-Publishings, einen demokratisierten, offenen Zugang zum Buchmarkt?

BookRix ist und bleibt ein kostenloser Dienstleister für alle Autoren. Jeder kann über BookRix sein eBook veröffentlichen und zum Verkauf anbieten – vorausgesetzt er bewegt sich innerhalb der Regeln und Gesetze. Der offene Zugang ist also auch weiterhin gewährleistet. Der Autor hat es selbst in der Hand, den Leser von seinem Werk zu überzeugen und muss nicht vor der Veröffentlichung an einem Gatekeeper in Form eines Verlages vorbei.

Besonders die angesprochene Demokratisierung spielt in unserem Selected Programm eine sehr große Rolle. Bei der Wahl unserer Selected Autoren beziehen wir uns  ganz klar auf das Stimmungsbild und das Gespür der Leser. Sie allein entscheiden, welche Autoren und Bücher auf dem freien Markt von Erfolg gekrönt sind. An dieser natürlichen Selektion orientieren wir uns natürlich.

Wie wird sich dieses System auf den Self-Publishing-Markt insgesamt auswirken?

Der Self-Publishing-Markt trägt bei vielen Menschen leider noch immer das Vorurteil minderwertiger Qualität. Mit unserem Programm möchten wir beweisen, dass diese Ansicht nicht zeitgemäß ist. Längst haben äußerst talentierte Autoren die Chancen erkannt, die nur das Konzept des Self-Publishings ihnen bieten kann. Wir möchten in besonderem Maße diejenigen Autoren fördern, die sich mit Professionalität und Können dem Urteil der Öffentlichkeit gestellt haben und für gut befunden wurden. Dadurch können wir dazu beitragen, dem hohen Qualitätsanspruch der Leser gerecht zu werden und den Markt insgesamt zu festigen.

Selektion nach Erfolg? Da werden sich Indie-Autoren, die noch am Anfang stehen doch zu Recht benachteiligt fühlen?

Jeder Indie-Autor hat die gleiche Chance, sich für dieses Programm zu qualifizieren, denn sie alle stehen vor derselben Ausgangssituation. Der Erfolg macht schließlich den Unterschied. Professionalität ist dabei ein ganz entscheidender Faktor. Eine spannende Geschichte, ein lektorierter Text, ein anschaulich gestaltetes Cover, der Kontakt zu den Lesern – all das gehört dazu, wenn man im eBook-Markt erfolgreich sein möchte. Ein Autor, der noch am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere steht, hat einen anderen Anspruch an uns, als jemand, der sich auf dem Markt bereits etabliert hat. Wir möchten beiden Gruppen optimal gerecht werden und natürlich den Jungautoren auch einen Ansporn geben, sich besonders ins Zeug zu legen.

Nach der Buchmesse…Was die Branche sagt

Versuch eines Stimmungsbilds

Weltbild-Geschäftsführer Klaus Driever hat es so schön formuliert: die Buchbranche erlebe momentan „tektonische Verschiebungen“. Und was für welche.

Der klassische Buchhandel schrumpft. Schuld gibt man gerne dem Angstgegner Amazon und jetzt startet auch noch das eBook durch, dass dem stationären Handel endgültig den Garaus machen könnte. Carel Halff von Weltbild schätzt, dass der Buchhandel in den kommenden Jahren 50% der Fläche verlieren wird (Buchreport).

Txtr CEO Christophe Maire kritisiert, dass Verlage und Buchhändler mit ihrer abwartenden Haltung selbst Schuld an der Stärke Amazons seien (Interview).

Ein weiteres Problem, dem sich die Branche angesichts des bevorstehenden eBook-Booms gegenüberstehen sieht, ist Internet-Piraterie. Während Klaus Driever die Meinung vertritt: „Gratis Kultur wäre fatal“, sieht Sascha Lobo, Web-Experte und immer auf der Buchmesse am mitdiskutieren, das Ganze eher entspannt: „Piraterie ist ein Problem in Somalia“.

Und dann ist da ja auch noch Self-Publishing. Viele Verlage bangen noch mehr um ihre Marktanteile, seitdem in diesem Jahr die ersten Self-Publisher weltweite Erfolge feiern konnten. Tatsächlich wird das Thema zum Teil noch durchaus kritisch beäugt: „Ob allerdings “Self publishing”-Plattformen wie Bookrix.de […] der Weisheit letzter Schluss sind, wird sich zeigen.“ zweifelt der Redakteur in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ (zum Artikel). Im gleichen Atemzug muss er uns jedoch recht geben: „Sicher aber ist, wie Gunnar Siewert, Geschäftsführer von Bookrix, meint: “Die 500 Jahre alte Struktur, dass einige Verleger entscheiden, was auf den Markt kommt, hat ausgedient.”

Die tollste (weil so passende) Überschrift, liefern die Oberösterreichischen Nachrichten mit dem Artikel zur Branchenstimmung „Imperium muss auseinanderbrechen“. Der Redaktuer hat übrigens das wahre Ausmaß erkannt, wie angesagt Self-Publishing wirklich ist: „Self publishing-Anbieter wie Bookrix.de [...] hatten in den Hallen enormen Zulauf”. Enormer Zulauf…dabei hatten wir nicht mal einen Stand :)

Zum Abschluß für alle die es interessiert: Den aktuellen BookRix-Pressespiegel mit Artikeln aus der FAZ, Berliner Morgenpost, ZDF Online uvm. findest Du hier.

Klasse statt Masse

Hat der Online-Buchhandel Angst vor preiswerten eBooks?

blog ebooksWer sich das eBook-Angebot der großen Online-Händler mal genauer anschaut, dem bleibt nicht verborgen, dass in den dortigen Auflistungen der eBook-Bestseller und auch in den Empfehlungen der Shops häufig, zumindest für eBook-Verhältnisse, relativ teure Werke präsentiert werden. Das ist natürlich nicht bei allen Shops der Fall, bei einigen ist es aber schon sehr auffällig. Dabei verkaufen sich momentan doch preisgünstige eBooks angeblich besonders gut (häufig von Self-Publishern). Irgendwie widersprüchlich, oder?

Ich denke, dass viele Shops preiswerte eBooks ganz bewusst NICHT sichtbar auf ihren Seiten präsentieren und bewerben, sondern lieber hochpreisige eBooks. Ob in den „Bestseller-Listen“ mancher Shops wirklich diejenigen Bücher zu finden sind, die sich am besten verkaufen, wage ich zu bezweifeln. Das sieht eher danach aus, als ob man da die eBooks reinpackt, die man gerne verkaufen würde (ab 8,99 € und aufwärts). Dahinter steckt möglicherweise der Irrglaube, auf diese Weise mehr Umsatz generieren zu können. Oder besser gesagt: man möchte Umsatzeinbrüche vermeiden, die entstünden, wenn alle Leute auf einmal nur noch “billige” eBooks kaufen würden. Dabei sollte eigentlich auch jeder Buchhändler/Shop-Betreiber, dem ein bisschen Geschäftssinn zu Eigen ist, das Gesetz kennen: „Lieber 100.000 eBooks a 2,99 € verkaufen als 10.000 für 9,99€.“ Um das mal sehr vereinfacht auszudrücken…

Neben der Angst vor Umsatzeinbußen, dürfte auch der ideologische Gedanke „Die Wertigkeit des Mediums Buch geht verloren“ eine Rolle spielen. Die Programm-Gestaltung ist ja eine der letzten Daseinsberechtigungen des klassischen Buchhandles, der nach dem Motto „Klasse statt Masse“ auswählt, was der Kunde kaufen kann und was nicht. Auf diese Aufgabe, die der Handel bisher inne hatte, stützt er sich zurzeit massivst. So nach dem Motto: „Man muss die Leser doch vor diesen Unmassen an billigen, minderwertigen Büchern schützen.“ Jemand müsse doch eine Vorauswahl treffen und somit ein bestimmtes Qualitäts-Level garantieren. Dass genau diese Rolle zunehmend von der Crowd im Web übernommen wird, will man jedoch noch nicht so richtig wahrhaben. Die Karten wurden aber nun mal komplett neu gemischt – durch Internet, eBooks und Self-Publishing.

Abschließend noch mal zurück zum Thema „Umsatz versus niedrige Preise“ – Leider weiß ich nicht mehr wo, aber irgendwo bin ich in den letzten Tagen im Netz über Zahlen gestolpert, nach denen Printbuch-Vielleser in den USA im Schnitt 15 Bücher im Jahr kaufen und eBook-Vielleser gar 40 eBooks im Jahr. Wie ist das jetzt aber zu interpretieren? Sind die Leute, die bereits jetzt schon voll auf eBooks umgestiegen sind, schlicht und einfach die kleine Gruppe der absoluten Hardcore-Leser vor dem Herren, die früher eben 40 Print-Bücher statt eBooks im Jahr gekauft haben, oder Lesen die Leute dank eBooks tatsächlich doppelt so viel wie vorher? Dann würden sie auch doppelt so viel kaufen und der Handel müsste somit gar keine Angst vor niedrigpreisigen eBooks haben.

Viele Fragen auf die es noch keine Antworten gibt. Es bleibt also spannend.

Wochenrückblick

Neues aus der Buchwelt

Momentan gibt es fast wöchentlich spannende News aus der Buchbranche zu vermelden. Man merkt, dass sich etwas bewegt, dass massive Veränderungen in Gang kommen. Diese Woche trafen sich z.B. in Brüssel hochrangige europäische Verlagsvertreter – auf Einladung der EU-Komissarin Neelie Kroes, Expertin für den digitalen Markt (übrigens eine durchaus sympathische und kompetente Frau, wie meine Kollegen und ich im Rahmen ihres Vortrags auf der diesjährigen Re:publica in Berlin feststellen konnten).

Ziel dieses Gipfels war die gemeinsame Unterzeichnung einer „Decleration of eBooks“. Unter anderem einigt man sich darin darauf, dass es keine Hindernisse für Kunden beim Kauf von E-Books über Länder-, Plattformen- oder Geräte-Grenzen hinaus geben sollte. Das bedeutet ein eindeutiges JA zu einem gemeinsamen, über alle Grenzen hinweg gültigen bzw. funktionierenden eBook-Format. Das der anwesende Amazon-Vertreter die Erklärung (noch) nicht unterzeichnet hat, ist daher kaum verwunderlich (Stichwort Kindle).

Ein weiteres Anzeichen, dass es dem guten alten Buch bald so gehen könnte, wie einst der Schallplatte und mittlerweile auch längst schon der CD, liefert der Karstadt-Konzern. Man trennt sich in einigen Warenhäusern von den Buchabteilungen, um Platz für umsatzträchtigere Waren zu schaffen. Das gleiche passierte vor ein paar Jahren auch mit der CD: Ketten wie Müller, Saturn usw. verkleinerten nach und nach die CD-Abteilungen, nicht nur wegen der sinkenden Nachfrage, sondern um Verkaufsflächen für DVDs, Videospiele und ähnliche Warengruppen zu schaffen, mit denen man heutzutage einfach größere Gewinne erzielen lassen. Wenn sich in den nächsten 2-3 Jahren dazu noch das eBook immer weiter verbreiten wird, ist ein flächendeckendes Sterben von Buchabteilungen und leider auch ganzen Buchhandlungen vorprogrammiert. Es sei denn, Verlage und Handel finden entsprechende Lösungen, um dem Kunden vor Ort attraktive digitale Angebote bieten zu können.

Quo vadis, eBook?

Neues aus der digitalen Buchwelt

Heute gibt’s einen kleinen Rückblick auf die spannendsten eBook-News der letzten Tage und Wochen. Wie entwickelt sich der eBook-Markt? Was tut sich in Sachen Self-Publishing? Und was hat Tolstoi mit dem Nook-Reader zu tun?

Wenn letztes Jahr die Rede von der zukünftigen Entwicklung des eBook-Marktes war, wurde keine Meldung häufiger zitiert als die vom Mai 2011: „Amazon verkauft mehr eBooks als Hardcover im US-Markt“. Anfang dieser Woche machte die Nachricht die Runde, dass nun auch im gesamten US-Buchmarkt erstmals mehr eBooks als Hardcover abgesetzt werden konnten (Artikel hierzu lesen). Auch wenn der deutsche eBook-Markt dem in den USA noch etwas hinterherhechelt – die aktuelle eBook-Studie des Börsenvereins zeigt, dass es in Deutschland ebenfalls vorangeht. Es ist nur eine Frage der Zeit…

Rasantes Wachstum wird auch im Bereich Self-Publishing vermeldet (Bericht auf Buchreport). Zählte man in den USA im Jahr 2010 noch rund 133.000 selbstverlegte Titel, so waren es 2011 bereits 211.000. US-Marktforscher sprechen jetzt schon vom „Golden Age of Self-Publishing“.

Nach all den knallharten Fakten und Zahlen zum Abschluss noch eine Anekdote zum Schmunzeln. Ein amerikanischer Blogger wunderte sich während der Lektüre des Tolstoi-Klassikers „Krieg und Frieden“ auf dem Nook-Reader über das seltsame Wort „Nookd“.  Bis er herausfand, dass im Original-Text an entsprechender Stelle eigentlich das Verb „kindled“ steht (to kindle = anzünden). Da lag ein Verdacht nahe: der Nook-Reader von Barnes & Nobles wandelt möglicherweise das Wort „Kindle“ automatisch in „Nook“ um. Ist das nur ein kleiner Joke der Nook-Programmierer? Ist das ein Zeichen, für den immer härter werdenden Kampf um die Aufteilung des Marktes? Oder ist das gar Zensur? Wie es letztendlich dazu kam kannst Du auf eBook-News nachlesen.

The Return of DIY

Lass mal lieber selber machen

Do it yourself – Dieser Gedanke lebt heute, dank der Möglichkeiten im World Wide Web, in unterschiedlichsten Bereichen und verschiedensten Ausprägungen wieder auf.

Mir persönlich fallen derartige Entwicklungen ja immer besonders im Bereich Musik auf. Nach dem großen MP3-Schock der Nuller-Jahre (ihr wisst schon 2000-2010) und dem Niedergang der „armen“ Musikindustrie (wir reden hier von den großen Major-Labels), blühen zurzeit viele Musikgenres bzw. -szenen die abseits des Mainstreams angesiedelt sind, auf wie nie zuvor. Eine große Rolle dabei spielt definitiv die Renaissance des Do-it-yourself-Gedankens.

Autoren sind in der Beziehung dagegen noch nicht so weit wie Musiker, die das Internet schon einige Jahre vor der Autorenschaft für sich entdeckt und genutzt haben. Sie waren aber auch dazu gezwungen, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen, weil die Musikindustrie und die entsprechenden finanziellen Mittel auf einmal einfach wegbrachen. Die Zeiten in denen Labels dicke Vorschüsse rausgerückt haben, Tour-Support gezahlt und den Künstlern im wahrsten Sinne des Wortes alles in den Allerwertesten geschoben haben, sind lange vorbei!

Trotzdem hat man heute, speziell als semiprofessioneller Musiker oder Band, bessere Möglichkeiten als je zuvor – oder anders gesagt, nie war es so einfach durch Eigenengagement ein semiprofessioneller Künstler zu werden. Das nötige Talent vorausgesetzt. Die gleichen Mechanismen die das ermöglichen, lassen sich fast 1:1 auf Autoren bzw. die Buchbranche übertragen.

Auch für Musiker heißt eines der Zauberworte „Networking“ via Internet: Konzertveranstalter, Plattenfirmen, andere Bands, Produzenten und Tontechniker, CD-Hersteller, Merchandising-Produzenten und vor allem Fans! Durch direkten Kontakt die richtigen Partner finden, gemeinsame Touren mit anderen Bands organisieren, das eigene Merchandise produzieren lassen…das alles geht viel einfacher, schneller und preiswerter dank Internet!

Essentiell ist die Möglichkeit erfolgreich Musik (=Bücher) selber digital vertreiben zu können, ohne eine Plattenfirma (=Verlag) im Rücken haben zu müssen, die einem am Ende des Tages eh nur reinredet.  Da bleibt neben mehr künstlerischer Freiheit auch deutlich mehr Geld hängen.

Doch was ist ein Musiker ohne Fans? Erst MySpace, Facebook und die tausenden anderen Communities und Portale in denen sich Bands tummeln, ihre Musik und sich selbst präsentieren, haben für jeden Musiker das Tor zur weiten Welt geöffnet. Das Prinzip: Wenn Du gut bist, hast Du es verdient gehört zu werden, egal wer Du bist, wo Du herkommst oder ob Du eine Plattenfirma hast. Die Liste der Bands, die heute in ihren Genres erfolgreich sind und aus dem Nichts des Internets kamen, ist mittlerweile endlos. Die Möglichkeit sich eigene Fans im Web zu erarbeiten und den direkten Kontakt zu ihnen zu pflegen ist natürlich auch für Autoren der Schlüssel zum Erfolg.

Nicht zu vergessen: auch das „Fan-Sein“ an sich ist dadurch spannender als je zuvor. Deshalb kehren erfreulicherweise auch immer mehr junge Musikfans dem Mainstream den Rücken zu und vergnügen sich heute lieber in einer der vielen stark vernetzten Underground-Musikszenen, wo der direkte Austausch mit anderen Fans und dem Künstler gang und gäbe ist.

eBooks go mainstream

Schwappt die Welle von Amerika auch zu uns?

Kindle

Es ist offiziell. Der Verkaufsriese Amazon.com verkauft in USA mehr E-Books  als gedruckte Bücher und schreibt damit Geschichte.  Von der Kindle-Einführung in 2007 bis zum Durchbruch hat Amazon eine rekordverdächtige Entwicklung hingelegt, die an den Erfolg des Taschenbuchs erinnert.

Der Verkauf des vergünstigten Kindle in den Staaten (für 114 $) hat sicher seinen Teil beigetragen und den nicht mehr aufhaltbaren Einzug des Lesegeräts in amerikanische Haushalte zusätzlich beschleunigt.

E-Book ist vom Spielzeug für enthusiastische Freaks  zum Mainstream-Produkt in US geworden.

Ob es bald derartige Rekordzahlen auch bei Amazon.de geben wird? Im Moment greifen die deutschen Leser doch eher zum Printbuch. Statistisch gesehen nutzen aktuell nur 2 % E-Books, während 80 % der Leser weitgehend oder ausschließlich gedruckte Bücher kaufen.

Die Gründe dieser Entwicklung dürfen allerdings eher wirtschaftlicher als kultureller Natur sein. Mit ihrer unflexiblen Preispolitik und der teilweise verzögerten Veröffentlichung der E-Book-Ausgaben schaden die Verlage dem E-Book-Markt und lassen an sich das lukrative Business vorbeiziehen.

Neben dem Preis wird sicher auch das Angebot an lieferbaren E-Books in der Entwicklung vom E-Book-Markt hierzulande eine entscheidende Rolle spielen.

Während bei Amazon.com mittlerweile mehr als 900.000 Titel lieferbar sind, bekommt man im deutschen KindleStore erst knapp 30.000 Kindle-Books angeboten.

Der Kindle ist aber erst gerade vor ein paar Wochen eingeführt worden.

Die Zeit wird es zeigen…