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Die Welt der Feen und Elfen:

Jurywertung, die Fünfte.

Schon die Fünfte? Dann bleiben ja nur noch 2 übrig. Oje. Wir nähern uns dem Ende und doch… Kann sich noch alles ändern. Nach der Vierten Wertung sah der Punktestand aber erst einmal so aus:

Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”6
Acardia“Kummerfäden” 5
Riedel
“Das Königreich des Herbstes” 3
CosimettaDie Waldfee 3
FullmoonElfenwald 2
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 1
Moorhenne
“Abends” 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

…und jetzt?

Jetzt erzählt uns Perdita, alias Sundown, Administratorin der Gruppen „Kunst“ und „Poesie“, Mitgründerin des Sperling-Verlags und Gewinnerin des Jurywettbewerbs „Fremde Weihnacht“, welche Geschichten sie überzeugt haben.

Ihr Lieben,
es war echt schwer.
Ich habe alle Geschichten mehrmals gelesen und 5 in die engere Wahl genommen. Wieder gelesen und nun hier mein Ergebnis.


1. Die Fee der vergessenen Wünsche

Ein modernes Märchen, in einer erfrischenden Sprache erzählt. Das Feen nicht immer nur in Geschichten auftauchen müssen, die mit „Es war einmal“ anfangen, beweist Birgit Schulz mit ihrer kleinen Erzählung.

Sehr bildhaft entführt sie den Leser in eine kleine Kneipe, wie man sie wohl in jeder Stadt findet. Eine Stätte, in der sich Nacht für Nacht die Einsamen und Glücklosen einfinden, um für ein paar Stunden ihre Sorgen vergessen zu können. Auch die Fee Sylvi steht in der Feenwelt auf der anderen Seite. Sie ist weder elfenhaft schön wie andere ihrer Art, noch hat sie das Rüstzeug, um alle Wünsche erfüllen zu können. Und doch hat sie es geschafft sich einen Platz in ihrer Welt zu erobern. Anschaulich erzählt die Autorin in kleinen Rückblenden einiges aus dem Leben von Sylvi. So vergisst man als Leser sehr schnell das Aussehen der Fee und sieht nur noch ihr Herz. Die Protagonisten wurden gut gewählt und obgleich einige Umstände mit Klischees behaftet sind, stört das die Story in keinster Weise. Die Kernaussage, dass es nicht immer die großen materiellen Wünsche sind, die glücklich machen, sondern vielmehr oft die kleinen, eben „vergessenen“ Wünsche, auf die man manchmal nur mit einem kleinen Stups hingewiesen werden muss, wird hier voll getroffen.

Abgesehen von wenigen kleinen Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern, einigen Wortwiederholungen, ist die Geschichte gut geschrieben. Ein großartiger Spannungsbogen ist zwar nicht vorhanden, aber das macht die lebhafte Erzählweise wett.

2. Das Königreich des Herbstes

ein liebevoll erzähltes, rundum schönes Märchen. In der Tat wie aus einem alten Märchenbuch. Der Autor( Autorin? ) lässt vor dem Leser die Geschichte der kleinen Haselnussfee, die sich auf die Suche nach ihrer Herkunft macht, lebendig werden. Getragen wird das Märchen durch die innige Freundschaft zu einem Kater. Er begleitet sie auf der Suche nach ihrer Identität. Anschaulich, in einer poetisch schönen, einem Märchen gut zu Gesichte stehenden Sprache, wird dem Leser der ewige Kreislauf der Natur dargebracht. Jedes Leben unterliegt den Gesetzen der Jahreszeiten und jede Störung kann Chaos hervorrufen. Märchen wurden erfunden um den Menschen Wesentliches und kleine Weisheiten zu vermitteln. Das ist hier gelungen.

Wortwiederholungen sind kaum zu finden. Die wenigen Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler schmälern nicht den Gesamteindruck der Geschichte. Die Umsetzung der Idee und des dem Leser zu vermittelnden Grundgedankens ist hier vollends gelungen.

3. Schatten aus Gold

Kein Märchen wird uns hier erzählt, keine Geschichte von einem schillernden Fabelwesen und ihren Abenteuern. Hannes Zawodnik führt dem Leser nur eine einzige kleine Szene vor Augen. Eine Schulstunde, ein Blatt Papier, ein Stift, wenige Farben und die Erinnerung an die verstorbene Mutter. Der Leser sieht der unter den Händen der Protagonistin entstehenden Gestalt der Mutter, die als Fee dargestellt wird, bewegt zu. Eingeworfene Erinnerungen an ein Märchen, welches die Mutter immer vorgelesen hat, unterstreichen die Melancholie. Eine Szene die berührt, besonders ausgelöst durch die gut gesetzten Worte. Die Story aus der Ich-Erzählperspektive aufzubauen wurde vom Autoren gut gewählt. Dadurch spürt der Leser die Intensität der Geschichte und wird mitten hineingezogen in die Gedankenwelt der Protagonistin.

Das Ende ist schlicht und dennoch in einer Form ergreifend. Man kommt nicht umhin, mit der Protagonistin zu leiden. Sprachlich könnte noch etwas gefeilt werden, einige Sätze wirken zu übertrieben und beladen.

Womit wir nun bei folgender Punkteverteilung wären:

Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”6
Acardia“Kummerfäden” 5
Riedel“Das Königreich des Herbstes” 5
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 4
CosimettaDie Waldfee 3
FullmoonElfenwald 2
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Moorhenne
“Abends” 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

Doch keine Sorge! Noch stehen 2 Wertungen aus. Es bleibt spannend.

Wichtig: Dies ist nicht die finale Juryentscheidung, sondern nur die Wertung eines Jurymitglieds . Die weiteren Wertungen folgen bis morgen. Seid gespannt!

Die Welt der Feen und Elfen:

Jurywertung, die Vierte

Huch, so schnell kann es gehen. Noch einmal ein kurzer Blick auf den aktuellen Stand…

Riedel“Das Königreich des Herbstes” 3
CosimettaDie Waldfee 3
Acardia“Kummerfäden” 3
Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”3
FullmoonElfenwald 2
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold
Moorhenne
“Abends” 0
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

…und weiter gehts!
Unser Junior Community Manager Dr. Andreas Fischer, auf der Plattform besser bekannt als Homo.nemetiensis, hatte einige schlaflose Nächte, ehe er seine endgültige Wertung abgeben konnte. Wie die nun aussieht? Schauen wir mal…

1. Calysta – Die Liebe eines Schöpfers

Orthographie und Grammatik

Der Beitrag ist beinahe fehlerlos. Die Versehen, die auftreten, sind derart selten, dass sie nicht auffallen. Nur auf Seite 23 sollte es „durchstieße“ statt „durchstöße“ heißen.

Kreativität und Gestaltung

Die Idee, dass die Elfen einen Schöpfer haben, der selbst alt und schwach ist und daher bald für eine Nachfolgerin sorgen muss, ist sehr kreativ. Ebenso neuartig ist der Einfall, dass genau diese Nachfolgerin emotionslos ist und ihre Werke daher allesamt absterben. Die Autorin hat hier einen einzigartigen Beitrag abgeliefert, der größtenteils frei von Klischees ist. Eine Ausnahme bilden die hier dargestellten Menschen, die die Elfen bedrohen. Doch diese Thematik wird auf eine recht intelligente Art in die Handlung eingeflochten.

Passend zu diesem außergewöhnlichen Szenario ist die Tatsache, dass wir nichts Näheres darüber erfahren, wer der Meister der Elfen ist und woher er kommt. Beiläufig wird erwähnt, dass auch er einen Meister hatte, sonst nichts. So gewährt der Text dem Leser einen gewissen Freiraum für die eigene Phantasie, die er ohnehin zum Erblühen bringt.

Das Wiederauftauchen des Kämpfers wirkt im ersten Moment vielleicht etwas abgedroschen, die Erklärung dafür aber umso geistreicher und auch tragischer.

Form und Stil

Der sprachliche Ausdruck ist durchweg sehr gut gelungen. Wortwiederholungen sind kaum vorhanden.

Zu Beginn hätten einige Sätze besser miteinander verbunden werden sollen, da sie auch syntaktisch zusammengehören.

Schön ist der Begriff „Tagesstern“ für „Sonne.“ Vortrefflich ist „Er durfte nicht kaputt gehen“ auf Seite 17 oben. Stilistisch exzellent in Szene gesetzt erscheinen auch die kurzen Absätze auf Seite 19, die den subjektiven Eindruck der Hauptfigur verdeutlichen. Unter ihnen überragt das eigenwillig zusammengesetzte Verb „nichtzerstören“.

Einzig die Szene auf Seite 24, in welcher die aufkeimenden Gefühle der Protagonisten rasant von Wut in Freude umschlagen, ist nicht ganz schlüssig und leitet die Aufmerksamkeit in eine falsche Bahn, da man vermuten kann, dass sich die Hauptfigur für das Pflücken der Pflanze rächen wird.

Der Schluss ist ebenfalls gelungen. Die Wiederholung der Anfangsszene, die aber zugleich in dieser Form zum letzten Mal geschieht, ist ein Sinnbild für den immerwährenden Kreislauf, der geschlossen worden ist.

Persönliches Fazit

Es sind die vielen, kleinen Details, die das Lesen dieses Beitrags so angenehm und kurzweilig machen. Und diese Details werden so stimmig und unbeschwert zu einem besonderen Ganzen zusammengefügt, das einen staunend zurücklässt. Hier werden phantastische, mystische und philosophische Gedanken perfekt miteinander verbunden. Die Symbolik ist ebenfalls stimmig. Auch ist hervorzuheben, dass es der Autorin wunderbar gelingt, sich in die emotionslose Perspektive der weiblichen Hauptfigur hineinzuversetzen. Die Beschreibung ihres Handelns und Nichtfühlens fällt deshalb sehr plausibel aus. Das macht den Beitrag zu einem vollendeten Werk.

2. Lisanne Surborg – Kummerfäden

Orthographie und Grammatik

Der Text ist nahezu fehlerfrei.

Kreativität und Gestaltung

Die Idee, das Feenwesen mit eher pejorativen Begriffen zu umschreiben, ist originell. Auf diese Weise schafft es die Autorin, eine unheimliche Atmosphäre und eine große Menge Spannung aufkommen zu lassen, da man sich nicht vorstellen kann, was das Geschöpf mit dem kleinen Jungen wohl vorhaben könnte, vor allem weil dann noch von „Hunger“ die Rede ist. Diese Herangehensweise an das Wettbewerbsthema ist außerordentlich kreativ.

Die Auflösung des anfänglichen Verwirrspiels ist ebenso gelungen. Der Einfall, die Fee den Kummer des Jungen aufessen zu lassen, ist geradezu grandios.

Ganz passend ist ebenfalls das Buchcover, auch wenn es nicht von der Autorin selbst stammt.

Form und Stil

Die Wortwahl ist sehr gut. Ein paar Wiederholungen – „Kreatur“, Geschöpf“, „Junge“ – trüben das Bild nur leicht.

Das Erzähltempo ist sehr angenehm. Außerdem passt das regnerische Wetter perfekt zur Handlung.

Persönliches Fazit

Der Text ist vielleicht etwas kurz geraten, aber alles Wesentliche wird geschildert und die Art, wie dies geschieht, zeugt von wahrem Talent und viel Einfühlungsvermögen. Die Vorstellung vom Kummer fressenden insektenähnlichen Geschöpf, das den Jungen durch einfache Nahrungsaufnahme von seinen Sorgen befreit, ist so einzigartig und genial, dass man beim Lesen mitgerissen wird und gänzlich in dieses triste, regengraue Szenario eintaucht, welches dann ein einfühlsames Ende nimmt.

3. Birgit Schulz – Die Fee der vergessenen Wünsche

Orthographie und Rechtschreibung

Der Text ist größtenteils frei von Fehlern. Nur ganz selten findet sich ein Versehen wie z.B. auf Seite 11 unten.

Kreativität und Gestaltung

Die Idee zur Protagonistin Sylvi ist äußerst originell. Eine hässliche Anti-Fee, die keine Traumschlösser bauen und Frösche in Prinzen (oder umgekehrt) verwandeln kann, macht einen völlig unverbrauchten Eindruck und eröffnet dadurch eine Fülle an Möglichkeiten bei der Konzeption der Handlung.

Sehr erheiternd wirken immer wieder kleine Einwürfe am Rande, wie etwa die Anmerkung, dass Nightwish nach Sylvis Dafürhalten „echte Feenmusik“ sei.

Kreativ wird es dann wahrhaftig bei der eigentlichen Wunscherfüllung, als wir konkret zwei „Begünstigte“ treffen und miterleben, wie Sylvi vorgeht. Man könnte annahmen, dass die Autorin Psychologin ist, denn die Herangehensweise ihrer Protagonistin ist äußerst geschickt und einfühlsam.

Form und Stil

Der sprachliche Ausdruck ist sehr variantenreich und ausgefeilt. Wortwiederholungen gibt es nur wenige, wie etwa „Gesamtbild“ auf Seite 9 oder „warten“ auf Seite 15 oben. Über den gesamten Text gesehen, kommt auch die Wortfamilie um das Verb „wünschen“ etwas zu oft vor.

Insgesamt wird das dargebotene Szenario ausführlich und unterhaltsam beschrieben. Einige Absätze bewegen sich zwischen satirischer und humoristischer Erzählung und treffen dabei stets den Kern der beabsichtigten Aussage. Dennoch geht der Text auch ernste Themen wie Benachteiligung und Überschätzung von Äußerlichkeiten an und wirkt dabei alles andere als komisch.

Zum eher satirischen Charakter passt auch die Vermischung von typisch märchenhaftem mit eher neuzeitlich technischem Vokabular. Ein Beispiel hierfür ist der Begriff „Wunsch-Navi“.

Sehr unterhaltsam ist die Verstrickung auf Seite 21, als Tinas eigentlicher Wunsch festgestellt wird. Die Auswirkungen auf Seite 22 sind filmreif.

Persönliches Fazit

Dieser Beitrag zeichnet sich dadurch aus, dass er sowohl fröhlich wie auch nachdenklich stimmt. Wir begegnen hier Menschen am Rande der Gesellschaft, denen das Glück zuteil wird, einen Wunsch erfüllt zu bekommen. Und dieser Vorgang wird einerseits sehr amüsant berichtet, andererseits bekommt man eine gewisse Vorstellung davon, wie verzwickt das Leben sein kann.

Die Autorin vermag all diese verschiedenen Facetten gekonnt in einem wohl formulierten Text zu vereinen, der sicherlich eine einzigartige Geschichte erzählt.

Womit wir nun bei folgender Punkteverteilung wären:

Calysta“Die Liebe eines Schöpfers”6
Acardia“Kummerfäden” 5
Riedel
“Das Königreich des Herbstes” 3
CosimettaDie Waldfee 3
FullmoonElfenwald 2
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold
Miss.wunderlich“Die Fee der vergessenen Wünsche” 1
Moorhenne
“Abends” 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

Doch keine Sorge! Noch stehen 3 Wertungen aus. Es bleibt spannend.

Wichtig: Dies ist nicht die finale Juryentscheidung, sondern nur die Wertung eines Jurymitglieds . Die weiteren Wertungen folgen bis morgen. Seid gespannt!

Die Welt der Feen und Elfen:

Jurywertung, die Dritte.

Rufen wir uns noch einmal kurz die Punkteverteilung ins Gedächtnis:

Riedel„Das Königreich des Herbstes“ 3
CosimettaDie Waldfee 3
Calysta„Die Liebe eines Schöpfers“2
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold
Moorhenne
„Abends“ 0
Acardia„Kummerfäden“ 0
Miss.wunderlich„Die Fee der vergessenen Wünsche“ 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
FullmoonElfenwald 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

Und nun schauen wir uns einmal die Dritte Jury-Wertung an. Amalaswintha, die Gewinnerin der Märchenausschreibung „Märchen aus 1001 Nacht“ kommt zu folgendem Urteil:

Platz 1: „Kummerfäden“ von Acardia

Kummerfäden ist eine Geschichte, die aus dem üblichen Rahmen der Elfen- und Feengeschichten herausfällt. Für die außergewöhnliche Idee, die bildreiche Erzählform und die anrührende Aussage gebe ich ihr den ersten Platz.

Es handelt sich um die Erzählung einer kurzen Episode, die ohne überflüssige Erklärungen, Geschehnisse und Personen auskommt. Es geht um das Elfengeschöpf und den Jungen. In dieser Beschränkung gelingt es der Autorin, vor den Augen des Lesers eine ganze Welt erstehen zu lassen,  in der es seltsame Wesen zu entdecken gibt und in der sich Kindertränen in Lachen verwandeln. Eine Welt in der Welt, wie man sie gerne hätte.

Es wird nicht näher darauf eingegangen, um was für eine Art Wesen es sich handelt (Fee oder Elfe), aber es wird sehr anschaulich beschrieben, man kann sich das winzige, hungrige, verzweifelte, kleine Geschöpf gut vorstellen, traut ihm zunächst allerdings eher Böses zu. Ein ebenso trauriges, unglückliches Kind, das verlassen durch den Regen stapft, weckt das Mitgefühl des Lesers. Auch hier denkt man zunächst an furchtbare Dinge wie etwa Misshandlungen. Auch das Ambiente ist bedrohlich: Verkehrschaos, Umweltverschmutzung, Kälte, Nässe, ein abweisendes (Eltern-?)Haus.

In der offenen, vertrauensvollen Begegnung der beiden ungleichen Geschöpfe, ermöglicht durch die vorurteilsfreie Neugier des Kindes,  öffnet sich auch die bis dahin eher düstere Geschichte einem versöhnlichen Finale. Das befremdliche Wesen entpuppt sich als Kummerfresser, den es satt und glücklich macht, wenn er einem Kind seinen Kummer nehmen kann, und der Kummer des Kindes erweist sich als ganz normaler Kinderkummer, der sich von einem Moment auf den anderen in Lebensfreude wandeln kann.  Die Pfützen werden zum Spielplatz, der gelbe Regenmantel zur Sonne, die im Herzen des Kindes wieder aufgegangen ist. Ein sehr schönes Symbol.

Die Geschichte ist mit viel Atmosphäre geschrieben, der Übergang aus der düsteren Traurigkeit zum federleichten Strahlen glaubhaft dargestellt. Die Sprache ist märchenhaft und anschaulich, vielleicht mit ein paar Diminutiven zu viel  gespickt, und auf das Wörtchen „gar“ hätte man vielleicht verzichten können. Die Rechtschreibung ist erfreulich korrekt, die Beistrichsetzung nicht ganz so fehlerfrei, aber überdurchschnittlich gut.

Das Buch hat ein sehr schönes, passendes Cover, die Schrift hätte ein wenig größer ausfallen können.

Platz 2: „Elfenwald“ von Fullmoon

Die Geschichte ist spannend, flüssig und unmittelbar aus dem Erleben und der Sichtweise eines Elfenmädchens erzählt.  Man wird beim Lesen vom Geschehen und der gezeigten Welt gepackt. Ohne ausufernde Erklärungen und Beschreibungen erschließt sich die Welt dieses Elfenvolkes. Die Sprache ist klar, bilderreich, führt die Vorstellungskraft mit leicht wirkender Geläufigkeit in den geheimnisvollen, neugierig machenden Wald. Man hört die Bäume flüstern, Wasser plätschern, riecht fremdartige Kräuter und sieht andere Sterne funkeln. Mitunter tritt diese Leichtigkeit des Erzählens aber auch als Flüchtigkeit auf, z. B. bei der doppelten Verneinung auf S 7: „Dies jedoch nicht, ohne sie aus den Augen zu lassen“.  Gelegentlich findet man orthographische und grammatikalische Fehler oder trifft auf Flüchtigkeitsfehler und unschöne Formulierungen (…starrten drein…), aber sie halten sich in Grenzen, die man akzeptieren kann.

Cover und Seiten sind sehr ansprechend gestaltet, das Schriftbild ist schön, allerdings recht klein geraten, was die Lesbarkeit etwas erschwert.

Die Geschichte aus der Sicht eines naiven, gutgläubigen Kindes zu erzählen, ist ein guter Kunstgriff. Damit lassen sich einige der Ungereimtheiten der Geschichte plausibel machen, allerdings nicht alle. So werden die Menschen anfangs als Sterbliche bezeichnet, was den Schluss nahelegt, dass Elfen nicht sterblich sind, doch das Ende belehrt uns eines Schlechteren. Überhaupt erscheint der Schluss eher draufgesetzt als stimmig. Warum lässt man so einen wichtigen Gefangenen ganz ohne Wache? Wie ist es räumlich und zeitlich möglich, dass der völlig Erschöpfte nach durchirrter Nacht mit einem Heer von Soldaten erscheint und voll kampffähig ist? Wie kommt die Kutsche in einen Elfenwald? Auch sonst bleiben Fragen offen: Zu welchem Zweck ist der König anfangs allein im Wald? Um das Dorf zu finden? Dazu hätte er besser eine Kompanie Soldaten losgeschickt.

Dennoch stelle ich diese Geschichte auf mein Siegertreppchen, weil sie eine der nicht sehr vielen in diesem Wettbewerb ist, die ich gleich beim ersten Lesen voll Spannung bis zum Ende verfolgt habe.

Platz 3: „Die Liebe eines Schöpfers“ von Calysta

Ich gebe der Geschichte den dritten Platz für die Gesamtidee, die mir sehr gut gefällt. Ein geheimnisvoller, alter, sterbender Schöpfer, der selber wiederum einen noch geheimnisvolleren Meister hat. Eine Feenpopulation, die mit dem Tod dieses Schöpfers aussterben wird.  Da erschafft er den Prototypen einer neuen Fee, mit einem entscheidenden Mangel zwar, aber diese Fee hat das Potential, sich zu entwickeln. Es geht  um Gefühle, Liebe, welche sie erst kennenlernen muss. Mit dem alten Schöpfer stirbt die letzte der alten Feen, doch es hat eine neue Zeit begonnen, mit einer neuen Art von Fee, die sich mit dem Menschen vereinigt. Diesen Grundgedanken, dass der Mensch selbst an der Neuwerdung seiner Welt teilhaben muss, finde ich so schön, dass ich diese Erzählung nach wirklich sehr langem Abwägen für den 3. Platz ausgewählt habe.

Sprachlich zeigt die Geschichte einige Schwächen. Die Rechtschreibung ist zwar großteils in Ordnung, doch finden sich gelegentlich Fehler wie: „…dieses Wesen, sie strahlte…“, oder klischeehafte Aussagen wie: „Seine trüben Augen erblickten seine faltigen Hände“ sowie diverse Flüchtigkeitsfehler, über die man aber hinwegsehen kann.  Manche Wörter wie z. B. „Spucke“ wirken störend.

Insgesamt ist die Erzählung zu lang geraten, was das Lesevergnügen etwas eindämmt, doch ist sie interessant und geheimnisvoll genug, um weiter dranzubleiben. Die Figur des Schöpfers bleibt geheimnisvoll und macht neugierig auf diese Zauberwelt, regt an, nachzudenken über den Schöpfer, seine Aufgabe, seinen Meister, seine Welt. So entsteht im Kopf des Lesers mehr, als die Autorin geschrieben hat, was für den Text spricht. Von einer straffenden Überarbeitung würde er allerdings profitieren. Beginn und Ende der Feengeschichte drehen sich um den sterbenden Schöpfer, was ihr einen schönen, harmonischen Rahmen gibt.

Das Schriftbild ist in angenehmer Größe gehalten, das Cover entspricht nicht ganz dem Inhalt, da die Protagonistin als flügellos beschrieben wird.

Womit wir nun bei folgender Punkteverteilung wären:

Riedel„Das Königreich des Herbstes“ 3
CosimettaDie Waldfee 3
Acardia„Kummerfäden“ 3
Calysta„Die Liebe eines Schöpfers“3
FullmoonElfenwald 2
Mapa67Die letzte Elfe des Lichts 2
Jean.p.schettlerReginas zweite Flügel 1
Hannes.ZawodnikSchatten aus Gold
Moorhenne
„Abends“ 0
Miss.wunderlich„Die Fee der vergessenen Wünsche“ 0
T.j.hudspethFeenherz und Elfenblut 0
JenniferblackdeathIce geflüster 0
MonirapunzelGriseldis 0
R.hoenatschDas Geheimnis von Petunia Goldherz 0
DiefeenkennerDie wahren Feen von heute! 0

Doch keine Sorge! Noch stehen 4 Wertungen aus. Es bleibt spannend.

Wichtig: Dies ist nicht die finale Juryentscheidung, sondern nur die Wertung eines Jurymitglieds . Die weiteren Wertungen folgen bis morgen. Seid gespannt!