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Gastbeitrag: Rezension zu „Von Mauern und Flammen“ von Emilia Licht

Wendepunkte …

Heute ist mal wieder eine Rezension fällig und zwar für den Roman „Von Mauern und Flammen“ aus der Feder von Emilia Licht. Als Besonderheit ist dies ein Gastbeitrag, denn die Buchkritik stammt von der netten Bloggerin „Bücherlöwe“, die sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Wer mehr von der und über die Bloggerin „Bücherlöwe“ erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, ihren Blog zu besuchen:

http://www.leseleidenschaft.de/author/buecherloewe/

Und hier ist die Rezension:

Klappentext

“Prag 1989: Radolf und Katja trifft es wie ein Blitz: Liebe auf den ersten Blick. Dabei kann nicht sein, was nicht sein darf, denn beide sind verheiratet. Also kämpfen sie mit aller Macht gegen ihre Gefühle, schalten die Vernunft ein und kehren zu ihren Familien nach Berlin und Potsdam zurück. Sie wollen einander vergessen. Doch dann fällt die Mauer und ihre Lebenspläne geraten ins Wanken. Radolf macht sich auf die Suche nach Katja und als er sie findet, beginnt erneut ein verzweifelter Kampf zwischen Herz und Verstand, den sie beinahe fünfzehn Jahre lang im Verborgenen führen. Der Brand in der weltberühmten Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar bringt die beiden ein letztes Mal zusammen. Dürfen sie nun auf eine gemeinsame Zukunft hoffen?

Emilia Licht - Von Mauern und Flammen

Was ist dran am Mythos der Liebe auf den ersten Blick und was passiert mit zwei Menschen, denen dieses Schicksal zwar begegnet, die aber fünfzehn Jahre brauchen, um es akzeptieren zu können? Lässt sich die Kontrolle über die eigenen Gefühle trainieren? Wird es leichter, je mehr Zeit vergeht?

Geografisch und zeitlich schlägt der Roman eine Brücke von Prag über Potsdam bis nach Weimar, beginnt mit dem Mauerfall 1989 und endet nach dem verheerenden Brand in der HAAB 2004.

Emilia Licht erzählt die Geschichte einer großen, der ganz großen Liebe.

Die Autorin Emilia Licht stammt aus einer brandenburgischen Kleinstadt und hat schon als Kind die Reiseschreibmaschine ihres Vaters eifrig benutzt. Auf die Frage, warum sie so gern über die Liebe schreibt, antwortet sie: „Albert Schweizer hat einmal gesagt: „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“

Der Mann hat Recht, oder? Die Liebe ist für mich ein so unerschöpfliches Thema, dass ich einfach gern über sie schreibe. Es gibt tausenderlei Wege sie zu finden und wieder zu verlieren; Schicksale, Wendungen, Begegnungen. Die Liebe verändert die Menschen. Und ich finde es spannend, mir immer wieder die Frage zu stellen: „Was wäre, wenn …?“”

Meine Meinung

Emilia Licht schreibt hier Geschichte. Sie siedelt ihren Roman in der Zeit der Veränderungen an. 1989 treffen sich Katja und Radolf durch einen Zufall in Prag. Während viele andere schon darüber nachdenken aus der DDR zu flüchten, ist für beide klar, dass dies nicht ihr Weg sein soll. Beide sind verheiratet und doch hat es sie erwischt. Wenn es Liebe auf den ersten Blick gibt, so trifft es für Katja und Radolf zu, doch beiden wollen an ihren Ehen festhalten.Die Wende kommt und vieles verändert sich.  Lange Zeit verlieren beide sich aus den Augen, Katja wird Mutter und auch Radolf gründet mit Sandra eine eigene Familie. Nur Christiane, Katjas beste Freundin, die seinerzeit mit in Prag war ahnt um Katjas Gefühle.

Katja lernt Stück für Stück auf sich selbst zu vertrauen. War sie zu Beginn ihrer Ehe sehr auf Volker fixiert und hat sich von ihm leiten lassen, so findet sie immer mehr Mut ihre eigenen Wege zu gehen. Radolf will seinerseits die große Karriere. Dafür lässt er seine Familie und seine Freunde oft hinten an stehen. Dann bringt sie das Schicksal erneut zusammen und beide verbringen über Jahre viele heimliche Stunden miteinander. Irgendwann bricht Katja aber aus der Ehe aus und will mit ihrem Sohn ein neues Leben anfangen. Das klappt auch sehr gut und ihr und Volker gelingt es ein freundschaftliches Verhältnis zu wahren.

Können Katja und Radolf eine gemeinsame Zukunft erwarten? Wer weiss?

Der Autorin ist es hier gelungen einen Roman zu schreiben den man in verschiednen Kategorien einordnen könnte. Der eine sagt vielleicht es ist ein schöner Liebesroman. Der nächste sieht ein Drama vor sich und ein weiterer Leser empfindet es als Zeitgeschichte. Für mich ist es von allem etwas !!! Besonders gut gefallen mir die Beschreibungen der verschiedenen Handlungsschauplätze. Sei es eine Schwarzbierkneipe in Prag ( von der mir mein Mann auch so einiges erzählen konnte) oder eben die Zeit in Weimar und die Schilderung des Brandes ( nicht das mir der Brand gefallen hat!!!) aber ich hatte wirklich das Gefühl mit vor Ort zu sein.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Ich habe meinen Mann kurz nach der Wende kennengelernt. Auch wenn ich von hier und er von dort :-) ist , so habe ich doch im Laufe der Zeit auch vieles über Wendezeit von meinem Mann und seinen Eltern erfahren.

Ich vergebe gute 4 Sterne

Die Rezension ist auch hier zu finden:

http://www.leseleidenschaft.de/rezension-von-mauern-und-flammen-von-emilia-licht/

Rezension zu „Liebe auf leisen Sohlen“ von Emilia Licht

Von der hohen Kunst, aneinander vorbeizuleben …

Die Indie-Autorin Emilia Licht ist erst seit Kurzem auf der Selfpublishing-Plattform BookRix zu finden. Sie hat aber gleich einen ganzen Roman mitgebracht, der sich „Liebe auf leisen Sohlen“ nennt und vom Thema Beziehung handelt. Da sich die Autorin im Nachwort Rezensionen wünscht, habe ich mir die Lektüre gleich mal angeschaut.

Buchcover Emilia Licht - "Liebe auf leisen Sohlen"Die Hauptfigur der Geschichte heißt Josina Hollenstein. Sie ist seit 19 Jahren verheiratet, Mutter zweier Teenager und Chefin eines angesehenen Hotels in Dresden. Abgesehen von der Organisation des Betriebes muss sie sich auch noch mit ihrer Schwiegermutter Gisela herumärgern, die für Josinas Geschmack ein wenig zu neugierig ist. Soweit scheint sich also das Leben der Protagonistin nicht von demjenigen anderer Hotelbesitzerinnen zu unterscheiden, wenn da nicht das Wörtchen „wenn“ wäre. Insgeheim wünscht sich Josina nämlich etwas mehr Zuwendung von ihrem Gatten. Die Gewohnheit des Alltages hat sich in der Ehe breit gemacht. Auch die Kinder teilen immer öfter ihre Ansichten nicht, weshalb es hinter der noblen Fassade mehr und mehr zu kriseln beginnt. Josina holt sich Rat bei ihrer besten Freundin und kommt schließlich auf die Idee, ihrem Mann zum bevorstehenden runden Hochzeitstag eine ganz besondere Überraschung vorzubereiten. Doch dabei läuft etwas schief.

Emilia Licht hat hier ein Buch abgeliefert, das durch erfreulich fehlerfreie Orthographie und Grammatik glänzt. Es ist ein Vergnügen, so einen Text zu lesen. Was die Handlung angeht, muss ich aber anmerken, dass es eine ganze Weile dauert, bis sich mal endlich etwas Entscheidendes tut. Dieser Umstand lässt den Roman vor allem zu Beginn ein wenig langatmig erscheinen, was sich im weiteren Verlauf allerdings legt. Dann setzt Josinas Überraschungsaktion ein, die völlig aus dem Ruder läuft und wahrhaft groteske Auswirkungen auf ihre Ehe und ihr Vorstrafenregister hat. Turbulente Szenen sind da also vorhanden, die vorrangig dadurch entstehen, dass der Protagonistin immer wieder ein gewisses Feingefühl für Kommunikation zu fehlen scheint. Jedenfalls ist das mein Eindruck und ich habe Josinas Handlungsweise nicht immer ganz nachvollziehen können. Sehr hingerissen bin ich aber vom Schreibstil der Autorin. Das gesamte Buch ist ein Paradebeispiel für abwechslungsreichen, treffsicheren und flüssigen Ausdruck. Stilistisch ist der Text ebenso meisterhaft wie orthographisch.

Liebe auf leisen Sohlen“ ist ein Beziehungsroman, der sich durch hervorragendes Schreibhandwerk auszeichnet. Da ist der Preis von 2,99€ beinahe ein bisschen zu günstig. Der Roman spricht vor allem die Freunde des Genres Liebe an. Wer also ein handwerklich perfektes Buch mit diesem Thema sucht, sollte hier zugreifen.