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Rezension zu „Wie Sonne und Meer“ von Alea-Louise Mai

„Seit jenem Tag wurde Weiß mein Schwarz“

 

Buchcover Alea-Louise Mai "Wie Sonne und Meer"Smaragdscherben“ nennt sich Alea-Louise Mai auf BookRix. Die junge Autorin hat eine beachtliche Sammlung eigener Kurzgeschichten auf unserer Plattform veröffentlicht, von denen ich mir – fürs Erste – „Wie Sonne und Meer“ ausgesucht habe.

Die Ich-Erzählerin beschreibt hier Erinnerungen an eine Freundin, die sie einst verloren hat. Sie ist nicht nur fortgezogen, sondern schließlich auch verstorben. Vicky sind seither nur Briefe von ihr geblieben, welche sie über die Jahre bekommen hat. Allerdings hat sie diese in ein Versteck verbannt, damit der Schmerz sie nicht heimsuchen kann. Doch heute ist wieder so ein Tag, an welchem die Gedanken unaufhaltsam in die Vergangenheit entfliehen, und sie holt die Schachtel mit Annas Post wieder hervor. In zahlreichen Rückblenden schildert der Text darauf wichtige Szenen aus Vickys Leben, die mit ihrer Freundin in Verbindung stehen.

Was die Umsetzung dieses schwierigen Stoffes angeht, möchte ich die Autorin selbst zitieren: „Ihr Ausdruck war fantastisch, ihr Stil fabelhaft, ihre Interpunktion fehlerlos. Aber am Schönsten waren dennoch die Geschichten, die sie zu erzählen hatte.“ Diese Beschreibung kann man auch für sie selbst so gelten lassen. Nur ab und zu findet sich mal eine nicht ganz stimmige syntaktische Konstruktion, z.B. der Verbkomplex auf Seite 7 oben. Wortwiederholungen sind äußerst selten. Bedenkt man, dass die Autorin erst 18 ist, erscheinen die wenigen Fehler mehr als nebensächlich und man kann nur zu dem Schluss kommen, dass sie reichlich Talent für das Schreibhandwerk besitzt.

Alea-Louise Mai setzt konsequent verschiedene Zeitstufen und Formatierungen ein, um die Rückblenden deutlich von der Gegenwart abzugrenzen. Dadurch wird der Text gut lesbar. Die Emotionen der Ich-Erzählerin, die sich mit ihrem stetig zunehmenden Alter immer wieder verändern, sind anschaulich beschrieben. Man wird beinahe Zeuge ihrer Entwicklung vom Schulkind bis hin zur Erwachsenen und dennoch benötigt die Geschichte nicht den Raum eines Romans, da sie die relevanten Eindrücke schildert. Gezielt arbeitet die Autorin auch mit der Symbolik der Farben, die wiederum einen Bezug zum Titel herstellt. Somit ist hier nichts dem Zufall überlassen.

Wie Sonne und Meer“ zeigt eine rasante Fahrt durch einen Schwall von Erinnerungen. Es ist ein gelungener Text, der empfohlen werden kann.